Henri Charrière Papillon

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Inhaltsangabe zu „Papillon“ von Henri Charrière

Dieser Bestseller machte seinen Autor zum mehrfachen Tantieme-Millionär. Der ehemalige Tresorknacker und spätere Bagno-Sträfling, Ausbrecher und Totschläger schildert hier die Geschichte seines wüsten, abenteuerlichen Heldenlebens. Mag man auch in der Zwischenzeit ver-sucht haben, ihm den Ruhm, dieses Leben selber geführt zu haben, streitig zu machen, ihn einen erfindungsreichen Aufschneider genannt haben, 'Papillon' bleibt ein faszinierender Erzähler.

Mein Lieblingsbuch! Eine absolut emotionale Geschichte, die einen mitnimmt - bis zum Schluss.

— TinainderBahn

Angeblich wird angezweifelt, ob das Buch echt ist und sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat.

— Holden

zu brutal

— Petra54

immer wieder gerne!

— AnMich_09

Beeindruckende Erlebnisse!

— Wasp

Hatte mich total gefesselt!

— JELO

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  • Papijong d`Henri Charriere

    Papillon

    Holden

    04. September 2017 um 18:03

    Vielleicht DAS Männerbuch: Papillon wird unschuldig eines Mordes bezichtigt und zur Höchststarfe verurteilt: lebenslange Zwangsarbeit im Strafgefangenenlager am Arsch der Welt, ausgestoßen von der Gesellschaft. Nur der Stöpsel in seinem Dickdarm macht ihm Hoffnung, polierter Stahl mit einer eisernen Finanzreserve. Schnell schließt er Freundschaft mit Leidengenossen, die auch nur an Flucht denken, während sich die Zahl der Gefangenen durch nächtliche Morde rapide reduziert. Nur warum blieb er nicht in dem Indianerdorf, in dem auf einer seiner Fluchten Unterschlupf fand, mir zwei willigen Naturmädchen? Man versteht es einfach nicht, ansonstend fesselnd von der ersten bis zu letzte Seite. Vor 25 Jahren schon mal gelesen, ausgeliehen beim Hausmeistersohn, und jetzt also nochmal, während eine Neuverfilmung mit Charlie Hunnam im Gespräch ist.

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  • Käpt'n Blaubär auf Französisch

    Papillon

    Makollatur

    06. October 2015 um 15:21

    Die Lebensgeschichte des 1906 geborenen Henri Charriere, genannt Papillon, umfasst einen Zeitraum von mehr als 14 Jahren und ist dementsprechend sehr umfangreich. Aus einer retrospektiven Perspektive, mit einer stattlichen Distanz von dreißig Jahren, schildert Papillon autobiografisch seinen Weg aus dem Gerichtssaal als verurteilter Mörder hin zum Bagno in Französisch-Guayana. Es folgen mehrere, teils sehr abenteuerliche Fluchtversuche, die allesamt aber nicht den Frieden in das Leben der Hauptperson zurückbringen. Zweimal gelangt Charriere in Umstände, die für den einfachen Menschen paradiesische Züge besitzen würden; für ihn stellen sie aber nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu seiner Rache an seinen Richtern dar. Mehrmals gerät er erneut in Gefangenschaft; minutiös und sehr detailliert wird das Leben in verschiedenen Straflagern geschildert und zeigt dabei die Abscheulichkeit und Grausamkeit dieses Strafsystems auf. Letztlich findet Papillon seinen Frieden, jedoch anders, als von ihm selbst vorgesehen. Die Erzählung ist in einer einfachen Sprache gehalten, dennoch bleibt sie anspruchsvoll, da die vielen Sprünge in den Zeitformen und der häufige Wechsel von Namen, Ortschaften und Geschehnissen viel Aufmerksamkeit vom Leser verlangt. Doch man will wissen, wie die Odysee dieses bemerkenswerten kleinen Mannes ausgeht; die Geschichte zieht bei der Lektüre unweigerlich in ihren Bann. Auch wenn eine gehörige Portion Seemannsgarn eingewoben scheint, bildet Papillon doch eine unterhaltsame Erzählung, die in jedem Fall lesenswert ist.

