Henry Marsh

 4.5 Sterne bei 22 Bewertungen

Lebenslauf von Henry Marsh

Henry Marsh ist einer der renommiertesten Hirnchirurgen Englands und arbeitet als Consultant Neurosurgeon am Atkinson Morley’s / St. George’s Hospital in London. Vor seinem Medizinstudium am Royal Free Hospital in London hat er Wirtschaft, Politik und Philosophie in Oxford studiert. Mit einer von ihm gegründeten Stiftung operiert Marsh häufig in der Ukraine, wo er sich Patienten widmet, die sonst ohne ärztliche Hilfe blieben. Über ihn und seine Arbeit sind zwei preisgekrönte TV-Dokumentationen gedreht worden. 2010 wurde ihm der britische Verdienstorden verliehen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Henry Marsh

Cover des Buches Um Leben und Tod (ISBN:9783328100676)

Um Leben und Tod

 (22)
Erschienen am 13.03.2017

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Rezension zu "Um Leben und Tod" von Henry Marsh

Unglaublich, faszinierend und ein bisschen unheimlich
geschichtsmagievor 6 Monaten

Die letzte Woche hat mich im Leben als Medizinstudentin zusätzlich als Input das Buch „Um Leben und Tod“ von Dr. Henry Marsh begleitet – am 13.03.2017 im Spiegel Buchverlag erschienen umfasst es 368 Seiten – und jede einzelne davon hat mich zutiefst beeindruckt.


Wie arbeitet ein Hirnchirurg? Wie fühlt es sich an, in das Organ zu schneiden, mit dem Menschen denken und träumen? Und wie geht man damit um, wenn das Leben eines Patienten von der eigenen Heilkunst abhängt? Operationen am Innersten des Menschen sind immer mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Henry Marsh, einer der besten Neurochirurgen Großbritanniens, erzählt beeindruckend offen, selbstkritisch und humorvoll von den Ausnahmesituationen, die seinen Arbeitsalltag ausmachen. Seine Geschichten handeln vom Heilen und Helfen, vom Hoffen und Scheitern, von fatalen Fehlern und von der Schwierigkeit, die richtige Entscheidung zu treffen.


Als ich „Um Leben und Tod“ das erste Mal bei studylikegranger auf ihrem Instagramprofil gesehen habe, wusste ich sofort: Das muss ich lesen! Und ich wurde nicht enttäuscht.

Der Untertitel „Ein Hirnchirurg erzählt vom Heilen, Hoffen und Scheitern“ fasst die Thematik des Buchs besser zusammen, als ich es je könnte. Jedes der 25 Kapitel startet mit einer Krankheit (vor allem Gehirntumore) oder einem Symptom in der Überschrift: Oligodendrogliom, Tic douloureux oder dergleichen. Und passend dazu wird dies in dem Kapitel durch einen bestimmten Patient, eine bestimmte Operation oder „Schlüsselereignisse“ in Henrys Arztleben verdeutlicht. Allein diese Gliederung hat mir persönlich unheimlich gut gefallen, da man Neues, Faszinierendes über das menschliche Gehirn lernt und gleichzeitig in jedem Kapitel miträtseln konnte, bei wem denn nun das Oligodendrogliom auftritt und wie das Ganze endet.

Aber ist das Buch denn nur etwas für Medizinstudenten, Ärzte oder diejenigen, die es mal werden wollen? Im Gegenteil. Durch viele Erklärungen zwischendurch, die aber keineswegs ausarten, ist „Um Leben und Tod“ sehr verständlich geschrieben und gerade wegen der Thematik würde ich sagen, dass das Buch gerade Nicht-Mediziner anspricht. Die zusammengefasste Botschaft ist nämlich: Ärzte sind keine Götter in Weiß – sie irren, sind menschlich, machen fatale Fehler, treffen richtige und falsche Entscheidungen und sie haben auch keine Kontrolle über Zufälle, Schicksal (?).

So erfährt man in diesem Buch erstaunlich gut, wie es ist, ein Neurochirurg zu sein. Plötzlich versucht man als Leser selbst, die schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen, rechtfertigt sich zusammen mit dem Arzt, warum der Patient nicht gerettet werden konnte, … Gerade manche Kapitel, manche Patientengeschichten, sind mir dabei emotional sogar sehr nahe gegangen.

Alles in allem habe ich mit „Um Leben und Tod“ (das Motto der Hirnchirurgen: ein Leben durch eine OP zerstören oder vielleicht doch noch ein paar Jahre herausholen?) wichtige Lektionen für mich und meine Zukunft als Studentin gelernt. Gerade dadurch, dass Henry Marsh so schonungslos über seine eigene Person und seine begangenen Fehler schreibt, konnte ich sehr viel aus dem Buch mitnehmen, wie ich später mal mit der ganzen Thematik umgehen möchte.

Abgesehen von „Heilen, Hoffen und Scheitern“ führt einen dieses Buch natürlich ein in die faszinierende, ein klein wenig unheimliche, aber vor allem unglaubliche Welt des wichtigsten Organgs: das Gehirn. Hierbei wird der Leser auch selbst zum Nachdenken angeregt. Ist unsere Seele, unser Bewusstsein etwa nur ein Zusammenspiel aus etlichen Nervenzellen und elektrischen Signalen? Es scheint immer wieder unbegreiflich zu sein, dass all diese Gedanken, die ich in gerade diesem Moment formuliere, lediglich von dieser grauen, wackelpuddingartigen Masse stammen sollen.

