Herfried Münkler

 4.2 Sterne bei 56 Bewertungen
Autor von Imperien, Der Große Krieg und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Herfried Münkler

Herfried Münkler, geboren 1951, ist Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Viele seiner Bücher gelten mittlerweile als Standardwerke, etwa «Die neuen Kriege» (2002), «Imperien» (2005), «Die Deutschen und ihre Mythen» (2009), das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde, sowie «Der Große Krieg» (2013), «Die neuen Deutschen» (2016) und «Der Dreißigjährige Krieg» (2017), die alle monatelang auf der «Spiegel»-Bestsellerliste standen. Herfried Münkler wurde vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung, mit dem Friedrich-Schiedel-Literaturpreis und der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Politische Theorie und Ideengeschichte

 (1)
Neu erschienen am 10.07.2020 als Taschenbuch bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Herfried Münkler

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Cover des Buches Der Große Krieg (ISBN: 9783499627859)

Der Große Krieg

 (8)
Erschienen am 30.05.2015
Cover des Buches Imperien (ISBN: 9783644118218)

Imperien

 (9)
Erschienen am 01.02.2014
Cover des Buches Die neuen Kriege (ISBN: 9783644011212)

Die neuen Kriege

 (8)
Erschienen am 01.06.2011
Cover des Buches Der Dreißigjährige Krieg (ISBN: 9783499630903)

Der Dreißigjährige Krieg

 (5)
Erschienen am 16.04.2019
Cover des Buches Machiavelli (ISBN: 9783596161782)

Machiavelli

 (5)
Erschienen am 16.03.2004
Cover des Buches Die Deutschen und ihre Mythen (ISBN: 9783499623943)

Die Deutschen und ihre Mythen

 (4)
Erschienen am 01.07.2010
Cover des Buches Die neuen Deutschen (ISBN: 9783499632075)

Die neuen Deutschen

 (2)
Erschienen am 18.08.2017

Neue Rezensionen zu Herfried Münkler

Neu

Rezension zu "Machtzerfall" von Herfried Münkler

Detaillierter Blick auf das Kriegsende
Viv29vor einem Jahr

Der gebürtige Friedberger Herfried Münkler hat sich 1983 daran gemacht, Zeitzeugenberichte über die letzten Kriegstage in Friedberg zu sammeln. Ergänzt durch offizielle Dokumente entstand somit ein detaillierter Blick darauf, wie jene Wochen im März bis Mai 1945 erlebt wurden. Auch wenn dieser Bericht auf Friedberg bezogen ist, so steht er doch exemplarisch für ähnliche Erfahrungen, die zu der Zeit auch in vielen anderen Städten gemacht wurden und veranschaulicht gut den im Titel erwähnten "Machtzerfall". Ich fand es schön, die mir recht bekannte Stadt Friedberg beim Lesen veranschaulichen zu können und werde beim nächsten Besuch dort viele Orte mit neuem Interesse anschauen.

In Vorworten zu den 2005 und 2015 erfolgten Neuauflagen berichtet Münkler Hintergründe und Vorgehensweise, gibt auch wertvolle Informationen über die Situation und Denkweisen in den frühen 80ern. Während ich damit aufgewachsen bin, daß das Kriegsende für Deutschland eine Befreiung war, ist dies in den 80ern laut Münkler nicht unbedingt die vorherrschende Meinung gewesen. Er erklärt dies nachvollziehbar: "Der Rückblick auf die Ereignisse (...) war bei vielen der befragten Zeitzeuge noch von der Erinnerung an getötete Angehörige geprägt, und wenn es sich bei diesen um Kinder handelte, die bei amerikanischen Bombenangriffen auf Friedberg getötet worden waren, so war für die Betroffenen nichts ferner liegend als die Vorstellung einer Befreiung. Das hat sich mit dem Generationenwechsel, der seitdem stattgefunden hat, grundlegend geändert." Über das ganze Buch hinweg schafft der Autor es gut, auf veränderte Sichtweisen aufmerksam zu machen, Äußerungen in den Kontext zu stellen und zu einer unvoreingenommenen Betrachtungsweise anzuregen. Er ist angenehm neutral, bietet immer wieder verschiedene Interpretationsmöglichkeiten an, ohne eine davon vorzuschreiben, scheut sich aber auch nicht davor, grausame, feige oder nach allen Standards abscheuliche Verhaltensweisen als solche zu benennen. Das bringt eine gute Ausgewogenheit in den Bericht, ohne daß die notwendige kritische Betrachtungsweise verloren geht.

Ein großer Teil des Buches beschäftigt sich mit den letzten Kriegstagen und damit, wie sich die Stadt auf den zu erwarteten Vormarsch der Amerikaner vorbereitete. Es verlief nicht viel anders als überall in der Diktatur: "fanatischer Widerstand" war die Parole, militärisch sinnloser Kampf unter freudiger Opferung des eigenen Lebens - vorwiegend verkündet von Leuten, die selbst die erstbeste Gelegenheit nutzten, um sich in Sicherheit zu bringen. Münkler kann auf detaillierte Berichte der direkt Beteiligten zurückgreifen und so Einblicke liefern, die uns oft in solcher Genauigkeit nicht zur Verfügung stehen. Er beschreibt zB die Situation des Kampfkommandanten Henrich, der entschlossen war, die Stadt kampflos zu übergeben, um weiteres Sterben zu verhindern, der sich damit aber in große Gefahr begab und sein Vorgehen konspirativ angehen und sich genau überlegen mußte, wen er ins Vertrauen ziehen konnte. Diese Szenen sind lebendig beschrieben, wie zum Bespiel Henrichs Erinnerung daran, wie er mit dem Kommandanten Brack (einer jener, die sich rasch absetzten, als es Ernst wurden) darauf anstoßen mußte, daß er sein Leben der Verteidigung Friedbergs opfern würde. ("In Friedbergs altehrwürdiger Burg werden Sie Ihren letzten Widerstand leisten und dann unter den Trümmern dieser historischen Stätte in die Geschichte der Stadt Friedberg eingehen? Darauf wollen wir einen trinken, mein lieber Henrich, Prost?" - Ein wahrhaft gruseliger Trinkspruch, der diese Zeit und ihren Irrsinn hervorragend zeigt.)