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  • Empfehlenswert

    Papillon

    Sauhund01

    Wer den Film kennt, sollte auch das Buch gelesen haben, das noch besser ist. Besonders die erste Flucht ist meiner Meinung nach sehr schön beschrieben. Man spürt fast schon selbst wie einem der Wind um die Ohren braust wenn man in der Nussschale sitzt im Meer. Dann noch das Leben bei den Eingeborenen.....Herrlich!

    • 2
  • Ein absolut lesenswerter, biographischer Abenteuerroman

    Papillon

    Beagle

    18. May 2013 um 22:07

    Ein Meilenstein der Literatur, ein atemberaubendes Abenteuer, eine Odyssee, die einen Mann brechen kann – oder ihn für immer prägen wird. Henri Charriéres Erlebnisroman „Papillon“ ist eine spannende Geschichte, die einen so schnell nicht mehr loslässt, die man nicht leicht vergisst. In einem (seiner Meinung nach) unfairen Verfahren wird Henri, nach seiner Tattowierung auf der Brust von allen nur Papillon genannt, lebenslänglich nach Französisch Guayana in die dortige Strafkolonie verbannt. Ein Schlag, der ihn auf Rache sinnen lässt gegen diejenigen, die ihn dorthin brachten, allen voran den gerissenen Staatsanwalt. Doch schon auf dem Weg dorthin versucht man die Verurteilten zu brechen, sie durch körperliche und seelische Gewalt einzuschüchtern und ihnen den eigenen Willen zu rauben. Und nicht nur von den Aufsehern geht eine kontinuierliche Gefahr aus, auch vor den anderen Gefangenen haben sich Papillon und sein Freund Dega immer in Acht zu nehmen. Die Reise ist lange und beschwerlich, doch schließlich gelangen sie in das sogenannte Bagno, dem Gefangenenlager der französischen Republik. Schon vom ersten Augenblick an kann Papillon an nichts mehr anderes als an Flucht denken und so plant er schon bald, zusammen mit seinen neuen Freunden Maturette und Clousiot, eine atemberaubende Flucht. In einem kleinen Boot gelangen sie über die beiden Inseln Trinidad und Curacao bis nach Kolumbien, wo sie sofort wieder in Gefangenschaft geraten und zurück ins Lager gebracht werden sollen. Maturette und Clousiot werden inhaftiert, doch Papillon kann erneut zusammen mit einem kolumbianischen Schmuggler flüchten. Dieser Schmuggler bringt ihn bis an die Grenze zu Venezuela, von wo aus Papillon sich allein in das Gebiet begibt, welches von Kolumbien und Venezuela gleichermaßen anerkannt ist, das aber im Grunde noch immer in der Hand der Ureinwohner ist. Skeptisch und äußerst vorsichtig begibt er sich auf dieses Territorium, doch seine Füße sind von dem langen Marsch verwundet und er bricht zusammen. Es stellt sich heraus, dass die Indianer nicht nur friedliebend, sondern auch sehr gesellig sind. Zwar versteht Papillon deren Sprache nicht, aber er hat sich schon bald in die Gemeinschaft integriert und eine der jungen Indianerinnen wird zu seiner Frau. Die Idylle wäre zu schön, aber es zieht den entflohenen Häftling wieder zurück zu seinen Freunden. Auch wenn immer wieder behauptet wird, dass Charriére nicht alles Geschriebene selbst erlebt, sondern nur Erzählungen aufgeschrieben hat, ändert dies nichts an der Tatsache, dass er mit seinem Roman „Papillon“ einen der größten Abenteuerromane des 20. Jahrhunderts geschrieben hat. Er gewährt uns einen meisterhaften Blick in die Zustände der damaligen, französischen Strafgefangenenlager und wie hart das Leben dort war. Wer Geschichten dieser Art mag, muss das Buch unbedingt lesen!

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  • Willkommen in Französich-Guayana, deren Gefangene ihr seid!

