Herbert Günther

 4.2 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Zeit der großen Worte, Die Reise zum Meer und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Herbert Günther

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Zeit der großen Worte

Zeit der großen Worte

 (26)
Erschienen am 13.08.2018
Joachim Ringelnatz

Joachim Ringelnatz

 (4)
Erschienen am 01.07.1964
Seit gestern ist Frieden

Seit gestern ist Frieden

 (3)
Erschienen am 25.06.2018
Die Reise zum Meer

Die Reise zum Meer

 (4)
Erschienen am 30.04.2007
Ein Sommer, ein Anfang

Ein Sommer, ein Anfang

 (2)
Erschienen am 01.10.2010
Der Versteckspieler

Der Versteckspieler

 (1)
Erschienen am 24.08.2011
Wuppertal in frühen Fotografien

Wuppertal in frühen Fotografien

 (0)
Erschienen am 16.04.2013
Unter Freunden

Unter Freunden

 (0)
Erschienen am 20.10.2017

Neue Rezensionen zu Herbert Günther

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Seit gestern ist Frieden" von Herbert Günther

"Wie hat der Frieden angefangen, der uns heute zum Glück so selbstverständlich ist"
R_Mantheyvor 4 Monaten

Wäre dieses Jugendbuch 1960 erschienen, dann hätte es vielleicht in die Zeit gepasst. Aber jetzt, drei Generationen später, können sich Jugendliche kaum vorstellen, wie die Stimmung im damaligen Westdeutschland war. Vielleicht ist das ein Grund, ein solches Buch heute zu schreiben und zu veröffentlichen. Ob es auf Interesse stößt, wird man sehen. Zu vermuten ist eher das Gegenteil. Wir haben andere Probleme, als uns an die ersten Nachkriegsjahre zu erinnern. Und für die heutige Jugend scheint diese Zeit Lichtjahre entfernt. Ihr Vorstellungsvermögen reicht nicht mehr aus, um sich in diese Zeit hineinversetzen zu können. Einen Vorwurf kann man ihr daraus natürlich nicht machen, denn allenfalls die Großelterngeneration kann sich noch an die damaligen Umstände erinnern. Ohne einen emotionalen Bezug wird sich also kaum ein Jugendlicher für ein solches Buch interessieren.

Vielleicht könnte man es in Geschichtsunterricht zur Illustration der damaligen Stimmungslage nutzen. Es gibt nämlich keinen wirklichen Grund, dieses Buch in irgendeiner Weise zu kritisieren. Es ist gut geschrieben, folgt einer nachvollziehbaren, weil realistischen Handlung und erklärt die Umstände geradezu hervorragend. Zahlen und Fakten dominieren gewöhnlich die Geschichte, und man vergisst dabei, dass es auch damals ein Leben gab. In der schwierigen Zeit unmittelbar nach Kriegsende gab es für die vierzehnjährige Hanne Hoffmann die ersten Berührungen zum anderen Geschlecht, Tanzstunden, Schulunterricht und Familienprobleme. Das alles in einer Zeit der Not und der heftigen politischen Umbrüche, die im Westen Deutschlands allerdings nicht so dramatisch waren wie im Osten. Alte Strukturen und Seilschaften blieben erhalten. Auch das kann man hier lernen.

Nach knapp 200 Seiten endet das eigentliche Buch. Danach folgen eine recht lange Liste mit Erklärungen von Begriffen und eine grobe Zeittafel, aus der man die Entwicklung in Deutschland von 1933 an nachverfolgen kann. Für die Zielgruppe scheint mir das eine sehr gelungene Möglichkeit zu sein, sich in ersten Ansätzen mit dieser Zeit zu beschäftigen.

Wenn man im Osten Deutschlands gelebt hat, wird man aus dieser Zeittafel übrigens herauslesen können, dass es offenbar bis zum Ende der 1970er Jahre brauchte, ehe man das volle Ausmaß der Judenvernichtung während der 12 fürchterlichen Jahre in einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis nahm. Wenn das tatsächlich so war, dann kann man sich schon erschrecken und einen erheblichen Unterschied zum Osten feststellen.

Kurz: Obwohl zu befürchten ist, dass dieses Buch auf wenig Interesse stößt, bietet es einen sehr guten Einblick in die ersten Nachkriegsjahre in Westdeutschland. Immer natürlich aus der Sicht eines zu Kriegsende vierzehnjährigen Mädchens und seiner Familie.

