Henry James Eine Dame von Welt

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Inhaltsangabe zu „Eine Dame von Welt “ von Henry James

Eine vergessene große Erzählung vom Meister der weiblichen Psychologie

Die Novelle, Spiegelstück zu Henry Jamesʼ »Daisy Miller«, zählt zu den unterhaltsamsten Werken des profunden Menschenkenners: Eine unerschrockene Amerikanerin mischt die Welt der zugeknöpften europäischen Aristokratie auf, um sich in diesen Kreisen einen Platz zu erkämpfen.

Der reiche Amerikaner Littlemore trifft in einem Pariser Theater auf Mrs. Headway, eine alte Angebetete aus San Diego. Sie bittet ihn, als ihr Fürsprecher den Edelmann Arthur Demesne ihrer »Ehrbarkeit« zu versichern. Littlemore zögert: Sie hat ein skandalträchtiges Leben geführt, eine vorteilhafte Ehe ist ihre einzige Möglichkeit auf gesellschaftliche Anerkennung. Soll er aus alter Verbundenheit lügen? Eine schwierige Frage, denn von nun an zählen Littlemore und Demesne zu den regelmäßigen Gästen im Salon Mrs. Headways. Bestechend frisch erzählt Henry James von einer unerschrockenen Amerikanerin, die die zugeknöpfte Welt der europäischen Aristokratie aufmischt, um sich gegen alle Konventionen ihren Platz zu erkämpfen.

»Dieser Schriftsteller wird Sie nicht mehr aus seinen Fängen lassen, sobald Sie eine Zeile von ihm gelesen haben.« Alexander Cammann, Die Zeit

Eine schöne Novelle im ganz typischen Henry James Stil als schmucke Ausgabe

— lesestunden

So ein wundervoller Klassiker. Toll für alle Jane Austen Fans

— LillianMcCarthy

Interessante Thematik - gute Umsetzung!

— jasimaus123

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— Das_Leseleben

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  • Sehr guter Klassiker mit viel Feingefühl

    Eine Dame von Welt

    leserin

    02. June 2016 um 12:55

    Henry James war für mich ein unbekannter Autor. Durch einen Tipp las ich jetzt seine Erzählung.Anfangs mußte ich mich etwas an die Art seines Schreibens und Denkens einlesen, aber zunehmend gefiel mir das Buch immer besser.Inhalt:Die Amerikanerin Mrs. Headway trifft im Pariser Theater auf Mister Littlemore aus San Diego. Er sollte Fürsprecher für sie werden und ihre Ehrbarkeit bezeugen, da sie ein skandalträchtiges Leben geführt hatte.  Eine Ehe mit dem Edelmann Arthur Demesne wäre die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Anerkennung. Littlemore und Demesne zählen zu den regelmäßigen Gästen im Salon Mrs. Headway. Soll er die Wahrheit kundtun, das ist hier die Frage?Besonders interessant war noch das Nachwort und die Erläuterungen am Ende des Buches.Der Autor Henry James wurde 1843 in New York geboren. Als Weltenbürger pendelte er zwischen Europa und den USA und ließ sich dann endgültig im Jahr 1876 in England nieder. Er war mit bedeutenden Literaten zu dieser Zeit befreundet. Besonders interessierte er sich für die aristokratische Lebensart. Henry James starb 1916 in London. Er schrieb zahlreiche Erzählungen und Romane. Mit "Flügel der Taube" und die "Gesandten" erreichte er Weltruhm.

