Hera Lind Gefangen in Afrika

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Inhaltsangabe zu „Gefangen in Afrika“ von Hera Lind

Die Geschichte einer Frau, die in Afrika durch die Hölle geht Ihre Kindheit ist die Hölle – die Nachkriegszeit prägt Gerti Bruns, die kaum Chancen auf Bildung hat. Mit dreizehn flieht sie aus ihrem Elternhaus, wird jedoch als unbezahltes Dienstmädchen wieder ausgenutzt. Eine erneute Flucht führt sie scheinbar ins Paradies: Der gut aussehende Leo Wolf bietet ihr endlich ein Leben in Sicherheit und Wohlstand. Doch dann geht Leo ins politisch brisante Südwestafrika, wo Apartheid herrscht und Bürgerkrieg droht. Und er gibt keine Ruhe, bis Gerti endlich bereit ist, ihm mit den beiden Söhnen zu folgen. So gerät sie in die größte Falle ihres Lebens, der Gerti wieder nur durch Flucht entkommen kann – aber nicht ohne ihre Söhne! Wird die Familie je nach Deutschland zurückkehren? (Quelle:'Flexibler Einband/12.11.2012')

Unglaublich mitreißende und bewegende Lebensgeschichte!

— Leila14
Leila14

Ein spannendes, unterhaltsames und aufwühlendes Frauenschicksal, wobei Afrika nur kurz beschrieben wurde. Dennoch ein gutes Buch.

— Birkel78
Birkel78

Unterhaltsam, spannend, ein wenig aufwühlend und gut geschrieben! Man erwartet nur vielleicht etwas mehr Afrika, kommt etwas kurz.

— dreamily1
dreamily1

Was für eine ergreifende Geschichte!

— ElkeK
ElkeK
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  • Eine Frau die durch die Hölle geht...

    Gefangen in Afrika
    dreamily1

    dreamily1

    06. April 2016 um 14:04

    Gerti Bruns ist Patientin in einer Klinik, in dem eines Tages ein neuer Patient aufgenommen wird. Sein Name ist Jürgen und recht schnell freunden sich die beiden an und gewinnen immer mehr Vertrauen zueinander. Gerti fängt so an von sich und ihrem Leben zu erzählen... Ihr Leben fängt an in der Nachkriegszeit im Schwabenland, Gerti und ihre Schwester wachsen in den ärmlichsten Verhältnissen auf. Mit 13 schließlich flieht sie, nachdem schon ihre Schwester weg ist, und fängt bei der Familie Wolf als Dienstmädchen an. Die Familie hat u.a. den Sohn Leo, die sich im laufe der Zeit näher kommen. Er kann ihr auch endlich ein Leben in Wohlstand und Sicherheit bieten so als erfolgreicher Bankmensch. An sich fehlt ihr an nichts und ihr gefällt ihr Leben auch recht gut, sie bekommen gemeinsam auch zwei Söhne. Bis Leo sich nach Afrika mit gewissen Geschäften begibt und immer möchte das Gerti und ihre beiden Söhne nachziehen. Anfangs scheut sie sich, aber dank anderen Familien die wegen den Geschäften mit Leo nach Afrika gingen, beschließt sie doch ihre Heimat aufzugeben und nach Afrika zu gehen. Mehr und mehr bröckelt jetzt in Afrika erst recht die heile Welt von Gerti und sie würde am liebsten wieder flüchten, aber nur mit ihren Kindern. Nur damals in Afrika herrschten andere Zeiten, da konnte man als Frau nicht einfach abreisen mit den Kindern. Leo hatte das was er wollte, endlich seine Kinder bei sich. Wie es ihr nach ihrer gefährlichen Flucht erging verrate ich mal nicht. Es ist gut geschrieben, spannend, unterhaltsam, etwas aufwühlend und einerseits besser als erwartet und doch wird man ein wenig irregeführt durch den Titel und ist wohl enttäuscht wenn man einen typischen Afrikaroman erwartet, denn den bekommt man definitiv nicht. Es ist eher die Lebensgeschichte einer Frau die durch die Hölle geht, in dem das Land Afrika eine kleine, aber nicht unbedeutende Rolle spielt. Es ist wirklich ein gutes Buch, aber ich habe mich auch hinterher gefragt wie naiv manchmal ein Mensch sein kann?! Hätte man wirklich gleich an ihrer Stelle zu der Zeit von damals gehandelt?! Schwierige Frage zu der ich nicht wirklich eine Antwort finde. 4 von 5 Sternchen!

