Heribert Schwan Die Frau an seiner Seite

(32)

Lovelybooks Bewertung

  • 30 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 2 Leser
  • 12 Rezensionen
(11)
(10)
(7)
(2)
(2)

Inhaltsangabe zu „Die Frau an seiner Seite“ von Heribert Schwan

Was verbarg Hannelore Kohl hinter ihrem versteinerten Lächeln? Was hatte es mit ihrer Lichtallergie auf sich? 10 Jahre nach ihrem tragischen Tod deckt Heribert Schwan auf, wie Hannelore Kohl lebte und wie sie starb. Er stand bis 2 Tage vor ihrem Selbstmord in engem Kontakt zu Hannelore Kohl und führte seither ausführliche Gespräche mit den engsten Freundinnen und Vertrauten. Aus dieser Fülle an Insider-Wissen zeichnet er das einfühlsame, aber auch erschütternde Porträt einer einsamen Frau. Hannelore Kohl führte eine Ehe mit klassischer Rollenverteilung: Er machte Karriere, und sie kümmerte sich um die Kinder. Doch sein Leben als Politiker forderte mehr von ihr – ein Leben im Rampenlicht. Zögernd ließ sie sich darauf ein, doch während ihr Mann politisch immer einflussreicher wurde, versteinerte ihr Lächeln zur Maske. Heribert Schwan war der Erste, dem es gelang, Hannelore Kohl 1985 für ein Fernsehporträt zu gewinnen, das damals großes Aufsehen erregte. Seitdem stand er in regelmäßigem Kontakt mit ihr. Er erlebte aus der Nähe das ganze Drama ihrer Krankheit mit. Als sie zuletzt das Haus tagsüber nicht mehr verlassen konnte, begleitete er sie bei langen nächtlichen Waldspaziergängen. Sein kritisches Urteil über die familiäre Situation der Kohls: In 42 Ehejahren mit dem Machtmenschen Kohl wurde aus Hannelore Kohl, der Frau an seiner Seite, die Frau in seinem Schatten.

Umfassender Einblick in das Leben von Frau Kohl - leider mit vielen Wiederholungen.

— Leila14
Leila14

Eine tragische Geschichte!

— KateDakota
KateDakota

Stöbern in Biografie

Gegen alle Regeln

biografischer, düsterer, regelrecht depressiv wirkender "Roman"

Buchmagie

Eisgesang

Toller Reisebericht, der auch Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Autorin gibt.

MissPommes

Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl

Witzige Einblicke in Lauren Grahams Leben. Als wäre man mit ihr in Lukes Diner zum Kaffee verabredet. Herrlich!

I_like_stories

Neben der Spur, aber auf dem Weg

Ein tolles Buch, das ADS endlich auch für nichtbetroffene Greifbar und Erklärbar macht und das betroffenen Mut gibt. Danke!

I_like_stories

Farbenblind

Tragisch, ergreifend und wissenswert werden hier Einblicke in das Apartheidsystem Südafrikas gewährt, mit etwas Humor gewürzt.

sommerlese

Heute ist leider schlecht

Witzig, intelligent und unterhaltsam

I_like_stories

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine bemerkenswerte Frau, aber dennoch eine tragische Figur!