    Papillon

    Stefan83

    07. October 2011 um 15:10

    Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass ein Film nie so gut sein kann, wie die literarische Vorlage selbst. Und das ist auch im Fall von „Papillon“ nicht anders, denn die Leinwandfassung von 1973, mit Steve McQueen und Dustin Hoffman in den Hauptrollen, wird, obwohl unbestritten ein grandioser Klassiker, von Henri Charrières niedergeschriebenen „Memoiren“ nochmals in den Schatten gestellt. Diese sind nicht nur ein einzigartiges Zeugnis menschlichen (Überlebens-) Willens, sondern auch ein Zeitdokument und Fenster in die Vergangenheit, das bis heute ziemlich kontrovers diskutiert wird, da Charrière in „Papillon“ seine eigene Gefangenschaft in den Bagnos von Französisch-Guayana (er wurde wegen Totschlags zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt) schildert, autobiographische Elemente aber mit historischen Fakten und Fiktion vermischt. Immer wieder gibt es aufkeimende Zweifel an seinen Darstellungen, vor allem durch die übertriebene Schwarz-Weiß-Malerei bei der Zeichnung seiner Mitmenschen, besonders der Mithäftlinge. Was wahr und was erfunden ist, wird man nicht mehr feststellen können. Ein eigenes Bild kann man sich dank der Lektüre allerdings machen. Und genau das habe ich getan: Paris im Jahre 1932. Henri Charrière, ein französischer Tresorknacker, der den Spitznamen „Papillon“ trägt, weil er sich einen Schmetterling auf die Brust tätowieren ließ, wird, trotz der Beteuerung seiner Unschuld, wegen Totschlages zu lebenslanger Haft und Verbannung in die Straflager (sogenannte „Bagnos“) in Französisch-Guayana verurteilt. Noch im Gefängnis in Paris schließt er Freundschaft mit dem Fälscher Louis Dega und Julot Marteau, einem Mithäftling, der bereits einmal in Guayana war. Gemeinsam segeln sie nach Südamerika, wobei sich besonders Papillon stets mit dem Gedanken an Flucht trägt. Kurz vor ihrer Einschiffung auf die berüchtigten Îles du Salut, gelingt ihm dann auch der Ausbruch aus dem Gefangenenlager. Zusammen mit den Häftlingen Clusiot und Maturette segelt er über Trinidad und Curacao bis nach Kolumbien, wo alle drei abermals in die Hände der Polizei geraten. Papillon jedoch bricht nach wenigen Tagen erneut aus und sucht Zuflucht bei indianischen Perlenfischern im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Venezuela. Ein gutes halbes Jahr verbringt er dort, nimmt zwei Eingeborene zur Frau, ehe ihn die Unruhe einholt und er sich auf den Weg macht, um nach Britisch-Honduras zu kommen. Er erreicht sein Ziel nicht, sondern strandet wieder in Kolumbien, das ihn diesmal an Frankreich ausliefert. Papillon erwarten wegen der Flucht zwei Jahre strengste Einzelhaft auf den Inseln – doch auch jetzt gibt der „Fluchtmensch“ nicht auf … Über die Authentizität des in Berichtform abgefassten Romans aus der Feder Henri Charrières darf man sich getrost streiten. Zweifellos sind viele Geschichten, die er nur vom Hörensagen kannte, in sein Buch mit eingebaut. Und möglicherweise wurde auch einiges ihm nur mitgeteilt und nicht von ihm selbst erlebt. Letztendlich ist das für die Wirkung dieses Werkes, das wie kaum ein anderes, die Macht des geschriebenen Wortes auf Eindrucksvollste unter Beweis stellt, ohne Bedeutung. Gerade der persönliche Ton ist es, der das Buch aus der Masse heraushebt und es dem Leser gleichzeitig