Herbert Günther Zeit der großen Worte

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Inhaltsangabe zu „Zeit der großen Worte“ von Herbert Günther

Sarajevo - ein Wort mit einem wunderbar weichen Klang. Der vierzehnjährige Paul schnappt es im Vorübergehen auf. Doch was in seinen Ohren wie eine Zauberformel klingt, kündigt die erste große Katastrophe des 20. Jahrhunderts an. Pauls Alltag ist geprägt von ganz anderen, von pathetisch aufgeladenen Worten, die die Kriegsbegeisterung schüren. Pauls Vater und sein bewunderter großer Bruder melden sich als Freiwillige. "Weihnachten sind wir wieder zu Hause!" Mit diesen Worten verabschieden sie sich. Doch alles kommt ganz anders als erwartet und Pauls Familie zerbricht fast an diesem Krieg, der sich vier Jahre hinziehen wird. Immer dringlicher wächst in Paul die Frage danach, wie seine Zukunft aussehen wird, danach, was sich hinter den großen Worten verbirgt, und welches seine, Pauls Worte, sein könnten.

Gelungenes Jugendbuch über den Ersten Weltkrieg, das eine Fortsetzung gut vertragen könnte. Ich mag Ida :-)

— DasLeseschaf
DasLeseschaf

Ein annehmbares Jugendbuch, das den 1. Weltkrieg beleuchten und jungen Menschen näherbringen kann.

— NiWa
NiWa

Das Buch beschreibt viele Gefühle der "Zurückgelassenen" und das Leben dort. Leider keine Fakten und geschichtl. Hintergrund

— Anfield
Anfield

Leicht zu lesendes Buch, welches sehr nüchtern erzählt keine neuen Einblicke bringt. Für Jugendliche sicher nicht ausreichend.

— Bücherwurm
Bücherwurm

Großartiger Einblick in eine schlimme Zeit...

— vielleser18
vielleser18

Empfehlendswert!!!

— AnnaLange
AnnaLange

Großartiges Gemälde einer schlimmen Zeit! Ein roman gegen das Vergessen, gegen blinden Patriotismus und Kriegshysterie!

— mabuerele
mabuerele

Dieser Krieg ist mit Worten kaum zu beschreiben, dem Autor ist es mit viel Recherche, Verbundenheit und Einfühlungsvermögen gelungen.

— Floh
Floh

Eine Geschichte, ein Abriss deutscher Geschichte, menschlich, ergreifend, nachdenklich und traurig machend und ein Apell- Niemals wieder!

— Buchraettin
Buchraettin

Eine Geschichte, ein Abriss deutscher Geschichte, menschlich, ergreifend, nachdenklich und traurig machend und ein Appell- Niemals wieder!

— Buchraettin
Buchraettin

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  • Ohne große Worte

    Zeit der großen Worte
    NiWa

    NiWa

    Es ist die Geschichte eines Jungen, der den Weg ins Erwachsenenalter mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs bestreitet. Paul ist 14 Jahre alt, als sein Vater und sein älterer Bruder Max große Worte von Heldentum und Vaterlandspflicht schmetternd, freiwillig in den Krieg ziehen. Gemeinsam mit Paul erlebt man die Schwere dieser Zeit, wie sich das Leben in der Stadt wie auch am Land verändert und sich der Alltag den Grauen des Krieges unterwirft. Ein besonderer Platz wird Büchern eingeräumt. Gleichzeitig mit dem Krieg entdeckt Paul seine Liebe zu Büchern und Geschichten, wodurch er beschließt später Buchhändler zu werden. „Bücher, weißt du, die sind geduldig, sie warten auf uns, bis wir Zeit haben, sie zu entdecken.“ (S. 62) Ich bin ja selbst bibliophil, daher hat mir dieser Aspekt sehr gut gefallen. Allerdings muss ich gestehen, hat es mich gleichzeitig an „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak erinnert und ich frage mich, ob das wirklich ein Zufall ist, handelt doch auch Zusaks Werk vom Krieg. Die Nebenfiguren - egal ob die feurerrote Ida oder der an der Front eingesetzte Bruder Max - haben auf mich sehr authentisch gewirkt und Paul selbst, mit den typischen Zweifeln und der Neugierde eines 14jährigen, war mir sofort sympathisch. Mir fehlt trotzdem das Besondere. Obwohl man viel vom Leben vor und während des 1. Weltkriegs erfährt, hat es das Buch nicht geschafft, mir die Atmosphäre von damals zu vermitteln. Ich hoffte, einen Eindruck von der politischen Stimmung, der Front, den Kasernen, Lazaretten und den raren Ernten zu bekommen, das wurde leider nicht erreicht. Trotzdem halte ich es für ein annehmbares Jugendbuch, das den 1. Weltkrieg beleuchten und jungen Menschen näherbringen kann.

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    • 10
  • Dieses Buch hat mich wirklich sehr berührt

