Henrik Ibsen

 3.8 Sterne bei 474 Bewertungen
Autor von Nora oder Ein Puppenheim, Ein Volksfeind und weiteren Büchern.
Autorenbild von Henrik Ibsen (©kein Urheberrecht mehr)

Lebenslauf von Henrik Ibsen

Henrik Johan Ibsen wurde am 20. März 1828 in Skien geboren und war ein norwegischer Lyriker und Dramatiker. Er wuchs in einer wohlhabenden Familie mit vier Geschwistern auf, sie zogen jedoch nach dem Bankrott des Geschäfts seines Vaters aufs Land, wo Henrik depressiv wurde. Nach einer Apothekerlehre studierte er in Grimstad Medizin, wo er Klassiker der Literatur las. Er hatte eine Affäre mit einer zehn Jahre älteren Dienstmagd, aus der sein unehelicher Sohn Hans Jacob Henriksen entsprang. 1850 lebte Ibsen in Oslo und wurde dort Teil der norwegischen Arbeiterbewegung sowie eines Intellektuellenzirkels. 1851 arbeitete er am Aufbau eines Nationaltheaters in Bergen mit; daraus entstanden zahlreiche Dramen. Ibsen unternahm Studienreisen nach Kopenhagen und Dresden, um die dortigen Theater zu erkunden. 1858 heiratete er Suzannah Thoresen und wurde Vater seines Sohns Sigurd Ibsen. 1864 entschloss sich Ibsen aufgrund von Differenzen mit seinem Heimatland zu einem Exil in Italien und Deutschland. Das freiwillige Exil dauerte 27 Jahre, in denen Ibsen seine bekanntesten Bühnenwerke schrieb. Darunter "Peer Gynt", "Stützen der Gesellschaft" und "Nora". 1891 kehrte er nach Norwegen zurück wo er 1906 in Kristiania starb.

Alle Bücher von Henrik Ibsen

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Cover des Buches Nora oder Ein Puppenheim (ISBN: 9783518189337)

Nora oder Ein Puppenheim

 (170)
Erschienen am 21.10.2013
Cover des Buches Gespenster (ISBN: 9783458346227)

Gespenster

 (56)
Erschienen am 31.12.2011
Cover des Buches Ein Volksfeind (ISBN: 9783872912237)

Ein Volksfeind

 (60)
Erschienen am 10.05.2010
Cover des Buches Peer Gynt (ISBN: 9783458348900)

Peer Gynt

 (41)
Erschienen am 31.12.2011
Cover des Buches Die Wildente (ISBN: 9783150023174)

Die Wildente

 (36)
Erschienen am 01.01.1998
Cover des Buches Nora oder Ein Puppenheim / Hedda Gabler (ISBN: 9783596900473)

Nora oder Ein Puppenheim / Hedda Gabler

 (20)
Erschienen am 01.04.2008
Cover des Buches Die Stützen der Gesellschaft. (ISBN: 9783150009581)

Die Stützen der Gesellschaft.

 (13)
Erschienen am 01.10.2010
Cover des Buches Die Frau vom Meer (ISBN: 9783150025604)

Die Frau vom Meer

 (9)
Erschienen am 01.01.1998

Neue Rezensionen zu Henrik Ibsen

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Rezension zu "Nora oder Ein Puppenheim" von Henrik Ibsen

Nora - Et dukkehjem
divergentvor 8 Monaten

Titel: Nora (Ein Puppenheim)

Originaltitel: Et dukkehjem

Autor: Henrik Ibsen

Seitenanzahl: 141

Genre: Drama

Verlag: Reclam XL


Dies ist mein erstes Werk von Ibsen und definitv nicht mein letztes.

Die Geschichte lässt sich einfach und gut lesen.

Ich fand die Gesschichte an sich ganz unterhaltsam zu lesen,wobei mich das Ende wirklich am meisten überrascht hat. Ein sehr gutes Buch,wo man auch einen richtig guten Eiinblick in die Gesellschaft der damaligen Zeit bekommt und wo man erfährt,wie die Stellung der Frau im 19 Jahrhundert so war.


Ein wirklich sehr gutes Werk, auch wenn's zur damaligen Zeit doch eine recht ungewöhnliche Geschichte ist. Denn Nora wird hier erwachsen und emanzipiert!


