Henrik Ibsen Ein Volksfeind

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Inhaltsangabe zu „Ein Volksfeind“ von Henrik Ibsen

Ende des 19. Jahrhunderts in einem Kurort an der norwegischen Küste: Der Arzt Thomas Stockmann stellt bei einer Wasseruntersuchung des Kurbades die Verunreinigung mit schädlichen Bakterien fest. Er versucht, sich bei den Verantwortlichen Gehör zu verschaffen, doch der Bürgermeister, sein eigener Bruder, lässt dies nicht zu. Der für den „Volksboten“ angekündigte Artikel darf nicht erscheinen. Als Stockmann in einer öffentlichen Versammlung die Missstände im Bad sowie allgemeine Probleme ansprechen will, lässt man ihn nicht angemessen zu Wort kommen. Stattdessen wird er zum Volksfeind abgestempelt und in die Isolation getrieben. Doch der Idealist Stockmann beugt sich nicht. Ibsen thematisiert hier den Konflikt zwischen finanziellen Interessen einerseits und der gesellschaftlichen Verantwortung des Einzelnen andererseits. Die aufgezeigten gesellschaftlichen Mechanismen und philosophischen Fragestellungen, z. B. nach Sinn und Nutzen moralischer Wertmaßstäbe, sind heute noch ebenso relevant wie zur Zeit der Uraufführung des Stücks 1883.

Der beste Beweis: Geld regiert die Welt. Das war damals, wie heute so!

— Tiana_Loreen

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  • Schwieriger Roman mit zeitloser Thematik

    Ein Volksfeind

    Panaa

    15. March 2016 um 02:37

    Ich habe das Buch in der Schule lesen müssen und war zunächst nicht begeistert davon.Die Sprache ist schon etwas älter und das Thema des Buches nicht gerade interessant. Es fiel mir schwer den Einstieg in das Buch zu bekommen, weil man als junger Mensch für gewöhnlich nicht daran gewöhnt ist, solche Bücher zu lesen und vorallem nicht mit so einem Thema wie die Diskussion, was aus dem Kurbad wird.  Gut fand ich, dass es bei der EinFach Deutsch Ausgabe Worterklärungen gab und im hinteren Band ein paar Hintergrund Infos. Wenn man sich dennoch mit den Hintergründen des Buches und des Autores auseinandersetzt und bei Gelegenheit das Theaterstück dazu sieht, erschließt sich nach und nach die wahren Absichten hinter dem Buch und es wird interessant. Der Anfang ging etwas schleppend voran, aber nach der Hälfte des Buch, genauer ab der Volksversammlung wurde es interessanter. Die Charaktere sind gut durchdacht und nicht anders von Henrik Ibsen zu erwarten. Thomas Stockmann ist der Arzt des Ortes und lebt gemeinsam mit seiner Familie dort. Er kämpft für seine Meinung und lässt sich auch nicht von eben dieser abbringen. Unterstützt wird er von seiner Familie. Sein Bruder, der Stadtvogt, hegt ganz andere Absichten und Interessen. Er handelt für das Wohl der Stadt und ignoriert die bestehenden Problematiken. Er hat das Wohl der Bevölkerung und der Druckerei auf seiner Seite. Die Druckerei zielt darauf ab einen guten Ruf zu erlangen und auch beizubehalten, weswegen sie sich auf die stärkere Seite schlagen.  Alles in allem finde ich das Buch sehr gelungen, wenn mich auch der Sprachstil nicht angesprochen hat. Die Kritik an der Gesellschaft ist etwas, was auch noch heute Belangen hat und es deswegen ein zeitloser Roman ist, der Stoff zum Nachdenken bietet.Deswegen erhält das Buch von mir 4 von 5 Sternen für die Thematik.