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  • Eine Frau die durch die Hölle geht...

    Gefangen in Afrika
    dreamily1

    dreamily1

    06. April 2016 um 14:01

    Gerti Bruns ist Patientin in einer Klinik, in dem eines Tages ein neuer Patient aufgenommen wird. Sein Name ist Jürgen und recht schnell freunden sich die beiden an und gewinnen immer mehr Vertrauen zueinander. Gerti fängt so an von sich und ihrem Leben zu erzählen... Ihr Leben fängt an in der Nachkriegszeit im Schwabenland, Gerti und ihre Schwester wachsen in den ärmlichsten Verhältnissen auf. Mit 13 schließlich flieht sie, nachdem schon ihre Schwester weg ist, und fängt bei der Familie Wolf als Dienstmädchen an. Die Familie hat u.a. den Sohn Leo, die sich im laufe der Zeit näher kommen. Er kann ihr auch endlich ein Leben in Wohlstand und Sicherheit bieten so als erfolgreicher Bankmensch. An sich fehlt ihr an nichts und ihr gefällt ihr Leben auch recht gut, sie bekommen gemeinsam auch zwei Söhne. Bis Leo sich nach Afrika mit gewissen Geschäften begibt und immer möchte das Gerti und ihre beiden Söhne nachziehen. Anfangs scheut sie sich, aber dank anderen Familien die wegen den Geschäften mit Leo nach Afrika gingen, beschließt sie doch ihre Heimat aufzugeben und nach Afrika zu gehen. Mehr und mehr bröckelt jetzt in Afrika erst recht die heile Welt von Gerti und sie würde am liebsten wieder flüchten, aber nur mit ihren Kindern. Nur damals in Afrika herrschten andere Zeiten, da konnte man als Frau nicht einfach abreisen mit den Kindern. Leo hatte das was er wollte, endlich seine Kinder bei sich. Wie es ihr nach ihrer gefährlichen Flucht erging verrate ich mal nicht. Es ist gut geschrieben, spannend, unterhaltsam, etwas aufwühlend und einerseits besser als erwartet und doch wird man ein wenig irregeführt durch den Titel und ist wohl enttäuscht wenn man einen typischen Afrikaroman erwartet, denn den bekommt man definitiv nicht. Es ist eher die Lebensgeschichte einer Frau die durch die Hölle geht, in dem das Land Afrika eine kleine, aber nicht unbedeutende Rolle spielt. Es ist wirklich ein gutes Buch, aber ich habe mich auch hinterher gefragt wie naiv manchmal ein Mensch sein kann?! Hätte man wirklich gleich an ihrer Stelle zu der Zeit von damals gehandelt?! Schwierige Frage zu der ich nicht wirklich eine Antwort finde. 4 von 5 Sternchen!

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  • Sehr gut geschrieben

    Gefangen in Afrika
    Wildcat

    Wildcat

    15. March 2015 um 21:31

    Rückentext: Ihre Kindheit ist die Hölle - die Nachkriegszeit prägt Gertie Bruns, die kaum Chancen auf Bildung hat. Mit dreizehn flieht sie aus ihrem Elternhaus, wird jedoch als unbezahltes Dienstmädchen wieder ausgenutzt. Eine erneute Flucht führt sie scheinbar ins Paradies: Der gut aussehende Leo Wolf bietet ihr endlich ein Leben in Sicherheit und Wohlstand. Doch dann geht Leo ins politisch brisante Südwestafrika, wo Apartheid herrscht und Bürgerkrieg droht. Und er gibt keine Ruhe, bis Gerti endlich bereit ist, ihm mit den beiden Söhnen zu folgen. So gerät sie in die größte Falle ihres Lebens, der Gertie wieder nur durch Flucht entkommen kann - aber nicht ohne ihre Söhne! Wird die Familie je nach Deutschland zurückkehren? Meine Meinung zum Inhalt: Der Rückentext ist ziemlich überzogen dargestellt. Ja, Gertie hatte ein schweres Leben, dennoch wird das ganze im Buch nicht so dramatisch erzählt wie der Rückentext vermuten lässt.  Gut geschrieben ist die Geschichte dennoch und so bin ich auch schnell vorangekommen. Der Text ist flüssig und Gertie ist einem gleich sympathisch so dass man mit ihr leidet bzw. sich freut wenn ihr etwas Gutes widerfährt. Fazit: Eine gute Geschichte für Zwischendurch. Wer sich allerdings Dramatik und Spannung erhofft ist hier falsch beraten.