    Die Frau an seiner Seite
    KateDakota

    KateDakota

    Nach der Lektüre dieses Buches muss ich Abbitte leisten. Hannelore Kohl ist jetzt seit vierzehn Jahren tot und ich gestehe, dass ich sie zu Lebzeiten absolut nicht leiden konnte. Vermutlich lag es daran, dass ich ihrem Mann als Politiker und Bundeskanzler nichts abgewinnen konnte und in ihr nie mehr als ein naives Blondchen gesehen habe. Genau das Gegenteil ist der Fall! Hannelore Kohl war ein Mensch mit vielen interessanten Facetten und mit einer bewegenden Vergangenheit. Dass sie als zwölfjähriges Mädchen von russischen Soldaten mehrfach vergewaltigt wurde, war mir neu und es hat mich zutiefst erschüttert. Auch wenn sie dieses Erlebnis zeit ihres Lebens verfolgt hat, konnte sich doch zu einer starken Persönlichkeit heranreifen. Das sage ich, obwohl sie sich hat von ihrem Mann, dem Kanzler der Einheit, ein ums andere Mal unterbuttern lassen. Niemals hat er sie ernsthaft gefragt, wenn es um seine politische Karriere ging, sondern hat da mehr oder minder sein eigenes Ding gemacht. Wenigstens bei ihm lag ich also mit meiner Einschätzung nicht daneben, denn ich halte Helmut Kohl für einen rücksichtslosen Egomanen. Nein, es wahr Hannelore Kohls Leben neben ihrer Rolle als "Ehefrau", das mich beeindruckt hat. Wie sie in all den Jahren ihre Söhne aus der Öffentlichkeit herausgehalten und sie wie eine Löwin beschützt hat. Wie sie das Kuratorium ZNS aufgebaut hat, das sich für hirngeschädigte Menschen einsetzte, einer Gruppe, die bis dato eher im Abseits der Gesellschaft stand. Hier hat sie sich große Verdienste erworben. Tragisch waren ihre letzten Lebensjahre. Sie litt unter einer Lichtallergie, die sie auf den Kunstfehler eines Arztes zurückführte. Ich selbst jedoch kann den Mutmaßungen des Autors durchaus etwas abgewinnen, dass die Allergie das äußere Zeichen einer schweren Depression war. Vieles spricht dafür. Dem Autor, der die Familie Kohl über viele Jahre begleitet hat und gerade eben erst eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Altkanzler hatte, ist eine bemerkenswerte Biografie mit einer bemerkenswerten Person im Mittelpunkt gelungen. Nur zeitweise gab es leichte Längen. 4 Sterne

    Mehr
    • 5
  • Rezension zu "Die Frau an seiner Seite"

    Die Frau an seiner Seite
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. October 2013 um 20:52

    Mich hat Hannelore Kohl anfangs nicht interressiert. Und dann empfahl mir jemand das Buch. Schon nach den ersten Seiten war ich gefesselt von dieser einfühlsamen, intelligenten Frau. Schon in jungen Jahren hatte sie einiges durchmachen müssen. Als Flüchtling musste sie, was der Autor allerdings nur vermuten kann, eine oder mehrere Vergewaltigungen durch die Russen über sich ergehen lassen. Auf der höheren Schule lernt sie dann den damals bereits politisch sehr aktiven Helmut Kohl kennen und lieben und musste sich praktisch sofort seinen Zukunftsvorstellungen und Karrierewünschen und seinen Vorstellungen von Ehe und Familie unterordnen. Ich glaube, die Frau von heute würde dies nicht mitmachen. Die Erziehung der Söhne, der Haushalt, die Bewirtung der Gäste die ihr Mann einfach so mit nach Hause brachte lag auf ihren Schultern. Beim Lesen des Buches konnte ich mir nicht vorstellen, dass Helmut Kohl überhaupt eine Vater-Sohn Beziehung aufgebaut hat. Der Autor beschreibt aber auch den zweiseitigen Charakter der Hannelore Kohl. Freundinnen Hannelores kannten sich gegenseitig garnicht. Sie wollte die Freundinnen nicht teilen. An ihren letzten Lebenstagen, in denen es ihr laut des Autors schon sehr schlecht ging, war Helmut Kohl nicht an ihrer Seite. Und man kann es ihm nach dem Lesen des Buches einfach nur übel nehmen. Ein Lebensgeschichte die nichts für schwache Nerven ist. Für mich ist Hannelore Kohl nach dem Lesen des Buches definitiv nicht mehr nur "Die Frau an seiner Seite"! Ein unglaubliche Frau! Ein unglaubliches, unbequem und starr wirkendes Leben. Ohne Hannelore wäre Helmut sicher nicht das geworden, was er einmal war. Meine Meinung.

    Mehr
  • Die Frau an seiner Seite...