möglich macht, das Erlittene selbst zu empfinden, nachfühlen zu können. Auf jeder einzelnen Seite wird die Freiheitsliebe, der fast grenzenlose Mut und die Verzweiflung eines Menschen, der von einem vermeintlich freiheitlichen Staat auf entwürdigende Weise fernab jeglicher Zivilisation ohne Chance auf Rehabilitierung weggesperrt wird, in einem Ausmaß deutlich, das in der Literatur seinesgleichen sucht. „Papillon“ ist mehr als ein Gefängnisroman, mehr als ein autobiographischer Rückblick. Es ist der Einblick in die Seele eines Mannes, der sich selbst nie aufgegeben und unter den unmenschlichsten Umstände seine Menschlichkeit bewahrt hat. Die Art und Weise wie Charrière diese jahrelange Tortur, insbesondere die entsetzliche Einzelhaft schildert, ist schlicht und ergreifend atemberaubend. Die Enge der Zelle, der Dreck, der Gestank, die Hitze. All das erlebt und erleidet man mit. Unter der Beschreibung der klaustrophischen Zustände scheint auch die Welt des Lesers kleiner zu werden. Es sind diese Passagen, wo man, anfangs unwillig und später fast selbstverständlich, Papillon Bewunderung zollt, der bei dem vielen Leid, das ihm widerfährt, die Hoffnung nie aufgibt, den Gedanken an Flucht nie begräbt. Eine Hoffnung, die auch begründet ist, was sich unter anderem während seines Aufenthalts bei den Indianern zeigt. Menschen, bei denen die Nächstenliebe im Vordergrund steht, für die Egoismus ein Fremdwort ist und bei denen alles jedem gehört. Charrières Beschreibungen sind von einer paradiesischen, exotischen Schönheit, die atemlos macht und der sogenannten Zivilisation den Spiegel vor Augen hält. Papillons Lebens- und Leidensgeschichte ist eine moderne Odyssee, die mit Versprechen, Vertrauensbruch, Verrat aber auch Freundschaft verknüpft ist. Es beinhaltet eine Philosophie des Lebens und Durchhaltens, welche auch heute noch ihre Gültigkeit hat. Und während ganze Kontinente einem vernichtenden Krieg entgegen taumeln, ist es sein Kampf um die Freiheit und Selbstbestimmung, der die Motive der verfeindeten Parteien in Frage stellt. So wird den französischen Gefangenen im Falle einer Invasion der Deutschen befohlen, die Inseln um jeden Preis zu verteidigen. Inseln, auf denen ein Menschenleben nichts zählt. Inseln, von denen es keine Rückkehr gibt. Wie Charrière die Ironie solcher Situationen heraushebt, ist nicht selten tragikomisch. „So etwas gehört gottseidank der Vergangenheit an“, mag der ein oder andere glauben. Er sollte sich an Guantanamo erinnern und wird dann sehen, dass sich nicht viel, ja, vielleicht sogar gar nichts geändert hat. Wer Charrière Selbstverherrlichung vorwirft, dem Buch aufgrund nicht zuzuordnender Informationen seine Wertigkeit abspricht, mag das gern tun. Ich persönlich habe mit „Papillon“ eines der ergreifendsten und (die Szene auf der Insel der Lepra-Kranken wird auf ewig in meinem Gedächtnis bleiben) schönsten Bücher gelesen. Insgesamt ist „Papillon“ ohne Zweifel einer der wenigen modernen Klassiker, die diese Bezeichnung wahrlich verdienen. Ein Abenteuerroman des Lebens, der auf literarisch brillanten Niveau den Spagat zwischen ernsthaftem Tiefgang und mitreißender Lebensfreude meistert. Wer wissen will, wie Charrières Lebensgeschichte weiterging, darf getrost zum Nachfolger „Banco“ greifen, der die Zeit nach seiner Freilassung bis zum Anfang der 70er Jahre behandelt.