    Zeit der großen Worte
    AddictedToBooks

    AddictedToBooks

    29. May 2014 um 18:07

    Klappentext: Sarajevo - ein Wort mit einem wunderbar weichen Klang. Der vierzehnjährige Paul schnappt es im Vorübergehen auf. Doch was in seinen Ohren wie eine Zauberformel klingt, kündigt die erste große Katastrophe des 20. Jahrhunderts an. Pauls Alltag ist geprägt von ganz anderen, von pathetisch aufgeladenen Worten, die die Kriegsbegeisterung schüren. Pauls Vater und sein bewunderter großer Bruder melden sich als Freiwillige. "Weihnachten sind wir wieder zu Hause!" Mit diesen Worten verabschieden sie sich. Doch alles kommt ganz anders als erwartet und Pauls Familie zerbricht fast an diesem Krieg, der sich vier Jahre hinziehen wird. Immer dringlicher wächst in Paul die Frage danach, wie seine Zukunft aussehen wird, danach, was sich hinter den großen Worten verbirgt, und welches seine, Pauls Worte, sein könnten. Ich hatte schon mehr Bücher über die beiden Weltkriege, vor allem über den ersten Weltkrieg, gelesen, aber keines hat mich bis jetzt so berührt wie "Zeit der großen Worte". Die Geschichte über Paul und seinen großen Bruder Max, sowie Ida und Pauls Eltern hat mich wirklich tief berührt. Auch finde ich das Buch richtig realitätsnah geschrieben. Die schreckliche Zeit vor und während des Kriegs ist genau beschrieben, man kommt sich fast so vor, als wäre man auch dabei. Ich habe mit Paul mitgefiebert, mit ihm gehofft, geweint und mich mit ihm gefreut. Außerdem durfte ich seine Verwandlung vom kleinen Paul zu einem starken, erwachsenen Paul miterleben, was mir sehr, sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil war wunderschön und, wie vorhin schon erwähnt, sehr bildhaft beschrieben. Das Buch war leicht zu lesen und mir haben die vielen Gefühlsausbrüche bei mir selbst auch sehr gut gefallen, denn das zeugt von dem Talent des Autors, seine Leser so in seinen Bann zu ziehen. Deshalb erhält "Zeit der großen Worte" von mir verdiente 5 von 5 möglichen Sternen. Ich würde mir gerne eine Fortsetzung wünschen, aber ob es so weit kommt, weiß ich nicht. Auf jeden Fall möchte ich "Zeit der großen Worte" an dieser Stelle nochmal weiterempfehlen. Das Buch ist wirklich toll - traut euch und taucht ein in die Welt um den 1. Weltkrieg.

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  • „Was ist das für ein Vaterland, für das man zum Mörder werden muss?“

    Zeit der großen Worte
    Bri

    Bri

    Paul Hoffmann ist 14 Jahre alt, lebt mit seinem Eltern, dem älteren Bruder Max und der jüngeren Schwester Gertrud in der Stadt, in der seine Mutter den elterlichen Laden weiterführt. Der Bauernhof väterlicherseits, im Umland gelegen, wird traditionell vom ersten Sohn der Familie, Pauls Onkel betrieben. Wo genau das örtlich anzusiedeln ist, bliebt ungeklärt, ist allerdings auch belanglos, denn die Geschehnisse, die aus Pauls rückwärtiger Sicht geschildert werden, hatten überall in Deutschland, ja in Europa und auf anderen Kontinenten, dieselben Auswirkungen. Am 1. August 1914 ist es soweit: Nachdem vor kurzem der österreichisch-ungarische Thronfolgerin Sarajevo einem Attentat zum Opfer fiel, greifen die militärischen Bündnisse Europas und es kommt zur Mobilmachung des deutschen Heeres und der Flotte. „ … „Österreich – Ungarn ist unser Verbündeter,“ sagte Max. „Und wir stehen zu unserem Wort.“ „In Treue fest!“, sagte Großvater. „Das feige Schurkenstück darf nicht ungesühnt bleiben“, sagte Vater. „Das ist eine Frage der Ehre.“ „Nun hört mal auf“, sagte Mutter. „Noch weiß man nicht, was der Kaiser dazu sagt.“ „Dem Kaiser bleibt keine Wahl“, sagte Großvater Wilhelm durch den Qualm seiner Pfeife. „Die Zeit ist reif“, sagte Vater. „Über vierzig Jahre Frieden haben uns schläfrig gemacht. Schläfrig und bequem.“ … „ Angestachelt von den früheren „glorreichen“ Schlachten und Siegen werden viele, vor allem junge, Männer von einer unfassbaren Kriegseuphorie erfasst und melden sich freiwillig. So auch Pauls Vater und sein Bruder Max. Weihnachten 1914, so der allgemeine aber irrige Glaube, feiert man wieder Zuhause und in Frieden. Weit gefehlt. Herbert Günthers Jugendroman „Zeit der grossen Worte“ zeigt in einer einfachen Sprache, aber dennoch sehr authentisch, was Krieg bedeutet und welche Auswirkungen er hat. Aus Euphorie wird blanker Horror: „ … „Das ist der Krieg, Paul, dieser einzige Moment. Du oder ich. Totschießen oder totgeschossen werden. Alles andere sind große Worte, verlogenes Zeug, an das ich nicht mehr glaube. ...“ Das Bangen um die Liebsten im Feld der Zuhause Verharrenden, die Qual der Soldaten sind allgegenwärtig. Überstehen kann man im Feld nur, wenn man sich innerlich zurückzieht, abspaltet Jegliches Tun ist auf ein einziges Ziel gerichtet: den immer in Greifweite gewähnten Sieg. „ ... Aber was ist das für ein Vaterland, für das man zum Mörder werden muss? ...“ Wir schreiben das Jahr 2014 – noch nie währte so lange Frieden in Europa, wie seit dem letzten, dem Zweiten Weltkrieg, der von deutschem Boden ausging. In Deutschland gibt es seit einiger Zeit keine Wehrpflicht mehr. Ein Berufsheer soll aufgebaut werden – auch mit Hilfe von blutjungen Männern und Frauen. In Jugendzeitschriften und anderswo wirbt die Bundeswehr offen und ohne moralische Bedenken für sogenannte „Abenteuercamps“ - augenscheinlich mit Rekrutierungsgedanken. Ganze 100 Jahre nach dem Ereignis, das als Erster Weltkrieg in die Geschichte einging. Unfassbar, aber wahr. Da es keine Zeitzeugen mehr gibt, die den jungen Menschen von heute deutlich machen können, was Krieg wirklich heißt - Töten und getötet werden – sind Bücher wie „Zeit der grossen Worte“ immens wichtig. Denn eigentlich gibt es keine Feinde, nur Menschen. Menschen die alle im Grunde ihres Herzens dasselbe wollen, wie die wahren Anekdoten über das erste Weihnachtsfest in den Schützengräben zeigen: „ ... Heiligabend haben wir Weihnachtslieder gesungen. Und auf einmal hörten wir, wie hundert Meter weiter die Franzosen in ihren Schützengräben Beifall klatschten. Und dann sind sie rausgekommen, und wir auch, zwischen den Stacheldrahtsperren und den Bombenlöchern haben wir uns getroffen, Hände geschüttelt, geredet, gelacht, gesungen, es gab Verbrüderungen, Schulterklopfen, Umarmungen – für eine Nacht, Paul, und dann ist der Irrsinn weitergegangen. Aber ich sage dir, da war keiner von den Franzosen, der mir irgendetwas wegnehmen will, keiner der mir was Böses wünscht, die sind genauso arme Schweine wir wir … „ In diesem Sinne wünsche ich diesem Buch ganz viele Leser – ob jung oder alt, das ist vollkommen gleichgültig.

