Henry James Schraubendrehungen

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Inhaltsangabe zu „Schraubendrehungen“ von Henry James

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  • Rezension zu "Schraubendrehungen" von Henry James

    Schraubendrehungen

    Morgenröte

    04. August 2009 um 21:49

    Was macht einen Klassiker der Weltliteratur aus? Beispielhafter künstlerischer Wert? Einfluss auf die Entwicklung der Literatur? Einfach nur internationale Verbreitung? "Schraubendrehungen" wird oft zu den Klassikern der Weltliteratur gerechnet und auch in Sammlungen derselben vielfach mit herausgegeben. Nachdem ich gerade Henry James Novelle beendet habe, frage ich mich, ob dies berechtigt ist. Ja, gewiss, die Grundidee hat vieles, was Stoff eines guten Buches sein könnte: An einem Abend sitzt eine Gesellschaft am Kamin und erzählt sich Schauergeschichten. Ein gewisser Douglas verspricht eine wahre Begebenheit, die eine Bekannte vor Jahren in ihrer Tätigkeit als Erzieherin erlebt hat, vorzulesen. An den folgenden Tagen setzt er sein Versprechen in die Tat um, und trägt die Aufzeichnungen der Gouvernante vor. Diese berichtet darin, wie ihr selbst als zwanzigjähriger Frau bei ihrer ersten Anstellung immer wieder die Geister ihrer verstorbenen Vorgängerin und deren Liebhaber erschienen sind und wie sie von diesem Zeitpunkt an davon besessen war, dass diese Schattenwesen Einfluss auf die betreuten Kinder nehmen. Eine solche Geschichte hätte an sich spannend sein können, ist es aber nicht. Man fühlt sich beim Lesen in einer Art Nebel gefangen, kann die Gedanken der Erzählerin nicht nachvollziehen. Aber auch mit keiner der anderen Personen kann man sich auch nur irgendwie identifizieren. Bis zum Schluss bleibt es unklar, ob die Geister wirklich erschienen sind oder ob all das nur eine Wahnvorstellung der Erzieherin war. So stellt sich die Frage, was James damit sagen wollte. Ob er die Novelle nur aufgrund seiner Faszinationation für Geistergeschichten geschrieben hat oder ob er damit gar auf psychologische Probleme oder gesellschaftliche Missstände hinweisen wollte. Vielleicht ist es aber gerade diese auf immer ungeklärte Frage, an der sich selbst die Literaturwissenschaftler scheiden, die dieses Buch doch zu einem Klassiker macht. Nachdenken muss man jedenfalls über das Ende hinaus...

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