Herman Melville

 3,8 Sterne bei 880 Bewertungen
Autor von Moby Dick, Bartleby, der Schreiber und weiteren Büchern.
Autorenbild von Herman Melville (©gemeinfrei)

Lebenslauf

Der Autor packender Reiseerzählungen: Herman Melville kam im Jahr 1819 in New York City zur Welt. Seine Familie war zunächst wohlhabend, verarmte aber nach dem frühen Tod des Vaters. Nach seiner Tätigkeit auf einem Postschiff und als Lehrer heuerte Melville 1841 auf einem Walfänger an, „desertierte“ aber anschließend aufgrund der seiner Meinung nach unzumutbaren Bedingungen an Bord des Schiffes. Später arbeitete er weiterhin auf Schiffen und gelangte auf seinen Reisen bis in die Südsee. Nach seiner Rückkehr in die USA betätigte sich Herman Melville als Schriftsteller, wobei er seine Reiseeindrücke verarbeitete. Sein Erstlingswerk „Typee“ schrieb er im Jahr 1846. Sein Roman „Moby Dick“ erschien 1851. Dieses Buch zählt heute zu den bedeutenden Werken der Weltliteratur. Zu Lebzeiten des Autors verkauften sich aber nicht mehr als rund 3.000 Exemplare. Mit der erstmaligen Neuauflage des Werkes kurz nach dem Tod Herman Melvilles im Jahr 1891 begann die Wiederentdeckung seiner Arbeit. Der Roman enthält zahlreiche religiöse und mythologische Hinweise und beschäftigt sich mit philosophischen und historischen Themen. Die Inspirationen für seine Werke sammelte Melville auf zahlreichen Reisen, die ihn unter anderem nach England, an das Mittelmeer und nach Palästina führten.

Neue Bücher

Cover des Buches Billy Budd. Erzählung (ISBN: 9783150148679)

Billy Budd. Erzählung

Neu erschienen am 13.05.2026 als Taschenbuch bei Reclam, Philipp.
Cover des Buches Moby Dick - Gekürzt (ISBN: 9783695621453)

Moby Dick - Gekürzt

Neu erschienen am 13.04.2026 als Taschenbuch bei tolino media.
Cover des Buches Billy Budd (ISBN: 9783311101703)

Billy Budd

Neu erschienen am 17.03.2026 als Gebundenes Buch bei Kampa Verlag.
Cover des Buches Moby Dick (ISBN: 9783690430531)

Moby Dick

Neu erschienen am 17.02.2026 als Gebundenes Buch bei Nikol.

Alle Bücher von Herman Melville

Cover des Buches Moby Dick (ISBN: 9783958390430)

Moby Dick

(545)
Erschienen am 20.03.2024
Cover des Buches Bartleby, der Schreiber (ISBN: 9783458194668)

Bartleby, der Schreiber

(101)
Erschienen am 12.03.2019
Cover des Buches Billy Budd Vortoppmann auf der Indomitable (ISBN: 9783847256939)

Billy Budd Vortoppmann auf der Indomitable

(23)
Erschienen am 21.02.2013
Cover des Buches Bartleby, der Schreibgehilfe (ISBN: 9783328108580)

Bartleby, der Schreibgehilfe

(7)
Erschienen am 18.04.2022
Cover des Buches Pierre (ISBN: 9783442731077)

Pierre

(6)
Erschienen am 01.09.2004
Cover des Buches Auf der Suche nach Moby Dick (ISBN: 9783957284402)

Auf der Suche nach Moby Dick

(5)
Erschienen am 24.09.2020
Cover des Buches Ein Leben (ISBN: 9783442731053)

Ein Leben

(4)
Erschienen am 06.11.2006
Cover des Buches Bartleby, der Schreiber (ISBN: 9783311101529)

Bartleby, der Schreiber

(5)
Erschienen am 24.04.2025

Neue Rezensionen zu Herman Melville

Cover des Buches Moby Dick (ISBN: 9783958390430)
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Rezension zu "Moby Dick" von Herman Melville

julzpaperheart
Wenn eine Jagd alles bestimmt

Der Roman erzählt die Geschichte von Ismael, der sich einer Walfangcrew anschließt und auf Kapitän Ahab trifft. Dieser ist besessen davon, den weißen Wal Moby Dick zu jagen, was die gesamte Reise immer stärker prägt.


Der Einstieg ist noch gut zugänglich, wird aber schnell deutlich ausführlicher. Neben der eigentlichen Handlung gibt es viele Abschweifungen über Walfang, das Meer und technische Details, die einen großen Teil des Buches ausmachen.