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  • Eine schöne Novelle im ganz typischen Henry James Stil als schmucke Ausgabe

    Eine Dame von Welt

    lesestunden

    24. March 2016 um 19:49

    Mit Eine Dame von Welt legt Henry James eine sehr schöne Novelle vor, die so ganz typisch für seinen Schreibstil ist und einen hervorragenden Einblick in seine Art zu schreiben und seine gelungenen Dialoge gibt. Sehr schön führt er den Leser in eine kleine Gesellschaft verschiedener Akteure ein, spiegelt ihr Denken und Handeln wieder und bringt dies in einen kulturellen Kontext, der einen kleinen Einblick in die Denkweise der Aristokratie des 19. Jahrhunderts in England und Amerika gibt. Ohne groß mit der Moralkeule zu schwingen bleibt genug Interpretationsspielraum, um der Geschichte trotz ihrer Kürze Tiefe zu geben. Richtig gepackt und viel Empathie habe ich mit den Figuren allerdings nicht verspürt und so wahrt James doch immer eine für ihn ganz typische Distanz. Die Nähe zu den Figuren, die beispielsweise sein Vorbild Dumas sehr geschickt erzeugt, fehlt mir in allen von James Büchern doch ein wenig. Das Büchlein ist optisch und von der Verarbeitung ein echter Leckerbissen und wird immer einen festen Platz in meinem Bücherregal haben.Ausführliche Rezension: http://www.lesestunden.de/2016/03/eine-dame-von-welt-henry-james/

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  • Ich bin verzaubert

    Eine Dame von Welt

    LillianMcCarthy

    26. February 2016 um 12:44

    Inhalt: Eine unerschrockene Amerikanerin mischt die Welt der zugeknöpften europäischen Aristokratie auf, um sich in diesen Kreisen einen Platz zu erkämpfen. Der reiche Amerikaner Littlemore trifft in einem Pariser Theater auf Mrs. Headway, eine alte Angebetete aus San Diego. Sie bittet ihn, als ihr Fürsprecher den Edelmann Arthur Demesne ihrer 'Ehrbarkeit' zu versichern. Littlemore zögert: Sie hat ein skandalträchtiges Leben geführt, eine vorteilhafte Ehe ist ihre einzige Möglichkeit auf gesellschaftliche Anerkennung. Soll er aus alter Verbundenheit lügen? Eine schwierige Frage, denn von nun an zählen Littlemore und Demesne zu den regelmäßigen Gästen im Salon Mrs. Headways. (Quelle: Klappentext) Meine Meinung: In der vorlesungsfreien Zeit befinde ich mich auf Klassiker Entzug! Wird man tagtäglich von Klassikern, Fachtexten und Analysen umgeben und liebt diese seit jeher so wie ich, dann bemerkt man diesen Verlust und sehnt sich nach ihnen. Die leichten Bücher, zu denen sonst parallel zur Unilektüre gegriffen wird langweilen und man möchte mehr. Da kam es mir gerade recht, dass der Aufbau Verlag mich gefragt hat, ob ich dieses Buch rezensieren will und ich habe sofort zugestimmt. Henry James ist uns allen sicher ein Begriff. Und selbst, wenn man mit dem Namen des Autors nichts anfangen kann, so tun es doch Bücher, wie Was Maisie wusste oder Portrait einer jungen Dame. In der Vergangenheit habe ich leider noch nichts von diesem Autor lesen können und so habe ich mich umso mehr gefreut, dass ich mit Eine Dame von Welt den Anfang machen konnte. Ich liebe die Literatur des 19. Jahrhundert, insbesondere die des späten 19. Jahrhunderts. Ich liebe die Etikette damals, die man in Henry James Werken genauso wenig vermisst, wie in Jane Austens und ich liebe diese verträumt erzählerische Art zu schreiben, und dennoch zeitgleich einen höflichen Abstand zu den Charakteren und deren Handlungen zu wahren. Auch im Buch treffen Gegensätze aufeinander. Die schon damals etwas aufgelockerte Lebensweise der Amerikaner trifft auf die konservative englische Gesellschaft und die unehrbarste Amerikanerin von allen versucht, in dieser Fuß zu fassen. Wir sind stille Zuschauer dieser Begebenheit und obwohl in dieses Buch ohne große Vorkommnisse und Skandale auskommt, ist es deshalb so unglaublich fesselnd. Man kann gar nicht richtig ausmachen, welcher der Charaktere nun im Vordergrund der Handlung steht und als Protagonist bezeichnet werden könnte. Alle haben ihr eigenes Schicksal, ihre eigene Rolle in der Novelle und keiner vermag es mehr hervorzutreten, als der andere. Anfangs war ich versucht, Littlemore als Protagonisten zu sehen aber dafür nimmt er zu wenig Platz ein. Dann war es Mrs. Headway selbst aber diese treibt die Handlung viel zu wenig voran. Es scheint als wäre keine Person der Mittelpunkt sondern das Geschehen an sich. Wie in einem Sonnensystem kreist alles, was getan, gesagt und gedacht wird um den Versuch Mrs. Headways herum, in der englischen Gesellschaft aufgenommen zu werden. Fast schon war dieses Buch zu kurz, denn am Ende angelangt, wollte ich mich nicht schon wieder von den Charakteren des Buches verabschieden. Ich genieße es immer, hinter die Fassaden zu Blicken und die Gesellschaft, besonders die englische, des 19. Jahrhunderts, zu analysieren. Aber es war doch nur eine Novelle und das habe ich ja schon vor dem Lesen gewusst. Schön war es trotzdem! Bewertung: Mein erstes Werk von Henry James war direkt ein voller Erfolg. In dieser kurzen Novelle konnte ich einen wunderschönen Einblick in die englische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts bekommen und beobachten können, wie zwei verschiedene Welten zusammenprallen und eine Frau in beiden Platz finden möchte. Wundervoll! Dafür gibt es von mir 5 von 5 Füchschen. Vielen herzlichen Dank an den Aufbau Verlag für das schöne *Rezensionsexemplar.