Die Ereignisse bis zur letztlichen Übergabe Friedbergs an die Amerikaner sind minutiös beschrieben - für meinen Geschmack manchmal etwas zu detailreich, insbesondere wenn es um die ganzen militärischen Bewegungen ging, mit genauen Informationen, welche Panzer wo standen und welchen Weg sie nahmen. Andererseits war die anschauliche, mit vielen passenden Zitaten angereicherte Schilderung meistens sehr spannend. Die Ausweglosigkeit dieser Tage, in der der Fanatismus immer noch so erschreckend blühte, kommt durch die Einzelschicksale und Zitate gut hervor.

Was mir in diesem Abschnitt fehlte, waren die Erinnerungen der normalen Bürger. Wir erfahren fast nur die militärische Komponente und Zitate von Soldaten. Die Zivilbevölkerung kommt nur am Rande vor. Das mag daran liegen, daß dem Autor keine dieszbgl. Quellen vorlagen, aber es war ein wenig enttäuschend, daß diese aufregenden Tage so einseitig berichtet wurden. Dies ändert sich mit der Beschreibung der ersten Besatzungswochen, auch wenn es weiterhin fast keine Zitate aus Erinnerungen der Zivilbevölkerung gibt.

Was mich auch an mehreren Stellen störte, war des Autors Angewohnheit, Dinge mehrfach hintereinander zu erklären. Dreimal die gleiche Information in leicht veränderter Wortwahl zu lesen, ist etwas frustrierend. Auch wurden manche leicht verständlichen Zitate übertrieben ausführlich erklärt. So sehr ergänzende Hinweise oft nützlich und hilfreich waren, sie waren auch häufiger nicht nötig.

Im Ganzen aber ist es ein gut geschriebener Bericht, der sich leicht lesen läßt und vielfältige Informationen gibt. Für jeden, der sich für jene Frühlings- und Frühsommertage des Jahres 1945 in Deutschland interessiert, ist dies ein nützliches und unterhaltsames Buch.

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Rezension zu "Politische Theorie und Ideengeschichte" von Herfried Münkler

Hat mir nichts gebracht
Ann-KathrinSpeckmannvor 4 Jahren

Ich breche selten Bücher ab. Und noch seltener gebe ich Ein-Sterne-Bewertungen. Und eigentlich schreibe ich auch lange ausführliche Rezensionen. Dieses Buch hat es geschafft, dass ich überall eine Ausnahme mache.

Ich studiere Jura und muss einen Sozialwissenschaftlichen Schein machen. Das Thema interessiert mich. Deswegen habe ich die Einführung in die politische Theorie und Ideengeschichte gewählt. Es wird aufgrund der knappen Zeit alles runtergerattert. Auswendig lernen könnte ich es so, aber ich wollte halt die Zusammenhänge verstehen. Das Buch des Prof gefällt mir trotz seiner guten Vorlesungen überhaupt nicht. Also wollte ich ein anderes lesen, das vielleicht anders an die Sache herangeht. Ich wollte gar nicht alles verstehen. Es ging mir nur darum bekannte Themen auftauchen zu sehen.

Dieses Buch hat mir diesbezüglich nichts gebracht. Entweder ich war bereits sehr gut in der Materie. Die wenigen Stellen waren langweilig und sinnlos zu lesen. Oder aber ich hätte eine Vertiefung dringend gebraucht. Hier ging aber alles viel zu schnell. Aus meiner Sicht bietet das Buch krasse, schnell hintereinander und durcheinander folgende Zusammenfassungen, die nichts bringen - ob man nun schon (viel) Vorwissen hat oder nicht.

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Rezension zu "Die Deutschen und ihre Mythen" von Herfried Münkler

Rezension zu "Die Deutschen und ihre Mythen" von Herfried Münkler
Petra44vor 10 Jahren

In dem Buch „Die Deutschen und ihre Mythen“ hat sich Herfried Münkler mit den Mythen unseres Landes intensiv auseinander gesetzt!
Er befasst sich mit: dem größten römisch-deutschen Kaiser ,Friedrich I „ Barbarossa“,
die Nibelungen, in diesem Mythos wird in der germanischen Heldensage ein Zwergenvolk bezeichnet,
Faust, schließt ein Pakt mit dem Teufel, unterschreibt mit seinem Blut und der Teufel dürfe ihn dann nach 24 Jahren Dienst bei Faust holen!
den Rhein,Jahrhunderte lang bildete er die Lebensader einer ganzen Region, beflügelte das Denken, die Phantasie und die Kreativität . Und wurde ein Mythos!
Nürnberg, der Mythos um Kaspar Hauser ,
Dresden, ein unzerstörbarer Mythos (zweiter weltkrieg) bis
Gründungsmythos der DDR , Währungsreform, Wirtschaftswunder in der BRD.
Jeder dieser Mythen wird von ihm bis in die tiefsten Winkel der Geschichte durchleuchtet und auseinander genommen. Das Buch ist lesenswert und (Geschichtlich) verständlich geschrieben!

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Zusätzliche Informationen

Herfried Münkler wurde am 15. August 1951 in Friedberg (Deutschland) geboren.

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