Die zentrale Idee rund um Ahabs Besessenheit ist sehr eindrücklich und gibt der Geschichte eine klare Richtung. Gerade diese Entwicklung fand ich interessant zu verfolgen.


Gleichzeitig hat sich das Lesen für mich oft gezogen. Viele Passagen sind sehr detailliert und nehmen viel Raum ein, ohne die Handlung wirklich voranzubringen.


Insgesamt ein klassischer Roman mit einer starken Grundidee, der für mich aber auch einiges an Geduld verlangt hat.


Cover des Buches John Marr und andere Matrosen (ISBN: 9783866486157)
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Rezension zu "John Marr und andere Matrosen" von Herman Melville

Trishen77
Gedichte Hermann Melvilles, nebst einiger Zeichnungen.

       Vorweg: Unten befindet sich ein Fazit für Leser, die lieber nur eine Zusammenfassung wollen.

"Wohin ging Ap Catesby? Er kämpfte in Schlachten,
Die ihm Ruhm und etliche Orden einbrachten.
Doch Ruhm ist eine Welle, die, wenn sie bricht
Rasch verebbt und lachend Vergänglichkeit spricht."

Wer sich heute mit dem amerikanischen Schriftsteller Hermann Melville beschäftigen will, hat in Deutschland gar keine so schlechten Karten. Der Hanser Verlag hat eine neue Werkauswahl herausgegeben, inkl. Briefen und Tagebüchern und einer Biographie , und man kann jeden interessierten Leser auch noch auf weitere Bücher wie das Sachbuch Wilde Dichter oder eben diese fabelhafte Auswahl aus dem Mare-Verlag verweisen, welche einen guten Einblick in Melvilles lyrische Werke gibt (weitere Buchempfehlungen zu Melville ganz unten).

Melville, dieser Name gehört zweifellos zu den großen in der amerikanischen Literatur. Doch leider hat er, ebenso wie Jack London (und auch der Franzose Jules Verne und der Deutschamerikaner B. Traven teilen dieses Schicksal, u.v.a.), lange Zeit vor allem als Autor von Abenteuergeschichten gegolten, obwohl er, genau wie London, mit seinen Werken weit über die einfachen Elemente dieses Genres hinausging; sein Werk Moby Dick wird heute zurecht als metaphysisches Meisterwerk anerkannt, auch wenn hier weiterhin dutzende von gekürzten, aufs Abenteuer zurecht gestutzten Versionen unter demselben Namen wie das vollständige Werk verkauft werden, obwohl das keineswegs mehr das gleiche Buch ist.

"Sturm ist Leben -, so ließt ihr's erschallen:
Lasst es stürmen, das Schicksal hat es bedacht!
Wie Kinder, die den Erdball umspannen,
Habt ihr euch nicht viel aus dem Leben gemacht.
[...]
Ach, der Vergangenheit zu entrinnen,
Streich sie wie Klängen, die nutzlos nun sind
Dem Herzen, dessen Saiten hochmütig singen;
[...]
Aus einem Meer von Gesichtern gelangen
Zahllose fremde Erinnerungsfäden,
Um mich wie einen Traum zu umfangen!"

Ein Matrose, der nicht mal mehr in der Nähe des Meeres lebt, erinnert sich an seine Zeit auf See; es ist die Kameradschaft, an die er sich erinnert und dazu natürlich die See beschwört, die diese Kameradschaft erschuf und zugleich aufzutrennen versuchte, die Feind, geliebter Feind und doch auch die Grundlage der Arbeit war, gleichsam Glück und vielleicht das Ende vom Glück, eines Tages.

Das ist, in groben Zügen, die Geschichte von "John Marr", des ersten Gedichtes dieses Bandes; es ist mit einem Prosatext, der als Einleitung fungiert, kombiniert, etwas, dass Melville (wie im Nachwort sehr gut dargestellt wird) öfter in seinem Werk (vor allem in seinem Spätwerk) zu tun pflegte oder zumindest oft für die ersten Entwürfe plante.

Auch der Rest der Gedichte hat wie dieser Text eine sehr nostalgische, wenn auch nicht weinerliche Note; mehr hat es etwas von der Nostalgie einer sturmgepeitschten Nacht, wenn es zugleich stürmt und doch irgendwie sehr still ist. Etwas Unabwendbares liegt in den Versen, und nicht nur weil sie hauptsächlich von Erinnerungen und Schicksalen handeln, von dem, was das Meer genommen hat, von dem was man mit ihm erlebt hat und es doch nicht wieder erleben, kaum mehr spüren, nur noch ahnen kann, weil es so unverwechselbar war.

