Heribert Prantl

 4,2 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von Gebrauchsanweisung für Populisten, Trotz alledem! und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Heribert Prantl

Heribert Prantl, geboren 1953, ist Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung und leitet dort das Ressort Innenpolitik. Für seine Stellungnahmen zu gesellschaftspolitischen Themen wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Geschwister-Scholl- und dem Kurt-Tucholsky-Preis.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Not und Gebot (ISBN: 9783406768958)

Not und Gebot

 (1)
Neu erschienen am 24.03.2021 als Taschenbuch bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Heribert Prantl

Cover des Buches Im Namen der Menschlichkeit (ISBN: 9783550081262)

Im Namen der Menschlichkeit

 (4)
Erschienen am 29.05.2015
Cover des Buches Trotz alledem! (ISBN: 9783518072899)

Trotz alledem!

 (4)
Erschienen am 10.10.2016
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Populisten (ISBN: 9783711001306)

Gebrauchsanweisung für Populisten

 (4)
Erschienen am 14.08.2017
Cover des Buches Der Terrorist als Gesetzgeber (ISBN: 9783426274644)

Der Terrorist als Gesetzgeber

 (3)
Erschienen am 19.03.2008
Cover des Buches Kein schöner Land (ISBN: 9783426273630)

Kein schöner Land

 (2)
Erschienen am 07.03.2005
Cover des Buches Not und Gebot (ISBN: 9783406768958)

Not und Gebot

 (1)
Erschienen am 24.03.2021
Cover des Buches Wir sind viele (ISBN: 9783866159990)

Wir sind viele

 (1)
Erschienen am 01.12.2011
Cover des Buches Vom kleinen und großen Widerstand (ISBN: 9783864974878)

Vom kleinen und großen Widerstand

 (1)
Erschienen am 29.09.2018

Neue Rezensionen zu Heribert Prantl

Cover des Buches Not und Gebot (ISBN: 9783406768958)Wedmas avatar

Rezension zu "Not und Gebot" von Heribert Prantl

Unbedingte Lesepflicht.
Wedmavor 2 Monaten

Großartige Inhalte, bildhaft und zum Greifen nah erzählt! Ein Must read.

Prantl kennt man von der SZ. Klar, dass er schlicht und ergreifend seine Gedanken darlegen kann. Schon allein das WIE machte Spaß, aber noch mehr, WAS er zum Thema Grundrechteverletzungen sagte. Und all das MUSSTE in dieser Klarheit gesagt werden. Unbedingt. All diese Punkte müssen zur Debatte stehen und ausführlich ausdiskutiert werden. Und noch mehr: Die Lösungen ausgearbeitet werden, damit solche Dinge nicht mehr passieren können. Wie Prantl es so schön, gleich am Anfang, bringt: „Grundrechte sind nicht eine Art Konfetti für schöne Zeiten“. S.15.

Spannend, wie er viele wunde Punkte der Coronakrise mit der Präzision eines Chirurgen sezierte. Die gravierenden Fehler kamen hier deutlich zur Sprache: In einer Art Auflistung führte Prantl vor Augen, was für undenkbare Dinge in Sachen Grundrechtverletzung man bisher im Zuge der Coronakrise erlebt hatte. Seine Kommentare dazu fielen noch stärker aus.

Sehr gute Fragen stellte er auch: „Wir werden auch in Zukunft Pandemien erleben. Wie wird der Staat dann reagieren? Wie bei Corona? Wird es dann zackig heißen: Maske auf, Klappe halten? Wird dann wieder die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, wieder die Versammlungsfreiheit entzogen?“ S. 17.

Das Spiel der „Qualitätsmedien“ mit der Angst der Menschen sprach er auch sehr treffend an.

Die Themen, die durch die Corona noch akuter geworden sind, wie Alten- und Krankenpflege, Sterbehilfe usw. kamen wunderbar zur Sprache. In dem Zusammenhang schrieb er auch über seine Mutter. Bewegend.