Tolles Ehedrama und für die damalige Zeit ein echt einzigartiges Werk in Skandinavien!(Soweit ich informiert bin)

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Rezension zu "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen

Rezension zu "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen
bookish_autumnvor einem Jahr

Dr. Tomas Stockmann macht einen erschreckenden Fund. Das Wasser, mit dem das städtische Kurbad betrieben wird, ist verseucht und gesundheitsgefährdend. Als er die Missstände öffentlich machen möchte, stoßt er auf beträchlichen Gegenwind. Denn sämtliche Personen, denen das Bad als Einnahmequelle dient, möchten davon nichts wissen. Daher stellt sich die Frage: Ist Geld wichtiger als das Wohl der Menschen?

Obwohl das Werk schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist es sehr angenehm zum Lesen. Die Thematik ist aktueller denn je, dennoch konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Die Handlung ist realtiv schnell erzählt und die vorkommenden Personen haben keinerlei Zeit, sich entfalten zu können. Ich kann mir vorstellen, dass das Werk als Theaterstück sehenswert ist aber in Buchform kann ich es nicht empfehlen.

Kann man lesen, muss man aber nicht.

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Rezension zu "Nora" von Henrik Ibsen

Bavaria und Nora
Bavaria123vor 3 Jahren

Im April dieses Jahres ist etwas für mich Schockierendes passiert.
Es wurde in unser Haus eingebrochen und die Eindringlinge haben nicht nur geraubt, sie haben auch noch stundenlang bei uns gekocht und gegessen. 
Dieser Tag hat mein Leben sehr verändert. 
So kann ich mich beispielsweise überhaupt nicht mehr auf ein Buch konzentrieren, wobei Lesen immer einen großen Stellenwert in meinem Leben hatte. Um langsam wieder ins Lesen gekommen, habe ich mir alte Reclamhefte genommen. Diese sind kurz, meist schon mehrfach von mir durchgearbeitet und somit eine kleine Einstiegshilfe in einen normaleren Alltag.
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Das Buch
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Nora (Ein Puppenheim)
Drama in 3 Akten
erschienen im Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag
Medium Taschenbuch
Seitenzahl 96
Originaltitel Et dukkehjem (1897)
Aus dem Norwegischen übertragen von Richard Linder
Nachbemerkung von Aldo Keel
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Der Autor
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Henrik Johan Ibsen wurde am 20. März 1828 in Skien als ältester Sohn einer traditionsreichen, vornehmen norwegischen Familie geboren. Von 1844 bis 1850 absolvierte er eine Ausbildung als Apotheker. 1850 zog er nach Kristiana (heute: Oslo), schrieb sich für ein Medizinstudium ein und näherte sich der Arbeiterbewegung, aber sein Hauptinteresse galt inzwischen bereits der Literatur.
Am 18. Juni 1858 vermählte Henrik Ibsen sich mit Suzannah Thoresen, einer Pfarrerstochter aus Bergen.
Von 1864 bis 1891 lebte Henrik Ibsen abwechselnd in Deutschland und Italien. Dann kehrte er nach Oslo zurück. Dort starb er am 23. Mai 1906.
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Worum geht es?
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Das Stück Nora spielt in der Wohnung von Torvald und Nora Helmer, seit 8 Jahren verheiratet, 3 Kinder. Es beginnt am Mittag des 24.12. und endet in der Nacht nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag.

Der Rechtsanwalt Helmer wird den Direktorposten einer Bank übernehmen, und so steigt die Familie gesellschaftlich auf. Nora ist ein hübsches, puppenhaftes und naives Mädchen, ihr Mann Torvald ein karriereorientierter Patriarch. Mittelpunkt der Handlung ist ein Schuldschein den Nora in der Vergangenheit ohne das Wissen des damals schwer kranken Helmers aufnahm, um ihm damit zu einer Reise zu verhelfen, ohne die er vermutlich gestorben wäre. Die Unterschrift, Nora durfte als Frau gar keinen Schuldschein aufnehmen, fälschte die Protagonistin. Krogstadt, der Gläubiger, ebenfalls Anwalt und bei Helmers Bank angestellt, erpresst aufgrund der Unterschriftenfälschung Nora, nachdem er von seiner bevorstehenden Kündigung erfährt. Er verlangt von ihr Torvald von diesem Vorhaben abzubringen.

