Seit gestern ist Frieden

von Herbert Günther 
5,0 Sterne bei2 Bewertungen
Seit gestern ist Frieden
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Inhaltsangabe zu "Seit gestern ist Frieden"

Seit gestern ist Frieden. Hanne, geboren 1931, war wie die meisten jungen Mädchen in Deutschland begeistertes Mitglied im BDM. Nach Kriegsende gilt nichts mehr, woran sie geglaubt hat. Mit den Besatzungstruppen kommt Adam, ein englischer Soldat, in ihr Dorf. Hanne merkt es als Erste: Zwischen Julia, ihrer besten Freundin, und dem jungen Engländer entsteht etwas, das noch vor Kurzem niemand für möglich gehalten hat. Über sich selbst bestimmen, den eigenen Gedanken und Empfindungen folgen, Freiheit statt Diktatur - für Hanne ist das eine ganz neue Erfahrung. Sie entdeckt ihre Neugier auf das Leben und die Liebe.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783836956611
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Gerstenberg Verlag
Erscheinungsdatum:25.06.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    R_Mantheys avatar
    R_Mantheyvor 2 Monaten
    "Wie hat der Frieden angefangen, der uns heute zum Glück so selbstverständlich ist"

    Wäre dieses Jugendbuch 1960 erschienen, dann hätte es vielleicht in die Zeit gepasst. Aber jetzt, drei Generationen später, können sich Jugendliche kaum vorstellen, wie die Stimmung im damaligen Westdeutschland war. Vielleicht ist das ein Grund, ein solches Buch heute zu schreiben und zu veröffentlichen. Ob es auf Interesse stößt, wird man sehen. Zu vermuten ist eher das Gegenteil. Wir haben andere Probleme, als uns an die ersten Nachkriegsjahre zu erinnern. Und für die heutige Jugend scheint diese Zeit Lichtjahre entfernt. Ihr Vorstellungsvermögen reicht nicht mehr aus, um sich in diese Zeit hineinversetzen zu können. Einen Vorwurf kann man ihr daraus natürlich nicht machen, denn allenfalls die Großelterngeneration kann sich noch an die damaligen Umstände erinnern. Ohne einen emotionalen Bezug wird sich also kaum ein Jugendlicher für ein solches Buch interessieren.

    Vielleicht könnte man es in Geschichtsunterricht zur Illustration der damaligen Stimmungslage nutzen. Es gibt nämlich keinen wirklichen Grund, dieses Buch in irgendeiner Weise zu kritisieren. Es ist gut geschrieben, folgt einer nachvollziehbaren, weil realistischen Handlung und erklärt die Umstände geradezu hervorragend. Zahlen und Fakten dominieren gewöhnlich die Geschichte, und man vergisst dabei, dass es auch damals ein Leben gab. In der schwierigen Zeit unmittelbar nach Kriegsende gab es für die vierzehnjährige Hanne Hoffmann die ersten Berührungen zum anderen Geschlecht, Tanzstunden, Schulunterricht und Familienprobleme. Das alles in einer Zeit der Not und der heftigen politischen Umbrüche, die im Westen Deutschlands allerdings nicht so dramatisch waren wie im Osten. Alte Strukturen und Seilschaften blieben erhalten. Auch das kann man hier lernen.

    Nach knapp 200 Seiten endet das eigentliche Buch. Danach folgen eine recht lange Liste mit Erklärungen von Begriffen und eine grobe Zeittafel, aus der man die Entwicklung in Deutschland von 1933 an nachverfolgen kann. Für die Zielgruppe scheint mir das eine sehr gelungene Möglichkeit zu sein, sich in ersten Ansätzen mit dieser Zeit zu beschäftigen.

    Wenn man im Osten Deutschlands gelebt hat, wird man aus dieser Zeittafel übrigens herauslesen können, dass es offenbar bis zum Ende der 1970er Jahre brauchte, ehe man das volle Ausmaß der Judenvernichtung während der 12 fürchterlichen Jahre in einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis nahm. Wenn das tatsächlich so war, dann kann man sich schon erschrecken und einen erheblichen Unterschied zum Osten feststellen.