    Die Frau an seiner Seite
    illunis

    illunis

    23. May 2013 um 02:00

    Eine Freundin und ich sahen in irgendeinem Bericht Helmut Kohl und haben über ihn diskutiert, sie meinte daraufhin sie hätte da ein interessantes Buch und gab mir "Die Frau an seiner Seite" mit... ... lange habe ich es herausgeschoben zu lesen, aus "Angst" das es zu trocken ist, aber irgendwann habe ich es dann doch zur Hand genommen und... meine Angst hat sich nicht bestätigt. Anfangs beschreibt der Autor manche Dinge evtl. etwas zu genau (Tagebucheinträge der Mutter, wann sie gezahnt hat etc., das interessiert keinen Menschen!!) aber das gibt sich wirklich nach der Beschreibung der Kindheit von Frau Kohl. Sehr interessant und nahe gehend fand ich die Beschreibung ihrer Jugend, was sie auf der Flucht alles durch gemacht hat und wie die schwierige Beziehung zu ihren Eltern war. Es ist wirklich schrecklich wie sehr diese Frau schon in jungen Jahren ihre Empfindungen und ihre Persönlichkeit untersagt bekommen hat. Aber genau das war der Punkt warum sie sich später ihrem Mann gegenüber so zurück nehmen konnte und alles (politische Karriere, kein Familienleben etc.) so sehr geduldet, ja ihn sogar unterstützt hat. Großen Respekt habe ich vor ihren Leistungen in ihrer ZNS Organisation und was sie da alles ermöglicht hat und auch den Umgang mit dem gesamten Personal, welches ja regelrecht ins schwärmen zu geraten scheint. Schade das es dann später zu ihrer (umstrittenen) "Lichtallergie" kam und sie 2001 ihrem Leben ein Ende gesetzt hat. Irgendwie aber auch verständlich, wenn man bedenkt was sie von klein an durchgemacht hat und das die Spendenaffäre ihres Mannes so einige Traumata aufgewühlt hat, vor allem wo sie gesundheitlich zu diesem Zeitpunkt sowieso schon schwer angeschlagen war... Alles in allem: Ein aufschlussreiches Buch über eine tolle und im Hintergrund auch jahrelang stark gewesene Frau. Sehr empathisch und nah am Leser geschrieben. Ich kann dieses Buch nur empfehlen

    Mehr
  • Nicht mit ihm, nur neben ihm ...

    Die Frau an seiner Seite
    Herbstrose

    Herbstrose

    22. March 2013 um 01:20

    Zehn Jahre nach ihrem Freitod hat der Journalist und ehemalige Redakteur des WDR und der ARD, Heribert Schwan, ein Buch über das Leben und Leiden von Hannelore Kohl geschrieben. Nach seinen eigenen Aussagen war er wohl der einzige Journalist zu dem sie je Vertrauen fasste und mit dem sie die letzten Jahre ihres Lebens lange Gespräche führte. Recht einfühlsam schildert er ihren Lebensweg von der Geburt am 7.3.1933 in Berlin, über ihre Kindheit in Leipzig, den Krieg und die russische Besatzungszeit, die Flucht in den Westen, das Kennenlernen sowie die Zeit als Gattin des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und späteren Kanzlers Helmut Kohl bis zu ihrem einsamen Tod am 5.7.2001 in ihrem Bungalow in Oggersheim. Die Biographie ist sehr gut recherchiert, man erfährt vieles über Frau Kohl, worüber man zuvor noch nichts gehört hatte. Leider wird stellenweise die politische Karriere von Herrn Kohl zu sehr in den Fokus gestellt, so dass man den Eindruck bekommt es ginge mehr um ihn als um seine Frau Hannelore. Auch ist der Schreibstil manchmal etwas zu blumig und gefühlvoll, die Hochachtung die der Autor für Frau Kohl hegte ist zu spüren. Fazit: Eine lesenswerte Biographie über eine bemitleidenswerte Frau.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frau an seiner Seite" von Heribert Schwan