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  • Rezension zu "Gefangen in Afrika"

    Gefangen in Afrika
    ElkeK

    ElkeK

    11. January 2015 um 06:34

    Inhaltsangabe: Gerti Wolf erholt sich in einem Kur-Sanatorium von einem Burnout, als sie unverhofft Jürgen Bruns kennen lernt. Obwohl sie sich selbst klein, häßlich und mager findet, kann sie zu Jürgen sofort Vertrauen fassen und beginnt im Laufe ihres gemeinsamen Kur-Aufenthaltes ihre Lebensgeschichte zu erzählen: Gerti, 1939 geboren, wächst unter ärmlichsten Verhältnissen auf. Liebe und Geborgenheit erfährt sie nicht, sondern eine brutale und sehr entbehrungsreiche Erziehung. Mit 13 Jahren entflieht sie dem Elternhaus, um in einem Haushalt zu arbeiten. Aber dort wird sie nur ausgenutzt. Sie muss hungern und unter schwersten Bedingungen arbeiten, ehe der Vater sie nach zwei Jahren dort herausholt. Bei Tante Emmi in Reutlingen kann Gerti sich von den Strapazen ihres bisherigen Lebens erholen und blüht zu einer jungen und begehrenswerten Frau auf. Durch ihre Stellung als Haushälterin bei der Familie Wolf kommt sie mit Leo Wolf in Berührung. Nach einiger Zeit gibt sie seinem Werben nach und wird seine Frau. Leo Wolf hat eine Banklehre gemacht und steigt in Reutlingen zum einflussreichsten Geschäftsmann auf. Ein Haus wird gekauft, zwei Kinder werden geboren und Gerti entwickelt sich zur perfekten Hausfrau und Mutter, später auch erfolgreiche Geschäftsfrau. Dann hat Leo die Idee, nach Westafrika, dem heutigen Namibia, auszuwandern. Er investiert dort viel Geld in Immobilien und andere Geschäfte. Vier Jahre zögert Gerti, ihm nachzufolgen. Als sie seinem Charme und seinen Versprechungen nicht mehr widerstehen kann, geht sie mit ihren zwei kleinen Söhnen ebenfalls nach Afrika. Was erst als dunkle Ahnung begann, wird schon bald zur Gewissheit: Leo hat ihr das Blaue vom Himmel gelogen. In Wahrheit hat er viele Menschen um ihr Geld geprellt und sich in Gertis Abwesenheit eine Zweitfamilie zugelegt. Als die politische Situation an Brisanz gewinnt, muss sie fliehen und sich in Deutschland eine neue Existenz aufbauen….. Mein Fazit: Diese Geschichte ist ein sehr bewegendes und erschütterndes Portrait einer sehr starken Frau. Gerti Wolf wurde nichts geschenkt. Schon sehr früh erlebte sie bitterste Armut, Hunger und alle Entbehrungen, auch Liebe und Geborgenheit vermisste sie, bekam statt dessen häufig Schläge und Prügel. Das ihre Eltern sie trotzdem liebten, zeigte sich erst später, als sie bereits das Haus verlassen hatte. Doch die mangelnde Bildung und fehlende elterliche Herzenswärme machte sie durch Fleiß, Zähigkeit und Mut wieder wett. Und sie entdeckte ihre Liebe zu Kindern. Sie hatte sich immer gesagt, ihre Kinder sollten es mal besser haben. Und sie hatten es auch. Ihr Mann Leo war ein Blender und Betrüger. Er scheute auch nicht davor zurück, seinen Eltern das Haus unter dem Po wegpfänden zu lassen, weil er das gesamte Vermögen nach Afrika transferiert hatte. Für die Umzugskosten in Höhe von damals 10.000 Mark kamen Gertis Eltern auf, weil das Eigenheim schon der Bank gehörte. Und in Afrika begann dann der wahre Albtraum. Die Flucht gelang ihr nur durch die Freunde in Afrika, diese handelten jedoch aus schlechtem Gewissen heraus, denn sie hatten Gerti inständig gebeten, zu ihrem Mann zu kommen, damit er wieder zu Sinnen kam. Als die Freunde merkten, welch’ ehrliche und arbeitssame Person sie ist, taten sie alles, damit Gerti mit ihren zwei Kindern nach Deutschland zurück konnte. Und zurück in Deutschland musste sie sich wieder aufrappeln und sich mit einer unliebsamen Scheidung auseinander setzen. Denn Leo gab nicht so schnell auf: Er wollte seine Kinder bei sich haben, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Geschichte um Gerti ist deshalb so ergreifend und erschütternd, weil man sich das heute kaum noch vorstellen kann, womit sie zu kämpfen hatte. Erst die harte Kindheit, dann schien sie Glück gehabt zu haben, indem sie Leo heiratete. Die Auswanderung nach Afrika stellte sich als großer Fehler raus. Und trotzdem gab sie nicht auf. Sie kämpfte – für ihre Kinder, für sich selbst. Sie wollte nichts mehr als ein zufriedenes Leben. Arbeit scheute sie nie. Ihre Naivität und Gutgläubigkeit wurde von ihrem Mann ausgenutzt, aber er bekam auch seine gerechte Strafe dafür. Beim Lesen hat man stets den Eindruck, Gerti zu kennen und man lebt mit ihr, durch alle Höhen und Tiefen des Lebens. Sie wächst einem ans Herz und man kann nicht anders als mit ihr zu fiebern, das am Ende alles gut wird. Es ist das zweite Buch dieser Autorin, welches ich gelesen habe und ich muss gestehen, das mir der Schreibstil schon sehr gefällt. Es wird nicht das letzte Buch gewesen sein. Dieses bekommt uneingeschränkte fünf von fünf Sterne. Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

