Henrik Rehr , Henrik Rehr Der Attentäter

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Inhaltsangabe zu „Der Attentäter“ von Henrik Rehr

Der Mann, der eine Katastrophe auslöste Als der dänische Illustrator Henrik Rehr einmal beim Zahnarzt einen Artikel über Gavrilo Princip las, fiel ihm eine Sache auf: Die Gruppe um den Mann, dessen Attentat auf den österreichischen Thronfolger im Jahr 1914 den Ersten Weltkriegs auslöste, hat vieles mit den Männern gemein, die den Anschlag auf das World Trade Center ausführten. In seiner Graphic Novel über den Attentäter von Sarajevo beschreibt Henrik Rehr bildgewaltig die Welt und Lebensumstände des Todesschützen und macht begreifbar, was ihn radikalisierte und zum Attentäter werden ließ. Princip war Mitglied der revolutionären Mlada-Bosna-Bewegung, zu der zu Beginn des 20. Jahrhunderts bosnische Serben ebenso wie Kroaten und Muslime gehörten. Sie wollte Bosnien-Herzegowina von der österreichischungarischen Besatzung befreien und mit Serbien, möglichst auch mit den anderen zu Österreich-Ungarn gehörenden südslawischen Gebieten vereinen. Die Biografie Gavrilo Princips zeigt etwas auf, was auch heute noch verblüffend aktuell ist: Wie junge Leute, die voller Wut und Tatendrang, aber ohne Perspektive sind, sich über das Unrecht, das ihrer Gemeinschaft angetan wird, empören. Und sie werden von mächtigen Hintermännern manipuliert. Solche Menschen können zu gefährlichen Fanatikern, Terroristen werden. Ja – sie können sogar Weltkriege auslösen. Henrik Rehr rekonstruiert die Welt und Lebensumstände des Gavrilo Princip nicht nur sorgfältig, sondern mit großer Kunstfertigkeit und zeichnet ein differenziertes Bild seiner Person.

Gut recherchiert, toller Stiel, manchmal etwas verwirrend

— Das_Leseleben

Akurat recherchierte Biographie, stimmiger Zeichenstil. Eine lesenswerte Ergänzung zur Welle der WW1-Literatur.

— Kulturspion

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  • Nicht bloss eine Fussnote der Weltgeschichte – Die Welt des Gavrilo Princip

    Der Attentäter

    Kulturspion

    13. September 2014 um 21:56

    Interessiert man sich für die Geschichte und Geschichten des Ersten Weltkrieges, hat man momentan einen schweren Stand. Das Angebot an Literatur ist nicht mehr zu bewältigen, täglich erscheinen neue Interviews, Einschätzungen, Abhandlungen von Teilaspekten des vor hundert Jahren angefachten Weltenbrandes. Als müsste man den damals vollzogenen mechanisierten Overkill heute in Printform wiederholen. Der Erste Weltkrieg als Schlachtfeld der Publikationen, und der einfache Leser droht in seiner Stellung im Schützengraben an der Flut reisserischer Titel zu ersticken. Wir stehen gebeutelt an der Lesefront und winken müde mit der weissen Parlamentärsflagge. Gnade. Einhalt! Doch dann fällt unser Auge auf einen weiteren Titel und instinktiv greifen wir zu. Wir Leseratten sind zäh. Und der vorliegende Band ist einfach nicht zu ignorieren, knüpft er doch am Ursprungsmythos des Grande Guerre an: am Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand. Genauer: Die Welt seines Attentäters Gavrilo Princip. Henrik Rehr erzählt in klaren Schwarzweiss-Bildern die fundierte Biographie des Gavrilo Princip. In seinem an die Illustrationen und Fotografien der damaligen Zeit angelehnten Stil, zeichnet Rehr detailliert das politische Umfeld des jung nationalisierten Gavrilo nach. Man nimmt Anteil an der Empörung gegen die österreichischen Besatzer und nimmt gleichzeitig wahr, wie einseitig und instrumentalisiert die jungen Anarchisten denken. Man versteht die Wut und Enttäuschung angesichts der grassierenden Armut und ist bass staunt, dass ausser dem Mut zum Attentat keine Folgehandlungen geplant waren. Man kommt nicht umhin, die Hingabe des bemerkenswert menschenfreundlichen Gavrilo Princip anzuerkennen und schreckt vor dem rein theoretisch gebildeten Widerstandsdenken bar jeder weitsichtigen, politischen Vision zurück. Facettenreich blättert Henrik Rehr diese junge, radikalisierte Biographie vor uns auf. Der Blick in die Welt des Gavrilo Princip ist ein lohnenswerter. Abstriche zu verzeichnen sind bloss in den gar hölzernen Dialogen und den wenig überzeugenden inneren Monologen des Hauptcharakters. Die zeichnerische Kunstfertigkeit gleicht dieses Manko aber spielend wieder aus. Am Ende bleibt die traurige Erkenntnis, dass sich allein die Kriegstechnik heutzutage modernisiert hat, das Verhaltensmuster der kriegführenden Machtelite verläuft in althergebrachten Bahnen. Auf die verdammenswerten Provokationen der Organisation Islamischer Staat wissen die Kriegstreiber in den Vereinigten Staaten von Amerika nichts besseres zu antworten, als dass man die hochtechnisierte boom-boom-boom-Taktik* anwenden werde. Der Blick zurück auf hundert Jahre moderne Kriegsführung lehrt uns nur eines: wir lernen es nie. Der nächste Krieg ist immer der beste. Wozu also all die Publikationen, fragt sich die Ratte im Schützengraben, wenn die Entscheidungsträger ja doch nicht lesen. >Henrik Rehr: Der Attentäter – Die Welt des Gavrilo Princip; Jacoby & Stuart 2014. *Die republikanische Kolumnistin Peggy Noonan in der Fernsehsendung Face the Nation auf CBS: „We probably know of fifty targets on which we can go boom boom boom“. (Sehenswert die Kritik dazu auf dem Kanal der Young Turks. Nur in englisch.)

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