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Buchraettins avatar

Rezension zu "Seit gestern ist Frieden" von Herbert Günther

Es ist ein Buch zum Nachdenken. Durchaus auch anspruchsvoll, emotional und unterhaltsam
Buchraettinvor 5 Monaten

Eröffnet wird diese Geschichte mit einem Gedicht von Wolfgang Borchert.
Nun folgt ein Prolog. Es ist der 85. Geburtstag der Ich-Erzählerin, als sie einen Brief erhält. Einen Brief von einem Mann aus ihrer Vergangenheit. Es bewirkt, dass sie sich erinnert- an die Zeit nachdem der zweite Weltkrieg zu Ende war.
Das Buch unterteilt sich in Abschnitte, die immer mit einem Deckblatt beginnen, auf dem die Zeit aufgeführt ist, wann die Geschichte spielt und einer Art Titel.

November 1945- hier steigt der Leser in die Geschichte ein. Es spielt in Deutschland,  in einem Dorf sind Britische Soldaten stationiert.
Es ist ein Bauernhof auf dem die Ich Erzählerin lebt. „Hanne Hoffmann“ heißt die Ich- Erzählerin und wie durch den Klappentext ersichtlich wird, wurde sie 1931 geboren. Sie war aktiv in der Hitlerjugend. Doch nun ist Frieden. Sie beobachtet, erinnert sich, versucht zu verstehen.
Für mich es ein Eintauchen auf den ersten Seiten in die Geschichte von Hanne. Ich habe schon einige Bücher rund um den zweiten Weltkrieg gelesen, doch bisher nur wenige, die sich mit dieser Zeit kurz nach dem Krieg beschäftigen.
Wie lebten die Menschen? Was dachten sie?
Es ist ein sehr anschaulicher Stil in diesem Buch- eigentlich ein Jugendbuch, fand ich es dennoch auch als erwachsener Leser sehr gut und vor allem fesselnd zu lesen.
Auch Tagebucheinträge finden sich in diesem Buch. Dadurch kommt das Geschehen noch einmal näher an den Leser heran und es wird noch intensiver zu lesen.
Es ist auch ein Buch, das nachdenklich stimmt. Auch ihre Gedanken, dass seit dem Frieden herrscht.
Ein kleines feines Detail ist hier das Lesebändchen. Was mir richtig gut gefallen hat, ist der Anhang. Normalerweise hole ich mir noch ein Sachbuch zu so historischen Büchern um evtl. noch etwas nach zu lesen. Hier bietet das Buch dem Leser die Möglichkeit hinten ins Buch zu blättern.
Ein Abschnitt hier nennt sich „ Von der Diktatur zur Demokratie“. Der Autor stellt hier Fragen, die den Leser einladen darüber nachzudenken, wie er / sie wohl gehandelt hätte, wenn das Geburtsdatum auch 1931 gelautet hätte.
Mit der Überschrift „ Unvollständige Zeittafel“ werden hier chronologisch Daten ab dem Jahr 1933 bis ins Jahr 1989 mit kurzen Erklärungen zum Zeitgeschehen dargestellt. Für einen ersten Überblick ist das sehr gelungen und bei Interesse kann man dann noch weitere Sachbücher dazu nehmen. Wer übrigens dann noch Lektüre sucht, es kommen auch noch Seiten mit weiterführender Lektüre.
Es schließt sich noch ein Glossar an, in dem einige Begriffe erklärt werden- auch das ist ein perfekter Abschluss dieses Jugendbuches für mich. Das Buch wird geschlossen mit einer Danksagung und Informationen zum Autor.
Es ist ein Buch zum Nachdenken. Durchaus auch anspruchsvoll, emotional und unterhaltsam und es macht neugierig auf die Geschichte rund um Hanne und auch die allgemeine Geschichte- und es ist auch eine Art Botschaft nicht zu vergessen.

Kommentare: 1
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Gespräche aus der Community

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In welcher Welt wollen wir leben? Diese Frage wirft der Autor Herbert Günther mit seinem soeben erschienenen Jugendroman Der Widerspruch auf. Eine Freundschafts- Liebes- und Schulgeschichte auf dem Hintergrund von 1963, erzählt aus den Perspektiven von vier Jugendlichen und einem Erwachsenen. Sie handelt von einem Widerspruch, der uns auch heute betrifft. Diskutiert gemeinsam mit Herbert Günther über seine Frühjahrsnovität und darüber, was unser Leben im Großen und Kleinen bestimmt.
Wir vergeben 15 Freiexemplare für diese autorenbegleitete Leserunde. Bewerbungsschluss ist der 7. Februar.


