Henry Kolarz

 3.8 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Die Gentlemen bitten zur Kasse, Kalahari und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Henry Kolarz

Kalahari

Kalahari

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Erschienen am 25.08.2017
Die roten Elefanten : Roman.

Die roten Elefanten : Roman.

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Erschienen am 01.01.1981
Die Gentlemen bitten zur Kasse

Die Gentlemen bitten zur Kasse

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Erschienen am 09.02.2018
Die Gentlemen bitten zur Kasse

Die Gentlemen bitten zur Kasse

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Erschienen am 14.01.2011
Kalahari

Kalahari

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Erschienen am 01.02.1985
Morgen wirst du gegrillt, Jimmy!

Morgen wirst du gegrillt, Jimmy!

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Erschienen am 01.02.1988
Der Tod der Schneevögel

Der Tod der Schneevögel

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Erschienen am 01.04.1985

Neue Rezensionen zu Henry Kolarz

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Rezension zu "Die Gentlemen bitten zur Kasse" von Henry Kolarz

Kein Job für Kaninchen
SalanderLisbethvor 7 Monaten

Dickes Ding – kein Job für Kaninchen

Am 8. August 1963 ging in Großbritannien der wohl spektakulärste Postzugraub aller Zeiten über die Bühne. Nach generalstabsmäßiger Planung und Durchführung brachte es den Tätern die Rekordsumme von über zwei Millionen Pfund ein. Und es war ausgerechnet der schmächtige, armselige Twinky, der in einem Pub in Whitechapel dem stets sorgfältig gekleideten Archibald Arrow die folgende Idee unterbreitete:

Täglich werden mit dem Postzug ihrer königlichen Majestät von England größere Mengen abgenutzter, nicht notierter Scheine im Werte von ca. zwei Millionen Pfund von Glasgow nach London gebracht, um dort vernichtet zu werden. Während der neunstündigen Fahrt sind keine Reisende an Bord, nur Pakete und Briefe sowie siebzig bis achtzig Mann unbewaffnetes Personal. Für seinen Tipp beansprucht Twinky einen Anteil von 10 %.

Der sieben Mal vorbestrafte Arrow, Inhaber eines Friseursalon ist erst skeptisch, dann zieht er den Ganoven Michael Donegan ins Vertrauen. Dieser wird von allen nur „der Major“ genannt. Sein Antiquitätengeschäft, dass er zusammen mit seinem Schwager Geoffrey Black führt, hat einen guten Ruf und die wenigsten Kunden wissen, dass er bereits drei Mal im Gefängnis saß. Er ist ein großer Stratege, der sich nicht mit kleineren Diebstählen abgibt. Denn eins ist klar: Der Postzugraub „…ist ein dickes Ding und kein Job für Kaninchen!“

Archy und der Major stellen eine Bande zusammen und die illustre Runde trifft sich im East End Club. Dabei sind unter anderen Harry McIntosh, der sich mit der Herstellung von falschen Portraits für Touristen über Wasser hält. Weiter Ronald Cameron, ein ehemaliger Funker und Bankräuber, dann Andrew Elton, nach jahrelangem Gefängnisaufenthalt als Buchmacher auf der Hunderennbahn tätig. Patrick Kinsey ist Perückenmacher und der immer gut gekleidete Thomas Webster, Teilhaber eines Wettbüros. Zum Schluss noch George Slowfoot, ein Rennfahrer mit den Allüren eines Playboys und vielen Vorstrafen.

Die Truppe braucht noch einen Spezialisten, der sich mit Eisenbahnsignalen auskennt. Donegan erfährt durch Mona, einer alten Freundin, der er viel zu verdanken hat, von dem Elektriker Walter Lloyd. Da dieser zu den Fulham Boys gehört und das keine gute Gegend ist, lässt der Major ihn durch einen Privatdetektiv checken. Dabei stellt sich raus, dass Lloyd ein ordentlicher Mann mit nur drei Vorstrafen wegen Einbruchs ist. Der einzige Haken dabei ist, dass er neben einem vollen Anteil noch zwei seiner Leute, nämlich seinen Schwager Alfred Frost und Arthur Finegan, mit ins Geschäft nimmt.