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  • Frage zu "Papillon" von Henri Charrière

    Papillon

    Anja_Hilscher

    Hallo, vor kurzem hab ich mir die Frage gestellt, ob es eigentlich überhaupt Bücher von ehemaligen Knackis über die "Subkultur" des Gefängnislebens in Deutschland gibt. So Wallraffmäßig, also Erfahrungsberichte. Danke - mfG Anja

    • 5
  • Rezension zu "Papillon" von Henri Charrière

    Papillon

    -elviZ-

    22. March 2010 um 13:39

    Ein absoluter Klassiker. Ich habe das Buch atem- und pausenlos durchgelesen. Wunderbar.

  • Rezension zu "Papillon" von Henri Charrière

    Papillon

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. April 2009 um 14:16

    Vor zwanzig Jahren das erste Mal gelesen, seitdem eines meiner Lieblingsbücher.

  • Rezension zu "Papillon" von Henri Charrière

    Papillon

    andreadressler

    18. October 2008 um 16:00

    Keine großen Worte -
    Es bleibt ein Klassiker der Literatur ,den man einfach kennen sollte !

  • Rezension zu "Papillon" von Henri Charrière

    Papillon

    ShadowOfBlue

    18. April 2007 um 23:30

    Ich lese sehr gerne und am liebsten mag ich es, wenn einen ein Buch so sehr in den Bann zieht, dass man es gar nicht mehr weglegen will. So erging es mir damals bei den 3 Fragezeichen und so ergeht es mir bei bestimmten Büchern heute immer noch. Doch manche Bücher muss man auch genießen und verarbeiten, so dass es besser ist, sich auch mal etwas Zeit zu lassen und nicht alles nur zu verschlingen, da sonst die Wirkung verloren geht. Wie ihr es bei diesem Bericht handhaben werdet, kann ich nicht sagen, aber meines Erachtens lohnt es sich, durch diesen Bericht angestachelt, eine kleine Investition zu tätigen. Damit ihr aber wisst, was ihr euch anschafft, solltet ihr ihn natürlich schon lesen. Viel Spass also dabei. Für 2 1/2 Wochen konnte ich dem Alltag entfliehen und bin an die Nordsee in den Urlaub und den Sonnenschein abgetaucht. Zwar war die Zeit nicht ausschliesslich positiv, aber immerhin kam ich dort endlich mal etwas mehr zum Lesen. Klar, hier lese ich auch ne Menge, aber eher bei Ciao als irgendwelche Bücher. Dies war nun anders und ich konnte somit mit einem der genialsten Bücher der Weltgeschichte abschliessen. Was es so spitzenmäßig macht, wie ich überhaupt auf so eine Art von Buch gestoßen bin und worum es überhaupt geht erfahrt ihr, sobald ihr weiterlest. Es ist nunmehr schon sehr lange her, dass ich bei Ciao einen Bericht von sSinner über dieses Buch gelesen habe. Von Anfang an war mir klar, dass ich dieses Buch auch mal lesen muss. Nicht nur, weil es so interessant klang, sondern auch, damit ich überprüfen kann, ob ich meinem Vertrauten auch echt vertrauen kann Somit stürmte ich die Buchhandlungen der Welt um dieses Buch aufzutreiben und tschakkaaaa ich habs geschafft. Es handelt sich um den "angeblich" autobiografischen Roman "Papillon" von Henri Charrière. Papillon - so wurde Henri C. wegen einer Schmetterlings-Tätowierung (Papillon = Schmetterling) genannt - wurde im Frankreich der 30er Jahre, genau gesagt 1932, wegen eines Mordes zu lebenslanger Zwangsarbeit in einem südamerikanischen Bagno verurteilt. Dies ist eine Strafkolonie, in die hauptsächlich Schwerverbrecher geschickt werden. Trotz Unschuldsbeteuerungen ereilte ihn ein so hartes Urteil. Beileid mit dem jungen Franzosen, dessen ganzes Leben noch vor ihm lag, wurde schon nach den ersten Seiten geweckt. Doch er hatte anderes im Kopf als sich geschlagen geben. Für ihn zählte nur eines - die Flucht aus der Verbannung. Schnell schafft es der aufgeweckte Franzose Freunde und Verbündete zu finden, die ihm in den ganzen Jahren beistehen werden. Schon direkt zu Anfang plant er seinen