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    • 2
  • enttäuschend

    Zeit der großen Worte
    Bücherwurm

    Bücherwurm

    15. March 2014 um 16:46

    "Zeit der großen Worte" von Herbert Günther, ein Roman pünktlich zum Hundertjährigen des ersten Weltkriegs! Für mich hat ein Publizieren zum Jubiläum immer ein pragmatsch-kommerzielles Ansinnen im Vordergrund, der mir grade in einem solchen Fall schon etwas schwer im Magen liegt. Egal. Es ist ein Jugendbuch, das ich in einer Leserunde lesen durfte, und das mir grade gelegen kam, denn ich hatte einige Romane zur Zeit des ersten Weltkriegs gelesen und erhoffte mir hier ein klareres Bild, eine Art Aufklärung, so, wie ich dachte, dass man die Vergangenheit der Ururgrossväter heutzutage Jugendlichen nahebringen würde. Passenderweise wählte der Autor einen kanpp Zwanzigjährigen, aus dessen Sicht wir hier die Jahre des Krieges nach dessen Beendigung erzählt bekamen. Paul selbst war nicht "im Krieg", er durfte zu Hause bleiben, da der Onkel einen Antrag auf Befreiung gestellt hatte. Emotionslos, ohne Hintergründe zu erläutern, erzählt also Paul, wie er die Kriegsjahre erlebte. Der bejubelte Aufbruch, die Ernüchterung, der Hunger, der Mangel, die Verluste, das Ende. Wer jemals im Leben sich mit dem ersten Weltkrieg beschäftigt hat, der erfährt hier nichts Neues. Eine typische Weltkriegsszene, abgelöst durch eine weitere, längst bekannt aus Fernsehberichten und bekannten Romanen von Zeitzeugen. Ich war bitter enttäuscht. Wer einen Kriegsschauplatz als Romanplot wählt, der hat natürlich wenig Möglichkeiten, die Rahmenhandlungen sind vorgegeben, ich kann kaum überraschen, keine unerwarteten Wendungen bringen, wir wissen alle, wie das Drama des Weltkrieges endete. Aber ich kann Stimmung vermitteln, Hintergründe beleuchten, Wissen vermitteln, das ist aber eben das, was ich hier nicht fand. Da hilft mir dann auch kein Glossar mit Erläuterungen und seitenweise Zeittafeln, die noch nett gemeint die Überschrift tragen "Unvollständige Zeittafel des ersten Weltkriegs". Ob es am Alter es Autors liegt, kann ich nur raten, es hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eigentlich rumgesprochen, dass Tabellen mit Daten keinen Lerneffekt erzielen. Man liest runter und vergisst. Ich hatte wirklich gehofft, dass hier umfassend ein Werk für Jugendliche entstand, das vielleicht erstmalig, einmalig und tiefgründig die europäische Gesamtsituation beschreibt, die Gedankengänge der Machthabenden nahebringt, die Stimmung so transportiert, dass ich förmlich Felder, Kartoffeln und Kasernen vor mir sehe, stattdessen las ich klischeehafte Ereignisse, unterbrochen von den unpersönlich geschilderten Höhepunkten des Teenagers Tom, der das Lesen für sich entdeckt, ergänzt durch noch heute gültige Sprüche, dass Buchliebhaber und das Hobby Lesen nichts für die arbeitende Bevölkerung ist. Man muss sich nur mit Nicht-Lesern unterhalten, dann wird man sehen, dass das auch heute noch die durchaus übliche Meinung ist. Alles in allem, ein Buch, das man nicht lesen muss, weder als Erwachsener, noch als Jugendlicher.

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  • Bewegende Einblicke in das Leben zur Zeit des ersten Weltkriegs

