Herbert Schlüter

 4.4 Sterne bei 5 Bewertungen

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Nach fünf Jahren

Nach fünf Jahren

 (5)
Erschienen am 19.08.2008

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jess020s avatar

Rezension zu "Nach fünf Jahren" von Herbert Schlüter

Rezension zu "Nach fünf Jahren" von Herbert Schlüter
jess020vor 9 Jahren

Herbert Schlüters Roman handelt hauptsächlich von Peter, seiner älteren Cousine Victoria und den gemeinsamen Freunden, Robert und Isolde. Die Freunde treffen sich "Nach fünf Jahren" wieder und so einiges hat sich verändert...
Insgesamt fand ich das Buch sehr schön und, ich weiß auch nicht, irgendwie "süß"...es dauert durch den Schreibstil zwar ein bisschen, bis man sich in das Buch eingelesen hat und alle Beziehungen verstanden hat, doch trotz der Tatsache, dass die Handlung doch eher traurig und melancholisch ist, ist es ein wirklich gelungenes Buch, welches sich schnell liest. Leider - hätte gern weiter gelesen.

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Binea_Literatwos avatar

Rezension zu "Nach fünf Jahren" von Herbert Schlüter

Rezension zu "Nach fünf Jahren" von Herbert Schlüter
Binea_Literatwovor 9 Jahren

Ein echter Schatz.

Der dreizähnjährige Peter ist bei seiner Cousine Victoria das erst Mal zu besuch. Auf dem märkischen, mittelgroßen Landsitz in Wolkin macht er Bekanntschaft mit dem Gärtnervolontär Robert und seiner Freundin Isolde. Nach und nach kommen weitere Protagonisten, wie der Dichter Anton Mühsal und Dr. Kindsberg dazu.
In seinem Werk, stellt Herbert Schlüter, die zwanziger Jahre und deren Menschen dar. Einen Handlungsrahmen bilden die Bootsfahrten, Veranstaltungen sowie anspruchsvolle Unterhaltungen.

Aus der Perspektive des Paul wird über alle Mitwirkenden aus noch kindlicher, naiver Sicht erzählt. Er ist noch unverfälscht und in seinem Spürsinn entdeckt er unauffällige Beziehungen. Als die Zeit vergeht und fünf Jahre verstrichen sind, blickt er erneut auf die gleiche Gesellschaft. Diesmal aber mit verschärfter Wahrnehmung bei der sich seine früheren Illusionen ändern.
Liebe kommt ins Spiel, bisher feste Begebenheiten verändern sich und ein Schuss Melancholie vermischt sich in den Charakteren.
Herumwirbelnde Gefühle, Empfindsamkeiten, gesellschaftliche Umbrüche, Neurosen, Selbsttäuschungen und Desillusionen kommen in dem Werk des Meisters der feinen Poesie vor. Die Zeit zwischen Idylle und Aufbruch des Berlin und Paris von damals, erfährt eine wunderbare Darstellung.
So anspruchsvoll und wunderschön wie der Roman, ist auch das Buch gestaltet.

Für mich war es ein Lesevergnügen der besonderen Art, sogar mein Lesetempo habe ich bewusst verlangsamt um jeden Satz noch mehr zu genießen.

Am Ende wird ein Einblick über das Leben des Autors und über seine Zeit gegeben.
Wie auf der Rückseite angepriesen, ist das Werk von Herbert Schlüter - wunderschön und völlig unverstaubt.

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Claris avatar

Rezension zu "Nach fünf Jahren" von Herbert Schlüter

Rezension zu "Nach fünf Jahren" von Herbert Schlüter
Clarivor 10 Jahren

Herbert Schlüter Nach fünf Jahren Lilienfeld Verlag
ISBN 3940357065

Liebe und ihre Spielarten in den zwanziger Jahren!

In gepflegter Aufmachung kommt ein kleines Büchlein älterer Provenienz aus der Reihe Lilienfeldiana daher.
Nicht nur die einnehmende Aufmachung, auch der Text bietet einen ungewohnten Reiz: handelt es sich doch bei den veröffentlichten Texten dieser Reihe um kurze Romane, Novellen oder Essays, die, vor langen Jahren geschrieben, hier Wiederaufnahme finden.