    Die Frau an seiner Seite
    bogi

    bogi

    02. February 2013 um 22:02

    Zum Faszinosum Helmut Kohl gehörte immer auch seine Frau Hannelore. Maskenhaft, eher unnahbar, sozial engagiert, im direkten Kontakt wohl durchaus herzlich und humorvoll. So die wohl gängigsten Beschreibungen, teils sicher auch Klischees. Dieser, zur Amtszeit ihres Mannes, wohl bekanntesten Unbekannten des Landes, versuchte sich Heribert Schwan in seinem Buch anzunähern. Er beschreibt dies zunächst anhand ihrer Biographie in jungen Jahren. Hier wird ihr Lebensweg im Osten des Landes nachgezeichnet. Als sehr bedrückender Höhepunkt muss hier wohl die Vergewaltigung durch einen russischen Soldaten zu Zeiten des Kriegsendes gelten. Anschliessend liest man vom Kennenlernen zwischen Hannelore und Helmut, der Heirat und der Zeit Kohls als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Grosses Unbehagen in ihrer Rolle als Frau an seiner Seite setzt vor allem mit dem Wechsel des Pfälzers in die Bundespolitik bei Hannelore Kohl ein. Hier konzentriert sich die Darstellung von Schwan sehr stark auf die Zeit nach dem Machtverlust 1998 und der danach bekanntgewordenen CDU Spendenaffäre. Während die Vorwürfe am Exkanzler abzuperlen scheinen (er ist ganz damit beschäftigt seine geschichtliche Grösse und sein Parteipatriarchentum zu verteidigen), setzen sie seiner Frau gerade auch als Person und Familienoberhaupt Kohl extrem zu. Hier geht der Autor davon aus, dass hierin auch der Ursprung von Hannelores schwerer und letztlich zum Tode führenden Lichtallergie zu sehen ist. Im dramatischen Finale erlebt man die unerträgliche Zeit von Frau Kohl, der völligen Abgekapseltheit in komplett verdunkelter Wohnung, der einzig in tiefster Nacht stattfindenden Freiluftaufenthalte und letztlich der Todessehnsucht, die mit dem Selbstmord der ehemaligen First Lady endet. Schwans Buch ist sehr gut lesbar. Er hat es mit vielen, teils weniger oder gar nicht bekannten Details angereichert. Er versteht es recht bewegend die Zerissenheit der Kanzlergattin darzustellen. Mir persönlich hat ein Umstand zu denken gegeben, dass sich der Autor in seinen zahlreichen Fernsehauftritten in unangenehmer, ja fast fanatischer Art und Weise als der ultimativ wahre Kohl-Kenner geriert hat. Dies erscheint mir in letzter Konsequenz ein wenig vermessen. Zumal Kohl, unter welchen Umständen auch immer, mit dem Autor bereits seit einiger Zeit gebrochen hat. Unter dieser Prämisse scheint mir die Deutungshoheit von Schwan doch eher zweifelhaft. Nichtsdestotrotz ein Buch, das für alle politisch und geschichtlich Interessierten, meines Erachtens, eine Empfehlung darstellt.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frau an seiner Seite" von Heribert Schwan

    Die Frau an seiner Seite
    Larijana

    Larijana

    25. November 2012 um 02:34

    Die Frau an seiner Seite - Hannelore Kohl wurde ihr gesamtes Leben lang von ihrem Mann überschattet, aber akzeptierte die Rolle als Frau an der Seite ihres Ehemannes ohne Murren; sie teilte die Freude über seine politischen Erfolge mit ihm, selbst wenn sie nicht immer voll und ganz hinter den Karriereentscheidungen Kohls gestanden hat, durchlebte aber auch eine Menge schwerer Zeiten mit ihrem Mann. Die ganze Zeit über musste sie Opfer bringen, um ihren Mann auf dem Weg an die Spitze zu unterstützen. Es ist unmöglich, keine Sympathie für die hingebungsvolle Frau zu empfinden, deren Leben Heribert Schwan in seinem Buch nachzeichnet. Nichtsdestotrotz scheint der Autor ein wenig zu bestrebt, Hannelore Kohl im bestmöglichsten Licht zu zeigen. Es gibt absolut nichts, das sie nicht tun kann. Schwan wird nicht müde, Hannelores gute Eigenschaften in seinem Buch hervorzuheben. Er - wie viele andere, die in seinem Buch Erwähnung finden - scheint völlig von Hannelore Kohl eingenommen zu sein und lässt daher die Objektivität eines Journalisten und Schriftstellers missen. Der Leser erfährt eine Menge aus Hannelores Leben, aber nach dem Lesen des Buches bin ich sicher, dass es auch vieles von Frau Kohl gibt, über das man nichts erfährt. Schwan erzählt von dem steinigen Weg, den Hannelore seit ihrer Kindheit bis zum Ende ihres Lebens bestritt, aber wie er selbst aufzeigt, war Hannelore geübt darin, ihre Gefühle zu verbergen. Das macht sie unberechenbar für andere, auch für die Leser dieses Buchs, wo es die Aufgabe des Autors gewesen wäre, den Lesern eine Einsicht in Hannelores Gefühlswelt zu ermöglichen, gleichgültig wie geschützt dieses auch war. Schwan schafft es, Sympathie für die Frau des früheren Bundeskanzlers zu wecken, aber ihm gelingt es nicht, sie den Lesern wirklich nahe zu bringen. Der Autor gibt uns einen interessanten Überblick über Hannelores Leben, manchmal überhäuft er den Leser jedoch mit zu vielen Details. Er hätte außerdem auf unnötige Wiederholungen verzichten können, aber alles in allem hat es mir gefallen, in diesem Buch mehr über Hannelore Kohl zu erfahren.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frau an seiner Seite" von Heribert Schwan