    Zeit der großen Worte
    mrs-lucky

    mrs-lucky

    In dem Jugendroman „Zeit der großen Worte“ schildert Herbert Günther anhand einer beispielhaften Familie die Auswirkungen des ersten Weltkriegs auf das Leben in Deutschland. Zu Beginn des ersten Weltkriegs ist Paul 14 Jahre alt und lebt seit zwei Jahren mit seiner Familie in einer Kleinstadt, wo seine Mutter von ihrer Familie ein Lebensmittelgeschäft geerbt hat. Als Junge vom Land ist Paul in der Schule eher ein Außenseiter, der unvermittelte Kriegsbeginn stellt ihn und seine Familie vor neue große Veränderungen. Der große Bruder Max lässt sich von den begeisterten Parolen mitreißen und meldet sich freiwillig als Soldat, der Vater fühlt sich als Landmensch in dem Geschäft seiner Frau fehl am Platz und sieht im Kriegsdienst eine Chance sich zu beweisen. Schon bald folgt jedoch die Ernüchterung. Das Alltagsleben wird schwierig, da ein großer Teil der erwerbsfähigen Männer an der Front ist, die Lebensmittel werden schnell knapp und rationiert, harte Winter machen der Bevölkerung das Leben schwer. An der Front geht es nicht so schnell voran, wie es sich die Führung vorgestellt hatte, der Zweifrontenkrieg reibt die Truppen auf. Die jungen Soldaten müssen schnell fest stellen, dass die Propaganda den Krieg schönt, die Wirklichkeit aber ganz anders aussieht. Dem Leser werden diese Entwicklungen aus der Sicht Pauls geschildert. Er ist eine Art unbefangener Beobachter, der die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse und Veränderungen schildert und seine Eindrücke und Ängste mit kindlicher Ehrlichkeit und Offenheit dar legt. Über seinen Bruder und seinen Vater bekommt er einen Einblick in die Wirklichkeit des Krieges, bei Fronturlauben wird die Veränderung im Wesen seines Bruders und seines Vaters deutlich. Paul lässt den Leser an seinen Gedanken teilhaben und an seinen Zweifeln, die großen Worte und Parolen wirklich richtig sind. Das Buch wirkt sehr authentisch und lässt den Leser in die Zeit vor 100 Jahren eintauchen. Die Figuren wirken sehr lebendig und sind mir schnell ans Herz gewachsen. Neben dem Krieg gehen das Leben und die Normalität weiter. Paul entwickelt sich, steckt mitten in der Pubertät, erlebt di erste Liebe und muss neben den äußeren Umbrüchen auch mit seinen eigenen Entwicklungen fertig werden. Für ihn stellt sich die Frage, wo es für ihn in der Zukunft hin geht. Gerade in der Einfachheit der Worte liegt eine große Intensität. Es gab immer wieder prägnante Sätze und Szenen, die mir nahe gegangen sind und mir die Tränen in die Augen getrieben haben. Das Buch gibt einen berührenden Einblick in die einschneidenden Veränderungen, die die Jahre des ersten Weltkrieges für die Bevölkerung bedeutet haben. Es ist in erster Linie an die Zielgruppe der 14-17-jährigen gerichtet, hat aber auch mich als Erwachsene sehr bewegt. Für Jugendliche ist es sicher ein guter Weg, die damalige Zeit ein wenig besser verstehen zu können. Wer sich weitergehend informieren möchte, findet im Anhang eine Zeittafel, die bis in die Anfänge der Nazizeit reicht, sowie ein Glossar und Vorschläge für ergänzende Literatur. Von mir bekommt der Roman eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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    • 2
    Arun

    Arun

    05. March 2014 um 18:11
  • Leserunde zu "Zeit der großen Worte" von Herbert Günther

    Zeit der großen Worte
    Gerstenberg Verlag

    Gerstenberg Verlag

    Leserunde „Zeit der großen Worte“ 2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Um auch den jugendlichen Lesern diesen Teil der Weltgeschichte näher zu bringen, möchten wir zusammen mit euch das Jugendbuch „Zeit der großen Worte“ von Herbert Günther lesen und besprechen. Es eignet sich für Leser ab 14 Jahren, aber auch für Erwachsene. Zum Buch: Sarajevo - ein Wort mit einem wunderbar weichen Klang. Der vierzehnjährige Paul schnappt es im Vorübergehen auf. Doch was in seinen Ohren wie eine Zauberformel klingt, kündigt die erste große Katastrophe des 20. Jahrhunderts an. Pauls Alltag ist geprägt von ganz anderen, von pathetisch aufgeladenen Worten, die die Kriegsbegeisterung schüren. Pauls Vater und sein bewunderter großer Bruder melden sich als Freiwillige. "Weihnachten sind wir wieder zu Hause!" Mit diesen Worten verabschieden sie sich. Doch alles kommt ganz anders als erwartet und Pauls Familie zerbricht fast an diesem Krieg, der sich vier Jahre hinziehen wird. Immer dringlicher wächst in Paul die Frage danach, wie seine Zukunft aussehen wird, danach, was sich hinter den großen Worten verbirgt, und welches seine, Pauls Worte, sein könnten. (Gerstenberg Verlag) Über den Autor: Herbert Günther, geb. 1947, lebt in Friedland bei Göttingen. Nach einer Buchhandelslehre arbeitete er als Lektor sowie als Leiter einer Kinderbuchhandlung. Herbert Günther schreibt Kinderbücher, Jugendbücher und Bücher für Erwachsene sowie Drehbücher für Kinderfilme im ZDF. Seit 1988 ist er freier Schriftsteller. Zusammen mit seiner Frau Ulli übersetzt er auch Kinder- und Jugendbücher aus dem Englischen ins Deutsche. www.herbertguenther.de Ihr möchtet mehr über Paul und seine Familie erfahren? Dann bewerbt euch jetzt bis zum 15.01.2014 für eines von 15 Exemplaren indem ihr uns folgende Frage beantwortet: Warum ist es wichtig, noch heute über den Ersten Weltkrieg zu sprechen? Unter allen Bewerbern werden dann am 16.01.2014 die 15 Gewinner ausgelost. Wir freuen uns auf das gemeinsame Lesen mit euch! **Für die Bewerbung wird ein zeitnahes Lesen und Rezensieren vorausgesetzt. Für die Post übernehmen wir keine Haftung. **

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    • 491
  • Herbert Günther gelingt es meisterhaft, die Stimmung der damaligen Zeit einfühlsam einzufangen

    Zeit der großen Worte
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    26. February 2014 um 12:41

    In einem durch einen umfangreichen Anhang mit Zeittafel und Glossar ergänzten und auch für Erwachsene aufschlussreichen Jugendroman hat der Schriftsteller Herbert Günther mit dem Buch „Zeit der grossen Worte“ eine lesenswerte und sehr informative literarische Darstellung des Ersten Weltkriegs vorgelegt. Paul ist 14 Jahre alt, als nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger in Sarajewo nach einer wochenlangen, später als Julikrise in die Geschichtsbücher eingegangen Zuspitzung der politischen Lage im August 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht. Paul erinnert sich nach dem Krieg und beginnt zu erzählen. Von der Begeisterung seines Bruders Max und seines Vaters, die bei den ersten sind, die sich freiwillig zum Kriegsdienst melden. An Weihnachten wollen sie wieder zu Hause sein… Paul ist da von Anfang an sehr viel skeptischer und er vertraut den Frauen, die ihn prägen mehr als der militärischen Propaganda, der sein Bruder und sein Vater nacheifern. Da ist seine Mutter, Luise, die Freundin von Max und vor allen Dingen die Buchhändlerin Helene, die Paul die Liebe zu den Büchern nahebringt. Herbert Günther gelingt es meisterhaft, die Stimmung der damaligen Zeit einfühlsam einzufangen. Dabei steht die Geschichte von Pauls Familie beispielhaft für unzählige andere. Das Buch richtet sich an jugendliche Leser, aber auch Erwachsene können mit dieser Lektüre einen Eindruck bekommen von einem Geschehen und einer Zeit, die Europa ins Elend gestürzt hat und der Beginn war weitere kriegerischer Exzesse.

