Herbert Rosendorfer

 3.9 Sterne bei 411 Bewertungen
Autorenbild von Herbert Rosendorfer (© Julia Andreae-Rosendorfer)

Lebenslauf von Herbert Rosendorfer

Der Autor Herbert Rosendorfer wurde am 19. Februar 1934 in Bozen geboren und er verstarb am 20. September 2012. Von 1939 bis 1943 lebte er in München, wurde 1943 wegen des Krieges nach Kitzbühel evakuiert und kam 1948 nach München zurück. Dort studierte er nach dem Abitur ein Jahr Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste, ab 1954 aber Rechtswissenschaften an der Universität München. 1963 legte er das Zweite Staatsexamen ab und arbeitete ab 1965 als Gerichtsassessor und Staatsanwalt in Bayreuth. 1967 wurde er Amtsrichter in München. Ab 1993 war er Richter am Oberlandesgericht Naumburg. 1990 wurde er von der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Honorarprofessor für Bayerische Literaturgeschichte ernannt. Seit seiner Pensionierung 1997 lebte er in Eppan in Südtirol.

Alle Bücher von Herbert Rosendorfer

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Cover des Buches Briefe in die chinesische Vergangenheit9783423211734

Briefe in die chinesische Vergangenheit

 (183)
Erschienen am 01.10.2009
Cover des Buches Großes Solo für Anton9783784431253

Großes Solo für Anton

 (34)
Erschienen am 01.09.2007
Cover des Buches Die große Umwendung9783423126946

Die große Umwendung

 (25)
Erschienen am 01.10.1999
Cover des Buches Der Meister9783442747870

Der Meister

 (10)
Erschienen am 14.07.2014
Cover des Buches Von den Anfängen bis zum Wormser Konkordat9783423128179

Von den Anfängen bis zum Wormser Konkordat

 (7)
Erschienen am 01.09.2000

Neue Rezensionen zu Herbert Rosendorfer

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Rezension zu "Briefe in die chinesische Vergangenheit" von Herbert Rosendorfer

Ein konservativer Spiegel mit verschleißendem Witz
Beustvor einem Jahr

Rosendorfers "Briefe in die chinesische Vergangenheit" sind natürlich Rosendorfers Briefe an die (bayerische) Gegenwart. Indem er den tausend Jahre zuvor aufgebrochenen Kao-tai bemüht, einen Blick auf unser Deutschland zu werfen, hält er ihm einen skurrilen Spiegel vor. Das ist oft sehr witzig, weil Rosendorfer Kao-tai genau beobachten lässt. Allerdings beschlägt der Spiegel rasch, wird zur Masche und verliert den ironischen Witz.

Das liegt auch und vor allem an dem, was Kao-tai kritisieren soll. Rosendorfer hat sich ja genau überlegt, was Kao-tai kritikabel finden soll, weil es "früher besser" war. Deshalb ist sein Text absolut gesellschaftskritisch zu lesen - und seine Haltung oft sehr konservativ, bisweilen sogar "tümelnd". Da spricht dann kein tausend Jahre alter Chinese, sondern ein 50 Jahre alter, wertekonservativer Bayer, gebürtig aus Bozen. Allein die Klassifizierung der Musik spricht da Bände.

Damir die Dosis des Lobs der vergangenen Zeit nicht zu groß wird, besser nicht am Stück lsen, sondern den oberflächlichen Witz in kleinen Portionen genießen.

Und dann den "Papalagi" lesen.

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Rezension zu "Briefe in die chinesische Vergangenheit" von Herbert Rosendorfer

Ein großartiger Roman
Felicevor 2 Jahren

Dies ist eins der wenigen Bücher, die ich mehrmals gelesen habe. Damals, als ich sie noch nicht in größeren Mengen konsumiert habe und gute Romane dann auch entsprechend intensiv las.
So zitieren wir heute noch gewisse Wörter, die Kao-tai geprägt hat, z. B. ist Dauerregen "Scheiweta" und bei Champagnerwerbung erinnern wir uns an sein Lieblingsgetränk, "Monteschangdong".
Die Deutschen, besonders die Bayern, aus der Sicht eines chinesischen Mandarins aus dem 10. Jahrhundert in Briefen an den Freund in der Vergangenheit beschrieben- einfach genial!

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Rezension zu "Briefe in die chinesische Vergangenheit" von Herbert Rosendorfer

Briefe in die chinesische Vergangenheit
littleowlvor 3 Jahren

Meine Meinung

Ich finde es äußerst schwierig, zu diesem Roman eine Rezension zu verfassen. Nicht, weil ich zu der Geschichte nichts zu sagen hätte, sondern weil es in diesem Fall besonders schwer ist, zwischen den im Buch geäußerten Ansichten und der Meinung des Autors zu trennen. „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ ist ein sehr politisches und gesellschaftskritisches Werk, im Grund mehr Manifest als Roman. Von Umwelt, Rechtssystem und Ernährung bis hin zu Religion, Bildung, Gesundheitssystem und Politik wird die Lebensweise des modernen Deutschen hier unter die Lupe genommen – mit vernichtendem Urteil. Und während ich Rosendorfers Kritik größtenteils zustimme, würde ich mich in einigen Punkten auf keinen Fall anschließen – wobei ich hier wie gesagt von ausgehe, dass es bis zu einem gewissen Grad tatsächlich seine Meinung ist.

Allerdings sind die Briefe, in denen uns das Leben der „Ba Yan“ beschrieben wird, von einem Mandarin aus dem 10. Jahrhundert verfasst, und viele Bewertungen lassen sich sicher mit dessen kulturellen Hintergrund erklären. Beispielsweise möchte ich dem Autor nur ungern unterstellen, ein Verfechter von Bigamie, Todesstrafe, Feudalismus und allgemeiner Unterdrückung der Frau zu sein. Schon eher als Meinung Rosendorfers würde ich interpretieren, dass hier die Teilung Deutschlands befürwortet und Psychologie als Wissenschaft grundsätzlich abgelehnt wird. Keinem von beidem wurde ich auch nur ansatzweise zustimmen. Vereinzelt merkt man außerdem, dass das Buch ein bisschen Staub angesetzt hat (erschienen ist es 1983), etwa wenn es um das Waldsterben, den kalten Krieg oder „neue“ Medien (= Fernseher) geht.

Ich habe „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ definitiv als gesellschaftspolitische Stellungnahme gelesen, doch davon mal ganz abgesehen ist der Roman auch ein wunderbar witziges Lesevergnügen. Für Kao-tai ist die Zeitreise natürlich ein unfassbarer Kulturschock und sieht Dinge, die für uns ganz alltäglich sind, mit ungläubigem Staunen. Ich hatte viel Spaß daran, seine Briefe zu lesen, besonders die Verballhornung deutscher Begriffe hat mich so manches Mal zum Lachen gebracht. Zudem ist Kao-tai ein wunderbar sympathischer Protagonist und geht wunderbar offen und neugierig durch die Welt.

Fazit

Ein kontroverses und zumindest größtenteils immer noch sehr aktuelles Buch! Dass die „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ sehr amüsant zu lesen sind, konnte mich allerdings nicht darüber hinwegtrösten, dass hier ein paar ziemlich fragwürdige Ansichten geäußert werden.

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Zusätzliche Informationen

Herbert Rosendorfer wurde am 19. Februar 1934 in Gries am Brenner (Italien) geboren.

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