Hera Lind Verwandt in alle Ewigkeit

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Inhaltsangabe zu „Verwandt in alle Ewigkeit“ von Hera Lind

    Lisa fällt aus allen Wolken, als ihr Mann sie für eine andere Frau verlässt. Und dann erfährt sie auch noch, dass ihre Mutter an Alzheimer erkrankt ist. Weil Zwillingsschwester Hannah dringend Urlaub braucht, bleibt Lisa keine Wahl: Sie muss sich um ihre Mutter kümmern und kehrt in die Heimat zurück, um sie zu pflegen. Dumm nur, dass das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter nicht gerade das Beste ist. Doch die Krankheit bringt die beiden Frauen einander wieder näher … Und so turbulent die folgenden Erlebnisse mit der Mutter auch sind, sie verändern Lisas Einstellung zur Verwandtschaft gehörig. Außerdem ist da noch dieser charmante Fremde, der die Wege von Mutter und Tochter immer wieder kreuzt. Doris Wolters (ausgezeichnet mit dem Deutschen Hörbuchpreis) gelingt als Sprecherin von Hera Linds Roman der schwierige Spagat zwischen dem respektvollen Umgang mit dem Thema Demenz und der Handlung um Suchen und Finden neuen Liebesglücks.

Ein herrliches Buch, das Thema Alzheimer wird sehr erfrischend angesprochen, ohne die Krankheit zu verunglimpfen.

— boekenwurm
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    Verwandt in alle Ewigkeit
    Tanzmaus

    Tanzmaus

    31. May 2014 um 09:48

    Zusammen mit ihrem Mann Frank hat Lisa sich das erfolgreiche Reisebüro Klüger Reisen in Salzburg aufgebaut. Die gemeinsame Tochter steht kurz vor dem Abitur. Eigentlich könnte Lisa zufrieden sein mit ihrem Leben, doch dann findet sie heraus, dass ihr Mann sie betrügt. Mit der jüngeren Mitarbeiterin Sandra. Doch damit nicht genug, Sandra ist schwanger von Frank und beide wollen heiraten. Für Lisa bricht eine Welt zusammen. Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, bittet Lisas Zwillingsschwester Hannah sie, zurück in ihre Heimatstadt Schierchstadt zu kommen, um auf die gemeinsame Mutter acht zu geben. Lisa überwindet sich, da sie eh gerade Abstand von daheim braucht und bricht mit ihrer Tochter nach Schierchstadt auf. In ihrer alten Heimat erwarten sie eine verhärmte Schwester, die dringend einmal Urlaub bräuchte und eine Mutter, die an Alzheimer erkrankt ist. Schweren Herzens lässt sich Lisa dazu überreden, die Sommerferien auf ihre Mutter acht zu geben, doch dann findet sie heraus, dass ihre Schwester nicht bloß einfach Urlaub macht. Sie hat sich auf Weltreise begeben und das kann dauern. Zeit genug, dass sich Mutter und Tochter neu kennenlernen… Mich hat gleich die Thematik des Buches interessiert und so war ich sehr gespannt auf die Geschichte und natürlich die Umsetzung als Hörbuch. Die Geschichte um Lisa und ihre Mutter wird zum einen aus mehreren Perspektiven und auf mehreren Zeitebenen erzählt. Der Leser lernt nicht nur Lisas gegenwärtige Situation kennen, sondern auch die Lebensgeschichte von Uschi – Lisas Mutter. Uschi kam während der letzten Kriegstage des zweiten Weltkrieges zur Welt, wuchs an der deutsch-deutschen Grenze auf und muss den Mauerbau miterleben. In einem dritten Erzählstrang wird die Geschichte von Uschis bester Freundin Renate erzählt, die ebenfalls unter den Nachwirkungen des Krieges leidet und auf der anderen Seite der Mauer in Dunkelweiher bleiben muss. Hera Lind beschreibt mit viel Witz und Herzlichkeit die Marotten und Eigenarten der kranken Mutter. Aber auch die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die ihre Tochter anfangs empfindet, sind für den Leser oder Zuhörer deutlich spürbar. Mutter und Tochter nähern sich einander wieder an, trotz oder gerade wegen der Krankheit, ist diese Entwicklung langsam, aber beständig festzustellen. Auch wenn sich das Buch der Thematik Alzheimer widmet, so ist es keineswegs trist oder bedrückend, sondern eher ermunternd und fröhlich. Die Autorin webt sogar zwei Liebesgeschichten in die Handlung ein. Durch die verschiedenen Zeitebenen und Handlungsstränge wird Spannung aufgebaut. Man überlegt, wie die einzelnen Stränge zusammengehören, welche Geheimnisse noch ans Tageslicht kommen und hofft natürlich auf ein gutes Ende. Das Hörbuch wird von Doris Wolters gelesen und umfasst 4 CDs mit rund 300 Minuten Hörgenuss. Doris Wolters hat es geschafft, mich gleich von Anfang an in ihren Bann zu ziehen. Als Sprecherin schafft sie es, jedem Protagonisten einen eigenen Charakter einzuhauchen und unverwechselbar zu machen. Vor allem ihre Interpretation der kranken Mutter hat mir sehr gut gefallen. Kaum hat Doris Wolters die Rolle übernommen, entstand bei mir im Kopfkino das Bild einer kranken Mutter, die schon viel in ihrem Leben erlebt hat. Gleichzeitig wurden mir durch diese Lesung die Protagonisten sehr schnell sympathisch und ich fühlte mich bald sehr wohl bei dem Hörbuch, das ich fast nicht unterbrechen konnte. Auch wenn es nur eine Sprecherin ist, so hat man doch das Gefühl, man hat es mit einer kleinen Familie zu tun. Fazit: Obwohl das Buch eine sehr bedrückende Thematik beinhaltet, wurde es spannend, leicht und flüssig umgesetzt. Das Hörbuch ist die perfekte Ergänzung zum Buch und bietet Hörgenuss, bei dem man sich schnell in einer kleinen Familie in Schierchstadt wiederfindet.

