Henryk M. Broder

 3.7 Sterne bei 41 Bewertungen
Autor von Hurra, wir kapitulieren!, Kritik der reinen Toleranz und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Henryk M. Broder

Henryk M. Broder, geboren 1946 in Kattowitz/ Polen, ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Seine Hauptthemen sind Judentum, Islam, Nationalsozialismus und die deutsche Linke. Broder schreibt für die "Welt" sowie für den politischen Blog "achgut.com". Er lebt in Berlin und Virginia/USA.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Henryk M. Broder

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Cover des Buches Hurra, wir kapitulieren! (ISBN: 9783570550472)

Hurra, wir kapitulieren!

 (36)
Erschienen am 05.11.2007
Cover des Buches Kritik der reinen Toleranz (ISBN: 9783570550892)

Kritik der reinen Toleranz

 (16)
Erschienen am 10.08.2009
Cover des Buches Vergesst Auschwitz! (ISBN: 9783813504521)

Vergesst Auschwitz!

 (6)
Erschienen am 08.03.2012
Cover des Buches Die letzten Tage Europas (ISBN: 9783813505672)

Die letzten Tage Europas

 (4)
Erschienen am 26.08.2013
Cover des Buches Die Irren von Zion (ISBN: 9783423307383)

Die Irren von Zion

 (4)
Erschienen am 01.10.1999
Cover des Buches Gebt den Juden Schleswig-Holstein! (ISBN: 9783442102297)

Gebt den Juden Schleswig-Holstein!

 (4)
Erschienen am 21.06.2011
Cover des Buches Das ist ja irre! (ISBN: 9783328101161)

Das ist ja irre!

 (3)
Erschienen am 10.07.2017
Cover des Buches Entweder Broder - Die Deutschland-Safari (ISBN: 9783813504217)

Entweder Broder - Die Deutschland-Safari

 (3)
Erschienen am 04.11.2010

Neue Rezensionen zu Henryk M. Broder

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Rezension zu "Hurra, wir kapitulieren!" von Henryk M. Broder

Brüder und Schwestern im Geiste
R_Mantheyvor 5 Jahren

Henryk M. Broder gehört zu den scharfsinnigsten Autoren in Deutschland. Mit einer einfachen Fragestellung oder einem simplen Vergleich, der genau den wunden Punkt trifft, entlarvt er mit einer schlafwandlerischen Sicherheit die vermeintlichen Lebenslügen des politischen Establishments und des Beifall klatschenden Fußvolkes. Seine ironischen Texte zu lesen, ist ein intellektueller Genuss. Dieses Buch wird nun bald zehn Jahre alt. In ihm beschreibt Broder die beginnende und immer mehr an Schwung gewinnende Islamisierung Deutschlands, die es selbst heute noch angeblich nicht gibt. Und er fragt sich, warum das politische Establishment von ganz oben bis in die Kreisliga immer mehr als fundamental geltende europäische Werte aufgibt und zurückweicht. Die hiesige Bevölkerung hätte sich den Neuankömmlingen eben anzupassen. Offen wird das nicht gesagt, dafür umso mehr im täglichen Leben eingefordert. Dass das nicht ohne Widerstand bleiben wird, dürfte jedem klar denkenden Menschen mit ein wenig Lebenserfahrung einleuchten.


Warum, so fragt sich Broder, weichen die selbsternannten politischen Eliten immer nur feige zurück und geben die über viele Jahrhunderte bitter erkämpften europäischen Standards auf? Seine Antwort lautet: aus Angst. Aus Angst vor wegbrechenden Märkten, aus Angst vor aggressiven Reaktionen, aus Angst vor Terror oder aus Angst vor Unruhen im eigenen Land, etwa wie vor einigen Jahren in Frankreich. Ist das tatsächlich so? Vielleicht stimmt diese Antwort bei vielen dieser Leute tatsächlich. Aber es gibt auch eine andere Antwort, die ganz nebenbei ebenso erklärt, warum Europa plötzlich wieder in Ost und West gespalten ist und sich diese Spaltung auch in Deutschland politisch in Wahlergebnissen ausdrückt.