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  • Salongeschichte

    Eine Dame von Welt

    Ritja

    25. February 2016 um 18:36

    Henry James Salongeschichte führt den Leser in eine andere Zeit, wo Status, Ansehen und vor allem Ehre noch wichtig waren. Die Ehre einer Frau hatte eine hohe Bedeutung in der Gesellschaft und entschied häufig darüber, ob man in diese Gesellschaft aufgenommen wurde. Auch Ms. Headway versucht in die feine englische Gesellschaft eingeführt zu werden und setzt alles daran von den Engländern akzeptiert, ohne jedoch sich selbst untreu, zu werden. Jedoch eilt ihr ein gewisser Ruf voraus - mehrfach verheiratet, aus San Diego kommend und recht laut und direkt. Zudem ist Ms. Headway eine kluge Person, die genau weiß, was sie will und dies auch sehr deutlich kommuniziert. Dies alles verschreckt die feinen Damen und besonders die Mutter von Sir Arthur Demesne. Die Männer jedoch zieht sie an, ihre unverblümte Art, das Selbstbewusstsein und ihr Charme hebt sie von den anderen Frauen ab und macht sie interessant. Die Geschichte ist nicht sehr lang und doch schafft sie es, dass man sich mittendrin in der doch recht steifen Gesellschaft fühlt. Man spürt förmlich die Ablehnung der englischen Gesellschaft und den verzweifelten Kampf von Ms. Headway um Anerkennung. Man kann ohne Probleme Parallelen zur heutigen Zeit ziehen und muss dabei feststellen, dass sich manches nicht ändert.  Der Aufbau Verlag hat zu der eigentlichen Salongeschichte noch einen schönen ausführlichen Anhang beigefügt. Ich fand ihn recht interessant und danach hat man die Geschichte noch besser verstanden. Als hilfreich empfand ich die Übersetzungen der französischen Sätze.  Mir hat die Geschichte gut gefallen, die Sprache und der Schreibstil von Henry James waren wunderbar und gut zu lesen.

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  • Interessante Erzählung!