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  • Die Kindheit überlebt

    Gefangen in Afrika
    Günter-ChristianMöller

    Günter-ChristianMöller

    22. April 2014 um 10:26

    Gerti Bruns wächst in einem freudlosen Elternhaus, in dem sie und ihre Schwester für geringfügige Vergehen gnadenlos verprügelt werden. Es ist eine Kindheit und Jugend im Schatten des zweiten Weltkriegs und in der Armut der Eltern eines winzigen Bauernhofes. Eine Jugend und Kindheit, die man als Sklavenzeit für die Eltern bezeichnen kann. Noch schlimmer wird ihr Leben, als sie für zwei Jahre ein Dienstmädchen für eine schreckliche Lehrherrin wird. Das Leben wird erst besser, als sie Leo Wolf trifft, der sie heiratet und ihr zunächst ein Leben in Wohlstand und Sicherheit bietet. Doch dann geht Leo ins brisante Südwestafrika., wo die Appartheit herrscht und ein Bürgerkrieg droht. Ich habe mich nicht nur oft während des Lesens gefragt, wie Gerti Bruns es geschafft hat, ihre Kindheit zu überleben, sondern auch, woher sie die Kraft nahm, die ganzen herben Schicksalsschläge wegzustecken. Willenskraft allein war sicher eine Hilfe. Aber das allein kann es nicht gewesen sein. Immer wieder findet sie auf ihrem Weg Freunde, die ihr wegen ihres offenen und ehrlichen Charkters weiterhelfen, der manchamal sogar etwas kindlich naiv wirkt. Vor allem aber ist ihren Freunden eines klar: Sollten sie selber in Schwierigkeiten geraten, dann können sie bei Gerti mit Sicherheit Hilfe bekommen.

