Henrik Ibsen Ein Volksfeind

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Inhaltsangabe zu „Ein Volksfeind“ von Henrik Ibsen

Ein Volksfeind - das meint den Kurarzt Tomas Stockmann, der entdeckt, daß in der Stadt, in der er praktiziert, das Wasser verseucht ist, und der in seinem erbitterten Kampfgegen all jene, die aus dem Kurbetrieb ihren finanziellen Gewinn ziehen, erkennen muß, daß nicht nur der Grund und Boden seiner Gemeinde, sondern auch das Gewissen ihrer Repräsentanten verpestet ist. 1883 uraufgeführt, ist das gesellschaftskritische Drama thematisch noch heute von größter Aktualität.

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  • Rezension zu "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen

    Ein Volksfeind
    Leseschnuggi

    Leseschnuggi

    17. January 2011 um 20:04

    Gesellschaftskritische Wahrheitsfindung Wahrheitsfindung ist eines der großen Themen der Menshen. Die Fragen: Lügt er/sie mich an? Ist das auch die Wahrheit? etc. beschäftigen wohl jeden Menschen hin und wieder einmal, doch was ist, wenn die Mehrheit gegen einen ist, obwohl man die Wahrheit sagt? Wie weit würde man selber gehen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und sie auch zu vertreten? Wie sehen die möglichen Konsequenzen aus, oder lässt man die außer acht? Heißt es nicht: "Die Wahrheit siegt am Ende doch" oder " Lügen haben kurze Beine"? Das Drama: "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen befasst sich mit eben diesem Thema. Es handelt davon, dass das geplante Bad der Stadt mit verseuchtem Wasser betrieben wird und daher geschlossen werden sollte. Der Protagonist Dr. Thomas Stockmann (Badearzt des Ortes) entdeckt dieses Debakel und setzt sich daraufhin für die Schließung des Bades ein. Doch die Meinung über diese mögliche Schließung des Bades, selbst wenn nur für Umbauten (auf Kosten der Steuerzahler), dirften stark auseinander. Ibsens doch recht einfach gestalltete Charaktere machen dieses Buch realistischer, als umfangreiche Figuren es vermocht hätten, da eben diese Einfachheit des Dramas das Wesentliche herauskristalisiert. Die Charaktere lassen sich in drei Gruppen einteilen, welche nahe zu 1 zu 1 auf die heutige Gesellschaft übertragen werden können - "Freidenker" (Idealisten), Mitläufer und Opportunisten (Pragmatiker). Die Handlung konzentriert sich ebenfalls auf das Wesentliche, auf die Wahrheitsfindung und auf den Umgang verschiedener Personen mit ihr. Der Ablauf des Dramas ist logisch aufgebaut und offenbart die Wandlungen der Meinungen auf nachvollziehende Art und Weise. Trotz des Alters des Dramas vertritt es nicht nur eine moderne Auffassung der Wahrheitsfindung, sondern steht auch für einen Wandel der Ausdruckssprache in unterhaltenden Texten. Hat man Anfang des 19. Jahrhunderts noch Kleist und Goethe vorgefunden, so wird man nun positiv überrascht über diesen flüssigen und recht modernen Schreibstil sein. Auf der Suche nach der Wahrheit und wärhend des Versuches eben diese Publik zu machen, wird der Leser mit der Frage konfrontiert, ob die Wahrheit das ist, was wir Menschen wollen und ob man für die eigene Wahrheit und Meinung bis zuletzt einstehen sollte oder sich der Mehrheit hingeben sollte. Der Leser wird dazu angeregt sich auf die Suche nach der eigenen Wahrheit zu begeben und eventuell (-überspitzte Meinung des Verfassers-) den Weg auf dem vorherschenden Diletantismusses zu wagen. Die Aktualität des Dramas und das leichte Verständnis gefallen mir besonders gut. Auch wie der Protagonist für seine Meinung einsteht, obwohl er sich aufgrunddeseen zwischenzeitlich selbst mit der Mehrheit der Familie überwirft. Dabei bin ich nicht immer der selben Ansicht wie dieser, aber es gibt einen Mut frischen Wind in die Segel zu bekommen.