Betriebskapital muss her

Um Streitigkeiten zu vermeiden, wird vereinbart, dass für den Job und alle Vorbereitungen „der Major“ das Sagen hat, für alles Weitere ist dann Archy der Boss. Die Gentlemen benötigen ca. 50.000 Pfund für die Vorbereitungen und so wird ein älterer Plan in die Tat umgesetzt. Der Gehaltstransport der Airport- Angestellten soll auf dem kurzen Weg von der Bankfiliale zu dem Bürogebäude am Londoner Flughafen überfallen werden. So macht sich eines Morgens um 9 Uhr eine kleine Mannschaft mit acht Mann, Slowfoot am Steuer, mit falschen Schnurrbärten, Bartkoteletten und Perücken auf den Weg. Alles läuft wie am Schnürchen. Kurz vor dem Überfall ziehen sich alle Strumpfmasken über den Kopf. Die uniformierten Wachleute werden überrumpelt, die Geldkassette an sich genommen und Augenzeugen mit Regenschirmen bedroht. Unglücklicherweise gibt der gekränkte Twinky, nachdem er einen Vorschuss nicht bekommt, anonym einen Tipp an die Polizei. Danach haben die Gentlemen vor Scotland Yard keine Ruhe mehr, es kann Ihnen aber nichts bewiesen werden.


Der große Plan

Die Gentlemen beginnen mit der Ausarbeitung der Details anhand einer genauen Abbildung einer Modelleisenbahn in Kinseys Keller. Der Plan sieht vor, die Lok mit dem Geldwaggon vom Rest des Zuges abzuhängen. An einer Brücke soll der Geldwaggon aufgebrochen und blitzschnell entladen werden. Lloyd findet einen alten Rangierlokführer, dem er weismacht, es ging um eine Wette und dieser zeigt ihm die nötigen Handgriffe, um die Waggons auseinanderzukoppeln.

Bis zum Überfall müssen sich alle unauffällig verhalten und für den Tag einwandfreie Alibis besorgen. Arrow kauft ein einsames Landhaus in der Nähe von Oakley, wo die vierzehn Männer sich ungestört bei blickdichten Vorhängen aufhalten können. Tag und Nacht werden Handschuhe getragen und der Major verbietet allen den Gebrauch von Schusswaffen. Cameron beschafft, das heißt, er stiehlt, zwei Range Rover und einen 3-Tonner.


Die Weichen sind gestellt

Niemand ahnt, dass an diesem Tag ein ungewöhnlich hoher Betrag auf die Reise geschickt wird. Mit Walkie-Talkies, in Drillich-Anzügen und Wollmützen über dem Kopf machen sich die Männer auf den Weg. Lloyds Aufgabe ist es, die Telefondrähte zu den Farmhäusern abzukneifen und das Signal umzustellen.

Als der Postzug kurz an der Signalbrücke stoppt, springen sie mit Eisenstangen hervor und überwältigen das Personal. Der sich heftig wehrende Lokführer muss niedergeschlagen werden und wird dann gezwungen, die Lok bis zur Brücke zu fahren. Mit Brechstangen wird die verschlossene und versiegelte Waggontür geöffnet. Die Postsäcke werden auf den 3-Tonner geladen und dann fahren die drei Wagen ohne Licht davon.


Fazit:

Hier endet das 50-minütige Hörspiel und man erfährt nichts über die weiteren Vorkommnisse. Sind die Gentlemen davongekommen? Das Hörbuch nach einer Bearbeitung von Hörspielregisseur Sándor Ferenczy ist sehr komprimiert und hätte für mich noch länger gehen können. Trotzdem wird sehr flott und nachvollziehbar über den tatsächlich größten Zugraub der britischen Kriminalgeschichte berichtet. Ich habe den Inhalt des kurzweiligen Hörbuchs sehr ausführlich wiedergegeben, damit man einen kleinen Eindruck von der Sprache bekommt.

Das Hörspiel, nach einem Bericht des Sternreporters  Henry Kolarz  im Jahr 1968 konzipiert, hat nichts von seinem Charme verloren und kommt ohne große Brutalitäten aus. Das ist sicherlich dem Stil der kultivierten Gentlemen-Gangster geschuldet. Der Hörer lauscht abwechselnd einem Erzähler, der durch die Geschichte führt und dem Blickwinkel des Hauptakteurs Donegan, der rückblickend seine Geschichte schildert. Neben der Untermalung mit Geräuschen und dem für die damalige Zeit typisch reduzierten Soundtrack punktet der Krimi mit viel Humor in den Dialogen, die das Hörspiel sehr lebendig machen und dem Hörer das Gefühl geben, mit dabei zu sein.

Unter anderen spricht Horst Tappert den kühlen Strategen „Major“. Bevor Tappert international als Oberinspektor Stephan Derrick bekannt wurde, hatte er seinen Durchbruch bereits 1966 im Fernsehen mit "Die Gentlemen bitten zur Kasse". Der legendäre Krimi-Dreiteiler ist genau wie das Hörspiel an die wahren Begebenheiten des Postzugraubs angelehnt.