    Eine Dame von Welt

    jasimaus123

    15. February 2016 um 15:40

    Als Littlemore in einem Pariser Theater zum ersten Mal Mrs. Headway erblickt, beginnt er sich sofort für diese außergewöhnliche Frau zu interessieren. Er kommt mit ihr in Kontakt und bald bittet sie ihn ihr bei einem gesellschaftlichen Aufstieg zu helfen. Einen Wunsch den sie schon lange hegt. Ihre einzige Möglichkeit diesen Traum zu verwirklichen ist die Heirat mit Arthur Demesne. Die englische Gesellschaft rund ums 19.Jahrhundert hat mich schon immer sehr angezogen. In 'Eine Dame von Welt' erwartete ich mir in meine gewünschte Jane-Austen-Welt einzutauchen da ihre Romane auch anfangs des 19.Jahrhunderts spielen. Zeitlich liegen ein paar Jährchen zwischen den Geschichten, genauso wie auch stilistisch. Den Henry James Werk ist tatsächlich nur eine kurze Salonerzählung die wenige Seiten umfasst. Durch seinen angenehmen, humorvollen Schreibstil und die ausgelassenen Details kommt man gut und schnell durch die Geschichte. Obwohl das Buch sehr kurz ist, lernt man die beiden wichtigsten Charaktere sehr gut kennen. Zum einen der amerikanische Littlemore, auf der anderen Seite Mrs. Headway, die alles versucht um eine "Dame von Welt" zu sein. Die Männer liegen ihr zwar zu Füßen, doch trotz ihrer Schlagfertigkeit und Intelligenz ist sie immer noch kein Bestandteil der feinen, englischen Gesellschaft. Der Grund dafür ist ihre skandalöse Vergangenheit. Ich fand die Protagonistin sehr interessant, auch wenn ich ihr beim Lesen manchmal etwas zwiespältig gegenüber stand. Von Littlemore erfährt man im Buch leider viel zu wenig und ich wünschte die Geschichte hätte auch einige Ausschweifungen in seine Richtung unternommen. ~ FAZIT ~ Ich liebe Romane die im 19. Jahrhundert spielen und deshalb weckte auch dieses Buch mein Interesse. Obwohl der Autor einige interessante Aspekte aufzeigt und einen angenehmen Erzählstil hat, hätte ich mir gewünscht dass das die Geschichte etwas länger und ausführlicher gewesen wäre.

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  • Ehrbarkeit, Scheinheiligkeit und die feine Gesellschaft!