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  • *+* Besser geht es nicht *+*

    Zeit der großen Worte
    Irve

    Irve

    12. February 2014 um 19:52

    *+ Besser geht es nicht +* Inhaltsangabe: Sarajevo - ein Wort mit einem wunderbar weichen Klang. Der vierzehnjährige Paul schnappt es im Vorübergehen auf. Doch was in seinen Ohren wie eine Zauberformel klingt, kündigt die erste große Katastrophe des 20. Jahrhunderts an. Pauls Alltag ist geprägt von ganz anderen, von pathetisch aufgeladenen Worten, die die Kriegsbegeisterung schüren. Pauls Vater und sein bewunderter großer Bruder melden sich als Freiwillige. "Weihnachten sind wir wieder zu Hause!" Mit diesen Worten verabschieden sie sich. Doch alles kommt ganz anders als erwartet und Pauls Familie zerbricht fast an diesem Krieg, der sich vier Jahre hinziehen wird. Immer dringlicher wächst in Paul die Frage danach, wie seine Zukunft aussehen wird, danach, was sich hinter den großen Worten verbirgt, und welches seine, Pauls Worte, sein könnten. (lovelybooks.de) Das Cover: Ich finde es sehr gut gelungen. Eine Litfaßsäule fängt den Blick. Sie informiert über Autor und Titel des Buches, direkt darunter prangt eine Ankündigung vom 1. August 1914 über die „Mobilmachung des Deutschen Heeres und der Flotte“. Dadurch fühlte ich mich schon mit einem Fuß in der Geschichte und mein Interesse war geweckt. Auch der traurig schauende Junge, der quasi neben mir sein Fahrrad an der Litfaßsäule vorbei schiebt, verstärkt dieses Gefühl noch. Meine Meinung: Ich kann es vorwegnehmen: Dieses Buch hat mich auf der ganzen Linie überzeugt. Vom ersten Eindruck des Covers über die Auswahl eines sehr passenden Vorworts von Astrid Lindgren bis hin zur eindrucksvollen Umsetzung dieses grausamen Themas in Form eines sehr gefühlvollen und realitätsnahen Familienschicksals konnte ich für mich persönlich nicht einen einzigen Kritikpunkt in „Zeit der großen Worte“ entdecken. Eigentlich treffen Kriege jeglicher Art nicht mein Interesse. In der Schule habe ich mich damals bei diesem Thema gelangweilt und somit weise ich zu den wichtigen Punkten der deutschen Geschichte leider sehr große Lücken auf. Da sich der Beginn des 1. Weltkriegs in diesem Jahre zum hundertsten Mal jährt, trifft man im Buchhandel aktuell verstärkt auf Literatur , die sich mit eben dieser Thematik befasst. Als ich das Cover dieses Buches sah, spürte ich aber, dass es genau das richtige für mich ist und ich es unbedingt lesen musste - Buchliebe auf den ersten Blick sozusagen - obwohl es doch eigentlich gar nicht mein Thema war! Ich habe es nicht bereut und bin sehr froh, nun wenigstens mit dem Stopfen meiner Wissenslücken angefangen zu haben. Das gelingt mit „Zeit der großen Worte“ sehr gut, denn neben der Schilderung des Alltags von Pauls Familie begeistert das Buch auch durch die umfassende Recherchearbeit des Autors, die er in Form eines angehängten Glossars sowie einer (unvollständigen) Zeittafel zum Ersten Weltkrieg mit dem Leser teilt. Was mich an der Erzählung so fasziniert hat, ist dass Herbert Günther eigentlich „nur“ den Alltag der Familie schildert - angefangen vom relativ unbeschwerten Leben bevor das Unheil begann bis hin zum bitteren Ende – und dabei einfach nur beschreibt. Er dramatisiert nicht, prangert nicht an, sondern beschreibt nur wie es war und welche Folgen all dies für die Bevölkerung hatte. Eben durch diese neutrale Darlegung des Geschehenen konnte sich das Gelesene auf eindrucksvolle Art und Weise in meinem Kopfkino entfalten. Der Film vor meinem inneren Auge ratterte los und hörte nicht mehr auf. Die Farben schwarz und grau dominierten, hüben wie drüben...bei den Soldaten auf dem Feld wie auch bei den Daheimgebliebenen. Alles war deprimierend, sowohl diese individuellen Bilder in meinem Kopf als auch die schrecklichen Aussagen, die ich manchmal zu lesen bekam. „Wenn der Krieg dich nicht körperlich fertig macht, dann eben psychisch.“ „Der Krieg verändert alle. Auch uns.“ „Wie können nur beten, dass er es aushält“ um nur einige Beispiele zu nennen. Am schlimmsten war für mich, dass dieses Buch nicht ein Fantasy-Werk ist sondern pure Realität. Menschen haben dies wirklich erlebt. Es ist ein Unterschied, ob man in Geschichtsbüchern die anonymen Zahlen und Fakten liest oder diesen Roman, in dem die Opfer nicht nur Nummern sind, sondern Menschen mit Gefühlen, die unendliches Leid ertragen mussten. Ein Buch, das mich so tief berührt und entsetzt hat, wie kaum ein anderes zuvor. „Zeit der großen Worte“ hat aber mehr zu bieten als die reine Kriegsthematik. Dadurch, dass die Zeitspanne des Ersten Weltkriegs nicht in Form eines Sachbuchs beschrieben ist sondern dem Leser das Geschehene in Romanform begegnet, erhält die Geschichte genügend Raum für den Alltag, den es trotz des Kriegswahnsinns auch noch gibt. Sehr beeindruckt hat mich der damalige Zusammenhalt der Menschen. Die daheimgebliebenen Familienmitglieder sind füreinander da, stehen sich bei, teilen Ängste und Sorgen, geben nicht auf und hoffen immer wieder aufs Neue. Auch so wichtige Themen wie die damals herrschenden Standesunterschiede und auch wahre Freundschaft und Liebe, die manchmal Grenzen zu überschreiten vermögen, finden im Roman Platz und hauchen ihm viel Leben und Persönlichkeit ein . Die Charaktere sind vielfältig und allesamt sehr tief und detailreich ausgearbeitet. Meine Sympathien waren ganz schnell verteilt und ich fühlte mich schnell verbunden mit Pauls Familie und litt leidenschaftlich mit. Mich überfielen Gänsehaut, Ohnmacht und Wut über die Staatsoberhäupter, die leichtfertig Kriege anzetteln. Diese Sinnlosigkeit des Tötens...besitzen wir nicht genug Intelligenz, um Konflikte anders zu lösen? Nichts rechtfertigt das Opfern von Menschenleben. Bücher wie dieses sind so wichtig, um solch dunklen Stunden der Geschichte nicht zu vergessen, danke dafür Herr Günther! Mein Fazit: Besser geht nicht! Ich vergebe 5 von 5 Sternen. Infos zum Buch: „Zeit der großen Worte“ von Herbert Günther ist am 28.01.2014 unter der ISBN-Nr. 9783836957571 im Gerstenberg Verlag erschienen. Es umfasst 272 Seiten. *+* Weitere Rezensionen und mehr findest du unter http://irveliest.wordpress.com und auf der Facebook-Seite meines Blogs "Irve liest" *+*