Zusammengefasst möchte ich nur sagen: Lest dieses Buch, mein neuestes Jahreshighlight! Man fängt an, sich mit Dingen zu beschäftigen, die im normalen Alltag total untergehen. Der Arzt wird für den Leser plötzlich zu einem normalen Menschen; eine Lektion, die auch ich immer wieder verinnerlichen muss, und vieles mehr. „Um Leben und Tod“ wird für jedermann eine großartige Lektüre sein.

Vielen Dank an den Spiegel-Buchverlag und die Betreiber des Bloggerportals für dieses tolle Rezensionsexemplar! ♥
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass
niemand meine Meinung erkauft.

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Rezension zu "Um Leben und Tod" von Henry Marsh

Rezension zu "Um Leben und Tod"
Zsadistavor 2 Jahren

„Um Leben und Tod – Ein Hirnchirurg erzählt vom Heilen, Hoffen und Scheitern“ ist ein Buch aus der Feder des Autors Henry Marsh.

Der Autor selbst ist Hirnchirurg und erzählt aus dem Leben seiner Arbeit.

Das Buch war im Großen und Ganzen schon sehr interessant. Henry Marsh eröffnet dem Leser Einblicke in eine Welt, in die man so nicht hineinsehen kann. Ich fand die Arbeit so schon interessant geschildert und faszinierend.

Auf der anderen Seite fand ich das Buch auch sehr befremdlich. Ich fand es manchmal nicht angebracht, wie der Autor seine Wort zu Blatt gebracht hat.

So zum Beispiel direkt am Anfang auf Seite 14: „Oft ist es ohnehin besser, der Krankheit ihren natürlichen Lauf zu lassen und überhaupt nicht zu operieren.“ Da kann man sich fragen, ob der Herr denn auch den richtigen Beruf ergriffen hat oder ob es nur des Geldes wegen gewesen war. Oder was den Chirurgen bewegt, eine Krankheit einfach Krankheit sein zu lassen, obwohl man sie vielleicht operieren könnte. Vielleicht hätte da ein etwas präziseres Ausdrücken gut getan, denn dem Leser, der nicht selbst Hirnchirurg ist, könnte diese Aussage wirklich nicht angebracht erscheinen.

Auch recht seltsam mutet der Rückblick in seine Vergangenheit. Die Erzählung, dass er in seiner Ausbildung darauf wartete und es auch genoss, wenn der Operateur mit Blutmassen zu kämpfen hatte. Da könnte ich mich wirklich glatt fragen, hätte der gute Herr nicht besser Metzger lernen sollen.

Ich war mir auch nicht sehr klar darüber, ob das nun zur Aufheiterung des ansonsten schweren Stoffes dienen sollte oder ob dies ernst gemeinte Interessen des Autors waren.

Auch wenn das Buch von anderen Lesern gerne hoch gelobt wird und es sich wohl auch um einen Spiegel Bestseller handelt, was auch nicht überrascht, ist der herausgebende Verlag doch auch der Spiegel Buchverlag, konnte mich das Werk nicht wirklich überzeugen.

Mit viel gutem Willen vergebe ich hier noch 3 Sterne. Aber nur, weil ich den eigentlichen Inhalt in Sachen Hirnchirurgie sehr interessant gefunden habe. Man muss den Rest eben etwas ausblenden und nicht so genau hinterfragen oder darüber nachdenken. 

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Rezension zu "Um Leben und Tod" von Henry Marsh

Gott in Weiß oder Mensch? Warum nicht beides.
AnnieLovesTheSkyvor 2 Jahren

Der Neurochirurg Henry Marsh beschreibt Krankheitsfälle aus seinem Alltag und lässt den Ottonormalverbraucher ein wenig hinter die Kulissen eines Krankenhauses blicken. Der Leser wird zudem über Fälle, die ihn in seiner Laufbahn beeinflusst haben, ins Bild gesetzt und auch an medizinischen Erklärungen mangelt es nicht. Diese sind, meiner Meinung nach, manchmal zu detailliert, was aber meiner geringen Schmerzgrenze zu schulden ist.
Da ich kein Fan von Krankenhausgeschichten bin, ging ich zwar interessiert, ob des Hintergrundes dieses Buches, dennoch auch skeptisch, wie langweilig es werden könnte, an die ganze Sache heran. Marsh hat mich erstaunlicherweise sofort in seinen Bann gezogen. Krankenhausärzte werden allgemeinhin als unnahbar angesehen, wirkliche "Götter in Weiß", deren Fähigkeiten oftmals über Leben und Tod entscheidet. Marsh schafft es anscheinend mühelos, seine Tätigkeit von verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und damit sowohl den Alltag aus der Sicht eines Arztes, eines Patienten und eines Menschen zu schildern.
Ein wirklich außergewöhnliches Buch, das zeigt, dass Ärzte sich vielleicht eine gewisse Arroganz erlauben können, aber es niemals übertreiben dürfen, denn wir sind alle "nur" Menschen. Auch Ärzte sind von gesundheitlichen Rückschlägen nicht befreit.

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