Ansonsten haben die Texte sowohl Balladen-, als auch Erzählungseinsprengsel. Im zweiten Text "Bräutigam Dick" geht es zum Beispiel auch um die Seegefechte während des amerika. Sezessionskrieges und die dadurch entstandenen Neuerungen in der Seekriegsführung, die Einhergehen mit dem Untergang eines Zeitalters, einer Epoche der Segelschoner, Holzfregatten und Mann gegen Mann-Kämpfe an Deck. Sehr klassisch und schön fand ich persönlich die kleine Verserzählung "Die Seemöwen". Man wird insgesamt viel Klassischem aus der Seefahrt begegnen, von Mythen, Tatsachen, über Matrosenschicksale, Geschichten von einzigartigen Männern auf See und der Furcht des Matrosen, seine Liebe zum Meer mit dem Leben, seine Abkehr davon mit dem Verstummen zu bezahlen.

"Wirbelnde Wasser stürzen achteraus,
Der Bug, ein Sämann, streut die Gischt;
Segel gebläht, die Rah hält es kaum aus,
Der schwarze Rumpf die Flut vermischt
Zu einer Milchstraß, während Planken beben,
Frohlockend saust das Schiff, die Wimpel lustig wehen."

Das Meer war Melvilles Metier. Im ständigen Kampf es auszudrücken, abzubilden, es nicht nur zu bereisen, sondern auch sprachlich zu erlangen und zu erfassen, lebte er und durch diesen Kampf kam er zu seiner literarischen Meisterschaft. Auch in diesen letzten lyrischen Werken - die erstmals 1888 in einer kleinen Auflage von 25 Exemplaren (auf Kosten des Autors) verlegt wurden, eigentlich lediglich für Freunde und Bekannte - zeigt sich diese Klasse, wenn auch im englischen Original etwas untergraben durch einen manchmal allzu speziellen Slang.

Zur Edition: Sie ist wunderbar aufgemacht, in einer Kombination aus den Texten und einigen kleineren, einfachen Bildern/Zeichnungen (alle ähnlich der Art der Abbildung auf dem Schuber). In Sachen Übersetzung, Anmerkungen und Nachwort wurde sehr gute Arbeit geleistet, gerade die Anmerkungen lassen wenig zu wünschen übrig. Es wurde davon abgesehen das englische Original direkt neben dem deutschen Text abzudrucken, stattdessen wurde erst der ganze deutsche Text und im Anschluss dann noch einmal als Anhang der komplette englische abgedruckt. Es lässt sich darüber streiten, ob das eine gute Idee war. Wer gerne zugleich englischen und deutschen Text vor Augen hat wird sich ein wenig ärgern, aber da die Texte wie gesagt gut übersetzt wurden ist das mehr eine Eigenheit denn ein Makel.

Als Fazit: Wer erzählende Gedichte schätzt, Gedichte vom Schicksal und der Seefahrt wird ohne Zweifel des Öfteren zu diesen Gedichten greifen wollen; wer ein ästhetisches Erlebnis bei einem guten Buch schätzt wird ebenfalls erfreut sein. Um wirklich klassisch zu sein ist diese Lyrik zwar etwas eigen, aber sie hat diese Symbolik, diese stets heraus schwingende, beschwerte Art den Leser von Zeile zu Zeile mit ihrem Kosmos und ihrer Geschichte zu locken - etwas, dass man fast wieder klassich nennen könnte.

Meistererzählungen (dort auch eine Rezension von mir)
Moby Dick oder: Vom Ungeheuren, ein Mensch zu sein. Eine tiefenpsychologische Deutung
Das lyrische Werk Hermann Melvilles. Eine Studie
Außerdem gibt es noch einen sehr guten Text über Melville und "Moby Dick" in Djians Hommagebuch In der Kreide

Cover des Buches Mardi und eine Reise dorthin (ISBN: 9783717524045)
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Rezension zu "Mardi und eine Reise dorthin" von Herman Melville

Trishen77
Hut ab!

Herman Melvilles „Mardi“, zu seinem zweihundertsten Geburtstag bei Manesse neu aufgelegt (vorher 1997 erstmals in der ACHILLA-Presse), erschien ursprünglich zwei Jahre vor „Moby Dick“ und ist wohl das einzige von Melvilles Werken, dass es an Umfang und Kühnheit mit seinem Meisterwerk aufnehmen kann.