    Eine Dame von Welt

    renie

    14. February 2016 um 18:05

    "Dieser Schriftsteller wird Sie nicht mehr aus den Fängen lassen, sobald Sie eine Zeile von ihm gelesen haben" Alexander Cammann, DIE ZEIT Stimmt! Henry James hat mit seiner Novelle "Eine Dame von Welt" einen eindrucksvollen Beweis für seine Erzählkunst geliefert.  Worum geht es in dieser Erzählung? Der reiche Amerikaner Littlemore trifft in einem Pariser Theater auf Mrs. Headway, eine alte Angebetete aus San Diego. Sie bittet ihn, als ihr Fürsprecher den Edelmann Arthur Demesne ihrer »Ehrbarkeit« zu versichern. Littlemore zögert: Sie hat ein skandalträchtiges Leben geführt, eine vorteilhafte Ehe ist ihre einzige Möglichkeit auf gesellschaftliche Anerkennung. Soll er aus alter Verbundenheit lügen? Eine schwierige Frage, denn von nun an zählen Littlemore und Demesne zu den regelmäßigen Gästen im Salon Mrs. Headways. Bestechend frisch erzählt Henry James von einer unerschrockenen Amerikanerin, die die zugeknöpfte Welt der europäischen Aristokratie aufmischt, um sich gegen alle Konventionen ihren Platz zu erkämpfen. (Quelle: Aufbau Verlag) Diese Novelle besticht durch Henry James' Sprachstil. Wenn man bedenkt, dass diese Erzählung schon einige Jährchen auf dem Buckel hat - geschrieben wurde sie von James in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts - , ist man doch erstaunt, wie zeitlos seine Sprache ist. "Eine Dame von Welt" hätte auch in der heutigen Zeit geschrieben sein können. Die lebhafte und humorvolle Sprache sorgt für einen angenehmen Lesefluss. Die Seiten gleiten nur so dahin. Henry James ist ein Meister der Ironie. Er hat großes Vergnügen daran, seine Landsleute - sowohl Amerikaner als auch Briten - auf's Korn zu nehmen. Insbesondere die Affektierheit und Blasiertheit der englischen vornehmen Gesellschaft hat es ihm angetan.  "'Die Engländer sind so speziell, ich halte sie für ziemlich einfältig.'" (S. 29) "Die Engländer sind furchtbar verschroben! Waterville gönnte sich im Geiste diesen Ausruf, zu dem er seit der Ankunft in England immer wieder seine Zuflucht nahm, wann immer sich vor ihm eine Lücke in der Logik auftat." (S. 86) Die Charaktere in dieser Novelle bewegen sich alle in der sogenannten "feinen englischen Gesellschaft" - einige sind mittendrin, andere bewegen sich am Rand und wollen tiefer rein. Aber die "feine englische Gesellschaft" scheint ein in sich geschlossener Mikrokosmos zu sein. Wer Zugang zu diesem Mikrokosmos erhalten möchte, muss ganz bestimmte Kriterien mit sich bringen. In Adelskreisen geboren zu sein, ist gleichbedeutend mit einer "Wild Card". Hier gehört man automatisch dazu. Die britische Staatsangehörigkeit zu besitzen, ist nicht unbedingt notwendig, erleichtert den Zugang doch ungemein. Menschen anderer Nationalität, insbesondere Amerikaner, werden höchstens in den elitären Kreis aufgenommen, wenn sie amüsant sind und zur Unterhaltung der Gesellschaft beitragen können. Dann bleibt noch das "Einheiraten in die Gesellschaft" - ein Weg, für den sich Mrs. Headway entschieden hat. Vom Heiraten versteht sie etwas, schließlich wäre das nicht ihre erste Ehe. Ihre bisherigen Ehemänner haben sie immer ein Stückchen weiter in ihrem Streben nach Gesellschaftsfähigkeit gebracht. Warum soll es ihr diesmal nicht auch gelingen? Wenn da nur die Sache mit der "Ehrbarkeit" nicht wäre ... "Es war unmöglich, nicht gerührt zu sein; sie meinte, was sie sagte, wirklich ernst. Die Menschen ändern nicht ihr Naturell, aber sie ändern ihre Sehnsüchte, ihre Ideale, ihr Streben. Diese zusammenhanglose leidenschaftliche Beteuerung bestätigte ihm, dass sie buchstäblich danach gierte, ehrbar zu sein. Doch wie Littlemore einst in Paris gegenüber Waterville bemerkt hatte, war die arme kleine Frau, was immer sie anstellte, dazu verdammt, nur teilweise gesellschaftsfähig zu sein." (S. 124) Die zentrale Frage in James' Novelle ist die, nach der Ehrbarkeit von Mrs. Headway. Alle ahnen, dass es damit nicht weit hergeholt ist. Der Einzige, der - abgesehen von Mrs Headway - die Wahrheit kennt, hält sich bedeckt. Bemerkenswert ist an dieser Stelle die Scheinheiligkeit der Männerwelt. Die Männer liegen Mrs. Headway zu Füßen, jedoch nur, wenn es keiner sieht. "Mann" sucht ihre Nähe, jedoch nur fernab von der "feinen Gesellschaft". Und gleichzeitig verdammen die Männer Mrs. Headway aufgrund ihrer Vergangenheit. Sie sind sich einig, dass Mrs. Headway auf gar keinen Fall zur Gesellschaft gehören darf. Alles andere wäre ein Skandal.  "Waterville wollte, dass sie blieb; wenn er sie ansah, fühlte er sich, als betrachte er ein bezauberndes Bild. Ihr langes Haar mit den schönen dichten Locken war von einem Schwarz, wie es heute selten geworden ist; ihr Gesicht besaß die Frische einer weißen Blüte; ihr Profil, wenn sie den Kopf drehte, war so rein und makellos wie der Umriss einer Kamee." (s. 15 f.) Fazit: Eine humorvolle Geschichte über Ehrbarkeit, Scheinheiligkeit und die sogenannte feine Gesellschaft. Ich habe diese Novelle mit großem Vergnügen gelesen. Insbesondere der zeitlose Sprachstil von Henry James hat es mir dabei angetan. © Renie