    Kurz: Obwohl zu befürchten ist, dass dieses Buch auf wenig Interesse stößt, bietet es einen sehr guten Einblick in die ersten Nachkriegsjahre in Westdeutschland. Immer natürlich aus der Sicht eines zu Kriegsende vierzehnjährigen Mädchens und seiner Familie.

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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor 3 Monaten
    Es ist ein Buch zum Nachdenken. Durchaus auch anspruchsvoll, emotional und unterhaltsam

    Eröffnet wird diese Geschichte mit einem Gedicht von Wolfgang Borchert.
    Nun folgt ein Prolog. Es ist der 85. Geburtstag der Ich-Erzählerin, als sie einen Brief erhält. Einen Brief von einem Mann aus ihrer Vergangenheit. Es bewirkt, dass sie sich erinnert- an die Zeit nachdem der zweite Weltkrieg zu Ende war.
    Das Buch unterteilt sich in Abschnitte, die immer mit einem Deckblatt beginnen, auf dem die Zeit aufgeführt ist, wann die Geschichte spielt und einer Art Titel.

    November 1945- hier steigt der Leser in die Geschichte ein. Es spielt in Deutschland,  in einem Dorf sind Britische Soldaten stationiert.
    Es ist ein Bauernhof auf dem die Ich Erzählerin lebt. „Hanne Hoffmann“ heißt die Ich- Erzählerin und wie durch den Klappentext ersichtlich wird, wurde sie 1931 geboren. Sie war aktiv in der Hitlerjugend. Doch nun ist Frieden. Sie beobachtet, erinnert sich, versucht zu verstehen.
    Für mich es ein Eintauchen auf den ersten Seiten in die Geschichte von Hanne. Ich habe schon einige Bücher rund um den zweiten Weltkrieg gelesen, doch bisher nur wenige, die sich mit dieser Zeit kurz nach dem Krieg beschäftigen.
    Wie lebten die Menschen? Was dachten sie?
    Es ist ein sehr anschaulicher Stil in diesem Buch- eigentlich ein Jugendbuch, fand ich es dennoch auch als erwachsener Leser sehr gut und vor allem fesselnd zu lesen.
    Auch Tagebucheinträge finden sich in diesem Buch. Dadurch kommt das Geschehen noch einmal näher an den Leser heran und es wird noch intensiver zu lesen.
    Es ist auch ein Buch, das nachdenklich stimmt. Auch ihre Gedanken, dass seit dem Frieden herrscht.
    Ein kleines feines Detail ist hier das Lesebändchen. Was mir richtig gut gefallen hat, ist der Anhang. Normalerweise hole ich mir noch ein Sachbuch zu so historischen Büchern um evtl. noch etwas nach zu lesen. Hier bietet das Buch dem Leser die Möglichkeit hinten ins Buch zu blättern.
    Ein Abschnitt hier nennt sich „ Von der Diktatur zur Demokratie“. Der Autor stellt hier Fragen, die den Leser einladen darüber nachzudenken, wie er / sie wohl gehandelt hätte, wenn das Geburtsdatum auch 1931 gelautet hätte.
    Mit der Überschrift „ Unvollständige Zeittafel“ werden hier chronologisch Daten ab dem Jahr 1933 bis ins Jahr 1989 mit kurzen Erklärungen zum Zeitgeschehen dargestellt. Für einen ersten Überblick ist das sehr gelungen und bei Interesse kann man dann noch weitere Sachbücher dazu nehmen. Wer übrigens dann noch Lektüre sucht, es kommen auch noch Seiten mit weiterführender Lektüre.
    Es schließt sich noch ein Glossar an, in dem einige Begriffe erklärt werden- auch das ist ein perfekter Abschluss dieses Jugendbuches für mich. Das Buch wird geschlossen mit einer Danksagung und Informationen zum Autor.
    Es ist ein Buch zum Nachdenken. Durchaus auch anspruchsvoll, emotional und unterhaltsam und es macht neugierig auf die Geschichte rund um Hanne und auch die allgemeine Geschichte- und es ist auch eine Art Botschaft nicht zu vergessen.

    Kommentare: 1
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