Henry Köhlert Der Hochzeitsring

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Inhaltsangabe zu „Der Hochzeitsring“ von Henry Köhlert

Erfurt, 1349: Bewundernd beobachtet Konrad seinen Lehrherrn Thomas von Weimar, während dieser aus purem Gold den schönsten Ring schmiedet, der je an den Ufern der Gera entstanden ist. Der reiche jüdische Kaufmann Kalman von Wiehe hat ihn für die Hochzeit seines ältesten Sohns bestellt. Doch als Konrad an einem kalten Wintermorgen die Leiche eines jungen Mädchens im Hof der Goldschmiedewerkstatt entdeckt, gerät das Leben in der mittelalterlichen Stadt aus den Fugen. Schreckliche Gerüchte laufen auf den Märkten um, die Pest sei auf dem Weg nach Erfurt, die Strafe Gottes. Und die Juden seien an allem schuld. Rasend schnell schaukelt sich die Stimmung auf, die Volksseele kocht. Die Juden der Stadt und alle, die wie der junge Konrad und sein Meister freundschaftlich mit ihnen verkehren, müssen um ihr Leben fürchten. Mit beeindruckender Sprachgewalt und großer Detailkenntnis entwirft Henry Köhlert ein wirklichkeitsnahes, stimmiges Bild vom Leben in Erfurt kurz vor dem großen Pogrom von 1349. Dieser spannende Roman ist zugleich ein flammendes Plädoyer gegen Aberglaube und Fremdenfeindlichkeit, für Toleranz und Mitmenschlichkeit in schwerer Zeit.

Fazit: Manchmal zwar etwas zu detailliert, aber ansonsten ein wirklich gelungener, durchaus spannender und sehr gut recherchierter Roman, der hervorragend die Stimmung der damaligen Zeit einfängt.

— Bellexr

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  • Rezension zu "Der Hochzeitsring" von Henry Köhlert

    Der Hochzeitsring

    Tintenelfe

    29. July 2012 um 19:09

    Henry Köhler berichtet in seinem historischen Roman aus der Sicht Konrads, des stummen Lehrlings des Goldschmiedes Thomas von Weimar. Der Goldschmied und seine Gesellen fertigen gerade Schmuckstücke für die Hochzeit des Sohnes des reichen Juden Kalman von Wiehe, als erste Gerüchte der Pest aus den umliegenden Orten nach Erfurt gelangen. Konrad bewundert die filigranen Kunstwerke und freut sich, dass er helfen darf. Sein Lehrmeister führt ihn nicht nur in die Goldschmiedekunst ein, sondern nimmt ihn auch mit zu seinem jüdischen Freund und Geschäftspartner, wo Konrad staunend die jüdische Kultur kennenlernt. Doch Neid und Gier nutzen die Gerüchte in der Bevölkerung, die sich gegen die jüdische Gemeinde wendet und erste Verschwörungen brauen sich zusammen… Vollständige Rezension auf www.tintenhain.wordpress.com

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  • Rezension zu "Der Hochzeitsring" von Henry Köhlert