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  • Rezension zu "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen

    Ein Volksfeind
    Butterfly14

    Butterfly14

    05. January 2011 um 14:14

    Ein Volksfeind- Ein Drama über den Wahrheitsbegriff, Macht und Intrigen sowie Gerechtigkeit. In diesem Stück geht es um einen Badearzt, der einen Skandal aufdeckt, jedoch schnell 'Mundtot' gemacht wird, indem alle Leute ihn sabotieren, ebenso seine Familie. Selbst sein eigener Bruder geht gegen ihn vor, um das Bad zu schützen, um welches sich der Skandal dreht. Das Ende bleibt jedoch offen, was genau noch alles passiert. Wir haben es im Deutschunterricht begonnen und es ist hoch interessant mit anzusehen, wie sehr Menschen doch von Geld abhängig sind. Würde das mit dem vergifteten Bad auffliegen, verlieren die Bewohner viele viele Gelder und der Bürgermeister seine politische Macht. Daher ist es besser, die Leute zu beeinflussen und sie sozusagen dazu zu zwingen, das Gegenteil zu glauben. Das Stück ließ sich flüssig lesen und einen Einblick in die Welt der Macht, des Geldes und der Intrigen verschaffen. Ebenso bekommt der Leser das Gefühl Teil dieser Geschichte zu sein, wo sich die Frage gestellt werden kann, auf welcher Seite man selbst sich halten würde?! Kann es eigentlich nur weiterempfehlen, da die Thematik auch heute noch aktuell ist...

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  • Rezension zu "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen

    Ein Volksfeind
    Edmont Dantès

    Edmont Dantès

    06. May 2010 um 11:20

    Man muss zu diesem kurzen Drama Ibsens zuallererst sagen, dass der Titel leider schon das meiste verrät, was etwas Schade ist. Nchtsdestototz ist es ein grandioses Werk. Der angestellte Arzt eines Heilbades stellt in geheimen Untersuchungen fest, dass das Wasser des Badeortes keineswegs heilsam, sondern viel mehr kontaminiert ist. Als er damit an die Öffentlichkeit gehen will, wird er zu erst von der Presse und den Kleinbürgern unterstützt. Bis dann sein Bruder, der Stadtrichter, in die Geschehnisse eingreift. Wie gesagt, nimmt der Titel schon das Ende vorweg, vielleicht war dieses aber auch wirklich beabsichtigt, denn so überkommt einen von Beginn an ein beklemmendes Gefühl und man leidet mit der Hauptperson und seiner Familie in jedem Satz mit. Man ahnt, worauf es hinausläuft und kann doch nichts dagegen tun. Ein Buch, dass einen mit seiner Wucht wirklich umhaut und das auf jeden Fall zu empfehlen ist.

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  • Rezension zu "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen

    Ein Volksfeind
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. March 2010 um 17:44

    Dr. Tomas Stockmann, der Badearzt einer norwegischen Kleinstadt, entdeckt, dass das gewinnträchtige Kurbad seiner Heimatgemeinde verseucht und damit gesundheitsgefährdend ist. Hauptverursacher der bakteriellen Verunreinigung ist die Gerberei seines Schwiegervaters. Dr. Stockmann will seine Untersuchungsergebnisse zum Wohle des Volkes durch die sich selbst als liberal bezeichnende Regionalzeitung veröffentlichen lassen. Doch da hat er die Rechnung ohne seinen Bruder Peter Stockmann gemacht, der nicht nur ein hohes Tier in der Badeanstalt und der Verwaltung, sondern auch noch Polizeichef usw. (sic!) ist. Mehr und mehr schlägt die Stimmung um, die Aktionäre wenden sich gegen die kostspieligen Renovierungspläne Dr. Stockmanns, der Eigentümerverein sieht enorme Steuerbelastungen auf sich zukommen, die Presse fürchtet um ihren Ruf und die "kompakte Majorität" lässt sich nur zu gern davon überzeugen, dass da ein "Volksfeind" handelt... Henrik Ibsens naturalistisches Drama erschien nach "Nora" und "Gespenster", die teilweise als Skandale in der norwegischen Theaterwelt aufgenommen wurden. "Ein Volksfeind" bietet mehr Identifizierungsmöglichkeiten, ist aber nicht wesentlich weniger kritisch. Und es ist keineswegs so, dass hier die norwegische Gesellschaft am Ende des 19. Jahrhunderts für etwas steht, was es heute nicht mehr gibt. In dem Fünfakter wird nicht nur die Frage nach der Moral von Wissenschaft und Technik aufgeworfen, sondern auch nach der idealen Herrschaftsform gesucht und die Möglichkeit gegeben, eine eigene Utopie zu entwickeln. Denn das Ende lässt glücklicherweise vieles offen. So kann man mal erstaunt schauen, was sich denn in unserer Gesellschaft in den letzten 100 Jahren so getan hat. Und es sei angemerkt: Ibsen lebte und lernte und schrieb auch viele Jahre in Deutschland... Lieblingszitat aus dem Drama: "Man sollte nie seine besten Hosen anziehen, wenn man hingeht und für Freiheit und Wahrheit ficht." (Dr. Stockmann zu seiner Frau)

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