Herbert Schnädelbach Was Philosophen wissen

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Inhaltsangabe zu „Was Philosophen wissen“ von Herbert Schnädelbach

Herbert Schnädelbach demonstriert in vierzehn Kapiteln exemplarisch, was in der gegenwärtigen Philosophie verbindlich gelehrt und gelernt werden kann. Zusammengenommen sind seine Ausführungen ein brillanter Grundkurs in Philosophie.
Das Buch zeigt anhand ausgewählter Themen, dass der Ausdruck „philosophisches Wissen“ kein leeres Wort ist. Ungeachtet mancher Zweifel wissen Philosophen wirklich etwas; sie verfügen über einen Kernbestand wissenschaftlichen Wissens, der wenig umstritten ist und hinter dessen Einsichten nicht zurückfallen darf, wer heute nach den Regeln des Fachs philosophiert. Dieses Wissen hat sich in der neueren Philosophiegeschichte im ständigen kritischen Dialog mit dem Tradierten herausgebildet.
Es wird beispielsweise gezeigt, dass in der modernen erkenntnistheoretischen Diskussion niemand ernstgenommen wird, der immer noch mit den Modellen „Subjekt – Objekt“ oder „Bewusstsein – Gegenstand“ operiert, in der Semantik Bedeutung und Gegenstand miteinander gleichsetzt, in metaphysischen Fragen das Sein für eine Eigenschaft von Gegenständen hält oder in der Praktischen Philosophie Werte und Normen nicht auseinanderhält.

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  • Rezension zu "Was Philosophen wissen" von Herbert Schnädelbach

    Was Philosophen wissen

    michael_lehmann-pape

    20. April 2012 um 05:57

    Zum aktuellen Stand des Faches Der emeritierte Professor der Philosophie, Herbert Schnädelbach, macht es sich zur Aufgabe, in diesem Buch den aktuellen Strand der Disziplin darzulegen. „Was in der gegenwärtigen Philosophie verbindlich gelehrt und gelernt werden kann“, so drück es der Klappentext aus. Mithin ein aktueller Blick auf die „Kultur der Nachdenklichkeit“, wie Schnädelbach selbst die Philosophie bezeichnet. Ein „Innehalten und sich Besinnen“, welches nach Schnädelbach ein wichtiger und notwendiger Akt menschlichen Seins ist, der im Alltag viel zu oft gering geachtet oder als „Zeitverschwendung“ bewertet wird. Im gleichen Atemzug beklagt Schnädelbach allerdings auch die eigene Schuld der Philosophie an dieser aktuell eher geringen Beachtung. Eine „Neutralisierung durch Verwissenschaftlichung“ macht er aus und durch diese eine Glättung der Differenzen, ein „Verharren in Biotopen“. Diese „Wissenschaftlichkeit“ macht Schnädelbach auch zum Thema seines ersten thematischen Kapitels und weist auf die Problematik der Philosophie als wissenschaftliche Disziplin, eine Problematik, die mit dem Begriff des „Wissens“ einhergeht. Folgerichtig stellt Schnädelbach im folgenden Kapitel den Wissensbegriff in den Mittelpunkt der Diskussion und leitet so fließend hinüber und hinein in bereits die Philosophie an sich. Wenn man Wissen als den „Inbegriff wahrer und gerechtfertigter Überzeugungen“ fasst, dann wird sehr wohl deutlich, in welche Richtung sich eine Wissenschaft der Philosophie aufbaut. Das Schöne an den Ausführungen Schnädelbachs für den Leser ist, wie schon vom ersten zum zweiten Kapitel, ein ständiger sich aufeinander aufbauender Fluss der Themen und Inhalte. Vom „Wissen“ zu „Sinn und Bedeutung“, von „Sinn und Bedeutung“ zum „Denken und Sprechen“, dann „ zum „Ich und ich“ und weiter zur Subjekt-Objekt Diskussion, zum Selbstbewusstsein, zu den Gesetzen mit einem darauf folgenden Einschub im Blick auf naturalistische Fehlschlüsse, davon ableitend dann wieder zur Diskussion von Werten und Normen, zur Handlung und zu Vernunft. Im abschließenden Kapitel wendet sich Schnädelbach den Polen der Analyse und Synthese zu. Inhalte, in denen Schnädelbach vor allem die Weiterentwicklung althergebrachter philosophischer Annahmen dartsellt. Ein breiter Streifzug durch die Kernthemen der Philosophie, die im Aufbau des Buches sehr nachvollziehbar aufzeigen, wie sich aus einer Frage die nächste ergibt, die wie bei einer Spirale immer tiefer in Sinn- und Lebensfragen führen. So vollzieht Schnädelbach auch ganz praktisch eine Antwort auf seine eingangs formulierte Beobachtung, wie wesentlich das Innehalten und gründliche Reflektieren für den Menschen ist, und dass all dies bei weitem keine „Zeitverschwendung“ in einer auf Effizienz aufgebauten modernen Gesellschaft ist. In Stil und Sprache bedarf des Buch einer hohen Konzentration, Schnädelbach formuliert nicht in einfachen Sätzen und verzichtet auf Simplifizierungen, wohl wissend, dass diese durchaus populäre Methode zu kurz greift, was sein Anliegen angeht. Das Buch bietet einen breiten und fundierten Überblick der wesentlichen Themen der wissenschaftlichen Philosophie und ist damit gleichermaßen für die wissenschaftliche Arbeit wie für das allgemeine Interesse am Thema geeignet. Ein durchaus ausreichendes Literaturverzeichnis eröffnet den Weg zur Vertiefung. Eine durchaus gehaltvolle, bei weitem aber keine einfache Lektüre.

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