    Der Hochzeitsring

    Bellexr

    27. February 2012 um 19:36

    Die Angst vor der Pest und deren Folgen . Anfang des Jahres 1349 fertigt der Goldschmied Thomas von Weimar für den jüdischen Kaufmann Kalman von Wiehe einen Hochzeitsring an, ein wunderschönes, filigranes Stück. Während die Hochzeitsvorbereitungen in vollem Gange sind, findet der stumme Gehilfe des Goldschmieds im Hof die Leiche einer jüdischen Magd, die in den Diensten des Kaufmanns stand. Doch der Mord geht in der allgemeinen schlechten Stimmung der Stadt eher unter, denn die Pest zieht unaufhaltsam Richtung Erfurt. Immer mehr Gerüchte entstehen und immer mehr geraten die Juden in den Fokus dieser Gerüchte, schon bald wird ihnen die Schuld an der tödlichen Krankheit gegeben. Die jüdischen Einwohner wie auch ihre christlichen Freunde, darunter Goldschmied von Weimar und sein Gehilfe Konrad, müssen um ihr Leben fürchten. Gleichzeitig sehen die vermeintlich reichen Bürger der Stadt ihre Chance gekommen, sich ihrer Schulden bei den jüdischen Kreditgebern zu entledigen. . Anschaulich, interessant und sehr authentisch wirkend beschreibt Henry Köhlert, wie es zu der Verfolgung und Ermordung der Erfurter Juden kam. Von Frankreich her kommend zieht die Pest unaufhaltsam Richtung Erfurt. Je mehr Schreckensnachrichten durch fahrende Händler nach Erfurt gelangen, umso größer wird die Angst der Einwohner. Und schnell sind die Schuldigen für die verheerende Krankheit ausgemacht. Ein Jude hatte in einer anderen Stadt unter der peinlichen Befragung gestanden, dass Juden die Brunnen vergiften würden. So gelange die Seuche in die Stadt. . Da Juden auch im 14. Jahrhundert zumeist nur dem Beruf des Geldverleihers nachgehen konnten und viele Bürger durch Missernten der vergangenen Jahre hoch verschuldet waren, sahen diese natürlich nun eine gute Möglichkeit, sich schnell ihrer Schulden und den drückenden Zinszahlungen zu entledigen. Hinzu kam, dass viele Juden als sehr vermögend galten und hierin noch eine zusätzliche Geldquelle gesehen wurde. So dauert es auch nur wenige Wochen, bis sich auch in Erfurt- getrieben durch Neid und Missgunst - eine hohe Anzahl von Bürgern zusammenschließt und einen Anschlag gegen die Juden plant. Zumal ihnen dies in anderen Städten ja bereits vorgemacht wurde und es in Freiburg wie auch Straßburg bereits zu gewaltsamen Ausschreitungen kam, bei denen auch vor der Verbrennung jüdischer Einwohner nicht halt gemacht wurde. . Henry Köhlert erzählt sehr detailliert, anschaulich und in einer der damaligen Zeit angepassten Sprache zum einen das damalige Leben in der Stadt Erfurt mit seinen ganzen Entbehrungen, Gerüchen und Gewohnheiten. Dies gelingt ihm besonders anschaulich bei dem Besuch des Wochenmarktes von Konrad und seiner Liebsten Maria und einem anschließenden Rundgang durch die Stadt. Zum anderen zeigt er sehr plastisch auf, wie der Hass auf die jüdische Bevölkerung immer größere Ausmaße annimmt, die wildesten Gerüchte geschürt werden und der Aberglaube blüht. . Seinen Roman erzählt der Autor aus Sicht des jungen Gehilfen Konrad. Der stumme junge Mann geht bei Thomas von Weimar in die Lehre. Sein Meister legt mehr Wert auf seinen gesunden Menschenverstand als auf Aberglaube und Gerüchte und so verbindet von Weimar auch eine enge Freundschaft zum Juden von Wiehe. Allerdings gerät die Familie des loyalen, aufgeschlossenen Goldschmieds durch das immer schlechter werdende Ansehen der jüdischen Bevölkerung schon bald ebenfalls in den Fokus der Ausschreitungen. . Die Charaktere des Buches zeichnet der Autor sehr facettenreich und lebendig. Auch hier merkt man, dass Henry Köhlert viel Wert auf Details legt und so wirken alle Mitwirkenden authentisch und überzeugend in ihrem Verhalten. Gut fängt der Autor auch die wahrscheinlich damals vorherrschende Atmosphäre der Stadt Erfurt und die Ängste unter den Einwohnern ein, sodass man hierdurch durchaus nachvollziehen kann, wie es letztendlich zu den fürchterlichen Ausschreitungen und den Morden unter der jüdischen Bevölkerung kam. . Fazit: Manchmal zwar etwas zu detailliert, aber ansonsten ein wirklich gelungener, durchaus spannender und sehr gut recherchierter Roman, der hervorragend die Stimmung der damaligen Zeit einfängt.