Auch in Kapitel „Coronien“ sagte Prantl so viele Dinge, die auf den Punkt die Tatsachen brachten. Er warnte u.a. vor Totalüberwachung, sprach von der Gefahr der Corona-Überwachungs-Apps, wie Minister Spahn sie am liebsten eingeführt hätte. Es wäre eine totale Überwachung nach China-Vorbild geworden. An die Grundrechte denkt in diesem Ministerium offenbar keiner.

Paar Zitate noch. Besser als Prantl kann man es nicht sagen:

„Corona weckt, wenn es ganz bitter kommt, die Lust auf Totalitarismus.“ S. 45 und ein Stück weiter: „Eine demokratische Gesellschaften darf nicht nur auf Epidemiologen hören.“ S. 51. 

Auch über die Auswirkungen auf die Kinder sprach er, S. 65 ff. Die Frage der Verhältnismäßigkeit brachte er anhand von Ausführungen zu Schulschließungen und dem Umgang mit Kindern im Allgemeinen auf den Punkt. Zu Masken im Unterricht und Schul-Shutdown gab es kritische Worte, die vielen Eltern, Lehrern usw. aus der Seele sprechen dürften.

In den Kommentaren zum 14.11.2020, S. 87, liest man: „Der Deutsche Bundestag hat am 25. März 2020 den Löffel aufgegeben.“ Was dann weiter folgt, sollte man sich nicht entgehen lassen. Nicht nur amüsant. Leider auch wahr.

Auch zum Verhalten der Kirche gab es paar klare Worte, S. 109-120.

Man kann noch lange über dieses Buch referieren. Besser: Lesen Sie selbst.

Fazit: Es ist auf jeden Fall sehr bereichernd! Endlich spricht Prantl die Dinge aus, die in einem schon lange brodelten. Und es sind Dinge, die gesagt werden MÜSSEN.

„Not und Gebot“ ist ein sehr wichtiges Buch, das die Leser auf ihre Grundrechte sensibilisiert und noch viele nützliche Informationen und Überlegungen liefert. 

Es macht optisch vllt einen nüchternen Eindruck. Die Inhalte sind aber enorm wichtig. Und toll, für alle verständlich, erzählt. Unbedingte Lesepflicht.

P.S. Bemerkenswerte Stellen, auf die ich schnell wieder zugreifen könnte, markiere ich mit Klebezetteln. Magenta zeigt auf eine besonders gute Stelle. Wie man dem Foto entnehmen kann, gibt es in diesem Buch sehr viele tolle Stellen.

 

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Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Populisten (ISBN: 9783711001306)Bücherfüllhorn-Blogs avatar

Rezension zu "Gebrauchsanweisung für Populisten" von Heribert Prantl

Rechtspopulisten enttarnen – jeder sollte Bescheid wissen.
Bücherfüllhorn-Blogvor 4 Jahren

Das Buch ist klein und handlich und mit fast 80 Seiten schnell zu lesen. Allerdings ist der Inhalt im detaillierten gar nicht so schnell zu erfassen, vieles musste ich mir erst mal durch den Kopf gehen lassen. Die Wort- und Sprachspielereien muss man auch erst mal verstehen, ich würde meinen, dafür muss man eine gewisse politische Bildung haben. Mir ergaben sich, wie auch in dem Buch „Deutsch sein“ (*hier Rezi*) von Peter Siebenmorgen aus demselben Verlag, neue und ungewohnte Sachverhalte, die ich vielleicht vorher erahnte, mir aber nie weitere Gedanken darum gemacht habe. Der Text war für mich nicht einfach so zum „runterlesen“. Die „Moral von der Geschichte“ fasse ich als „Man muss dem Rechtspopulismus gegensteuern, die Sprache und die Handlungen enttarnen und eine Lösung finden“ zusammen. Der erste Weg dahin geht über die Aufklärung verschiedener Sachverhalte wie mit diesem Buch.

