Herbert Kalmann Erinnerungen an Europa

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Inhaltsangabe zu „Erinnerungen an Europa“ von Herbert Kalmann

Über Konzentrationslager ist vieles veröffentlicht worden. Was aber weiß man von einem Flüchtlingslager? Herbert Kalmann lässt uns am sonderbaren Schicksal der Staatenlosen, Internierten und der dem alltäglichen Leben Entrissenen teilhaben. Ob in seinen Prosastücken oder seinen Gedichten - Herbert Kalmanns beizender Humor und sein Wille zu überleben schlagen sich in seinem gesamten Werk nieder: Zynische Dichterparodien und politische Chansons berühren uns wie eine endlose Mahnung. Aber auch sehnsuchtsvolle Übertragungen aus dem Holländischen, die zarte Gefühle anklingen lassen, erwarten den Leser. Es ist kein Tagebuch, keine Reportage. Sehr treffend sagte der Schriftsteller Ossip Kalenter von der originellen Schreibweise Herbert Kalmanns, es sei impressionistischer Expressionismus.

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  • Rezension zu "Erinnerungen an Europa" von Herbert Kalmann

    Erinnerungen an Europa
    Simplicio

    Simplicio

    12. January 2012 um 15:53

    Arno Stern ist bekannt als Initiator des Malspiels, das er seit Ende der vierziger Jahre in Paris entwickelte. Mit „Erinnerungen an Europa. 1933-1949“ gibt er nun einen Sammelband der Prosatexte und Lyrik seines verstorbenen Freundes Herbert Kalmann heraus, mit dem er während des 2. Weltkriegs in einem Flüchtlingslager interniert war. Der Band gibt einen eindrucksvollen Einblick in das Schicksal der Menschen in den Flüchtlingslagern, das Stern und Kalmann mit so vielen Menschen dieser Generation teilen. Beide waren noch Kinder, als Hitler die Macht ergriff. Ihre Familien flüchteten zunächst unabhängig voneinander nach Holland und Frankreich, bevor der Ausbruch des 2. Weltkriegs sie zwang, weiter in die Schweiz zu flüchten, wo sich ihre Schicksale schließlich kreuzten. Glücklich nicht wieder ausgewiesen worden zu sein, verbrachten der von Kunst träumende Arno Stern und der junge Dichter Herbert Kalmann ihre Jugendjahre in einem notdürftig umgestalteten Fabrikgebäude, in dem sie zusammen mit ca. 300 anderen Erkorenen untergebracht waren. Der Arbeitsalltag war streng und die Lebensumstände leidlich, doch diesen Unannehmlichkeiten des Lagerlebens setzte Kalmann seinen unbesiegbaren Optimismus entgegen, den er auch in diesen schweren Zeiten bewahrte. Er schrieb zynisch und humorvoll, aber auch politische Mahnungen schwingen in seinen Werken mit. Nicht zu vergessen sind auch die berührenden Erinnerungen an die Heimat, die den Leser gefühlvoll am Schicksal der staatenlosen Internierten teilhaben lassen. Die Texte Kalmanns sind dabei aber weit mehr, als ein bloßes Tagebuch oder eine Reportage des Lageralltags. Als Komponist hätte er wohl eine Emigrationssymphonie geschrieben, aus deren Klängen und Rhythmen die düstere Abgesondertheit vom wahren Leben in das Gemüt des Zuhörers eingedrungen wäre. So sind auch Kalmanns Prosastücke eindrucksvolle Stimmungswerke, stilistisch originell, so wie es auch seine umfangreiche Lyrik ist. Arno Stern leistet mit der Herausgabe von Kalmanns Schriften einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Gefühlswelt von Menschen in Flüchtlingslagern. Das Buch ist ein bedeutendes Stück deutscher Literatur und eine Reminiszenz an die Blütezeit von Schriftstellern wie Tucholsky, Klabund und Polgar, mit denen sich Kalmann verbunden fühlte.

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