Eine liebe Kollegin beschenkt uns jedes Jahr zu Weihnachten mit Selbstgebasteltem – diesmal waren es zauberhafte handgefertigte Strohsterne. Sie erinnerten mich sofort an meine Grundschulzeit, als ich voller Stolz meine eigenen Sterne an den Weihnachtsbaum hängen durfte. Diese Kindheitserinnerung hat mich so begeistert, dass ich mir das Buch „Strohstern-Nostalgie“ von Henrike Bratz samt Legeformen und Strohspalter bei meiner Kollegin ausgeliehen habe.
Meine Euphorie wurde jedoch bald auf die Probe gestellt: Das Spalten, Kürzen, Legen und Abbinden der filigranen Halme verlangt erstaunlich viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Irgendwie frage ich mich, wie ich das vor fünfzig Jahren ohne all die jetzigen Hilfsmittel geschafft habe! Aber das Buch selbst ist wirklich hervorragend aufgebaut: Die Anleitungen sind übersichtlich, praxisnah und wunderschön bebildert. Besonders hilfreich ist das beiliegende Technikheft mit farbigen Schritt-für-Schritt-Fotos, das auch kompliziertere Muster anschaulich erklärt. Und sollte man einmal doch nicht weiter wissen, gibt es immer noch den Kreativ-Service des Verlags, an den man sich mit Fragen wenden kann.
Die Gestaltungsmöglichkeiten der Strohsterne sind erstaunlich vielfältig: Neben den unterschiedlichsten Formen lassen sich Perlen, Transparentpapier oder farbige Halme einarbeiten, sodass jeder Stern zu einem kleinen Unikat wird. Auch wenn meine Ungeduld zwischendurch auf die Probe gestellt wurde, hat mich „Strohstern-Nostalgie“ daran erinnert, wie schön entschleunigend und sinnlich das Basteln sein kann – und wie viel Freude in einem einfachen Strohhalm steckt, wenn man sich nur darauf einlässt.



