Angerichtet

von Herman Koch 
3,9 Sterne bei228 Bewertungen
Angerichtet
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (161):
Jassi1993s avatar

Herman Koch geht über Straßen die andere nicht betreten würden.

Kritisch (20):
Petra1984s avatar

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Alle 228 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Angerichtet"

Der Spiegel-Bestseller jetzt als KiWi-Paperback
Der preisgekrönte Bestseller aus den Niederlanden erzählt ein Familiendrama, das um die Fragen kreist: Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen?
Zwei Ehepaare – zwei Brüder und ihre Frauen – haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie müssen über ihre Söhne sprechen, Michel und Rick. Die beiden Fünfzehnjährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann. Mit unglaublicher Raffinesse und großem Sprachwitz erzählt Herman Koch eine Geschichte von bedingungsloser Liebe, Gewalt und Verrat. Nach und nach nur werden die wahren Abgründe und Motive der Personen sichtbar, ständig wird der Leser herausgefordert, sein moralisches Urteil neu zu fällen.
'Angerichtet' ist ein aufwühlender Roman, der lange nachhallt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462043471
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:17.11.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.09.2010 bei Argon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Faancys avatar
    Faancyvor 12 Tagen
    Fehlender roter Faden - chaotischer Handlungsstrang

    Hätte man die eigentliche Handlung dieses Buchs auf das Wesentliche gekürzt, so hätte die Geschichte vielleicht 100 Seiten. Alles drum herum ist nur langweiliges Geschwafel, um das Ganze auszuschmücken. Allerdings verliert der Autor dabei so unfassbar oft den roten Faden und verliert sich in vergangenen Vorkommnissen, die überhaupt nichts mit der Gegenwart zu tun haben.
    Die Geschichte wird so kreuz und quer erzählt, dass man keinen Sinn darin erkennen kann. 
    Zwar lernt man die einzelnen Charaktere dadurch näher kennen, sympathischer fand ich dadurch jedoch niemanden. Die Personen waren alle unnahbar und sehr sprunghaft. 

    Um das ominöse Geheimnis wird ein so großer Hehl gemacht, dass ich mit einer richtig aufwendigen Auflösung gerechnet habe. Nur deswegen habe ich das Buch nicht abgebrochen und weitergelesen.  
    Als die Bombe dann allerdings platzte, war ich sowas von enttäuscht.
    Die Auflösung ist unspektakulär im Vergleich dazu, wie sie vorher angepriesen wurde. Da habe ich weitaus mehr erwartet. 

    Ich denke, ich weiß, was der Autor dem Leser mit dieser Geschichte vermitteln wollte. Aber ich fand die Umsetzung alles andere als gelungen. Das Buch taugt in meinen Augen absolut nichts. Dafür fehlte einfach der rote Faden und der Zusammenhang der einzelnen Szenen. 

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    buch_katis avatar
    buch_kativor 3 Monaten
    Toller Familienroman

    Ein Abendessen in einem Nobelrestaurant, zwei Paare, zwei rivalisierende Brüder. Paul und Claire und sowie Serge und Bernadette. Serge ist ein bekannter Politiker und kurz davor neuer Ministerpräsident der Niederlande zu werden. Bernadette ist mehr schmuckes Beiwerk als eine gleichwertige Partnerin. Dagegen wirken Paul und  Claire wie ein Vorzeigepaar, geradezu langweilig. Das Buch handelt davon , dass die Söhne von Paul und Serge ein Verbrechen begangen haben und dieses zunächst vertuscht werden soll.


    Dabei kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht und am Ende bleibt die Frage, wie weit willst Du gehen um deine Kinder zu schützen? Ich fand das Buch sehr spannend, weil es eine Familiengeschichte ist, die sich immer mehr entfaltet. 