 

Alles in allem: Für politisch Interessierte ein Muss, und eigentlich für jeden andern auch. Man muss sich damit befassen, damit man hinter die Fassaden blicken kann.

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Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Populisten (ISBN: 9783711001306)Sikals avatar

Rezension zu "Gebrauchsanweisung für Populisten" von Heribert Prantl

Gebrauchsanweisung für Populisten
Sikalvor 4 Jahren

Populismus als Werbemittel für Politik – so lässt sich Heribert Prantls umschreiben – und recht hat er damit.

Keine politische Partei, die in ihrem Namen nicht auch Populismus betreibt und damit ihr Programm und die Meinung der Vorsitzenden (oder auch anderer Mitglieder) unters Volk bringt. Kein Problem – so Prantl, solange es sich nicht um populistischen Extremismus handelt. Erst in diesem Fall gilt es, gegenzusteuern. Aber wie?

Wer sich als Privatmensch von Prantls Buch ein Rezept erwartet wie mit einzelnen Populisten umzugehen ist, wird hier leider enttäuscht werden. Das Buch richtet sich vielmehr an die Regierenden und Politiker Deutschlands (österreichische Politiker und Parteien dürfen sich hier meiner Meinung nach gerne anhängen). Den regierenden Parteien scheinen die Mittel auszugehen oder gar ganz zu fehlen, wie dem populistischen Extremismus zu entgegnen ist.

Populismus dürfen laut Prantl gerne alle Parteien ausüben – Populismus als Volksnähe, nicht zur Angstverbreitung – Populismus zur Konturenschärfung, nicht zur Panikmache und Populismus als Ermunterung und Ermutigung, nicht als Demütigung.

Wahlen werden nicht mittels Analysen zum Arbeitsmarkt gewonnen, sondern damit dem einfachen Menschen zu erklären wie man seine Arbeit erhalten möchte. Wahlen werden nicht mit Erklärungen gewonnen warum es um mehr als den Einzelnen geht, sondern damit, die Wünsche einzelner nicht  als Gefährdung für das Ganze darzustellen. Wahlen werden gewonnen, indem man die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt und deren Eltern bezahlbare Wohnungen verschafft. Nicht zuletzt gewinnt man Wahlen aber auch, indem man es schafft, die Angst vor dem/den Fremden abzubauen.

Genau solche Themen sind es, die dem extremen Populismus immer mehr Zulauf bescheren und das nur mittels Angst- und Panikmache – nicht mit Fakten oder gar Lösungen. Diese Lösungen müssen von den regierenden Parteien bereitgestellt und mittels Populismus unter das Volk gebracht werden, nur so wird der extremistische Populismus an Attraktivität verlieren.

Populismus ist Werbung und als solche zu nutzen und einzusetzen – als positives Mittel um positive Veränderungen dem Volk nahezubringen.

Heribert Prantl ist Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung und wird oftmals auf Grund seiner Ansichten als linksliberal eingestuft. Die Aussage in seiner Streitschrift „Wir sind viele“, wonach Europa nicht auf dem Euro basiere, sondern auf seinen Bürgern, die die Grundlage der Demokratie bilden, hat mitunter ebenso dazu beigetragen wie seine Einstellung zum Finanzkapitalismus oder seine Beurteilung der Rechtsprechung als ehemaliger Justizbeamter.

Heribert Prantl bringt auf den Punkt wonach viele Politiker suchen – eine Lösung gegen den extremistischen  Populismus. Leider keine Lösungen wie man sich als Einzelner dagegen wehren kann oder diesen erkennt, um nicht in die Falle zu tappen. Hier hat jeder noch eine gewisse Eigenverantwortung, indem Aussagen hinterfragt und Ergebnisse überprüft werden …

3 Sterne aufgrund der schwierigen Umsetzbarkeit für den Einzelnen.

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