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  • Rezension zu "Der Hochzeitsring" von Henry Köhlert

    Der Hochzeitsring

    martina_turbanisch

    23. September 2011 um 08:34

    Konrad lebt und arbeitet im Hause des Goldschmiedes Thomas von Weimar, der den von Geburt an stummen Jungen schon sehr früh zu sich nahm. Konrad verehrt und bewundert seinen Meister und dessen Arbeit und wünscht sich irgendwann einmal genauso kunstvollen Schmuck herzustellen wie dieser. Als Konrad an einem bitterkalten Morgen die Leiche einer jungen Frau, versteckt unter einer Schneewehe, entdeckt, ahnt er noch nicht, wie sehr dieser Fund sein Leben und das Leben aller die ihm wichtig sind verändern wird. Die junge Frau gehörte zum Haushalt von Kalman von Wiehe, einem jüdischen Händler, der bei Thomas von Weimar den Hochzeitsring für die bevorstehende Heirat seines Sohnes in Auftrag gegeben hat. Ihre Leiche ist schrecklich verunstaltet und von blauen Flecken übersät. Nach und nach verbreitet sich das Gerücht, das Mädchen sei nicht ermordet worden, sondern an der Pest gestorben, die in weiten Teilen des Landes grassierte. Schuld daran, dass die Pest nun auch nach Erfurt gekommen sei, seien die Juden und nach und nach schaukelt sie die Stimmung in der Erfurter Bevölkerung immer weiter hoch. Aber nicht nur die Juden, sondern auch alle die, die sich in Freundschaft mit ihnen verbunden fühlen müssen fortan um ihr Leben fürchten. Auch Konrad, sein Meister und dessen Familie können dem immer weiter um sich greifendem Hass und der Gewalt nicht entkommen. Mein Fazit Eine wirklich beeindruckende und sehr detailreiche Schilderung des mittelalterlichen Lebens und Arbeitens. Der Hochzeitsring ist in der Zeit kurz vor dem Erfurter Progrom 1349 angesiedelt und bietet eine Erklärung dafür, dass ein reicher jüdischer Kaufmann all seinen Schmuck, inklusive eben des Hochzeitringes, in der Mauer seines Hauses verstecken musste. Entdeckt wurde dieser Schatz 1998 zufällig bei Bauarbeiten. Die vielen kleinen Einzelheiten über das Leben in dieser Zeit, vom Arbeiten über das Einkaufen bis hin zu den Schwierigkeiten eines jungen, verliebten Mannes ließen mich schnell in das Erfurt des Mittelalters eintauchen. Die allgegenwärtigen Ratten und die aus heutiger Sicht verheerenden hygienischen Verhältnisse ließen mir schon manchmal die Haare zu Berge stehen, anders als die gelegentlichen pubertären Überlegungen Konrads, die schon eher zum Schmunzeln waren. Eher bedrückend empfand ich die Schilderung, wie aus einem Geflecht aus Gerüchten, Unwissenheit, Angst und Neid ein derartiger Fremdenhass entstehen kann, das er eben zu solchen Auswüchsen wie dem Erfurter Progrom führen kann. Leider ist knapp 600 Jahre später ja erneut unter Beweis gestellt worden das so etwas genau so wieder funktioniert und bis heute scheinen wir uns, zumindest darin, kaum von unseren Vorfahren aus dem Mittelalter zu unterscheiden. Hin und wieder habe ich manche Passagen als etwas langatmig empfunden, aber vielleicht lag es auch daran, dass ich immer möglichst schnell wissen wollte, wie es weitergeht :-) Auf jeden Fall ist dieses Buch wirklich für alle empfehlenswert die sich mit Geschichte und geschichtlichen Ereignisse gern in intelligenter und unterhaltsamer Form beschäftigen.

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