Henriette Kaiser Schlussakkord

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Inhaltsangabe zu „Schlussakkord“ von Henriette Kaiser

Niemand denkt gern ans Sterben. Auch Katja und Henriette nicht. Aber sie müssen: Katja hat Krebs und liegt im Sterben. Sie ist 37. In den letzten Monaten besucht Henriette Katja fast täglich und versucht, ihrer Freundin auf dem Weg in den Tod beizustehen. Erst nach dem Tod von Katja wird Henriette bewusst, was für eine ungeheuerliche Reise sie selbst, als Begleiterin, erlebt hat. Und diese Reise schildert sie hier, mit allen Ratlosigkeiten, aber auch den tief erlebten Erfahrungen: für das eigene Leben und für das Verständnis, dass erst im Schlussakkord das Leben vollendet ist.
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  • Die ungeheuerliche Reise einer Sterbebegleiterin

    Schlussakkord

    gst

    31. March 2014 um 12:05

    Dies ist ein schonungsloses Buch über ein Thema, mit dem niemand gern zu tun hat. Es ist aber auch ein Buch über Freundschaft und Begleitung durch die schwersten Wochen am Ende des Lebens. 34 Jahre alt ist Katja, als Krebs diagnostiziert wird. So jung, dass Verleugnung der Krankheit als die einzige Möglichkeit erscheint. Doch der Krebs ist stärker. Nach drei Jahren mal mehr, mal weniger intensivem Kampf verliert Katja ihr Leben. Kurz zuvor bat sie ihre Freundin Henriette noch, einen Film über ihre Auseinandersetzung mit dem zu Ende gehenden Leben zu drehen. Zum einen wollte sie ihre bettlägerigen Tage durch „Arbeit“ strukturieren, zum anderen meinte sie: „Das Sterben muss bekannter werden. Wir wissen doch alle nicht, was da passiert. Vielleicht kann mein Sterben anderen Leuten helfen.“(Seite 7) Wenn ich das Buch richtig verstanden habe, ist dieser Film nie fertig geworden. Henriettes Emotionen sind zu groß; die Begleitung der Freundin eine Strapaze. Aber auch eine Bereicherung: „Obwohl ich endlos traurig bin, gehört diese Erfahrung mit Katja in den letzten drei Monaten sicher zu den intensivsten in meinem Leben … So erschütternd es war, dieses unendliche Schwächerwerden, diese Krämpfe und Schmerzen mitzuerleben, es gab Momente, Stimmungen, die ich nicht missen möchte“ (Seite 191) Auf 270 Seiten können wir Leser alle Höhen und Tiefen, Hoffnungen und Enttäuschungen, Freude und Trauer miterleben. Wir stolpern über bürokratische Hürden, über Probleme mit Abstand und Nähe und können erstaunt feststellen, wie wenig notwendig ist, um „Normalität“ herzustellen. Schmerzhaft ist die Beschreibung des Loslassens, das dem Sterbenden den Abschied erleichtern soll. Auch die Hilflosigkeit der Begleiter wird zum Thema gemacht. Manchmal hätte ich das Buch am liebsten auf die Seite gelegt, so sehr hat es mich aufgewühlt und beschäftigt. Da ich es aber als Rezensionsexemplar in die Hand gelegt bekam, blieb mir nichts anderes übrig, als es von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen und mich meinen eigenen Gefühlen zu diesem Thema zu stellen. Erleichterung brachten da nur hier und da ein paar Tränen. Zum Glück hat sich seit dem ersten Erscheinen dieses Buches 2006 die Hospizbewegung auch in Deutschland weiter ausgebreitet. In dieser Neuauflage wird deutlich, welche Hilfen es für schwerkranke Menschen und ihre sie betreuenden Angehörigen gibt. Wir lernen Palliativstationen kennen und mit welcher Liebe die hier aufgenommenen Menschen versorgt werden. Auch die Trauerzeit nach dem Tod macht die 1961 geborene Autorin, die 2006 einen Ehrenpreis von der BAG Hospiz erhielt, zum Thema.

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