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  • Ein Stück Zeitgeschichte

    Zeit der großen Worte
    Wortklauber

    Wortklauber

    09. February 2014 um 10:04

    Paul, der Ich-Erzähler dieses Romans, ist 14 Jahre alt. Er hat einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester, seine Eltern sind mit der Familie vom Land in die Stadt gezogen und führen dort einen kleinen Laden mit Dingen des täglichen Bedarfs. Paul möchte – wie alle Jugendliche seines Alters – gerne dazugehören, was ihm als Zugezogener von den anderen nicht immer leichtgemacht wird. Und dann ist da noch Ida. Ida mit den roten Haaren, für die Paul bald mehr als nur Freundschaft empfindet. So könnte der Roman von Herbert Günther eine Geschichte vom Erwachsenwerden sein, von den Schwierigkeiten und den Herausforderungen erzählen, vor die Jugendliche gestellt werden. Aber Paul ist in diesem August so alt wie das Jahrhundert selbst, und im Jahr 1914 stürzt sich die Welt in eine große Katastrophe, einen Krieg, der in manchen Ländern im Bewusstsein der Menschen heute noch „der große Krieg“ heißt. Vier Jahre soll dieser Krieg – der erste Weltkrieg – dauern und rund 17 Millionen Menschen das Leben kosten. Dabei fängt alles fast harmlos an. Man fühlt sich stark und ist gewiss, auch aus diesem Krieg bald siegreich nach Hause zurückzukehren. Man fühlt sich verpflichtet, für das Vaterland zu kämpfen, und überhaupt: Ein großes Abenteuer scheint dieser Feldzug zu werden! Und so ziehen viele Männer geradezu fröhlich in den Krieg, unter dem Jubel der Bevölkerung, ein Lied auf den Lippen, blumengeschmückt – Weihnachten wähnt man sich wieder zu Hause. Leider soll es anders kommen. Pauls Vater und sein Bruder Max melden sich freiwillig – wie viele andere Männer – und müssen bald erleben, wie grausam Krieg wirklich ist, gerade ein Krieg, in dem neue Waffen bisher nie gekannte Zerstörung mit sich bringen. Ein Krieg, der hunderttausendfach den Tod bringt und vielen Überlebenden eine nicht gekannte Art der Traumatisierung beschert. Herbert Günther hat vor der Kulisse dieser Zeit vor mittlerweile 100 Jahren einen Roman für Jugendliche geschrieben und lässt ihn folgerichtig von einem Jugendlichen erzählen. Paul und seine Familie stehen stellvertretend für viele Familien in dieser Zeit, Familien, die nicht nur verkraften müssen, dass die männlichen Familienmitglieder in den Krieg ziehen, die jetzt also auch besonders um das eigene tägliche Überleben kämpfen, und damit rechnen müssen, dass die Ehemänner, die Söhne, aus dem Krieg nicht mehr zurückkehren; und wenn sie zurückkehren, nicht mehr die sind, die sie gekannt haben. Der Autor erzählt damit ein Stück Geschichte anhand einer deutschen Familie, die Geschichte einer großen Katastrophe, wie sie vor 100 Jahren so gut wie jede Familie erfahren konnte. Ergänzt wird der Roman durch eine Zeittafel mit geschichtlichen Eckdaten und ein Glossar, in dem Begriffe und Dinge, die heute nicht mehr geläufig sind, erläutert werden.

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  • Zeit der großen Worte

    Zeit der großen Worte
    AnnaLange

    AnnaLange

    Meine Meinung: Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
    Es wurde alleshautnah beschrieben, und auch alle Charaktere wurden gut beschrieben.
    Das Cover hat mir auch sehr gefallen.
    Alle geschichtlichen Daten bzw. Fakten wurden sehr gut in die Geschichte eingebaut, ohne gleich überfüllt zu wirken