    Die Frau an seiner Seite
    Golondrina

    Golondrina

    Enttäuschend, diese Biographie. Woher Herr Schwan seine Legitimation nimmt, das Leben von Hannelore Kohl zu beschreiben, bleibt mir verborgen. Letztlich reduziert sich seine Beschreibung auf "intelligente Frau, die ihr Leben zugunsten ihres Mannes aufgibt, weil ihr das schon in Kinderjahren so eingetrichtert wurde" und "sie wollte nicht mit zum Wolfgangsee, musste aber". Dies wird endlos wiederholt und als Fazit unter jede Handlung von Frau Kohl gestellt. Quellenangaben habe ich vermisst. Peinlich das Ganze.

    Mehr
    • 2
    kornmuhme

    kornmuhme

    03. May 2012 um 17:59
  • Rezension zu "Die Frau an seiner Seite" von Heribert Schwan

    Die Frau an seiner Seite
    TanteGhost

    TanteGhost

    27. September 2011 um 19:32

    Nachdem ich das Buch nun durchgelesen habe und die Wahrheit kenne, die Frau Kohl Herrn Heribert Schwan erzählt hat, muss ich meine Meinung über Herrn Kohl gründlich revidieren. - Er mag politisch gesehen hochgradig engagiert gewesen sein und hat von jungen Jahren an etwas bewegt. Aber privat war er nach dieser Lektüre zu urteilen, schlicht und ergreifen ein Totalversager. Hannelore Kohl, geborene Renner, hatte nicht wirklich ein Leben, nach dem es sich zu streben lohnt. Wirklich unbeschwert konnte sie nur in Kindertagen sein. Bevor der Krieg ausbrach, war für sie alles in Ordnung. Während des Krieges fing für sie dann das Leid an. Bombennächte, der Verlust von Freunden und dem geliebten Hund, die immerwährende Sorge um den Vater und eine emotional sehr distanzierte Mutter. In der Nachkriegszeit dann die Flucht, allein mit der Mutter. Hannelore teilte schon damals das Schicksal vieler Frauen von damals. Nach dem Krieg der Beginn von null, das Leid der Eltern und ihr eigenes Päckchen. Helmut war damals ein guter Freund und emotionale Stütze. Doch das sollte sich nach der Hochzeit ändern. Von nun stand lediglich die Karriere des Pfälzer im Vordergrund. Söhne und Frau mussten sehr oft ohne ihn auskommen. Später kamen dann auch die gesundheitlichen Probleme bei Hannelore dazu. Die Spätfolgen der Nachkriegszeit machten ihr ihr ganzes Leben lang zur schaffen. Das hielt sie aber nie davon ab, weiter hin treu und brav die Frau an seiner Seite zu sein. Doch sein politischer Abstieg mit all seinen Folgen war dann auch der ihre. Dieses Buch rüttelt auf und lässt Herrn Kohl gar nicht mehr so in der Rolle des Supermannes dastehen. Im Gegenteil. Ich habe mich mehr als einmal gefragt, wie man eine solche Frau nur so behandeln kann. Spannend geschrieben und ohne große Umschweife und überflüssige Beschreibungen, fesselt das Buch an sich und lässt den Leser so schnell nicht mehr davon abkommen. Als das Buch zu Ende war, wusste ich nicht, ob ich mich jetzt erleichtert zurücklehnen sollte, oder ob ich lieber noch ein paar Seiten mehr gehabt hätte. - Aber ich sehe es mal von Hannelore ihrer Seite. Es war ganz gut, dass sie selber dem dann ein Ende gesetzt hat. Ich kann es durchaus verstehen. Ein Leben war das auf keinen Fall.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frau an seiner Seite" von Heribert Schwan

    Die Frau an seiner Seite
    Tina K.

    Tina K.

    13. August 2011 um 23:04

    bewegend und traurig - das erlebte Leid und Elend in ihrer Kind- Jugendzeit - ein Leben in der Öffendlichkeit .......

  • Rezension zu "Die Frau an seiner Seite" von Heribert Schwan

    Die Frau an seiner Seite
    Sophia!