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    Betsys avatar
    Betsyvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Wow! Dieses Buch entwickelt einen regelrechten Sog und sorgt für Gänsehaut je weiter man liest. Fesselnder als so mancher Thriller!!!
    Diese Geschichte trifft einen völlig unerwartet

    Zwei Brüderpaare und dessen Ehefrauen gehen gemeinsam in ein exklusives Restaurant um während des Essens über ihre Kinder zu sprechen. Je weiter das Essen voranschreitet umso mehr schlägt die Stimmung um und man erhält mehr und mehr Einblicke in ihre Leben bis man letztendlich atemlos und gefesselt der Dinge harrt die da noch kommen werden.

    Eine Geschichte über eine scheinbar normale Familie die Essen geht und über ihre jeweiligen Kinder redet die Mist gebaut haben, während am Ende dieses Abends Entscheidungen getroffen werden, die ihrer aller Leben für immer nachhaltig verändern wird. Das Ganze wird aus Pauls Sicht erzählt, dessen Gedanken den Leser spüren lassen wie sehr ihn sein älterer Bruder Serge, der erfogreiche Politiker, mit allem was er tut, nervt. Man spürt die Eifersucht und wie ablehnend er allem was mit ihm zu tun hat gegenüber steht, weil er es so herablassend tut und alles seinem Ansehen geschuldet zu sein scheint. Paul rechnet hier mit vielen Dingen ab, wie mit dem Getue der Kellner und wie teuer das Essen ist, obwohl so wenig auf dem Teller ist, bis hin zu den Menschen die mit ihnen in diesem Restaurant sitzen und wie sie reagieren, dass eine Berühmtheit unter ihnen ist. Dabei zeigt er sich zynisch und durchaus frustriert, zugleich aber voller Liebe und Stolz gegenüber seiner Frau und seinem Sohn, die für ihn einfach alles sind. Obwohl zufrieden mit seinem Leben fühlt er sich in Gegenwart seines Bruders einfach immer wie jemand der weniger wert ist.

    Das ganze Buch begleitet den Leser durch dieses Essen, angefangen vom Aperitif bis hin zum Trinkgeld. Obwohl man meinen würde so ein simples Familienessen in einem Spitzenrestaurant kann gar nicht so aufregend sein, kommt es einem rückblickend wohl als eines der intensivsten und spannendsten vor von denen man je gelesen hat und noch einige Zeit nachhallt, besonders weil die Entwicklung so dermaßen überraschend und grotesk ist. Immer wieder bekommt man rückblickend Einsicht in Pauls Familienleben, aber auch wie schwierig die Beziehung zu dessen Bruder ist und wie wenig dessen Beziehung zu seiner Frau dem seiner eigenen Ehe zu gleichen scheint. Paul und seine Frau verstehen sich nach all den Jahren auch ohne Worte und sind ein perfekt eingespieltes Team. Hinzu kommen noch die jeweiligen Kinder, von denen man anfänglich recht wenig weiß, die aber immer mehr in den Mittelpunkt rücken und deren Zukunft hier auf den Spiel steht. Gekonnt wird das eigentliche Thema sehr lange umschifft und man tastet sich langsam und bedachtsam zum eigentlichen Grund dieses Abendessens voran, sodass es fast schon so wirkt als ginge es nur um eine Bagatelle von zwei Teenagern. Dabei kommen aber immer mehr Dinge zu Tage, die aufzeigen wie weit manch Elternliebe gehen kann und wie verzerrt manche Wahrnehmung ist.

    Die Geschichte punktet hier vor allem darin, dass sie definitiv alles andere als langweilig ist, auch wenn diese anfänglich doch recht ruhig und unspektakulär beginnt, aber man spürt recht bald, dass da einiges im Argen liegt. Dennoch ist man nicht darauf vorbereitet was letztendlich wirklich auf einen zukommt und man folgt mit Gänsehaut den weiteren Geschehnissen und ist selbst unglaublich überwältigt ob der ganzen Emotionen die einen hier regelrecht überkommen je weiter man liest. Trotz der lebensverändernden Umstände und der zunehmenden Spannungen am Tisch, wirken die Gespräche unglaublich banal und emotionslos. Je weiter der Abend allerdings voranschreitet umso mehr Konflikte brechen hervor und es bilden sich verschiedene Fronten. Es zeigt sich einmal mehr wie Loyalität sich ändern kann, wenn es um die eigene Familie geht.