ersten Ausbruchsversuch, der ihm mit Hilfe von 2 Mitgefangenen auch gelingt. Seine Reise führte ihn lange Zeit übers Meer, wo er zwischendurch immer wieder in verschiedenen Gefängnissen unterkam, aus denen er sich aber immer wieder befreien konnte. Die größte Zwischenstation für ihn war aber ein Indianerstamm, die Goajira (hoffentlich richtig geschrieben). Sein Leben dort wird sehr ausführlich beschrieben und auch das Gefühl von Heimat, welches sich in ihm dort aufbaut wird deutlich. Trotz alledem und auch trotz der Schwangerschaft seiner dortigen "Angetrauten" verlässt er den Stamm nach vielen Monaten, da seine Gier nach Rache an denen, die ihn verurteilt haben, grösser ist. Dieser Versuch geht aber leider endgültig schief und nach mehreren Problemen und Inhaftierungen landet er doch auf den Inseln der Strafkolonie, auf die er ursprünglich verbannt werden sollte. Dort haben zu seinem Glück Freunde von ihm schon hohe Positionen bekommen, so dass auch die 2 Jahre Isolationshaft für ihn kein all zu schweres Problem waren. Als er dann endlich, zumindest auf den sogenannten Heilsinseln, ein "freier" Mann war und nicht rund um die Uhr eingesperrt, konnte er weiter über seine Flucht nachdenken. Ein fast perfekter Plan wurde dann aber durch die Spitzeleien eines Mitgefangenen zum Scheitern gebracht und der Mord an dem Verräter brachte ihn wieder für einige Zeit in die Haftanstalt zurück, wo es nur wenig Licht gab, Sprechen verboten war und das Essen gerade genug, um einen am Leben zu erhalten. In seiner Einsamkeit träumte er sich dann zurück zu den Leuten, die er liebte und lebte einen großen Teil weit weg von dem Ort, wo er verweilen musste. Diese "Reisen" wurden aber leider nur knapp geschildert. Durch Kontakte zu wichtigen Führungspersönlichkeiten der Inseln schaffte er es doch noch zu flüchten. Zusammen mit einem Verbündeten liess er sich auf mit Kokosnüssen gefüllten Säcken unbemerkt ans Festland treiben. Seinen Weg dort musste er allerdings vorläufig alleine fortsetzen, da auch dieser Verbündete unterwegs sein Leben lies. Mit Hilfe eines Chinesen wollte er versuchen fort von französischem Boden zu gelangen, in ein Land, wo sie sicher waren. Durch den zu dieser Zeit herrschenden Krieg - mittlerweile war Papillon schon über 10 Jahre in Haft - würden sie wohl nicht an Frankreich ausgeliefert. Sollten sie aber doch erwischt werden, hätte es für die den Tod zur Folge. Die Flucht glückte und vorläufig fing für die Flüchtlinge ein komplett neues Leben an. Doch es war ihnen zu beschwerlich und so verliess Papillon wieder einmal Freunde und auch eine weitere Frau, die er liebte. Letztendlich wurde zwar alles gut, aber auch diese "Flucht" brachte wieder einige Probleme mit sich. Welche genau dies sind, wäre zu lang, um es zu erläutern. Dies müsst ihr selber nachlesen. Selten habe ich ein Buch erlebt, was von der ersten bis zur letzten Seite fast durchgehend voller Spannung war. Man mag es kaum glauben, aber auf den gesamten annähernd 600 Seiten weiss man nie, wie es weitergehen wird. Kaum denkt man, alles wird gut, kommt eine überraschende Wendung. Sollte sich dieses alles wirklich so zugetragen haben, kann ich nur sagen, dass der Mann meinen vollsten Respekt hat. Er hat mehr erlebt, als ein normaler Mensch je erleben würde und will. Dies alles ausgehalten zu haben und sich dann so genau zu erinnern ist schon spektakulär. Das Buch ist in 13 Hefte unterteilt, welche jeweils noch mehrere Teilüberschriften haben. Somit kann man sich auch gut Leseziele setzen oder einfach mal eine Stelle finden, um etwas Pause zu machen und das gelesene zu verarbeiten. Negativ an diesem Buch fällt aber die Fülle an Namen auf. Bald verliert man den Überblick und weiss nicht mehr genau, wer