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Personen
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Torvald Helmer, Rechtsanwalt
Nora, seine Frau
Doktor Rank
Christine Linde
Krogstad, Anwalt
Die drei Kinder Helmers Ivar, Bob und Emmy
Anne-Marie, Kinderfrau
Ein Hausmädchen bei Helmers
Ein Stadtbote
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Leseprobe
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Nora. Tu den Tannenbaum gut weg, Helene. Die Kinder dürfen ihn jedenfalls erst heute Abend sehen, wenn er geschmückt ist(Zum Stadtboten, indem sie ihr Portemonnaie hervorzieht.) Wieviel –?
Stadtbote. Fünfzig Öre.
Nora. Da ist eine Krone. Nein – behalten Sie den Rest. (Der Stadtbote dankt und geht. Nora schließt die Tür. Sie lacht noch immer stillvergnügt vor sich hin, während sie den Hut und Mantel ablegt. Sie zieht eine Tüte mit Makronen aus der Tasche und ißt ein paar; dann geht sie vorsichtig an die Tür ihres Mannes und lauscht.) Ja, er ist zu Hause. (Trällert wieder leise vor sich hin, indem sie rechts an den Tisch tritt.)
Helmer (in seinem Zimmer.) Zwitschert da draußen die Lerche?
Nora,(während sie einige Pakete öffnet.) Ja, das tut sie!
Helmer. Poltert da das Eichhörnchen herum?
Nora. Ja!
Helmer. Wann ist das Eichhörnchen nach Hause gekommen?
Nora. Diesen Augenblick(Steckt die Makronentüte in die Tasche und wischt sich den Mund ab.) Komm, Torvald, und sieh Dir mal meine Einkäufe an.
Helmer. Nicht stören!(Bald darauf öffnet er die Tür und sieht herein, mit der Feder in der Hand.) Einkäufe, sagst Du? Diese vielen Sachen? Ist das lockere Zeisiglein wieder aus gewesen und hat Geld verschwendet?

Wer gerne mehr bzw. alles lesen möchte kann das auch hier: 
http://gutenberg.spiegel.de/buch/ein-puppenheim-1704/2
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Meine Meinung

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Wenn man sieht, dass das Stück 1879 geschrieben worden ist, stellt man sich zwangsläufig die Frage, ob es überhaupt noch zeitgemäß ist. Meiner Meinung nach ist die beschriebene Szenerie absolut zeitlos und noch immer aktuell. Eine Frau verlässt ihren Mann, weil sie in einer dramatischen Szene erkennt, dass dieser sie nie ernst genommen hat. War es zu Ibsens Zeit noch ein Skandal, ist es heute durchaus nicht selten. Das Stück behandelt ja nicht nur die Ungleichbehandlung von Mann und Frau in der Gesellschaft, sondern den Mangel an Vertrauen zwischen den Partnern, die fehlende Aufrichtigkeit und Verzagtheit der Personen, denen Gewinn und persönliches Ansehen über Liebe und Gemeinsamkeit geht. Und das ist leider ständig aktuell zumal heute sehr viele Ehen geschieden werden. Die Toleranz gegenüber dem Partner endet oft dort, wo persönliche Interessen in den Vordergrund treten. In vielen Beziehungen rangiert egoistisches Verhalten vor Verständnis und dem bedingungslosen Einstehen füreinander. Eine dauerhafte harmonische Ehe gelingt nur dann, wenn beiderseitige Achtung und Toleranz gelebte Werte sind.
Immerhin wird "Nora - Ein Puppenheim" auch heutzutage ab und an auch noch auf der Bühne dargeboten.

Henrik Ibsen war ein Schriftsteller, der in meinen Augen durchaus mutig gewesen ist. Seine gesellschaftlich radikalen Theaterstücke machten ihn schon zu seinen Lebzeiten zu einem berühmten Autor. Er konfrontierte sein Publikum mit Figuren, die an ihren Lebenslügen zugrunde gehen - oder fast: wie eben Nora. Ibsen forderte von der dramatischen Kunst, dass sie so realistisch wie möglich sein soll und dass sie, so gut wie möglich, psychologische, ideologische und soziale Elemente vereint. Dieses gelingt ihm in dem Stück ganz besonders.