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  • Perfekt für einen Sonntagnachmittag

    Eine Dame von Welt

    Das_Leseleben

    10. February 2016 um 15:11

    Diese kleine Novelle, die Erst im Januar erschienen ist, wurde mir vom Aufbau Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank dafür. Wegen der Seitenzahl von 176 Seiten, wobei 40 Seiten allein schon, für den sehr Ausführlichen Anhang zu rechnen sind. Das kleine Bändchen ist flexibel ist gelben Leinen gebunden natürlich mit Lesebändchen. Geziert wird es von einer sehr schönen Banderole, die die geheimnisvolle Dame von Welt zeigen soll. Im Inneren findet man eine Zeichnung von einem französischen Theater und am Anfang des Anhanges lässt sich ein Portrait des Autors bewundern. Inhalt: „Eine Dame von Welt“ ist eine fast vergessene Erzählung und gilt als Gegenstück zu einem früheren Werk von Henry James: „Daisy Miller“ Eine unerschrockene Amerikanerin macht sich von dem langen Weg von San Diego nach Europa. Ihr Ziel ist es die höhere Gesellschaft zu erobern und eine ehrbare Dame zu werden. Wird ihr, ihr alter Freund Mr. Littlemore helfen? In welcher Beziehung steht der junge Edelmann Mr. Demesne zu der Amerikanerin Mrs. Headway? Meine Meinung: „Eine Dame von Welt“ ist meine erste Erzählung von Henry James, aber es wird bestimmt nicht meine letzte sein. Die kleine Geschichte liest sich locker leicht weg, und ist dabei äußerst amüsant. Trotz der vorhandenen Leichtigkeit, zeichnet Henry James ein psychologisches Profil der Frauen seiner Zeit. Vor allem zeigt er welch Macht die Frauen wirklich hatten, auch wenn die natürlich politisch nicht der Fall war. Das hielt die Damen jedoch nicht davon ab, ihre Macht in den gesellschaftlichen Kreisen auszuleben. Auch wenn Mrs Headway am Anfang sehr naiv wirkt, im Verlauf der Geschichte ändert sich dies aber durchaus. Generell werden hier die bessere Hälfte der Schöpfung als intelligente treibend Kraft gezeigt. Die Männer werden fast etwas einfältig dargestellt. Interessant finde ich es wie Henry James Die Europäer und die Amerikaner darstellt. Die Amerikaner leben beschwingter, aber im Grunde ihres Herzens sind auch sie konservativ und dann sind da noch die stocksteifen Europäer, denen es schwer fällt auf ihr Herz zuhören. Und dann ist da noch Mrs Headway die in keiner der beiden Welten Zuhause ist, dies führt oft zu sehr traurig, aber auch komischen Situationen. Obwohl ich mit dem Anhang, der die genaue Beziehung zwischen der Geschichte „Daisy Miller“ und „Eine Dame von Welt“, (noch) nicht viel anfangen konnte, gab es doch einen guten Einblick in die Welt von Henry James. Ich werde es schnellst möglich nachholen „Daisy Miller“ zu lesen. Ich empfehle „Eine Dame von Welt“ zusammen mit einer Tasse Tee und an einem gemütlichen Sonntagnachmittag zu genießen, amüsante Unterhaltung garantiert. (Original auf meinem Blog: das-leseleben.webnode.com)

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