    Sophia!

    06. August 2011 um 00:58

    „Es gehörte zu ihrem Selbstverständnis, ihrem Mann zu dienen, sich seinen Bedürfnissen zu unterwerfen. Selbstbestimmung, wie sie heute alltäglich ist, kannte sie nicht und überließ ihrem übermächtigen Mann und Vater ihrer Kinder die Deutungshoheit darüber, wie ein glückliches Ehepaar mit einer intakten Familie auszusehen habe.“ _ Heribert Schwan, der mit seinen Dokumentationen internationale Erfolge erzielte, liefert mit diesem Band ein ebenso eindrucksvolles wie bewegendes Portrait der Kanzlergattin. In 10 Kapiteln stellt er seinen Lesern das Leben der Hannelore Kohl umfassend dar, angefangen von der behüteten Kindheit, über ihre Zeit im Zentrum öffentlichen Interesses bis hin zu ihrem tragischen Ende durch den gewählten Freitod. Hannelores wohl behüteten Kindheitsjahre endeten abrupt durch die grausamen Erlebnisse eines von Gewalt und Massenvergewaltigungen geprägten Deutschland während der Zeit unmittelbar nach Kriegsende. Sie selbst wurde Opfer dieser Gewaltverbrechen und erlitt dadurch ein Trauma, welches sie nie richtig verarbeiten konnte. Auch in ihrer Jugend gilt die junge Frau eher als ruhiger, in sich gekehrter Mensch. Eine umso größere Umstellung bedeuteten die politische Erfolge ihres Mannes, mit denen sie sich spätestens dann arrangieren musste, als er im Mai 1969 zum bis dato jüngsten Regierungschef eines Bundeslandes gewählt wurde. In den folgenden Jahren engagierte sie sich selbst in unterschiedlichen Bereichen, wie beispielsweise als Präsidentin des Kuratoriums ZNS. Dennoch ist es ihr gelungen, als fürsorgliche Hausfrau und Mutter fester Halt und Anker im Leben der beiden Kinder zu bleiben und das Bild einer intakten Familie zu wahren. Neben den Anforderungen, die ihr Mann an sie stellte, musste sie zusätzlich eine zunehmende Verschlechterung des eigenen gesundheitlichen Zustands ertragen, bezogen auf ihren psychischen wie physischen Zustand. Als die dann noch die Spendenaffaire ihres Mannes zu erneuter gesellschaftlicher Verachtung führte und damit an ihr Trauma aus Kindheitstagen anknüpft, scheint Hannelore endgültig am Ende ihrer Kräfte. _ Das Buch zeichnet Hannelore Kohl als eine starke, selbstbewusste und zielstrebige weibliche Persönlichkeit ihrer Zeit, der auch die Schattenseiten des Lebens nicht verborgen blieben. Der Bekanntschaft des Autors, der mit ihr vertraute Gespräche u.a. auch während gemeinsamer nächtlicher Spaziergänge führte, ist es zu verdanken, dass diese Zusammenstellung ihres Lebens entstehen konnte. Viele neue hintergründige Fakten werden offen gelegt und dadurch dem einzelnen Leser neue Perspektiven geboten, die Biographie der Hannelore Kohl neu zu entdecken. Interessant ist die detailgetreue Zeittafel sowie das Personenregister im Anhang des Buches. Die journalistischen Fertigkeiten des Autors machen zudem die Lektüre zu einer wahren Bereicherung und lohnenswerten literarischen Beschäftigung. _ Fazit: Eine Lektüre, die neue Einblicke eröffnet in das Leben einer außergewöhnlichen Frau und es ermöglicht, die Frau an der Seite Helmut Kohls besser zu verstehen.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frau an seiner Seite" von Heribert Schwan

    Die Frau an seiner Seite
    kornmuhme

    kornmuhme

    21. July 2011 um 12:34

    Zu dieser Biografie möchte ich eigentlich nur so viel sagen: Wenn Hannelore Kohl nicht die Gattin des langjährigen Bundeskanzlers Helmut Kohl gewesen wäre, hätte sie ein völlig normales, durchschnittliches Leben geführt wie die meisten Frauen ihrer Zeit, das nicht in einer knapp über 300 Seiten starken Biografie hätte nachgezeichnet werden müssen. Hannelore Kohl mag auf die Menschen, die sie kannten, eine große Faszination ausgeübt haben, diese kommt in diesem Buch m.E. jedoch nicht zum Tragen.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frau an seiner Seite" von Heribert Schwan