Interessant finde ich dann, dass beispielsweise der erste deutsche Übersetzer Wilhelm Lange dem Stück den Namen „Nora“ gegeben hat, im Gegensatz zu „Ein Puppenheim“, wie es im Original heißt, die Handlung nach Deutschland versetzte und den Schluss veränderte. Nora durfte ganz einfach ihre Kinder nicht verlassen. Es hätten sich ansonsten auch kaum Schauspielrinnen gefunden, die die Nora hätten darstellen wollen

In dem Drama bedient sich Ibsen als einer der ersten Schriftsteller der Fallanalyse für Bühnenstücke, bei der der Leser beziehungsweise dann der Zuschauer erst im Verlauf der Handlung die weit zurückliegenden Ereignisse erfährt, die dann den gesamten Konflikt herauf beschwören. Das ist ein gelungenes Stilmittel, denn so bleibt der Spannungsbogen auch bei sonst geringer Intensität absolut erhalten. Bis zum ersten Erscheinen der Frau Linde weiß man von Noras Verwicklungen nichts. Erst in einem Gespräch der beiden Frauen kommen diese Informationen zu Tage. Während Nora meint, sie bekäme alles geregelt zerbricht der Schein. Und Ibsen arbeitet vielschichtig in diesem Drama mit Schein und Sein. Zum einen direkt bei der Protagonistin, zum anderen dann aber auch als Kritik an der Gesellschaft. Das macht er gekonnt und ohne erhobenen Zeigefinger.

Die Sprache des Dramas ist als eher einfach zu beschreiben. Eine Alltagssprache, die jeder versteht und selbst auch nutzt. Gefühle werden eher nicht ausgesprochen, sie sind in den Anweisungen versteckt und das passt dann auch wieder in die Zeit der Entstehung des Stückes. Interessant sind dann dabei solche Ausdrücke wie „es herrscht kalt Ruhe“. Das kann man sich dann ausnehmend gut vorstellen. Und jeder der drei Akte endet mit einem Paukenschlag, den man so vielleicht nicht erwartet hat. So ist man gespannt auf das weitere Lesen oder am Schluss auf die eigenen Gedanken, die man sich machen wird.

Ganz bewusst hat Ibsen als Handlungszeitraum das Weihnachtsfest gewählt. Weihnachten ist das Fest der Liebe, der Familie. Ein Fest an dem man durch Entgegenkommen, Geschenken und Aufmerksamkeiten die Zusammengehörigkeit und die Harmonie vornan stellt. Hier aber entpuppt sich dieses Weihnachten als ein Zeitpunkt des Auseinanderbrechens, der Lieblosigkeit, der Rechthaberei.

Ibsen hat die Personen wunderbar charakterisiert. Da ist Torvald Helmer, auf dem ersten Blick ein guter Ehemann und Vater. Aber eben doch eher auf das eigene Fortkommen bedacht und ohne Anteilnahme an den Anderen. Er bezeichnet seine Frau als Lerche, Eichhörnchen oder gar lockerer Zeisig und behandelt sie wie ein Spielzeug, ein Püppchen eben. Heutzutage würde man ihn als Macho einstufen. 
Nora entwickelt sich im Verlauf der Geschichte vom willenlosen Spielzeug, geprägt von männlicher Abhängigkeit, zu einer Frau, die scharfsinnig argumentiert und die vor einer ungewissen aber doch lebendigeren Zukunft steht.
Helmers Gegenspieler Krogstad und auch die logisch denkende und handelnde Christine Linde finde ich ausgesprochen gut dargestellt. Schon der Name "Krogstad" ist interessant gewählt. "Krog" bedeutet im norwegischen "Winkel". Ein Winkeladvokat also, den Ibsen als Gegenspieler der Helmers stellt.

Ein altes, dünnes Heft, welches ich aber gern lese und auf jeden Fall empfehlen kann. Wer lieber nur schaut, statt liest, der kann sich eine Aufführung oder eine der mittlerweile mehreren Verfilmungen anschauen.


Unter dem Namen Bavaria123 auch in anderen Foren veröffentlicht

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Henrik Ibsen wurde am 19. März 1828 in Skien (Norwegen) geboren.

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