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  • Die liebe Verwandtschaft...

    Verwandt in alle Ewigkeit
    ChrischiD

    ChrischiD

    18. May 2014 um 17:56

    Nachdem Lisa sich in den 90ern mit ihrer Familie überworfen hatte, wollte sie nie wieder zurück. Doch dann kommt alles ganz anders. Ihre Zwillingsschwester bittet sie für ein paar Woche auf Mutter aufzupassen, die inzwischen an Alzheimer erkrankt ist und nicht mehr allein gelassen werden kann. Da sich Lisas Mann sowieso gerade mit einer anderen Frau sein gemeinsames Leben plant, sagt sie zu, wenn auch die Skepsis, dass dies eine gute Idee ist, sehr groß ist. Als die Ereignisse sich jedoch schließlich überschlagen, und immer mehr Geheimnisse ans Tageslicht kommen, bekommt auch Lisa eine ganz andere Sicht auf ihr Leben... Diese Familiengeschichte wird gleich aus mehreren Perspektiven erzählt und spielt ebenfalls zu verschiedenen Zeiten. Nur so ist es möglich, das gesamte Ausmaß des Geschehens zu erfassen und die richtigen Schlüsse zu ziehen, um am Ende ein großartiges Gesamtbild zu erhalten. So befindet man sich natürlich in der Hauptsache in der heutigen Zeit, gemeinsam mit Lisa und ihrer Mutter. Doch auch die Zeit kurz vor und nach dem Mauerbau wird thematisiert, ebenso wie das Ende des zweiten Weltkriegs. Das Thema Alzheimer ist sicherlich eines der schwierigeren, wenn es um Krankheiten geht. Im Grunde möchte niemand wirklich damit konfrontiert werden, es bleibt aber oft nicht aus, dass man sich dem stellen muss, und zwar in jedem Alter. Man muss einfach für sich selbst einen Weg findet, um damit umgehen zu können, wie auch immer dieser aussehen mag, denn ein Patentrezept gibt es nicht. So werden hier sowohl amüsante Situationen, die Lisa mit ihrer Mutter erlebt, aufgezeigt, ebenso wie solche, die eher einem Alptraumszenario gleichen. Doch genau das macht das Geschehen authentisch, denn die Autorin scheut nicht davor zurück auch die unangenehmen Seiten der Krankheit darzustellen, die nun einmal dazu gehören. Generell liegen in dieser Geschichte Freud und Leid sehr nahe beieinander. Passt man einmal kurzzeitig nicht auf, kann es passieren, dass die Stimmung schon wieder umgeschwenkt ist und eine negative beziehungsweise positive Atmosphäre herrscht, je nachdem wie es zuvor war. Im Verlauf der Erzählung werden die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Perspektiven und Zeiten immer deutlicher und man hofft, dass am Ende auch die Protagonisten das Puzzle zusammensetzen können, denn das ist alles andere als sicher. Doris Wolters liest dieses Hörbuch ganz großartig und gibt ihm einen ganz eigenen Charakter. Man hat das Gefühl, dass tatsächlich immer andere Personen ihren Abschnitt erzählen, obwohl die Sprecherin immer dieselbe ist. Sie erschafft eine angenehme Atmosphäre, die aber nicht verleugnet, dass eben nicht immer alles nur schön ist, egal in welcher Beziehung. Hera Lind erschafft mit „Verwandt in alle Ewigkeit“ eine absolut runde Geschichte, die den Hörer, der sich drauf einlässt, begeistern wird.

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