Gleichsam stellt es auch eine Art Vorarbeit zu „Moby Dick“ da, einen Übergang zwischen den launig-abenteuerlichen, stark autobiographischen Südseeeskapaden seiner beiden früheren Romane „Typee“ und „Omoo“ (für manche Interpret*innen ist „Mardi“ eine umfangreichere und ausgefeiltere Version von „Typee“) und der philosophisch-unterlegten Stilvielfalt von „Moby Dick“. Melville selbst schrieb im Vorwort:

„Nachdem ich in jüngster Zeit zwei Reiseerzählungen aus dem Pazifik veröffentlicht hatte, die mancherorts ungläubig aufgenommen wurden, kam mir der Gedanke, tatsächlich ein Südseeabenteuer als Fantasieerzählung zu schreiben, um zu sehen, ob diese Fiktion nicht möglicherweise für wirklich genommen werden kann.“

Inhaltlich ist das Buch im Prinzip eine einzige große Fabelei, ein Beispiel für jenes unbändige Erzählen, das meist mit den frühen Zeiten des Romans und/oder mit einigen frühen Beispielen amerikanischer Literatur assoziiert wird, bspw. mit Miguel de Cervantes „Quijote“, den Werken von Francois Rabelais und Laurence Sterne, bzw. Walt Whitmans „Grashalme“ oder Edgar Allen Poes einziger Roman „Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym“.

Zwar beginnt das Werk noch harmlos, mit einem Walfänger und einer Flucht, doch schon nach etwa hundert Seiten fängt die Handlung an, sich mit wahnwitziger Geschwindigkeit kontinuierlich selbst zu überrumpeln, abzuschütteln. Zahllose Charaktere und unzählige Schauplätze tummeln sich auf den folgenden sechshundert Seiten und in jeder seiner 169 Szenen ist das Buch schon auf dem Sprung zur nächsten. Neben größeren philosophischen Abschweifungen ergeht sich das Buch hier und da auch in satirischen Einlagen, Sagen- und Märchenkosmen werden aufgeworfen und wieder eingestampft, alle paar Seiten eine neue Wendung, beseelt von allerhand.

Es gibt wenige Bücher, mit denen man wirklich eine Reise ins Ungewisse, Unentdeckte, teilweise ins Unergründliche antreten kann, aber „Mardi“ ist eines dieser unbändigen Literaturereignisse, die einen daran erinnern, das dem Erzählen eigentlich keine Schranken gesetzt sind und den Erzähler*innen bis heute alle Mittel, von Willkür bis zu Psychologie, zur Verfügung stehen. Melville schöpft grandios aus dem Vollen, dennoch ist das Buch streckenweise auch eine Zumutung, eine schillernde und beeindruckende, voller Pathos, der heute undenkbar wäre, aber gerade deshalb eine gewisse Anziehung besitzt, wenn man sich darauf einlässt.

Großartig und auf jeden Fall das Anmerkungs- und Fußnotenverzeichnis, das das Buch erst zur Gänze für heutige Leser*innen zugänglich macht. An die 600 Fußnoten hat der Übersetzer Rainer G. Schmidt dem Werk beigefügt, die Begriffe erklären und Spekulationen zur Lage von Orten beitragen – und vieles mehr. Mit einem solchen Kompass kann man sich getrost auf das Abenteuer einlassen!

Gespräche aus der Community

Herzlich willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

Für den März haben wir uns einen der berühmtesten Abenteuerromane  ausgesucht: "Moby Dick" von Herman Melville.

Über den Autor:
Herman Melville, geboren am 1. August 1819 in New York, stammte aus einer verarmten Kaufmannsfamilie. Ab 1839 war er Matrose, unter anderem auf Walfangschiffen. 1844 kehrte er in die USA zurück und arbeitete als freier Schriftsteller. 1851 schrieb er Moby Dick, der Roman verkaufte sich zu seinen Lebezeiten nur 3000-mal und ist heute einer der wichtigsten Romane der Weltliteratur. Melville starb am 28. September 1891 in New York.

Die Leserunde startet am 1. März!

Wir freuen uns über jeden, der mit uns lesen möchte!
187 Beiträge
PMelittaMs avatar
Letzter Beitrag von  PMelittaM
Nö, ich wollte es dann einfach auch beenden ...

Zusätzliche Informationen

Herman Melville wurde am 31. Juli 1819 in New York City (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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