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  • Rezension zu "Ein Volksfeind"

    Ein Volksfeind

    Tiana_Loreen

    30. May 2015 um 22:51

    *Achtung Spoiler* Der beste Beweis: Geld regiert die Welt. Das war damals, wie heute so! Inhalt: [Inhaltsangabe] Ende des 19. Jahrhunderts in einem Kurort an der norwegischen Küste: Der Arzt Thomas Stockmann stellt bei einer Wasseruntersuchung des Kurbades die Verunreinigung mit schädlichen Bakterien fest. Er versucht, sich bei den Verantwortlichen Gehör zu verschaffen, doch der Bürgermeister, sein eigener Bruder, lässt dies nicht zu. Der für den „Volksboten“ angekündigte Artikel darf nicht erscheinen. Als Stockmann in einer öffentlichen Versammlung die Missstände im Bad sowie allgemeine Probleme ansprechen will, lässt man ihn nicht angemessen zu Wort kommen. Stattdessen wird er zum Volksfeind abgestempelt und in die Isolation getrieben. Doch der Idealist Stockmann beugt sich nicht. Ibsen thematisiert hier den Konflikt zwischen finanziellen Interessen einerseits und der gesellschaftlichen Verantwortung des Einzelnen andererseits. Die aufgezeigten gesellschaftlichen Mechanismen und philosophischen Fragestellungen, z. B. nach Sinn und Nutzen moralischer Wertmaßstäbe, sind heute noch ebenso relevant wie zur Zeit der Uraufführung des Stücks 1883. meine Meinung: Der kritische Realismus zeigte damals, wie Menschen lebten. Ibsens Werk „Nora. Ein Puppenheim“ hat mich total begeistert. Dieses hier war auch gut, interessant und hatte eine Botschaft, welche auch in der heutigen Zeit noch sehr aktuell ist, jedoch fand ich die Aussage vom anderen Werk einfach spannender. Es könnte an die Personen liegen, denn die Handlung fand ich interessant, auch wenn es etwas unglaubwürdig war, dass plötzlich ein vermeintliches Heilbad als Giftbad dargestellt wird. Doktor Stockmann ist ein ehrenwerter Mensch, keine Frage, denn er riskiert alles für eine Stadt, die ihn als Volksfeind abstempelt. Es war erschreckend zu lesen, wie leicht die Bürger zu manipulieren waren, denn sie achteten kaum auf die Worte, sondern mehr auf die Personen, welche etwas sagten. Alleine Aussagen wie, dass sie zu Aslaksen helfen sollten, erschütterten mich. Diese Bürger wollten nicht gerettet werden, denn sonst hätten sie dem Doktor wirklich ehrlich zugehört, nein, diese Bürger wollten einfach nur unterhalten werden...und das wurden sie schließlich auch. Manipulation, Geldgier und die Ignoranz dem Menschen gegenüber sind damals wie heute noch aktuell. Geld regiert eben die Welt...was soll man da dagegen machen. Ich fand es beeindruckend, dass der Doktor nicht klein beigab, nein, er versucht immer noch alles daran, Gehör zu bekommen, egal ob er nun VolksFEIND oder VolksFREUND ist. Sein Bruder hat mich völlig schockiert, denn sagt man nicht, dass Blut dicker als Wasser ist? Sollte die Familie nicht VOR ALLEM stehen? Aber nein...nicht beim Amtsrat, denn der ist ja praktisch Schuld an der ganzen Misere, aber das zuzugeben wäre eine Katastrophe, also einfach diese ganze Situation abschwächen und den Bruder als verrückt darzustellen. Einfach nur unglaublich! Aber der „ehrenwerte“ Aslaksen oder Hovstad sind ja auch nicht die nettesten Zeitgenossen. Sie wollen dem Doktor ja nur „helfen“ und erpressen ihn still und heimlich, in der Hoffnung, dass sie endlich Kapital schlagen können. Fazit: Ibsen zeigte im Werk „Ein Volksfeind“ die Abgründe der Menschen sehr deutlich. Jedenfalls einige davon und den Kampf, welche wenige auf sich nehmen, um endlich Besserung in die Welt zu bringen. 4 von 5 Sterne!

