Henryk M. Broder Vergesst Auschwitz!

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Inhaltsangabe zu „Vergesst Auschwitz!“ von Henryk M. Broder

Vergesst Auschwitz - bevor es zu spät ist! Die Deutschen leiden an Hitler wie andere an Schuppenflechte. Aus dem Versuch, sich gegen die eigene Geschichte zu immunisieren, ist eine Autoimmunerkrankung geworden. Ob es um den Einsatz in Jugoslawien oder in Afghanistan geht, um Atom- oder Gentechnik, Stammzellen, Sterbehilfe - immer steht das Nazi-Menetekel an der Wand und fordert seinen Tribut. Das ritualisierte Gedenken verschafft keine Erleichterung, es ist nicht mehr als eine leere Geste, eine Ablenkung von der Gegenwart - oder noch Schlimmeres.

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  • Rezension zu "Vergesst Auschwitz!" von Henryk M. Broder

    Vergesst Auschwitz!
    bogi

    bogi

    22. November 2012 um 11:30

    Der Agent Provokateur wieder voll in seinem Element. Für mich ist Henryk M. Broder ungeheuer schwer einzuschätzen. Mit Vielem hat er ja absolut recht, oftmals übertreibt er aber gnadenlos. Sobald er auch nur ein Mü Kritik an Israel wittert (ich rede bewusst nicht von Juden) kläfft er "Antisemitismus" heraus. Mir scheint, eine konstruktive Diskussion ist somit oftmals extrem schwierig. In dem vorliegenden neusten Buch beschäftigt er sich in mehreren Kapiteln mit diversen, teils etwas schrägen Ausformungen, oder zumindest schräg dargestellten Variationen von Antisemitismus bzw. Auschwitz. Beispielsweise beschreibt er seinen Eindruck und wohl letztlich sein Mitwirken bei einer Affäre um einen ostdeutschen Radiomoderator, was im Endeffekt zu dessen Entlassung geführt hat. Über dessen Hipness kann man wohl eher nicht geteilter Meinung sein, ob es sich bei ihm aber um einen bewussten Antisemiten handelt scheint mir zweifelhaft. Vielmehr dürfte es sich um einen doch recht schlichten, nicht mit einem besonderen Geschichtsbewusstsein ausgestatteten Möchtegernjournalisten handeln. Dies ist in Verbindung zu einem weiteren Kapitel in dem sich Broder, soweit ich ihn verstanden habe, mit der für ihn fragwürdigen Erinnerungskultur zu Auschwitz beschäftigt, ein Bereich, bei dem mir eine nachvollziehbare Linie vom Autor fehlt. Immerhin tangiert die Affäre um den Journalisten in letzter Konsequenz dessen nicht vorhandenen Respekt des jüdischen Lebens oder zumindest von Israel. Dies gründet in Deutschland doch eindeutig in Relation zum Holocaust bzw. Auschwitz. Ansonsten wäre es im Grunde kein Unterschied wenn sich der Journalist, Ken Jebsen heisst er glaub ich, respektlos gegenüber Burkina Faso geäussert hätte. Da wäre die Reaktion von Broder aber vermutlich anders ausgefallen, wenn überhaubt. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit einer Art Palästina-Missionar, der wohl schon fast institutionalisiert zum Kölner Strassenbild gehört. Diesr löst bei Broder naturgemäss heftigen Unwillen aus. Insgesamt ein Buch, das sich sehr gut liest, dank des bekannten Broder-Duktus zu intensivem Nachdenken bzw. Diskussion anregt. Ich höre Broder immer wieder gerne zu und lese ihn ebenso gerne, gerade weil er immer für sehr pointierte Ansichten ohne Konsensgequake steht.

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  • Rezension zu "Vergesst Auschwitz!" von Henryk M. Broder

    Vergesst Auschwitz!
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    11. April 2012 um 12:18

    Für das Heute und gegen das Gestern Wer die Worte Auschwitz, Erinnerungswahn und Endlösung zugleich auf seinen Buchdeckel setzt, der will provozieren, keine Frage. Was Wunder auch bei Henryk M. Broder, mit die spitzeste Zunge zumindest deutschsprachiger Publizisten. Und der nimmt auch in Kauf, dass „wohlfeile“ Empörung eine der Reaktionen auf sein Buch sein könnte. Besser Empörung als gar kein aktuelles Gefühl, so könnte man Broders Versuch auch deuten, sich einem Problem der Gegenwart zu nähern. Zusammengefasst könnte man sagen, dass es Broder gewaltig gegen den Strich geht, wie den Problemen der Gegenwart ausgewichen wird (auch) durch einen „toten“ Erinnerungskult. Und, folgt man seinen spitzzüngigen Ausführungen, so ganz Unrecht hat er sicherlich nicht, betrachtet man sich die rechtslastige, antisemitische Szene gerade in Deutschland, aber natürlich bei weitem nicht nur in diesem, besonders durch seine Vergangenheit gekennzeichnetem, Land. Je mehr nun die Erinnerung, die Erinnerungsrituale, der Erinnerungskult in den Vordergrund (allein) gerückt wird, je deutlicher und klarer demgegenüber Israel in seiner Politik kritisiert wird, desto mehr senkt sich der Schleier über das, was gegenwärtig passiert. Dass eine Frage der „Endlösjung“ bei den direkten Nachbarn Israels, aber auch in den rechten Szenen Europas noch lange nicht „vom Tisch“ ist. Das vielleicht eine Art „Selbsttherapie“ gegen die „Schuld“ gerade der Deutschen durch einerseits aktuelle Kritik an Israels Politik und andererseits ständiger Erinnerung an den Holocaust vollzogen wird, die an den Problemen der Gegenwart auch ein Stück vorbei geht. Recht verstanden könnte man Broder somit dahingehend deuten, dass durchaus eine Erinnerung an vergangene Greuel und politische Antisemitismen zu Nutze wären, würden sie die Gegenwart erschließen und den Blick gegen gegenwärtige Ressentiments schärfen. Nicht aber nutzt eine Erinnerung, die im Vergangenen sich aufhält, in der Gegenwart dann faber ür blinde Flecken sorgt. Broder sieht zur Zeit eine „Verlagerung“ des Antisemitismus, besser gesagt eine „Ummäntelung“ in dem, was er „Antizionismus“ gerade auch in der deutschen Politik nennt. Eine Haltung, die zur Folge hat, Israel zu schwächen, in Broders Augen. Und as hier oft mit falschen Voraussetzungen und einfach faktisch falschen Zahlen operiert wird, das belegt Broder durchaus. Andererseits, anders als polemisch kann man sein Buch nicht nennen. In diesem Tonfall gehen die ein oder andern durchaus nachdenkenswerten Anregungen Broders einfach auch in beleidigendem (und beleidigtem) Tonfall unter. Dennoch bleibt zu konstatieren, dass eine tote Erinnerung schlechteres hervorruft als gar keine Erinnerung, dass der Blick auf aktuelle Gefährdungen und auch auf die Fakten der Palästinenserfrage durchaus gelenkt werden sollte und nicht mit einfachen Argumentationen (und Israel macht sich durchaus angreifbar auch durch seine Haltung) das Grundsätzliche an Problematik, an Antisemitismus, an Bedrohung durch den Iran und Palästinenserhass gegen Israel aus dem Blick rückt. Hier schlägt Broder verbal eine breite Bresche in die Hecken, auch wenn er sprachlich das ein oder andere Mal überzieht.

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