Henrik Rehr

 2,7 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf

Henrik Rehr, ebenfalls Jahrgang 1964 und aus Odense, ist der bekannteste dänische Comicautor und -zeichner. Er lebt und arbeitet in New York. Bei Jacoby & Stuart ist von ihm die mehrfach ausgezeichnete Graphic Novel Der Attentäter über Gavrilo Princip erschienen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Henrik Rehr

Cover des Buches Der Attentäter (ISBN: 9783942787468)

Der Attentäter

 (2)
Erschienen am 16.09.2014
Cover des Buches Maxi Pixi 170: Wimmelspaß mit Petzi (ISBN: 9783551046703)

Maxi Pixi 170: Wimmelspaß mit Petzi

 (1)
Erschienen am 13.03.2015
Cover des Buches Kubanischer Herbst (ISBN: 9783946593256)

Kubanischer Herbst

 (2)
Erschienen am 01.02.2017

Neue Rezensionen zu Henrik Rehr

Cover des Buches Kubanischer Herbst (ISBN: 9783946593256)
Orishas avatar

Rezension zu "Kubanischer Herbst" von Morten Hesseldahl

Vom Sog der revolutionären Jahre
Orishavor 2 Jahren

Der "Kubanische Herbst" erzählt die Geschichte des dänischen Reporters Jan Stage (1937 - 2003), der sich frustriert von den Entwicklungen im eigenen Land, in den 1960er Jahren der Sache der Revolution anschloss. Erst Kuba, dann Bolivien, im Umfeld Che Guevaras, Monika Ertls und Inti, dem bolvianischen Studentenführer und einigen anderen, folgen wir Jan Stages Lebensgeschichte.

Hesseldahl und Rehrs Graphic Novel ist interessant gemacht. Allerdings fehlt dem Buch schlichtweg eine historische Einordnung, die als Intro oder Outro dem Buch hätte beigegeben werden können. So ist es schwer der Geschichte zu folgen. Zum einen weil mir die Story nicht bekannt ist und sie in der Erzählweise, wie das Novel sie vorgibt, zu viele Lücken lässt und Zeitsprünge einbaut, so dass man in jedem Jahrzehnt in einem anderen Kontext steckt. Zum anderen fehlt es an Hintergrundinfos, zu den eingeführten Personen - die ja auf realen Persönlichkeiten basieren und keine fiktiven Charaktere sind. So dass auch hier die Wissenslücken schlichtweg zu riesig sind und diese durch das Graphic Novel nicht wirklich geschlossen werden  und das ist schade. 

Ich liebe es, wenn man historische Dinge einmal anders aufbereitet und klar, warum nicht in Form der Graphic Novels. Aber in der Form, wie der "Kubanische Herbst" aufgebaut ist, kann man der Geschichte nicht wirklich folgen und auch die Charaktere lassen einen kalt. 

Kurzum: Für mich persönlich ein Fail. Dabei hätte man aus der Story richtig viel rausholen können und nur Bilder ziehen da dann doch nicht. Schade.

Cover des Buches Der Attentäter (ISBN: 9783942787468)
Kulturspions avatar

Rezension zu "Der Attentäter" von Henrik Rehr

Nicht bloss eine Fussnote der Weltgeschichte – Die Welt des Gavrilo Princip
Kulturspionvor 10 Jahren

Interessiert man sich für die Geschichte und Geschichten des Ersten Weltkrieges, hat man momentan einen schweren Stand. Das Angebot an Literatur ist nicht mehr zu bewältigen, täglich erscheinen neue Interviews, Einschätzungen, Abhandlungen von Teilaspekten des vor hundert Jahren angefachten Weltenbrandes. Als müsste man den damals vollzogenen mechanisierten Overkill heute in Printform wiederholen. Der Erste Weltkrieg als Schlachtfeld der Publikationen, und der einfache Leser droht in seiner Stellung im Schützengraben an der Flut reisserischer Titel zu ersticken. Wir stehen gebeutelt an der Lesefront und winken müde mit der weissen Parlamentärsflagge. Gnade. Einhalt!

Doch dann fällt unser Auge auf einen weiteren Titel und instinktiv greifen wir zu. Wir Leseratten sind zäh. Und der vorliegende Band ist einfach nicht zu ignorieren, knüpft er doch am Ursprungsmythos des Grande Guerre an: am Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand. Genauer: Die Welt seines Attentäters Gavrilo Princip.

Henrik Rehr erzählt in klaren Schwarzweiss-Bildern die fundierte Biographie des Gavrilo Princip. In seinem an die Illustrationen und Fotografien der damaligen Zeit angelehnten Stil, zeichnet Rehr detailliert das politische Umfeld des jung nationalisierten Gavrilo nach. Man nimmt Anteil an der Empörung gegen die österreichischen Besatzer und nimmt gleichzeitig wahr, wie einseitig und instrumentalisiert die jungen Anarchisten denken. Man versteht die Wut und Enttäuschung angesichts der grassierenden Armut und ist bass staunt, dass ausser dem Mut zum Attentat keine Folgehandlungen geplant waren. Man kommt nicht umhin, die Hingabe des bemerkenswert menschenfreundlichen Gavrilo Princip anzuerkennen und schreckt vor dem rein theoretisch gebildeten Widerstandsdenken bar jeder weitsichtigen, politischen Vision zurück.

Facettenreich blättert Henrik Rehr diese junge, radikalisierte Biographie vor uns auf. Der Blick in die Welt des Gavrilo Princip ist ein lohnenswerter. Abstriche zu verzeichnen sind bloss in den gar hölzernen Dialogen und den wenig überzeugenden inneren Monologen des Hauptcharakters. Die zeichnerische Kunstfertigkeit gleicht dieses Manko aber spielend wieder aus.

Am Ende bleibt die traurige Erkenntnis, dass sich allein die Kriegstechnik heutzutage modernisiert hat, das Verhaltensmuster der kriegführenden Machtelite verläuft in althergebrachten Bahnen. Auf die verdammenswerten Provokationen der Organisation Islamischer Staat wissen die Kriegstreiber in den Vereinigten Staaten von Amerika nichts besseres zu antworten, als dass man die hochtechnisierte boom-boom-boom-Taktik* anwenden werde. Der Blick zurück auf hundert Jahre moderne Kriegsführung lehrt uns nur eines: wir lernen es nie. Der nächste Krieg ist immer der beste. Wozu also all die Publikationen, fragt sich die Ratte im Schützengraben, wenn die Entscheidungsträger ja doch nicht lesen.


>Henrik Rehr: Der Attentäter – Die Welt des Gavrilo Princip; Jacoby & Stuart 2014.


*Die republikanische Kolumnistin Peggy Noonan in der Fernsehsendung Face the Nation auf CBS: „We probably know of fifty targets on which we can go boom boom boom“.
(Sehenswert die Kritik dazu auf dem Kanal der Young Turks. Nur in englisch.)

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