    Fazit: Ein Buch, das anfänglich eine scheinbar normale Alltagssituation widerspiegelt und mehr und mehr Spannung aufbaut, die den Leser atem- und fassunglos das weitere Geschehen verfolgen lässt. Ruhig und ohne hektisch zu werden entwickelt das Buch einen regelrechten Sog und je weiter man liest umso mehr wird deutlich wie sehr der erste Eindruck oftmals täuscht. Der Autor zeichnet ein sehr komplexes Bild über eine Familie und deren Gesellschaftsdenken und zeigt auf eine sehr atmosphärische Weise wie schnell etwas umschlagen kann und zugleich wie weit Eltern zu gehen bereit sind, wenn es um das eigene Kind geht. Eine Geschichte die mich anfänglich sehr an den Stil von Jean-Philippe Blondel erinnert, der ebenfalls in seinen recht ruhigen Geschichten viele Zwischentöne hineinbringt und mit scheinbar unspektakulären Handlungen dennoch den Leser zu fesseln vermag ohne großes Drumherum. Koch bietet hier ebenfalls eine Geschichte die für viele auf den ersten Blick langweilig erscheinen mag, die aber einige unerwartete Wendungen erhält und den Leser gegen Ende regelrecht fordert. Immer mehr bekommt das anfänglich gezeigte Bild Risse und enthüllt wie wenig man auf das tatsächlich kommende vorbereitet ist. Eine Geschichte, die für mich unglaublich emotional und spannungsgeladen ist und dennoch recht ruhig dahin treibt. Viele Thriller konnten mich weit weniger fesseln und elektrisieren als dieses Buch, das definitiv unter die Haut geht! Eindeutige Leseempfehlung!

    Kommentare: 1
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    pia_hs avatar
    pia_hvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Buch lockt unweigerlich auf eine falsche Fährte. Wer glaubt hier die Spreu vom Weizen trennen zu können, hat sich gewaltig geirrt.
    Bemerkenswerte Arbeit

    Herman Koch ist ein durch und durch hinterhältiger Autor. Durch seine Erzählperspektive lockt er den Leser bis zu Letzt auf eine falsche Fährte. Koch gibt dem Leser das Gefühl, er habe das Buch verstanden - bis sich alles wendet und man die Geschichte nochmal komplett überdenken muss, weil man sie bis dahin von einer komplett falschen Sichtweise betrachtet hat. Ich persönlich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem ich so ausgetrickst wurde und am Schluss nochmal das komplette Buch durchdacht habe, um hinter das Geheimnis zu kommen. 
    Sehr verlockend...
    Allerdings muss ich gestehen, dass ich den Anreiz an diesem Buch erst im Nachhinein verstanden habe. Das Lesen an sich hat sich an manchen Stellen zwar gezogen, sieht man aber das Gesamtwerk, kann man Koch nur loben. 
    5 Sterne :-)

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    tardys avatar
    tardyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Schokierend!
    Angerichtet

    Paul und Serge, zwei Brüder. Der eine, psychisch krank und nicht mehr fähig, als Lehrer zu arbeiten, der andere ein erfolgreicher Politiker, kurz vor seiner Wahl. Sie treffen sich mit ihren Frauen Claire und Babette zum Essen in einem Nobelrestaurant. Eigentlich ein ganz normaler Abend, wenn nicht diese eine Sache wäre. Denn die Söhne der beiden Paare haben etwas getan, etwas Schreckliches. Etwas, was man am liebsten unter den Tisch kehren möchte. Aber darf man das?