Herbert Schlüter hat den Text zum vorliegenden Roman bereits 1933 kurz vor seiner Emigration aus Nazideutschland verfasst und 1947 erstmals veröffentlicht. Er gehörte zum Kreis der , einer in den Roaring Twenties als Avantgarde auftretenden Künstlerbewegung, zu der auch Weggenossen wie Klaus Mann gehörten.

Zunächst meint man den Text des Romans in der Nachfolge Fontanes einordnen zu wollen. Zu schön sind die Landschaftsbeschreibungen der märkischen Güter und der Lebensart ihrer Bewohner. Doch geht es um die zwanziger Jahre, als nach dem ersten Weltkrieg die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse einem schnellen Wandel unterworfen waren.

Eine zusammen gewürfelte Gesellschaft findet sich auf dem Landgut der etwa dreißigjährigen Victoria in Wolkin im Märkischen ein. Ihr Cousin Peter, der Gärtnervolontär Robert und seine Freundin Isolde gehören zum engen Kreis. Ein Dichter und pensionierte Beamte, die in losen verwandtschaftlichen Beziehungen einander verbunden sind, ergänzen den Reigen der Protagonisten. Anspruchsvolle Unterhaltungen, Bootstouren, Angeln und gesellige Veranstaltungen bieten den Rahmen für eine bewegte Handlung, bei der es um erste und späte Liebe geht, um Verlassenheit, Neugier und Aufbruch. Robert und Isolde bilden ein sehr junges Paar. Die eher ältliche Victoria liebt den Dichter Anton Mühsal, einen Bonvivant von unzuverlässigem Charakter, der ihre Liebe überhaupt nicht erwidert.
Aus der Perspektive des dreizehnjährigen Peter sieht die Welt verwirrend und anziehend aus. Er hat noch einen naiven und arglosen Blick, mit dem er den verborgenen Gefühlen der Anwesenden nach spürt. Fünf Jahre später blickt er mit geschärfter Wahrnehmung erneut auf die gleiche Gesellschaft und verliert nach und nach seine Illusionen.
Verschiedene Liebesbeziehungen, zuerst erblühend und voller Hoffnung, dann kompliziert und vereinzelt tragisch und unerfüllt, geben der Geschichte einen melancholischen Glanz.
Selbsttäuschungen und Wahrnehmungsirritationen machen einer nüchternen Realität Platz, die dem Zauber der Jugend weichen muss.

Herbert Schlüter ist ein sensibler Beobachter, der mit vielgestaltigen Wortwahl den Gefühlen der Jungen und Mädchen, der Männer und Frauen Ausdruck gibt.
Pubertärer Neugier wird genauso Raum gegeben wie enttäuschenden Liebesbeziehungen und der morbiden und komplizierten Beziehung eines Onkels, auch noch Pfarrer von Beruf, zu seiner Nichte.
Die unterschiedlichsten Charaktere spiegeln den Zeitgeist wieder, in dem Freizügigkeit und Reste verbogener Moral und der Anstand vergangener Epochen mit einander kollidierten.
Empfindsamkeit, Reflexion und Neurosen; Verschiebung der Blickwinkel und gesellschaftliche Umbrüche, Selbsttäuschung und Desillusionierung zeugen von der Mischung aus Realismus und Empfindsamkeit in der dichterischen Darstellung des Autors. Der Übergang von provinzieller Verträumtheit hin zur Öffnung in eine kosmopolitische Lebenswelt rund um das Berlin und Paris der zwanziger Jahre erfährt eine vorzügliche Darstellung. Die verrinnende Zeit, die mit spürbaren mentalen und körperlichen Einbußen für jeden einhergeht, wird tiefenscharf abgehandelt.
Schlüter ist ein Meister der feinen Poesie und der empfindsamen Beobachtung, die er in seinem kleinen Werk kunstvoll zur Vollendung bringt.
Im Anhang ist Näheres über den Dichter und seine Zeit zu erfahren.

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