    Die Frau an seiner Seite
    Clari

    Clari

    15. June 2011 um 15:08

    Jeder erinnert sich noch an die treue Kanzlergattin Hannelore Kohl, deren tragischer Freitod im Jahr 2001 die Deutschen erschütterte. Sie war als Tochter gut situierter Eltern 1933 in Berlin zur Welt gekommen. Ihr Vater war ein gut aussehender Mann, der seine Tochter mit Liebe und Warmherzigkeit umgab, während die Mutter eine kühle und distanzierte Ausstrahlung Zeit ihres Lebens beibehielt. Hannelore wuchs zunächst gut behütet und wohl erzogen in einem begüterten Klima auf. Das änderte sich radikal mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Beide Eltern waren Nazis, der Vater gar ein erfolgreicher Waffenproduzent. Er stand in Leipzig einem größeren Rüstungskonzern vor, der mit seinen Zwangsarbeitern unmittelbar in Hitlers Gräueltaten verstrickt war. Auflösungserscheinungen, Flucht, Vergewaltigungen und Überfälle legten nach dem Ende des Krieges die gesamte geordnete Welt der Hannelore Kohl in Trümmer. Sie flüchtete mit der Familie in die Pfalz und lernte dort mit 15 Jahren ihren späteren Mann Helmut Kohl kennen. Mit kolossaler Spannung folgt man den Zeitspuren, denen der Journalist Heribert Schwan im Leben von Hannelore Kohl nachgegangen ist. Er zeichnet ein sorgfältiges und freundliches Bild der ehemaligen Kanzlergattin. Sie war trotz vieler Widrigkeiten in ihrem Leben stets eine pflichtgetreue und loyale Partnerin ihres Mannes. Das Politikerdasein hatte sie sich nicht ausgesucht. Ihre Träume von einem geordneten und zurückhaltenden Familienleben an der Seite ihres Mannes musste sie schon bald nach der Eheschließung begraben. Helmut Kohl hatte sich für ein Leben in der Politik entschieden, das die Familie langsam in den Hintergrund verbannte. Getreu ihrer Erziehung bemühte sich Hannelore Kohl, den Zielen ihres Ehemannes nicht im Wege zu stehen. H. Schwan würdigt ihre Verdienste, zeigt ihren Fleiß, ihre Selbstdisziplin und die tragische Verstrickung ihrer persönlichen Lebensgeschichte mit dem öffentlichen Leben ihres Mannes. Sie war keineswegs die „ Barbiepuppe“ aus Oggersheim, als die man sie gelegentlich wahrnahm, sondern eine empfindsame, pflichtbewusste und liebevolle Mutter und Ehefrau. Zusätzlich hat sie sich mit der Gründung des Kuratoriums ZNS, der Hannelore-Kohl-Stiftung für Verletze mit Schäden des Zentralen Nervensystems, unveräußerliche Verdienste erworben. Mit der Krankheit „Lichtallergie“, die HK 1993 nach einer falschen Medikation befallen hatte, und die letztlich zum Tode von Hannelore Kohl beigetragen hat, setzt sich der Autor in seiner Schrift ernsthaft und korrekt auseinander. Er hat Ärzte, Freundinnen und Weggefährten befragt, so dass sich ein für die Biographie gerundetes und abgewogenes Bild ergibt. Das Leben dieser ungewöhnlichen Frau beschreibt Heribert Schwan mit Einfühlungsvermögen und Empathie, so dass man sich ganz in den wechselvollen und tragischen Lebensverlauf H. Kohls hineingezogen fühlt. Die Geschichte der Bundesrepublik, die mit 16 Jahren Kanzlerschaft von Helmut Kohl verbunden war, ersteht noch einmal in vielseitigen Facetten. Der Fall der Mauer und der Neubeginn nach der Wiedervereinigung beider Deutscher Staaten ist mit Kohls Kanzlerschaft untrennbar verbunden. Hannelore Kohl hatte unleugbar als getreue Begleiterin ihres Mannes ihren Teil daran. Die Biographie von Heribert Schwan zeigt noch einmal in aller Deutlichkeit wie entbehrungsreich und emotional belastend das Leben als Politikergattin sein kann!

    Mehr