    Herman Koch hat ein außergewöhnliches Buch geschaffen. Ein Buch, das tief in die menschlichen Abgründe führt, das Grenzen überschreitet und den Leser zum Nachdenken zwingt. Seine poetische, detaillierte Sprache lässt kaum eine Atempause zu, man ist wie in einem unerbittlichen Sog gefangen und will nur eines: lesen. Am Anfang denkt man noch an leichte Kost, liest die appetitlichen Beschreibungen der Gerichte, das Geplänkel der Protagonisten, spürt den Witz, die gelöste Atmosphäre. Irgendwann kommt dann das Böse, das Unaussprechliche. Es schleicht sich in die Geschichte ein, wie ein Virus. Erst unerkannt, zaghaft, dann fest auftretend. Mit Rückblenden wird die ganze, grausame Tat aufgedeckt. Häppchenweise, wie das Menü, das die einzelnen Episoden begleitet. Geschickt hat der Autor die Geschichte aufgerollt und in die Rahmenhandlung eingewebt, dadurch wird die Spannung fast unerträglich und bleibt bis zum letzten Satz bestehen. Eiskalt wird der Leser mit seinen eigenen Moralvorstellungen konfrontiert. Man will, man muss Partei ergreifen, denn man ist schon so sehr involviert, dass man sich nicht mehr als stiller Beobachter davonschleichen kann. Mich hat das Buch sehr aufgewühlt, habe ich doch selbst zwei Kinder. Sie sind zwar schon erwachsen, aber die Frage kann sich auch dann noch stellen und ich wüsste nicht, wie ich mich in einem solchen Fall entscheiden müsste. Ein unbequemes Buch, dem ich einfach die volle Punktzahl geben muss.

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    buecherwuermlis avatar
    buecherwuermlivor einem Jahr
    Kurzmeinung: War leider so gar nicht meins...
    Leider nicht meins...

    Titel : angerichtet
    Autor : Herman Koch
    Seitenzahl : 320
    Verlag : Kiwi-Verlag

    Inhaltsverzeichnis:
    Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen? Zwei Ehepaare – zwei Brüder und ihre Frauen – haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie müssen über ihre Söhne sprechen, Michel und Rick. Die beiden Fünfzehnjährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann.

    Das Buch war leider gar nicht meins. Ich fand das Thema wirklich spannend wurde aber für mich persönlich nicht wirklich gut umgesetzt.
    Der Schreibstil war flüssig und gut zu lesen..
    Man erfährt eine Menge über das was die vier Personen im Restaurant essen und nur nebenbei was es mit ihren Kindern auf sich hat. Zwar wurde die Situation im Restaurant amüsant beschrieben auch in der Geschichte an sich gab es die ein oder andere amüsante Begebenheit.
     Aber ich konnte  irgendwie mit den Charakteren nicht so ganz warm werden. Irgendwie fand ich sie alle etwas unsympathisch.
    Am Ende fragt man sich aber dann trotzallem wie weit man selber für seine Kinder gehen würde und ob das was die 4 Personen machen alles so seine Richtigkeit hat.

    Fazit:
    Nicht so wirklich spannend...

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    sursulapitschis avatar
    sursulapitschivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr subtil spielt hier ein Autor mit dem Leser, hält ihn hin, erstaunt, amüsiert, um dann sehr unerwartet zu enden. Genial!
    Ein hinterhältiges Buch

    Dieses Buch ist hinterhältig. Klein und harmlos sieht es aus. Man denkt: Nett, das könnte ich mal lesen.
    Und harmlos fängt es dann auch an. Vier Menschen treffen sich in einem Nobelrestaurant. Sie haben etwas zu besprechen, aber offensichtlich keine Eile damit. Ausführlich und urkomisch erzählt der Geschichtslehrer Paul Lohmann von dieser Situation, holt weit aus, beleuchtet jeden der Anwesenden gründlich nebst Schlenkern in die ein oder andere Vergangenheit.