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  • Insgesamt gut

    Gefangen in Afrika
    WildRose

    WildRose

    04. May 2013 um 18:56

    Ich fand "Gefangen in Afrika" von Hera Lind insgesamt ziemlich gut. Eindrucksvoll schildert die Autorin die Kindheit der Protagonistin - die bittere Armut, die Schläge und Bestrafungen, die Lieblosigkeit, der die Frau jahrelang ausgesetzt war. Auch die Jugend der jungen Gerti war wirklich gut beschrieben. Allerdings fand ich, dass der Roman dann etwas nachließ. Gelegentlich "zog" sich das Buch ein wenig, zudem waren einige der Beschreibungen recht oberflächlich. Einiges hätte genauer sein können. Es spielt eigentlich nur ein kleiner Teil des Buches in Afrika, schade fand ich es, dass man eigentlich nur sehr, sehr wenig über die damalige Rassentrennung und die daraus entstehenden politischen Unruhen erfuhr. Natürlich handelt es sich hier um einen persönlichen Erfahrungsbericht, nicht um ein Sachbuch; dennoch wäre es meiner Meinung nach wichtig gewesen, dass der Roman ein paar Informationen zu diesen Themen entält. Mit der Protagonistin selbst konnte ich zwar nicht immer mitleben, dennoch fand ich ihre Geschichte insgesamt sehr interessant. Auch Hera Linds Schreibstil war in diesem Buch recht angenehm.

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  • Rezension zu "Gefangen in Afrika" von Hera Lind

    Gefangen in Afrika
    saba

    saba

    08. February 2013 um 10:12

    Anders als der Titel vermuten lässt spielt die Handlung größtenteils in Deutschland. Trotzdem war „Gefangen in Afrika“ ein Buch, das absolut fesselnd und berührend war. Hera Lind erzählt die Geschichte der Gerti Bruns, die auf wahren Begebenheiten beruht, von der Autorin allerdings mit fiktiven Elementen ausgeschmückt wurde. Gerti verbringt ihre Kindheit im Kriegs- und Nachkriegsdeutschland im tiefen Schwarzwald. Die Eltern sind arme Bauern und besonders die Mutter ist eine verbitterte Frau, die vom Leben enttäuscht ist. Hunger, Not und Schläge bestimmen den Alltag von Gerti und ihrer Schwester. Mit dreizehn Jahren flüchtet Gerti aus ihrem Elternhaus und nimmt eine Stelle als Haushaltshilfe an. Doch auch von ihren Arbeitgebern wird sie nur gedemütigt und ausgenutzt. Erst als sie körperlich und seelisch völlig am Ende ist, wird sie von ihrem Vater mehr tot als lebendig bei einer entfernten Tante untergebracht. Die Tante kümmert sich rührend um Gerti, päppelt sie wieder auf und zeigt Gerti, dass das Leben auch schöne Seiten zu bieten hat. Bei ihren neuen Arbeitgebern wird Gerti ebenfalls liebevoll aufgenommen und schon bald zeigt Leo, der Sohn des Hauses, ein zartes Interesse an ihr. Nach zwei Jahren intensiven Werbens nimmt Gerti schließlich den Heiratsantrag von Leo an. Leo macht als Sparkassendirektor eine rasante Karriere und schon bald nach der Hochzeit schwelgt Gerti im Luxus. Zwei gesunde Söhne machen das Familienglück scheinbar perfekt. Als Leo schließlich das Angebot erhält als Investor nach Namibia auszuwandern zögert Gerti ihn zu begleiten. Nicht nur die politischen Umstände in Südwestafrika, sondern auch der zunehmende Größenwahnsinn ihres Mannes veranlassen Gerti dazu Leo alleine ziehen zu lassen. Leo scheint auch in Afrika ein glückliches Händchen für Kapitalanlagen zu besitzen, denn bei seinen Besuchen in der Heimat schwärmt er nur so von den dortigen Lebens- und Arbeitsverhältnissen und bedrängt Gerti immer wieder ihm zu folgen. Vier Jahre später hat er mit seinen Überredungskünsten Erfolg und Gerti zieht mit den Kindern nach Namibia. Was sie dort erwartet hätte sie sich allerdings in ihren schlimmsten Träumen nicht ausgemalt und wieder muss sie beweisen wie viel Kraft und Lebensmut in ihr stecken, um sich und ihre Kinder retten zu können. Die Frauenromane von Hera Lind konnten mich nie wirklich überzeugen. Mit „Gefangen in Afrika“ ist der Autorin meiner Meinung nach aber ein ganz besonderes Buch gelungen. Viele der Schilderungen aus dem Lebensweg der Protagonistin scheinen aus heutiger Sicht unvorstellbar. Häufig waren die Darstellungen ebenso grausam wie dramatisch und haben mein Herz berührt. Die Seiten flogen nur so dahin und bis zum Schluss wollte ich unbedingt wissen, wie es mit Gerti weitergeht. Hera Lind begleitet Gerti von ihrer Kindheit bis ins Rentenalter. Die Geschichte hat einen versöhnlichen Abschluss, so dass man als Leser das Buch mit einer gewissen Zufriedenheit beenden kann. Was bleibt ist die Bewunderung für eine so starke Frau, deren Biographie sicher nur stellvertretend für viele andere Frauenschicksale im Nachkriegsdeutschland steht.