Große Teile des politischen Establishments in Westeuropa teilen die Werte, die sie ständig vor sich hertragen in Wirklichkeit gar nicht. Sie können sie deshalb auch nicht aufgegeben oder verraten, weil sie sie nie wirklich als die ihren angesehen haben. Die politische Klasse in Osteuropa dagegen stammt zu großen Teilen aus einer Volksbewegung gegen die ehemaligen kommunistischen Partein. Die sozialistische Rhetorik vieler Westeuropäer kommt ihnen seltsam bekannt vor. Und sie wehren sich dagegen, ihre Freiheit, die sie gerade erkämpft haben, wieder zu verlieren. Westeuropäische Politiker dagegen stammen zu großen Teilen aus der kommunistisch unterwanderten 68er-Bewegung. Abgewandert in den bürgerlichen Wohlstand und die vom Steuerzahler abgesicherte Existenz haben sie dennoch die Grundzüge ihrer jugendlichen Ideologien niemals aufgegeben. Ihre demokratische Verwurzelung ist gering oder nicht vorhanden, was man deutlich in ihrer Verachtung gegenüber anderen Meinungen sieht.


Wer das Bildungssystem der verblichenen DDR durchlaufen hat, weiß sicher noch, dass sich die DDR-Oberen sehr wohl auf die bürgerlichen Revolutionen in Deutschland und ihre Errungenschaften berufen und sich selbst gewissermaßen als den eigentlichen Kulminationspunkt oder das Endziel schlechthin dieser Entwicklung betrachtet haben, obwohl sie selbst ganz eindeutig totalitär dachten und handelten. Ähnliches passiert nun wieder. Große Teile der politische Klasse in Westeuropa und der Islam eint ein sicher verschiedener, aber im Wesen ähnlicher totalitärer Anspruch. Doch für beide Formen wird es keinen gemeinsamen Platz geben können. Das ist offensichtlich, wenn man in islamische Länder blickt. Zu vermuten oder zu hoffen, dass es doch gehen würde, ist die eigentliche große Lebenslüge des gegenwärtigen politischen Establishments.


Überall in Deutschland werden Beauftragte für die Gleichstellung der Geschlechter installiert. Gleichzeitig aber kapituliert die gegenwärtige politische Elite kampflos vor der offensichtlichen sklavischen Unterdrückung der Frau in islamischen Gesellschaften, die sich nun in Deutschland bilden. Broder nennt so etwas Appeasement und Feigheit. Ist es das tatsächlich? Oder ist es nicht vielmehr die Offenbarung einer bodenlosen Heuchelei, die Ihresgleichen sucht, oder der Beweis, dass solche und ähnliche Forderungen der Linken und Grünen in allen Parteien eigentlich einen ganz anderen Zweck hatten und haben? Vielleicht war das 2006 weniger deutlich als jetzt. Deshalb erfüllt das Lesen dieses und anderer etwas älterer Bücher einen guten Zweck: Man sieht die Dinge aus dieser Perspektive nämlich viel deutlicher. Deshalb ist Broders Buch auch nach zehn Jahren noch ein sehr lesenswerter und aktueller Text.


Am Ende nämlich bringt Broder die Sache auf den Punkt: “Dass ein überzeugter Sozialist mit dem Islam liebäugelt, ist nur auf den ersten Blick inkohärent. Denn es geht nicht um Inhalte – Sozialismus und Islam sind inkompatibel wie die freie Liebe und der Katholizismus – es geht um die Attitüde. Salonrevoluzzer, Weltveränderer und Utopisten waren immer für autoritäre und totalitäre Versuchungen anfällig.” Wie wahr.



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Rezension zu "Kein Krieg, nirgends: Die Deutschen und der Terror" von Henryk M. Broder