    „Meine Frau, ich sollte das nicht mehr sagen. Sie heißt Claire. Ihre Eltern haben sie Marie Claire genannt, aber irgendwann wollte sie nicht mehr wie eine Frauenzeitschrift heißen. Manchmal nenne ich sie Marie, um sie zu ärgern.“

    Auch nach den ersten 100 Seiten ist hier eigentlich noch nichts passiert. Ab und an gibt es mal eine dezente Andeutung, ansonsten erzählt Paul höchst amüsant und mit einer Weitschweifigkeit, die Methode hat. Man ist kurz davor, genervt zu sein, aber dann ist es doch wieder kreuzkomisch. Paul ist gnadenlos ehrlich, beschönigt nichts, serviert es aber immer mit köstlichem Humor.
    Dann geht es ans Eingemachte und da vergeht einem das Lachen ganz schnell.

    Die Söhne der beiden Familien haben etwas ausgefressen und dabei geht es nicht um den berühmten Fußball in der Fensterscheibe. Eine handfeste Straftat steht im Raum. Was macht man jetzt damit?
    Auch hier führt der Autor den Leser wieder gekonnt in die Irre. Häppchenweise erfährt man, was passiert ist. Zwischendurch macht man wieder Ausflüge in die Vergangenheit, die nach und nach die Protagonisten in einem ganz anderen Licht zeigen. Immer neue Aspekte kommen dazu, bis man nur noch staunt und voller Grauen auf das dicke Ende wartet.

    Dieses Buch ist genial. Sehr subtil spielt hier ein Autor mit dem Leser, hält ihn hin, erstaunt, amüsiert, entsetzt und wartet dann auch noch mit einem höchst unerwarteten Ende auf.
    Ich bin beeindruckt und hatte Spaß, werde aber noch eine Weile darüber nachdenken. Was hätte ich getan in dieser Situation? Keine Ahnung…

    Kommentare: 4
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    Petra1984s avatar
    Petra1984vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Habe mir mehr erwartet
    Habe mir mehr erwartet

    Leider muss ich sagen, dass mich dieses Buch überhaupt nicht angesprochen hat. Der Einstieg war zwar leicht und es ist auch gut und flüssig geschrieben, aber leider kann ich die Begeisterung für dieses Buch nicht ganz nachvollziehen. Das Essen und die handelnden Personen werden ganz genau und detaillreich beschrieben ( vor allem die Hände/ Fingernägel des Maitre) .Die Handlung konzentriert sich eigentlich nur auf diesen einen Abend bzw. dieses eine Essen.

    Ich kann hier leider keinen Bestseller erkennen

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    Naibenaks avatar
    Naibenakvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Krass! Unerträglich! Und gut!!!!!
    Menschliche Abgründe zum Dessert...

    Das Ehepaar Paul und Claire wurde von Pauls snobistischem Politiker-Bruder Serge Lohman samt Gattin in ein Nobelrestaurant geladen. Dort wird nach anfänglichem Smalltalk ein schwerwiegendes Problem besprochen. Die beiden etwa 16jährigen Söhne Michel und Rick haben nämlich etwas ausgefressen. Etwas Schreckliches. Da aber bislang noch nichts davon an die Öffentlichkeit geraten ist, soll nun „in Familie“ diskutiert werden, wie mit dem Problem umzugehen ist (wohlgemerkt: die Söhne werden nicht befragt). Ob sie sich wohl einigen können?

    Aus Pauls Sicht („Ich“-Perspektive), der aus Krankheitsgründen pensioniert ist,  erzählt Herman Koch zu Beginn noch äußerst witzig über den gemeinsamen Abend. Außerdem mit einem Hauch an Spannung, weil der Leser von Beginn an weiß, dass etwas vorgefallen sein muss. Natürlich wird erst nach und nach aufgedeckt, worum es geht. Sehr gut kann ich mich derweil in Paul hineinversetzen, der sich (gedanklich) über die gähnende Leere auf den Nobelrestaurant-Tellern und über die Penetranz der Angestellten echauffiert.  Dies ist wirklich amüsant beschrieben. Aber bereits jetzt kommt es zu kleinen Unbequemlichkeiten, als Serges Frau zu weinen beginnt. Während dieser Zeit im Restaurant begleiten wir Paul immer wieder in seine Gedankenwelt – in Erinnerungen an frühere Begebenheiten. Diese sind zumeist recht interessant, aufschlussreich und überraschend, aber zeitweise auch ein wenig lahm. Ich habe in der ersten Hälfte ein bisschen länger gebraucht, um in der Geschichte anzukommen.