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  • Rezension zu "Gefangen in Afrika" von Hera Lind

    Gefangen in Afrika
    Monika58097

    Monika58097

    20. January 2013 um 18:05

    Gertis Kindheit ist alles andere als schön. Sie und ihre Schwester müssen für die Eltern schuften, sich abrackern. Es hagelt Schläge. Mit der Hand, mit dem Schürhaken. Als Gerti 16 ist, haut sie von Zuhause ab. Sie verdingt sich als Haushaltshilfe. Hunger und Leid bestimmen ihr Leben. Doch dann ist es ausgerechnet ihr Vater, der sie aus diesem erneuten Elend befreit. Zu Fuß, verdreckt und verhungert kommen sie bei einer entfernten Tante an. Dort lernt sie zum ersten Mal Liebe kennen, Zusammenhalt, Freundschaft. Die Tante päppelt sie auf, macht sie zu einer fröhlichen jungen Frau. Gerti möchte arbeiten und fängt als Haushaltshilfe bei den Wolfs an. Schon bald verlieben sich Leo und Gerti ineinander.Leo macht Karriere bei der Bank. Leo und Gerti heiraten. Für Gerti scheint es das Paradies auf Erden zu sein.Aus dem bettelarmen Mädchen, auf das alle herab gesehen haben, ist eine angesehene und wohlhabende Frau geworden, zu der man aufschaut. Da Gerti das nichtstuerische Leben zu langweilig ist, übernimmt sie den Lotto-Laden ihrer Schwiegereltern. Zwei Söhne hat sie inzwischen auch auf die Welt gebracht. Ihr Mann Leo ist kaum noch zu Hause. Sie und die Kinder vermissen den Ehemann und Vater nicht. Dann macht Leo auf einmal Geschäfte mit Südwestafrika. Er will unbedingt, dass Gerti und die Kinder nachkommen. Hinter ihrem Rücken verkauft er alles, was sie in Deutschland besitzen. Naiv und lebensfremd wie Gerti nun einmal ist, unterschreibt sie zusammen mit ihrem Mann unzählige Papiere bei einem Rechtsanwalt, ohne zu wissen, was sie in Wirklichkeit da unterzeichnet. Das wird ihr erst klar, als sie mit den Kindern in Südwestafrika angekommen ist. Ihr Mann hat sich gänzlich verändert. Zudem muss sie erfahren, dass ihr Mann dort längst eine zweite Familie hat. Die politische Lage in Südwestafrika spitzt sich zu. Es wird immer gefährlicher dort zu leben. Gerti will mit den Kindern zurück nach Deutschland, doch Leo lässt sie nicht.Freunde verhelfen ihr zur Flucht. So kommen sie mitten im Winter mit nichts als ihren Sommerkleidern am Leib am Frankfurter Flughafen an. Sie schuftet, achtet nicht auf ihre Gesundheit, raucht zu viel, isst nicht. Sie lässt sich von Leo scheiden. Auf einmal erscheint auch ihr Ex-Mann wieder auf der Bildfläche. Fängt das Elend nun von vorne an? Als ihr ältester Sohn heiratet, bricht sie am nächsten Morgen zusammen. So kommt sie in eine Klinik, in der man ihr erneute Unterernährung diagnostiziert. Und hier lernt sie Jürgen Bruns kennen. Er kümmert sich rührend um sie. Die beiden verlieben sich ineinander, doch Gerti hat nach der Erfahrung mit Leo große Beziehungsängste. Ich habe dieses Buch, die Geschichte der Gerti Bruns in einem Rutsch durchgelesen. Was kann, was muss eine einzelne Frau alles ertragen? Fast unvorstellbar, was diese Frau alles erleben musste und dennoch hat sie nie den Kopf in den Sand gesteckt. Hut ab vor dieser Frau! Hera Lind ist es indes gelungen, die Lebensgeschichte der Gerti Bruns bildhaft darzustellen. Das Buch ist sehr bewegend geschrieben.

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