Heute noch gruseliger als damals
Liebes_Buchvor 5 Jahren

Ich habe mich damals nicht so für den Anschlag in New York interessiert. Ich wusste nicht mal genau, was Islam ist. Und ich erinnere mich an eine allgemeine Abwehrhaltung der deutschen Öffentlichkeit.
In "Kein Krieg, nirgends" dokumentiert Henryk Broder die öffentliche Reaktion auf den Terroranschlag gegen die Twin Towers. Wenn man das Buch heute liest, also 14 Jahre nach Erscheinen, dann läuft es einem ja eiskalt den Rücken runter, wie ignorant und realitätsfremd Deutschland die Situation eingeschätzt hat.
Nicht nur, dass man islamistischen Terrorismus als verzweifelten Hungerkampf der 3. Welt gegen die blutsaugenden Amerikaner (und Juden natürlich... Israel wurde von den Deutschen sofort als Schuldiger benannt) und Akt des Umweltschutzes romantisierte, es wurde auch ein Hass auf Amerika deutlich, während eine unterschwellige Sympathie mit den Terroristen herrschte.
Einerseits wurde offen ausgesprochen, dass man es den Amerikanern verübelt, dass sie Nazi-Deutschland bombardiert hatten, andererseits herrschte hier noch eine verträumte Vorstellung vom Terrorismus, der sich ja nur gegen Reiche richtet und die haben es doch verdient. Reich sind dabei immer nur die anderen, auch Promis wie Boris Becker oder Wolfgang Joop sehen sich selber natürlich nicht auf der Seite der blutsaugenden Kapitalisten ,sondern zeigen sich verständnisvoll mit den "einfach gekleideten" Terroristen.
Rückblickend finde ich, dass sich Deutschlands Abkehr von Amerika und Hinwendung zur arabischen Welt schon andeutet.
Es ist wirklich eine interessante Dokumentation, die heute im Rückblick noch schrecklicher wirkt.
Damals wusste ich nicht mal, was die Hamas ist. also, es war für die deutschen Medien einfach, gegen die USA Stimmung zu machen, weil -zumindest mir- das Wissen fehlte, um diesen Anschlag realistisch einzuordnen.
Während Deutschland damals noch voller Schadenfreude war, fürchten wir uns nun selber vor Anschlägen. Trotzdem hat sich unsere Verbundenheit mit der muslimischen Welt sogar noch verstärkt.

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Rezension zu "Vergesst Auschwitz!" von Henryk M. Broder

Rezension zu "Vergesst Auschwitz!" von Henryk M. Broder
bogivor 8 Jahren

Der Agent Provokateur wieder voll in seinem Element. Für mich ist Henryk M. Broder ungeheuer schwer einzuschätzen. Mit Vielem hat er ja absolut recht, oftmals übertreibt er aber gnadenlos. Sobald er auch nur ein Mü Kritik an Israel wittert (ich rede bewusst nicht von Juden) kläfft er "Antisemitismus" heraus. Mir scheint, eine konstruktive Diskussion ist somit oftmals extrem schwierig.
In dem vorliegenden neusten Buch beschäftigt er sich in mehreren Kapiteln mit diversen, teils etwas schrägen Ausformungen, oder zumindest schräg dargestellten Variationen von Antisemitismus bzw. Auschwitz.
Beispielsweise beschreibt er seinen Eindruck und wohl letztlich sein Mitwirken bei einer Affäre um einen ostdeutschen Radiomoderator, was im Endeffekt zu dessen Entlassung geführt hat. Über dessen Hipness kann man wohl eher nicht geteilter Meinung sein, ob es sich bei ihm aber um einen bewussten Antisemiten handelt scheint mir zweifelhaft. Vielmehr dürfte es sich um einen doch recht schlichten, nicht mit einem besonderen Geschichtsbewusstsein ausgestatteten Möchtegernjournalisten handeln.
Dies ist in Verbindung zu einem weiteren Kapitel in dem sich Broder, soweit ich ihn verstanden habe, mit der für ihn fragwürdigen Erinnerungskultur zu Auschwitz beschäftigt, ein Bereich, bei dem mir eine nachvollziehbare Linie vom Autor fehlt. Immerhin tangiert die Affäre um den Journalisten in letzter Konsequenz dessen nicht vorhandenen Respekt des jüdischen Lebens oder zumindest von Israel. Dies gründet in Deutschland doch eindeutig in Relation zum Holocaust bzw. Auschwitz. Ansonsten wäre es im Grunde kein Unterschied wenn sich der Journalist, Ken Jebsen heisst er glaub ich, respektlos gegenüber Burkina Faso geäussert hätte. Da wäre die Reaktion von Broder aber vermutlich anders ausgefallen, wenn überhaubt.
Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit einer Art Palästina-Missionar, der wohl schon fast institutionalisiert zum Kölner Strassenbild gehört. Diesr löst bei Broder naturgemäss heftigen Unwillen aus.
Insgesamt ein Buch, das sich sehr gut liest, dank des bekannten Broder-Duktus zu intensivem Nachdenken bzw. Diskussion anregt. Ich höre Broder immer wieder gerne zu und lese ihn ebenso gerne, gerade weil er immer für sehr pointierte Ansichten ohne Konsensgequake steht.

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