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  • Rezension zu "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen

    Ein Volksfeind

    Leseschnuggi

    17. January 2011 um 20:04

    Gesellschaftskritische Wahrheitsfindung Wahrheitsfindung ist eines der großen Themen der Menshen. Die Fragen: Lügt er/sie mich an? Ist das auch die Wahrheit? etc. beschäftigen wohl jeden Menschen hin und wieder einmal, doch was ist, wenn die Mehrheit gegen einen ist, obwohl man die Wahrheit sagt? Wie weit würde man selber gehen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und sie auch zu vertreten? Wie sehen die möglichen Konsequenzen aus, oder lässt man die außer acht? Heißt es nicht: "Die Wahrheit siegt am Ende doch" oder " Lügen haben kurze Beine"? Das Drama: "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen befasst sich mit eben diesem Thema. Es handelt davon, dass das geplante Bad der Stadt mit verseuchtem Wasser betrieben wird und daher geschlossen werden sollte. Der Protagonist Dr. Thomas Stockmann (Badearzt des Ortes) entdeckt dieses Debakel und setzt sich daraufhin für die Schließung des Bades ein. Doch die Meinung über diese mögliche Schließung des Bades, selbst wenn nur für Umbauten (auf Kosten der Steuerzahler), dirften stark auseinander. Ibsens doch recht einfach gestalltete Charaktere machen dieses Buch realistischer, als umfangreiche Figuren es vermocht hätten, da eben diese Einfachheit des Dramas das Wesentliche herauskristalisiert. Die Charaktere lassen sich in drei Gruppen einteilen, welche nahe zu 1 zu 1 auf die heutige Gesellschaft übertragen werden können - "Freidenker" (Idealisten), Mitläufer und Opportunisten (Pragmatiker). Die Handlung konzentriert sich ebenfalls auf das Wesentliche, auf die Wahrheitsfindung und auf den Umgang verschiedener Personen mit ihr. Der Ablauf des Dramas ist logisch aufgebaut und offenbart die Wandlungen der Meinungen auf nachvollziehende Art und Weise. Trotz des Alters des Dramas vertritt es nicht nur eine moderne Auffassung der Wahrheitsfindung, sondern steht auch für einen Wandel der Ausdruckssprache in unterhaltenden Texten. Hat man Anfang des 19. Jahrhunderts noch Kleist und Goethe vorgefunden, so wird man nun positiv überrascht über diesen flüssigen und recht modernen Schreibstil sein. Auf der Suche nach der Wahrheit und wärhend des Versuches eben diese Publik zu machen, wird der Leser mit der Frage konfrontiert, ob die Wahrheit das ist, was wir Menschen wollen und ob man für die eigene Wahrheit und Meinung bis zuletzt einstehen sollte oder sich der Mehrheit hingeben sollte. Der Leser wird dazu angeregt sich auf die Suche nach der eigenen Wahrheit zu begeben und eventuell (-überspitzte Meinung des Verfassers-) den Weg auf dem vorherschenden Diletantismusses zu wagen. Die Aktualität des Dramas und das leichte Verständnis gefallen mir besonders gut. Auch wie der Protagonist für seine Meinung einsteht, obwohl er sich aufgrunddeseen zwischenzeitlich selbst mit der Mehrheit der Familie überwirft. Dabei bin ich nicht immer der selben Ansicht wie dieser, aber es gibt einen Mut frischen Wind in die Segel zu bekommen.

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  • Rezension zu "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen

    Ein Volksfeind

    Butterfly14

    05. January 2011 um 14:14

    Ein Volksfeind- Ein Drama über den Wahrheitsbegriff, Macht und Intrigen sowie Gerechtigkeit. In diesem Stück geht es um einen Badearzt, der einen Skandal aufdeckt, jedoch schnell 'Mundtot' gemacht wird, indem alle Leute ihn sabotieren, ebenso seine Familie. Selbst sein eigener Bruder geht gegen ihn vor, um das Bad zu schützen, um welches sich der Skandal dreht. Das Ende bleibt jedoch offen, was genau noch alles passiert. Wir haben es im Deutschunterricht begonnen und es ist hoch interessant mit anzusehen, wie sehr Menschen doch von Geld abhängig sind. Würde das mit dem vergifteten Bad auffliegen, verlieren die Bewohner viele viele Gelder und der Bürgermeister seine politische Macht. Daher ist es besser, die Leute zu beeinflussen und sie sozusagen dazu zu zwingen, das Gegenteil zu glauben. Das Stück ließ sich flüssig lesen und einen Einblick in die Welt der Macht, des Geldes und der Intrigen verschaffen. Ebenso bekommt der Leser das Gefühl Teil dieser Geschichte zu sein, wo sich die Frage gestellt werden kann, auf welcher Seite man selbst sich halten würde?! Kann es eigentlich nur weiterempfehlen, da die Thematik auch heute noch aktuell ist...