    Aber dann!!!! Weia… böse! Die zweite Hälfte habe ich in einem Stück verschlungen. Und ich muss sagen,  sie liegt mir noch schwer im Magen ;) Wie Herman Koch hier mit verschiedenen Moralvorstellungen jongliert und dadurch Sympathien und Antipathien durcheinanderwürfelt, ist wirklich krass. Und genial! Es ist für mich teils unerträglich gewesen – wegen der Dinge, die gesagt und gedacht werden, die getan oder eben nicht getan werden.  Es gibt überraschende Erkenntnisse und Wendungen. Stück für Stück kommen die wahren Charaktere zutage und lassen mich ein ums andere Mal erschaudern. Vielleicht trägt Koch hier und da ein bisschen dick auf am Ende, doch genauso funktioniert dieses Stück Gesellschaftssatire! Umrahmt wird alles von der Menü-Abfolge im Restaurant – vom schönen Schein…

    Fazit: Nach einem prima Start wird der Roman etwas lahm, entwickelt sich aber ab der zweiten Hälfte zur Höchstform. Auf teils witzige, oft aber äußerst unbequeme und schonungslose Weise haut uns Herman Koch die Frage um die Ohren: wie weit würden wir gehen, um unsere Kinder zu schützen? Und uns selbst. Was ist richtig? Was könnte man nochmal durchgehen lassen? Und so weiter… Dieser Roman hat mich erschüttert und fasziniert zugleich! Und er hat mich stark ins Grübeln gebracht. Lesen!

    Kommentare: 4
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    DeMonSangs avatar
    DeMonSangvor einem Jahr
    Sehr gelungener Roman

    "Angerichtet" handelt von zwei Familien. Um genauer zu sein von Paul Lohmann und seiner Frau Claire und von seinem Bruder, dem Premierministerkandidat Serge Lohmann und dessen Frau Babette.
    Die beiden Ehepaare verabreden sich zum Essen, um dort das anzusprechen, was ihnen am wichtigsten ist: ihre Kinder. Denn ihre Söhne Michel und Rick haben ein schweres Verbrechen begangen und die beiden Ehepaare möchten nichts lieber tun, als ihre Kinder zu beschützen. Aber wie weit dürfen sie gehen um dies zu tun?


    "Angerichtet" ist ein wundervoller, geistreicher und philosophischer Roman, der sich mit einem ernstzunehmenden Thema auseinandersetzt, mit dem sich, denke ich, alle Menschen irgendwann im Leben auseinandersetzen müssen: Wie weit darf ich gehen, um meine Kinder zu beschützen? Und darf ich überhaupt so weit gehen?
    Der Roman wurde in einem sehr angenehmen, flüssigen Schreibstil geschrieben, sodass man sehr große Freude beim Lesen hat. Da das Buch aus der Sicht von Paul Lohmann geschrieben wurde, werden in dem Roman zum großen Teil seine Gedanken und Gefühle beschrieben. Dabei wurden oft alltägliche kuriose und allseits bekannte Situationen angesprochen, sodass sich das Gefühl ergab, man würde mit einem alten Bekannten sprechen.
    Was sehr positiv anzumerken ist, ist die Verbindung von äußerer Handlung (Besuch des Restaurants) und innerer (Konflikt um die Kinder). Diese wurden sehr geschickt miteinander verwoben, sodass, obwohl sich die beiden Situationen sehr voneinander unterscheiden, nicht der Eindruck entstand, das eine oder das andere wäre fehl am Platz.
    Mir gefielen besonders die Charaktere und deren Gestaltung. Alle Charaktere wurden gut ausgearbeitet und gewannen dadurch Tiefe und Vielschichtigkeit. Es war sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die zwei Seiten einer Person sein können. 


