Henry Roth Ein Amerikaner

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Inhaltsangabe zu „Ein Amerikaner“ von Henry Roth

Die große Wiederentdeckung aus Amerika
'’Ein Amerikaner’ liest sich wie das Kaleidoskop einer Reise durch die Seele Amerikas, ein unabwendbares Schicksal, derart reich an Entdeckungen und Kontrasten, dass Roths moderne Interpretation des wandernden Juden selbst Tocqueville geblendet zurückgelassen hätte.' Los Angeles Times
Henry Roth, der 1995 starb, hatte eine ungewöhnliche Schriftstellerkarriere. Sein erster Roman 'Nenn es Schlaf' (1934) wurde in Amerika zu einem großen Erfolg und zum Klassiker. Es folgten sechs Jahrzehnte der Schreibblockade, bis er mit über achtzig Jahren nach dem Tod seiner Frau zum Schreiben zurückkehrte und in einem Schaffensrausch Tausende von Manuskriptseiten verfasste, die später in einen vierbändigen Romanzyklus einflossen. Romanheld und Alter Ego in all seinen Werken ist die jüdisch-amerikanische Figur des Ira Stigman, dessen Lebens- und Leidensweg fast ein ganzes Jahrhundert umfasst. 'Ein Amerikaner' ist der krönende Abschluss seines Werks, in dem Roth nicht nur die dreißiger Jahre in Amerika wiederaufleben lässt, sondern auch seiner Ehefrau, der Pianistin und Komponistin Muriel Parker, ein Denkmal setzt.

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  • Rezension zu "Ein Amerikaner" von Henry Roth

    Ein Amerikaner

    bücherelfe

    27. April 2012 um 19:26

    Mit seinem Erstlingsroman „Nenn es Schlaf“ hatte Henry Roth im Jahr 1934 grossen Erfolg Er beschreibt die Kindheit von einem Sohn jüdisch-galizischer Immigranten der armen New Yorker East Side. Es soll unverkennbar autobiografische Züge tragen. Das Buch gehört heute zu den Klassikern der amerikanischen Literatur. Eine scheinbar echte Lücke in meiner bisherigen Lesekarriere. Sie wird auf jeden Fall noch geschlossen werden. Nach „Nenn es Schlaf“ folgten sage und schreibe sechzig Jahre Schreibblockade. Wohl der Alptraum aller Schriftsteller. Erst mit über achzig fliessen wieder Geschichten aus seiner Feder. „Ein Amerikaner“ stammt aus seinem Nachlass. Es wurde posthum von einem Redakteur des New Yorker bearbeitet und veröffentlicht. Auch Roth‘s Alter Ego, der leidlich erfolgreiche Schriftsteller, Ira Stigman, leidet in „der Amerikaner“ unter einer Schreibblockade. Er lässt sich von seiner Freundin, Edith, selber eine Dichterin, aushalten. Er hofft, die richtige Umgebung könnte die Worte wieder fliessen lassen und begibt sich in die Künstlerkolonie „Yaddo“. Dort trifft er die Pianistin, „M“ hinter der sich wohl Muriel Parker, Roth‘s zweite Ehefrau verbirgt. Edith endgültig verlassen kann er nur mit einem heftigen Schnitt. Mit dem Ziel, Drehbuchschreiber zu werden, reist er nach New York. Ganz neue Seiten des Lebens lernt er kennen: Armut. Es sind die späten dreissiger Jahre. Im vorliegenden Buch geht es um eine ganz grosse Liebe einerseits und um Versagensängste andererseits. _„Ira meinte, über ein gewisses Prisma zu verfügen, das einfarbiges Licht in ein betörendes Spektrum brechen konnte."- Die Geschichte liest sich nicht flüssig und ich bin etwas unschlüssig, ob sie mir als ganzes gefällt. Fakt ist, dass einzelne Kapitel begeistern. So zum Beispiel die Begegnung mit „M“ und die Trennung von Edith. _„Hast du überhaupt nur die allerkleinste Ahnung davon, was für einen grauenvollen Fehler du machst?“_ *Fazit: Etwas unschlüssig schwanke ich zwischen Begeisterung und Verwirrung. Wie dem auch sei,, "Nenn es Schlaf" steht jetzt weit oben auf meiner Wunschliste.*