    Fazit: schön zu lesen

    • 3
    Hikari

    Hikari

    06. February 2014 um 08:58
  • Großartiger Einblick in eine schlimme Zeit

    Zeit der großen Worte
    vielleser18

    vielleser18

    05. February 2014 um 09:31

    1914: Paul ist 14, es ist Sommer, doch nicht nur in Deutschland wird dieser Sommer zur Schicksalswende werden. Als in Sarajevo der österreichische Thronfolger ermordet wird, ändert sich nicht nur das Leben von Paul. Sein Bruder Max und sein Vater sind bei den ersten, die sich freiwillig zum Kriegsdienst melden. Doch die Euphorie von Max schlägt schnell in eine grausame Realität um ..... Herbert Günther gelingt es nicht nur mit sehr bildhaften Worten das Leben zu einer Zeit von vor hundert Jahren im Alltag zu schildern, sondern auch die Euphorie und die Stimmung zur damaligen Zeit . Er lässt die Leser durch die Augen des anfangs 14jährigen Paul blicken und schildert gekonnt eine Zeit, die erst 100 Jahre zurück liegt, aber so ganz anders war als die heutige. Paul ist ein Heranwachsender, der durch die Schule, seinem Freundeskreis und auch durch seinen Vater eine militärische Propaganda vermittelt wird. Doch auf der anderen Seite sind da auch seine Mutter, Max Freundin Luise und die Buchhändlerin Helene, die Paul die Liebe zu Büchern vermittelt. Ein Buch, das für die Altersgruppe von 14-17 empfohlen wird, dass sich aber auch an die Generationen danach richtet und das eigentlich nur aus Sicht dieser einen Familie schildert, was für Auswirkungen ein Krieg hat. Für den einzelnen. Angefangen mit Einschränkungen, Lebensmittelknappheit, Ängsten und Verlusten. Ein emotionales Buch, das eine Zeit schildert, die so oft vergessen wird, aber nicht vergessen werden sollte.

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  • Lesenswert

    Zeit der großen Worte
    connychaos

    connychaos

    01. February 2014 um 16:01

    Deutschland im Jahre 1914, der 1. Weltkrieg beginnt. Der 14 Jahre alte Paul schreibt seine Gedanken auf, gegen das Vergessen. Pauls Bruder Max und der Vater lassen sich von der Euphorie des 1. Weltkriegs anstecken und melden sich freiwillig zum Kriegsdienst. Zu Weihnachten sei bestimmt alles entschieden und sie können gesund und munter mit der Familie die Feiertage verbringen, denken sie. Paul ist eher skeptisch, er kann nichts Positives am Krieg sehen. Zu Weihnachten kommen Max und der Vater nicht heim, Pauls Familie wird während der Kriegsjahre so einige schwere Schicksalsschläge widerfahren. Dieses Jugendbuch ist nicht nur für Jugendliche sondern auch für Erwachsene lesenswert. Sehr authentisch wird der 1. Weltkrieg und seine Auswirkungen am Beispiel einer deutschen Kaufmannsfamilie beschrieben. Sehr realistisch, spannend und anrührend ist die Geschichte geschrieben, genau so haben es bestimmt viele Familien erlebt. Der Anhang bietet ein Glossar und eine Zeittafel, die von 1848 bis 1933 reicht sowie eine umfangreiche Literaturliste zum Weiterlesen. Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt, ich kann es uneingeschränkt weiter empfehlen.

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  • Zeit der großen Worte

    Zeit der großen Worte
    KleinerVampir

    KleinerVampir

    31. January 2014 um 19:43

    Buchinhalt: 1914: der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, eine Zeit zwischen Schrecken und Euphorie, die auch den 14jährigen Paul berührt. Bruder und Vater melden sich als Freiwillige, werden Soldat – die Familie bleibt zurück. „Weihnachten sind wir wieder daheim“, so deren Überzeugung… doch die Realität ist grausamer und schrecklicher, als die Vorstellung von Ruhm und Ehre in den Köpfen vieler Männer. Pauls Mutter betreibt das Lebensmittelgeschäft der Familie weiter, doch bald schon kommen die ersten Verlustmeldungen von der Front. Die Realität hat die Menschen eingeholt und Hunger und Lebensmittelknappheit lassen es zu einem Überlebenskampf werden – nicht nur an der Front, sondern auch zuhause. Schnell wird klar: was die Parolen propagieren, hat mir der Realität herzlich wenig zu tun…. Persönlicher Eindruck: Der Erste Weltkrieg, der sich 2014 zum 100. Mal jährt, gelangt in der Literatur und auch im Schulunterricht angesichts der Schrecken des Zweiten Weltkriegs nahezu ins Hintertreffen. Herbert Günther schafft es, ein dunkles Kapitel europäischer Geschichte plastisch und bildgewaltig in eine Jugendromanhandlung zu verpacken, die ihresgleichen sucht. Beklemmend, aber sehr realistisch beschreibt er die Geschehnisse anhand des vierzehnjährigen Paul und seines Umfelds; von den ersten Parolen, über die Propaganda vom schnellen Sieg bis hin zu Tod und Verlust. Die Figuren agieren vor einer bildhaften Kulisse, die so überall in Deutschland hätte stehen können – Pauls Leben und die Ereignisse, die es prägen, konnte man gut nachvollziehen und sie zogen mich als Leser schon nach wenigen Seiten tief in die Geschichte. Der Wechsel zwischen Euphorie und Schrecken war absolut greifbar und die Emotionen fühlbar; gerade heute, in einer Zeit in der historische Romane von Jugendlichen eher selten aus dem Regal gegriffen werden, empfand ich dieses Buch eindringlicher und nachvollziehbarer als so manche Geschichtsstunde, die ich zu Schulzeiten hatte. Was ich dabei aber auch nicht außer Acht lassen darf, ist die Tatsache, dass aufgrund der recht schweren Thematik der Leser immer wieder eine Pause braucht, um nicht runter gezogen zu werden. Trotz zarter Liebesgeschichte zwischen Paul und Ida bleibt es eine beklemmende Kost. Hätte ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen, hätte ich wahrscheinlich ab und an mal pausiert zwischendurch. Alles in allem ein ergreifender Jugendroman, der absolut lesenswert ist und zum Nachdenken anregt!