Randnotizen

Der „Major“, in der Realität Bruce Reynolds, hielt sich nach mehreren Gefängnisaufenthalten als Buchautor und mit Interviews über Wasser und überreichte 1998 den Fernsehpreis "Telestar" an seinen deutschen Darsteller Horst Tappert. Er verstarb 2013, genau wie der für mich bekannteste Postzugräuber Ronald Biggs, der im Hörbspiel durch Arthur Finegan, einen der Fulham Boys dargestellt wird.

Funfact: Der Tag des legendären Postraubzugs, der 8. August 1963, war Ronald Biggs 34. Geburtstag!

AdR: Die Bande erbeutete £ 2.631.684. Das sind nach heutigem Wert etwa 49 Millionen Pfund Sterling bzw. 56 Millionen Euro!

Kommentare: 2
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Daniel_Allertseders avatar

Rezension zu "Die Gentlemen bitten zur Kasse" von Henry Kolarz

Ein sehr gutes Hörspiel!
Daniel_Allertsedervor 10 Monaten

Meine Meinung

»Die Gentlemen bitten zur Kasse« ist ein Bericht über den spektakulärsten und aufsehenerregendsten Postraub der britischen Kriminalgeschichte. Vertont von bedeutungsvollen Sprechern und Schauspielern, von denen sogar einer, Horst Tappert selbst, der den Part des Donegan übernahm, bei der TV-Produktion von 1966 den »Major« Michael Donegan spielte – somit bietet uns dieses Hörspiel eine Vielzahl erfahrener Stimmen und ein ausgereiftes Repertoire an Männern (und ja, ist nur eine Frau mit dabei).

Das Hörbuch erzählt galant und detailliert über den bemerkenswertesten und größten Postraub in der Geschichte der britischen Kriminalgeschichte. Wir hören nicht nur die Originalstimmen aus der Produktion von 1968, sondern auch – da die Produktion ja ein Hörspiel ist – stimmungsvolle Musik und atmosphärisch in die Zeit passende Soundtracks. Zudem faszinierte mich auch die Art des Hörspiels – eine elegante und selbstverständliche Position der Charaktere zum geplanten Überfall, ein sehr interessantes Gespräch zwischen den handelnden Figuren und immer wechselnde Perspektiven der bevorstehenden Mission. Ich fühlte mich tatsächlich zurückversetzt ins Jahr des Verbrechens, war sozusagen »live« mit dabei, denn die Atmosphäre ermöglichte mir als Hörer, Donegan, Arrow, Twinky, Kinsey, Black und wie sie alle heißen, über die Schulter zu schauen und mitzuhören, was sie aushacken. Eine sehr gute, fünfzigminütige Produktion mit erfahrenen Stimmen und einer sehr interessanten Story!

Fazit

 

»Die Gentlemen bitten zur Kasse« ist ein kurzweiliges Hörspiel über den bekanntesten Postraub der britischen Kriminalgeschichte – atmosphärisch perfekt mit stimmungsvoller Musik und angenehmen Stimmen.

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Feverbrains avatar

Rezension zu "Kalahari" von Henry Kolarz

Rezension zu "Kalahari" von Henry Kolarz
Feverbrainvor 7 Jahren

Es geht in dem Buch um den Unabhängigkeitskampf in Afrika in den 70ern von dem Hintergrund des Kalten Kriegs. Konkret wird ein junger deutscher Entwicklungshelfer zufällig in die Geschichte des Freiheitskmäpfer Tutuma eingebunden, der Rhodesien von der weißen Herrschaft befreien will und so gegen die Südafrikaner und deren Geheimdienst BOSS agieren muss. Um den Kampf zu finanzieren, stiehl Tutuma eine Lieferung von Diamanten, mit welchen er Waffen von der Russen kaufen möchte. Allerdings verläuft der Coup nicht reibungslos und Tutuma muss in der Kalahari abspringen, wo er dann Dieter Hahn, den deutsche Entwicklungshelfer, zufällig trifft. Danach beginnt eine Odysee, bei welcher Tutuma zurück zu seiner Gruppe finden will, die allerdings in der Zwischenzeit bereits von einem anderen Kämpfer dominiert wird.

Es war eine "naja" Lektüre: nicht ganz schlecht, aber auch nicht hinreißend - vor allem das Ende hätte ein wenig spektakulärer ausfallen sollen. Es erschien so ein wenig überhektisch abgebrochen. Man hätte gerne noch mehr vom Schicksal der Hauptpersonen erfahren.

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