Das Buch ist für Leser ab 14 und darum geht es:
1963: Jonas, Britta, Reni und Robert. Jeder erzählt aus seiner Sicht die Geschichte ihres vorletzten gemeinsamen Schuljahrs. Britta ist vor fast drei Jahren aus Stralsund in den Westen gekommen, der schüchterne Robert wird zum Klassensprecher gewählt und verliebt sich in Britta. Jonas vermisst seinen an den Kriegsfolgen gestorbenen Vater. Die aufmüpfige Reni hat einen Studenten-Freund in der Stadt, der sie in eine politische Aktion hineinzieht. Die Geschichten der vier kulminieren in einem Kriminalfall, den der junge Kommissar Lembeck aufklären soll. Dabei bekommt der Kommissar selbst die Konsequenzen des Widerspruchs zu spüren, auf den die Jugendlichen gestoßen sind. Fünf Jahre vor 1968 geht es in Herbert Günthers Roman um den schwierigen Neuanfang nach der Nazizeit und um den Wert von Meinungsfreiheit und Demokratie inmitten des aufblühenden Kapitalismus.


Leseprobe auf Book2Look: http://www.book2look.de/book/dnUOFbIs6T

Unterrichtsmaterial zum Buch: http://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=25


Das Buch auf der Verlagswebsite: http://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=detailansicht&url_ISBN=9783836959025


Bewerbung:
Wenn ihr an der Leserunde teilnehmen wollt, bewerbt euch bitte bis zum 7. Februar, indem ihr uns folgende Frage beantwortet:

Glaubst du, dass man aufrecht und selbstbestimmt durchs Leben gehen kann oder bestimmen die Mächtigen und das Geld unser Tun und Lassen?

I
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Leserunde „Zeit der großen Worte“


2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Um auch den jugendlichen Lesern diesen Teil der Weltgeschichte näher zu bringen, möchten wir zusammen mit euch das Jugendbuch „Zeit der großen Worte“ von Herbert Günther lesen und besprechen. Es eignet sich für Leser ab 14 Jahren, aber auch für Erwachsene.

Zum Buch:
Sarajevo - ein Wort mit einem wunderbar weichen Klang. Der vierzehnjährige Paul schnappt es im Vorübergehen auf. Doch was in seinen Ohren wie eine Zauberformel klingt, kündigt die erste große Katastrophe des 20. Jahrhunderts an. Pauls Alltag ist geprägt von ganz anderen, von pathetisch aufgeladenen Worten, die die Kriegsbegeisterung schüren. Pauls Vater und sein bewunderter großer Bruder melden sich als Freiwillige. "Weihnachten sind wir wieder zu Hause!" Mit diesen Worten verabschieden sie sich. Doch alles kommt ganz anders als erwartet und Pauls Familie zerbricht fast an diesem Krieg, der sich vier Jahre hinziehen wird. Immer dringlicher wächst in Paul die Frage danach, wie seine Zukunft aussehen wird, danach, was sich hinter den großen Worten verbirgt, und welches seine, Pauls Worte, sein könnten. (Gerstenberg Verlag)

Über den Autor:
Herbert Günther, geb. 1947, lebt in Friedland bei Göttingen. Nach einer Buchhandelslehre arbeitete er als Lektor sowie als Leiter einer Kinderbuchhandlung. Herbert Günther schreibt Kinderbücher, Jugendbücher und Bücher für Erwachsene sowie Drehbücher für Kinderfilme im ZDF. Seit 1988 ist er freier Schriftsteller. Zusammen mit seiner Frau Ulli übersetzt er auch Kinder- und Jugendbücher aus dem Englischen ins Deutsche. www.herbertguenther.de

Ihr möchtet mehr über Paul und seine Familie erfahren? Dann bewerbt euch jetzt bis zum 15.01.2014 für eines von 15 Exemplaren indem ihr uns folgende Frage beantwortet:
Warum ist es wichtig, noch heute über den Ersten Weltkrieg zu sprechen?

Unter allen Bewerbern werden dann am 16.01.2014 die 15 Gewinner ausgelost.

Wir freuen uns auf das gemeinsame Lesen mit euch!


**Für die Bewerbung wird ein zeitnahes Lesen und Rezensieren vorausgesetzt. Für die Post übernehmen wir keine Haftung. **

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