eigentlich wer ist. Nur die Namen, die Papillon einen längeren Abschnitt seines Lebens begleitet haben, bleiben einem länger in Erinnerung. Deswegen habe ich auch hier auf die Aufzählung von allen Leuten verzichtet, die irgendwie an Papillons Flucht und Gefangenschaft beteiligt waren - allein weil ich mir die Namen nicht merken konnte und auch weil die Namen wenig zur Geschichte beitragen. Die Beschreibung soll ein grober Umriss dessen sein, was einen beim Lesen erwarten wird. Die gesamte Geschichte, sowie die gesamte Wirkung des Buches ist nicht in Worten zu erfassen. Dies sind alles nur Bruchteile meiner Eindrücke, durch die ich versuche meine Faszination über das Buch rüberzubringen. Erschreckend bleibt einem auch die Brutalität und Gewalt des Buches in Erinnerung, aber auch die extreme Offenheit des Autors bleibt nicht unvergessen. So ziehen sich auch schonmal die Beschreibungen einer Frau bis ins kleinste Detail über 1 bis 2 Seiten hin, wodurch man schon fast den Eindruck hat, eine Erotik-Geschichte zu lesen. Doch dieses Buch hat sicherlich auch den Zweck die Menschen über die unmenschlichen Maßnahmen der Justiz, wie die angesprochene Isolationshaft ohne ein Wort sagen zu dürfen, aufzuklären. Hier beschreibt er auch sehr gut, wie manche Leute in der näheren Umgebung seiner Zelle einfach verrückt geworden sind, weil sie die Dunkelheit und die Stille nicht ertragen haben. Auch die Selbstmordrate war dort nicht gering. Wäre dieses Buch einige Jahre früher erschienen, ständen die Franzosen sicherlich sehr schlecht da. Heutzutage sollte es doch recht anders sein, aber in manchen Gegenden der Welt werden solche Methoden vermutlich noch immer angewandt. Beachtlich war aber auch Papillons Wende vom rachsüchtigen Gefangenen über den Flüchtling, den der Gedanke an Rache am Aufgeben gehindert hat bis zum anständigen Bürger, dem das Leben in Freiheit weitaus wichtiger ist, als die Rache an den Menschen, die er abgrundtief gehasst hat. Auch dies ist ein Punkt in dem Buch, wo man bis zur letzten Seite nicht weiss, wie es denn nun ausgeht. Wird er sich rächen? Wird er die Chance bekommen? Erst auf der letzten Seite des Buches wird deutlich, wie sein Leben ab dem Punkt weitergegangen sein wird, genaue Worte findet man aber nicht. Nur die "Drohung" den weiteren Verlauf seines Lebens in einem weiteren Buch niederzuschreiben. Ich bereue es keinen Moment, dieses Buch gelesen zu haben und es hat sich leider extrem lange hingezogen, aber ich möchte Sebastian einen herzlichen Dank aussprechen - ohne dich wäre ich nie an dieses Buch gekommen. Ein weiterer Dank geht an Henri Charrière, der mir mit diesem Buch einige arg spannende Stunden beschert hat. Sei es nun alles wahr oder nicht - eine spannende Geschichte ist und bleibt es trotzdem. Eine Verfilmung dieses Buches existiert auch, die ich mir umbedingt antuen werde - sollte sie aber genau so sein, wie das Buch, wird es sicherlich ein Film sein, der nichts für schwache Nerven ist. Die Beschreibungen mancher Situationen im Buch sind selbst mir an die Nieren gegangen und ich hatte erst einmal im zarten Kindesalter Alpträume auf Grund eines Buches - man will es selber sicherlich nicht miterleben, wenn Freunde sterben oder ermordet werden und auch die verschiedenen Gefängnisse in Südamerika sind sicherlich nicht weiterzuempfehlen. Ich selbst bin jedenfalls heilfroh, dass ich nicht damals in der Situation von Papillon war - einem bemerkenswerten Mann, der einem mit dem Buch auch sicherlich einige Aspekte des damaligen Südamerikas näher bringen kann. Für alle, deren geographische Kenntnisse nicht ausreichend sind, um sich die Fluchtwege Papillons vorzustellen, sind di

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