    Insgesamt ist "Angerichtet" ein Roman, der mir sehr großes Vergnügen beim Lesen bereitet hat und mich auch zum Nachdenken anregen konnte. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    m_exclamationpoints avatar

    Herman Koch bittet zu Tisch…

    ...und was angerichtet wird, ist keine leichte Kost!
    Familiendramen, begleitet von einem Gourmetessen in Amsterdams Nobelrestaurant. Was hier zwischen den Lohmann-Brüdern und ihren Frauen besprochen wird, ist schwer zu verdauen, es geht um die Zukunft ihrer beiden Söhne. Denn die unfassbaren Taten der zwei Teenager könnten sich auf die ganze Familie auswirken. 
    Wer mehr erfahren will, der muss bis zum Nachtisch bleiben, um mit ein bisschen Glück ein Exemplar des SPIEGEL-Bestsellers „Angerichtet“ zu gewinnen.

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    Der preisgekrönte Bestseller aus den Niederlanden erzählt ein Familiendrama, das um die Fragen kreist: Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen? Zwei Ehepaare – zwei Brüder und ihre Frauen – haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie müssen über ihre Söhne sprechen, Michel und Rick. Die beiden Fünfzehnjährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann. Mit unglaublicher Raffinesse und großem Sprachwitz erzählt Herman Koch eine Geschichte von bedingungsloser Liebe, Gewalt und Verrat. Nach und nach nur werden die wahren Abgründe und Motive der Personen sichtbar, ständig wird der Leser herausgefordert, sein moralisches Urteil neu zu fällen. »Angerichtet« ist ein aufwühlender Roman, der lange nachhallt.
    >> Hier geht es direkt zur Leseprobe für den ersten Eindruck

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    Der niederländische Schriftsteller und Schauspieler Herman Koch, geboren am 05.09.1953, tritt darüber hinaus als Kolumnist, Komiker, Fernsehmacher und Romancier in Erscheinung. Seit seinem Romandebüt im Jahr 1989 veröffentlichte er in den Niederlanden sechs hoch gelobte Romane. "Angerichtet" führte monatelang die niederländische Bestsellerliste an und zählte 2009 zu den meistverkauften Romanen europaweit (Platz 7 der europäischen Jahresbestsellerliste). Darüber hinaus wurde "Angerichtet" mit dem niederländischen Publikumspreis für "Das beste Buch des Jahres 2009" ausgezeichnet, ist in 14 Ländern erschienen, und auch eine Verfilmung startet 2017 in den Kinos. Der Roman "Sommerhaus mit Swimmingpool", der im November 2011 in deutscher Sprache erschienen ist, war in den Niederlanden über viele Wochen auf Platz 1 der Bestsellerliste.

    Anlässlich der aktuellen Kinoverfilmung vergeben wir gemeinsam mit KiWi 20 Exemplare des niederländischen Bestsellers "Angerichtet"! Was ihr tun müsst, um ein Exemplar zu gewinnen? Bewerbt euch bis einschließlich 24.05. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: 

    Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen? 


    Außerdem verlost KiWi jeweils 20x2 Kinotickets für »The Dinner«! Die Adaption des Buches mit Steve Coogan und Richard Gere in den Rollen der Lohmann-Brüder und ihre Frauen gespielt von Laura Linney und Rebecca Hall, kommt am 8. Juni 2017 in die deutschen Kinos und ist heute schon das Schmankerl in unserer Buchverlosung! 

    >> Zum KiWi Gewinnspiel geht es hier entlang!

    Ich bin schon sehr gespannt auf eure Antworten und drücke euch allen ganz fest die Daumen!

    Bitte beachte vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen!
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    L
    Hallo, ich habe gerade das Drama "Angerichtet" von Herman Koch ausgelesen, könnt ihr mir ähnliche moderne/ mörderische Dramen empfehlen?
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