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  • Gegen das Vergessen - empfehlenswerter Jugendroman

    Zeit der großen Worte
    mabuerele

    mabuerele

    30. January 2014 um 20:47

    „…Aber wer da draußen war…, der glaubt an nichts mehr…“ Paul, 13 Jahre jung, und drei weitere Jungen sehen im Kino heimlich einen Film mit Asta Nielsen. Als sie das Kino fluchtartig verlassen, ist es auf dem Marktplatz anders als sonst. Ein Wort macht die Runde: Sarajewo Die Geschichte wird im Rückblick von Paul erzählt. Vor zwei Jahren waren sie aus dem Dorf in die Stadt gezogen. Die Mutter hat das elterliche Kolonialwarengeschäft übernommen. Der Vater allerdings fühlt sich in der Stadt nicht wohl. Sehr gut werden die Begeisterung und die Euphorie herausgearbeitet, mit der viele in den Krieg zogen. Auch Pauls Vater und sein älterer Bruder Max melden sich freiwillig. Es ist erschütternd, zu lesen, dass Trägheit und eine lange Zeit des Friedens viele den Krieg als großes Abenteuer sehen lassen. Nur wenige können sich dieser Hysterie entziehen. Dazu gehört Pauls Mutter, Max` Freundin Louisa und die Buchhändlerin Helene. Letztere erweist sich als kluge Frau, die Paul geschickt in die Welt der Bücher führt. Erste Folgen der Mobilmachung sind Hamsterkäufe. Nach und nach ändert sich die Stimmung. Vor allem die jungen Männer zerbrechen psychisch an der Front, während die Generation der Väter sich den Optimismus nicht nehmen lassen will. Das obige Zitat stammt von Max. Doch Pauls Geschichte macht deutlich, dass es auch bei der älteren Generation tief im Inneren anders aussah. Der Traum des schnellen Sieges ist bald ausgeträumt. Heimaturlaub ist ein seltenes Geschenk. Jeder Brief von der Front wird sehnsüchtig erwartet, unterschwellig aber bleibt die Angst vor der Todesnachricht. Unter denjenigen, die von der Mobilmachung verschont geblieben sind, schwingen einige nach wie vor große Worte. Dabei besteht das Leben nur noch aus Rationierungen. Kleine Geschäfte haben kaum noch eine Überlebenschance. Man gewöhnt sich an Ersatzstoffe zum Essen und Kochen. Sehr gut werden die Unterschiede zwischen der Stadt- und der Landbevölkerung herausgearbeitet. Die Erzählung wirkt zunehmend beklemmend. Daran können auch die zarte Liebe zwischen Paul und Ida nur wenig ändern. Das Jugendbuch macht in eindringlichen Bildern und Worten die Grausamkeit des Krieges deutlich. Besonders eindrucksvoll wirkt die Geschichte, weil nicht Schlachten und Kämpfe im Mittelpunkt stehen, sondern das alltägliche Leben. Die Wunden, die der Krieg schlägt, zeigen sich in den Briefen und den Verletzungen der Heimkehrer. Eine Generation traumatisierter junger Männer ist nur eine der Folgen von Pflichtgefühl und blindem Patriotismus. Es fällt schwer, zu begreifen, dass nach diesem Erleben zwanzig Jahre später wieder junge Leute zu den Waffen gegriffen haben. Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Niveauvolle, gut ausgearbeitete Dialoge und ein innerer Spannungsbogen, der genährt wird durch die Angst um das Leben der Soldaten und um die eigene Existenz, zeichnen das Buch aus. Eine ausführliche Zeittafel, die bis ins Jahr 1933 reicht, ein Glossar und weiterführende Literaturhinweise ergänzen das Buch. Dazu kommt eine kurze Zusammenfassung von Fakten über den ersten Weltkrieg. Das Cover mit der Litfaßsäule und dem Jungen finde ich gelungen. Es passt in die Zeit. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Dazu beigetragen haben die sympathischen Protagonisten. Die Zeitverhältnisse wurden genau und historisch gut recherchiert wiedergegeben. Das Buch wiederspiegelt die Vielfalt des Lebens und der Lebensverhältnisse in der Zeit des Krieges. Paul erzählt die Geschichte aus seiner Sicht und ich hoffe, er trifft damit den Nerv der jugendlichen Leser. Er hat im Laufe der Handlung eine erstaunliche Entwicklung genommen.

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  • Ein Jugendlicher erlebt den ersten Weltkrieg

    Zeit der großen Worte
    irismaria

    irismaria

    29. January 2014 um 15:43

    Das Cover von „Zeit der großen Worte“ von Herbert Günther zeigt eine Litfasssäule, auf der die Mobilmachung des deutschen Heeres zu Beginn des 1. Weltkrieges angekündigt wird. Davor ist ein Jugendlicher auf einem Fahrrad zu sehen, der skeptisch schaut. Es könnte der 14jührige Paul sein, die Hauptperson des Jugendromans, der miterlebt, wie viele um ihn herum kriegsbegeistert sind. Auch Pauls Vater und älterer Bruder Max melden sich freiwillig. Paul hilft seiner Mutter im kleinen Laden und lernt Max´ Freundin Louise kennen, die aus besserem Haus ist und durch sie eine alte Buchhändlerin, die in ihm die Liebe zu Büchern weckt. Mit Spannung werden die Briefe aus dem Feld erwartet, doch immer mehr zeigt sich, dass der Krieg nicht schnell gewonnen wird und die Menschen sehr verändert. Auch das alltägliche Leben wird immer mehr eingeschränkt. Herbert Günther ermöglicht einen Blick in das normale Leben in Deutschland zur Zeit des 1. Weltkriegs. Wichtige politische und gesellschaftliche Themen klingen an, sind aber sehr gut in die Story eingebaut, ohne belehrende zu wirken. Anhang und Glossar sind eine gute Ergänzung zur Geschichte und runden den sehr positiven Gesamteindruck ab. Ein wirklich tolles Buch, spannend erzählt und die Schrecken des Kriegs realistisch aber nicht blutrünstig dargestellt! Diesem Buch wünsche ich viele Leserinnen und Leser (schade, dass historische Romane derzeit bei Jugendlichen nicht besonders angesagt sind).

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