Herbert Schnierle-Lutz Auf den Spuren von Hermann Hesse

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Inhaltsangabe zu „Auf den Spuren von Hermann Hesse“ von Herbert Schnierle-Lutz

Hermann Hesse hat nicht nur faszinierende Werke geschrieben, sondern er hat auch ein faszinierendes Leben geführt, und er hat an nicht minder faszinierenden Orten gewohnt. Aus dieser besonderen Konstellation ist dieses neu edierte Grundlagenwerk entstanden, das gleichermaßen als kompakte, übersichtliche Biografie und als Reiseführer dienen kann. Nach der Darstellung seiner Lebenssituationen wird der Leser an all jene Orte geführt, die im Leben und Werk Hermann Hesses eine wichtige Rolle gespielt haben: Calw, Maulbronn, Tübingen, Basel, Gaienhofen, Bern, das Tessin. Das Buch ist eine Erlebnisreise, die unter Hesses Motto steht: »Mir das Leben leicht und bequem zu machen, habe ich leider niemals verstanden. Eine Kunst aber ist mir immer zu Gebote gestanden: die Kunst, an schönen Orten zu wohnen.«

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  • „Geographische“ Biographie

    Auf den Spuren von Hermann Hesse

    michael_lehmann-pape

    26. June 2017 um 17:03

    „Geographische“ BiographieIm fast unübersehbaren literarisch-biographischen Darstellen und Aufarbeiten von Werk und Leben Herrmann Hesses ist es wahrlich nicht einfach, neue Informationen mit auf den Weg zu geben.Und so bietet auch diese Biographie nicht unbedingt rasant Neues zum Leben des weltweit immer noch geschätzten Schriftstellers, wohl aber einen interessanten, anderen, erfrischenden Zugang vor allem zu den Verbindungen zwischen persönlichem Leben, jeweiligem Ort desselben und die Einflüsse der Lebensereignisse und Wohnorte eben auf das Werk Hesses.So ziemlich jeder der Romane, Essays, Kurzbetrachtungen Hesses, das wird nach der Lektüre dieses Buches wieder einmal überaus klar, sind an konkrete Orte und konkrete Lebensereignisse gebunden und in bester Weise dann literarisch verarbeitet.Calw, der Ort der Kindheit und einer „Zwischenepisode“, Maulbrunn als Schulort, Tübingen, Basel, Gaienhofen (als Versuch des „gesetzten“ Lebens mit Frau und Kindern), Bern (als Versuch, das Gemeinsame andernorts mit mehr „Stadt“ neu zu beleben und zu befruchten) und Montagnola spielen in der Darstellung Schnierle-Lutzes als Ortschaften eine gleichwertige Rolle zum literarischen Ausdruck.So taucht der Leser mit hinein in die Atmosphäre zu jenen Zeiten, in denen Hesse an den einzelnen Orten lebte (wie in Gaienhofen vor allem, das nicht nur abgeschieden lag, sondern tatsächlich kaum bis gar nicht erreichbar war, bis hin zu den Einkäufen per Ruderboot, die als solche bereits zeigen, dass man gute Nerven benötigte, damit einem „Weltzugewandten“ und „Welthungrigen“ Schriftsteller dort nicht die „Decke auf den Kopf fällt“).Jedes der Kapitel ist dabei in gleicher Weise im Buch aufgebaut.Zunächst führt Schnierle-Lutz biographische Fakten aus dem Leben Hesses an, um im Anschluss die jeweilige Annäherung an den Ort als „Anreisebeschreibung“ dem Leser vor Augen zu führen. In beiden Teilen wird jeweils auch mittels vielfacher Zitate Hesses und Verweise auf dessen Werke deutlich, wie eng dieses äußere Leben das innere Erleben Hesses mitprägte und in Romanen und Briefen ausgedrückt wurde.Ein ausführlicher Rundgang durch den jeweiligen Ort, den Schnierle-Lutz bildkräftig zu vermitteln versteht, führt den Leser dann in seiner Vorstellungskraft hinein in das Leben des Autors.Wie er in Calw auf der Brücke saß und fischte, was ihm damit Heimat wurde, woran er nicht mehr rütteln wollte in späteren Jahren, aber auch welche inneren und äußeren Kämpfe im Elternhaus zu Buche stehen (in Romanen gut nachvollziehbar), was für Calw gilt, gilt für jeden der Lebensorte Hesses und wird von Schnierle-Lutz ausführlich sprachlich anregende zu lesen aufgegriffen und vermittelt.Illustriert durch aussagekräftige Fotografien (damals und heute) entsteht so ein lebendiges Bild der inneren Verknüpfung von Leben, Wohnen, innerem Ringen aber auch Brüchen und „Ausraster“ in diesem intensiven Leben.Eine anregende und sehr gut zu lesende Annäherung an das Wesen von Person und Werk des Mannes und Künstlers Hermann Hesse.

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