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  • Rezension zu "Ein Amerikaner" von Henry Roth

    Ein Amerikaner

    WinfriedStanzick

    15. August 2011 um 09:24

    Er wird mit Saul Bellow, John Updike und Philip Roth schon lange von der Literaturkritik in eine Reihe gestellt, obwohl er längst nicht so bekannt geworden ist: der 1995 verstorbene amerikanisch-jüdische Schriftsteller Henry Roth. Schon 1934 war er als junger Mann mit einem Schlag mit seinem ersten Roman „Nenn es Schlaf“ bekannt geworden. Doch dann hörte man nie wieder etwas von ihm. Nach vielen Jahrzehnten war seine Schreibblockade auf einmal vorbei und Henry Roth schrieb wie im Rausch Tausende von Manuskriptseiten, aus denen dann von seinen Nachlaßverwaltern nach seinem Tod 1995 ein insgesamt vierbändiger Romanzyklus mit dem Titel „Mercy of a Rude Stream“ veröffentlicht wurde. Der hier vorliegende Roman „Ein Amerikaner“ ist das letzte Werk aus Henry Roths Nachlass, wie alle seine anderen Romane auch ist das Buch autobiographisch geprägt. Sein Romanheld und Alter Ego Ira Stigman, wie Roth selbst jüdischer Schriftsteller, verliebt sich während eines Besuchs einer Künstlerkolonie in die Pianistin M. und verlässt seine langjährige Geliebte und Mentorin Edith. Immer wieder versucht er, seine Kreativität wieder zu finden: „Phasen des Flehens wechselten mit Phasen der Verbitterung, gefolgt von liebevoller Besorgnis und Einsicht. Was würde aus seinem Schreiben werden? Ob ihm klar sei, dass die Art Beziehung, die er so töricht war einzugehen, das Ende seiner Kunst bedeute?“ Immer wieder drehen sich die Gedanken Ira Stigmans um seine Identität, er ist voller Zweifel. Doch Henry Roth kreist mit seinem Alter Ego nicht nur um sich selbst, sondern, ähnlich wie auch in seinen anderen Romanen, fängt er mit seinen Geschichten wesentliche Stücke und Abschnitte amerikanischer Zeitgeschichte ein. Ein Grund, warum man ihn sicher noch lange zu den großen Autoren der USA zählen wird, dessen Bücher sicher auch bei uns eine Renaissance erfahren werden.

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  • Rezension zu "Ein Amerikaner" von Henry Roth

    Ein Amerikaner

    Boris

    13. June 2011 um 10:52

    Ich freute mich wie ein kleines Kind, als in meiner Buchhandlung sah, dass es tatsächlich im Nachlaß von Henry Roth noch etwas gab. Die letzten beiden Bände der "Mercy"-Tetralogie waren ja schon posthum erschienen. Ira Stigman ist wieder da. Das Alter Ego von Roth, dessen Kindheit und Jugend in der Tetralogie so ausführlich und unvergleichlich genau beschrieben wurde. Ira ist inzwischen Anfang 30ig, hat seinen ersten Roman veröffentlicht und kämpft mit dem nächsten Roman, bzw.mit Kurzgeschichten. Er trennt sich von seiner Mentorin Edith, verliebt sich in seine zukünftige Frau M, zieht nach Kalifornien, versucht trampend und auf Güterzügen zurück nach New York zu kommen, heiratet dort angekommen M. So könnte man die Handlung kurz zusammenfassen. Man merkt dem Buch an, das es aus einem großen Manuskriptstapel "zusammengebastelt" ist. Es wirkt nicht so "zwingend" wie die Tetralogie. Springt manchmal sehr, verliert Fäden, die nicht mehr aufgenommen werden. Trotzdem habe ich das Buch verschlungen und finde es sehr schade, Ira Stigman nun zu verlassen. Kann allen Lesern nur die Tetralogie ans Herz legen. Ohne diese Bände erschließt sich vieles nicht. Aber wenn man diese gelesen hat, muß man auch das letzte Buch dieses ganz Großen der amerikanischen Literatur des letzten Jahrhunderts lesen.

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