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  • Rezension zu "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen

    Ein Volksfeind

    Edmont Dantès

    06. May 2010 um 11:20

    Man muss zu diesem kurzen Drama Ibsens zuallererst sagen, dass der Titel leider schon das meiste verrät, was etwas Schade ist. Nchtsdestototz ist es ein grandioses Werk. Der angestellte Arzt eines Heilbades stellt in geheimen Untersuchungen fest, dass das Wasser des Badeortes keineswegs heilsam, sondern viel mehr kontaminiert ist. Als er damit an die Öffentlichkeit gehen will, wird er zu erst von der Presse und den Kleinbürgern unterstützt. Bis dann sein Bruder, der Stadtrichter, in die Geschehnisse eingreift. Wie gesagt, nimmt der Titel schon das Ende vorweg, vielleicht war dieses aber auch wirklich beabsichtigt, denn so überkommt einen von Beginn an ein beklemmendes Gefühl und man leidet mit der Hauptperson und seiner Familie in jedem Satz mit. Man ahnt, worauf es hinausläuft und kann doch nichts dagegen tun. Ein Buch, dass einen mit seiner Wucht wirklich umhaut und das auf jeden Fall zu empfehlen ist.

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  • Rezension zu "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen

    Ein Volksfeind

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. March 2010 um 17:44

    Dr. Tomas Stockmann, der Badearzt einer norwegischen Kleinstadt, entdeckt, dass das gewinnträchtige Kurbad seiner Heimatgemeinde verseucht und damit gesundheitsgefährdend ist. Hauptverursacher der bakteriellen Verunreinigung ist die Gerberei seines Schwiegervaters. Dr. Stockmann will seine Untersuchungsergebnisse zum Wohle des Volkes durch die sich selbst als liberal bezeichnende Regionalzeitung veröffentlichen lassen. Doch da hat er die Rechnung ohne seinen Bruder Peter Stockmann gemacht, der nicht nur ein hohes Tier in der Badeanstalt und der Verwaltung, sondern auch noch Polizeichef usw. (sic!) ist. Mehr und mehr schlägt die Stimmung um, die Aktionäre wenden sich gegen die kostspieligen Renovierungspläne Dr. Stockmanns, der Eigentümerverein sieht enorme Steuerbelastungen auf sich zukommen, die Presse fürchtet um ihren Ruf und die "kompakte Majorität" lässt sich nur zu gern davon überzeugen, dass da ein "Volksfeind" handelt... Henrik Ibsens naturalistisches Drama erschien nach "Nora" und "Gespenster", die teilweise als Skandale in der norwegischen Theaterwelt aufgenommen wurden. "Ein Volksfeind" bietet mehr Identifizierungsmöglichkeiten, ist aber nicht wesentlich weniger kritisch. Und es ist keineswegs so, dass hier die norwegische Gesellschaft am Ende des 19. Jahrhunderts für etwas steht, was es heute nicht mehr gibt. In dem Fünfakter wird nicht nur die Frage nach der Moral von Wissenschaft und Technik aufgeworfen, sondern auch nach der idealen Herrschaftsform gesucht und die Möglichkeit gegeben, eine eigene Utopie zu entwickeln. Denn das Ende lässt glücklicherweise vieles offen. So kann man mal erstaunt schauen, was sich denn in unserer Gesellschaft in den letzten 100 Jahren so getan hat. Und es sei angemerkt: Ibsen lebte und lernte und schrieb auch viele Jahre in Deutschland... Lieblingszitat aus dem Drama: "Man sollte nie seine besten Hosen anziehen, wenn man hingeht und für Freiheit und Wahrheit ficht." (Dr. Stockmann zu seiner Frau)

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