Das Glasperlenspiel

von Hermann Hesse 
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Das Glasperlenspiel
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (203):
Simon_liests avatar

leider wieder aktuell beim Rückzug unserer "Intellektuellen" aus der Politik, Stil hervorragend, Spannungsbogen ...

Kritisch (24):
Dornenlichts avatar

Langweilig.

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Inhaltsangabe zu "Das Glasperlenspiel"

Dies ist Hermann Hesses letztes, sein wichtigstes und anspruchsvollstes Werk. Es ist ein Buch der Zukunft: Der Autor transportiert das Leben seines Helden Josef Knecht in das Jahr 2200. Er entwickelt mit dem 'Glasperlenspiel', in dem nicht weniger als das Streben nach Wahrheit auf dem Spiel steht, eine Utopie.
'Er hat Ratsuchenden gezeigt, wie sie bei sich selbst Rat finden konnten. Die persönlichste Hilfe hat er dadurch geleistet, daß er das Bescheidwissen verweigerte … Dies war sein Engagement, daß er sich für kein Programm engagieren ließ, keinen Zement für eine Weltanschauung lieferte. … Hesse war ein Meister im Sinn des Tao: er spricht, damit sich der Schüler selbst versteht; spricht er dem Meister aber nach, so hat er nichts verstanden. Hesses Schriften sind Wittgensteinsche Leitern; ist die Mauer erstiegen, werden sie nicht mehr benötigt.' Adolf Muschg

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518463574
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:920 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:18.06.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.09.2015 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Schluffs avatar
    Schluffvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: kryptisch und anrührend
    das Glasperlenspiel

    Was ich bisher an Rezensionen über dieses Buch gelesen habe erweckt in mir den Eindruck das es bei einigen Literatursachverständigen nicht ganz durchgedrungen ist. Für mich sind die Glasperlen und das Spiel damit völlig nebensächlich weil sie für etwas anderes stehen. Das bunte Leben das bis zur Meisterschaft erlernt werden muss um dann wenn es virtuos gespielt werden kann so abrupt wie das von Joseph Knecht zu enden.
    Wenn ich die Herkunft Hesses und seinen intellektuellen Hintergrund betrachte könnte ich ich mir vorstellen das Joseph Knecht für das Leben Friedrich Hölderlins steht der ebenfalls Tübinger war.

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    jobahars avatar
    jobaharvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gut oder Mittelmaß – das ist hier die Frage.
    Zwiespältige Sache.

    Ich bin mir nicht ganz klar, ob Hesse mit diesem Buch Voraussagen machen wollte oder ob es ganz einfach ein Experiment sein sollte. Ebenso unklar bin ich mir, ob die drei Sterne, die ich hiermit vergebe, angemessen sind. Dies hat mir von allen Büchern von Hesse am wenigsten zugesagt, Klassiker hin oder her.

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    KyraCades avatar
    KyraCadevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wundervoll!
    Tiefe und Tiefgang

    Das Leben des Magister Ludi Josef Knecht wird wie eine Biografie recht nüchtern beschrieben. Knecht ist Schüler, dann Gesandter und schließlich Lehrmeister, der sich ganz der Wissenschaft und vor allem dem hochgeistigen Glasperlenspiel hingegeben hat. Obwohl er in Kastalien in klosterähnlichen Verhältnissen aufgewachsen ist und dort bis nach seiner Studienzeit verblieb - später auch dahin zurückkehrte - ist Knecht relativ weltoffen. So wird er auch in ein katholisches Kloster entsandt, um dort für gute Stimmung zu sorgen und den Orden Kastalien gegenüber aufgeschlossener werden zu lassen. Doch Josef Knecht zweifelt immer wieder, diskutiert und versucht letztendlich vergebens, seine Ordensbrüder und den wichtigen Führungskreis davon zu überzeugen, dass man sich der Welt gegenüber öffnen muss, und nicht als kleine Enklave abgeschottet als Elite leben kann. Schließlich verlässt er Kastalien und widmet sich dem Sohn seines alten Widersachers, dem stets weltlichen Plinio Designori. Bei einem Bad in einem Bergsee kommt Knecht ums Leben.

    Das Glasperlenspiel. Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften. Ein langer Titel für das letzte Werk Hermann Hesses. Der Autor, daraus kann man keinen Hehl machen, mag ein schwieriger Mensch gewesen sein, aber ein großer Literat, der seine eigenen Jünger hatte, die er vor allem in den 1970er Jahren, nach seinem Tod, begeistern konnte. Hesse ist nicht nur einer der deutschen Autoren, von dem man etwas gehört und bestenfalls gelesen haben muss - meist ist das Der Steppenwolf -, er spaltet seine Leser gerne in zwei Lager: Diejenigen, die ihn nicht verstehen, und diejenigen, die als Hessianer so etwas wie einen geistigen Führer in ihm und seinen Werken sehen.

    Das Glasperlenspiel gilt als eines seiner schwersten Werke. So habe ich es auch kennengelernt und mich lange vor der Lektüre gedrückt. Ein Fehler, wie ich nun feststellen musste. In seinem letzten Roman steckt vieles: Wissenschaft, Philosophie, Mathematik, Religion, Gesellschaftskritik, Phantasie. Wer sich mit Hesse beschäftigt, kommt nicht um drei Dinge herum: Philosophie, Religion und Musik. So ist es auch hier. Viele Querverweise zu Weltreligionen und Anschauungen kann man wiederfinden, wer damit nichts anfangen kann, dem hilft heutzutage Google schnell weiter. Beispielsweise stößt man auf das I Ging, das Buch der Wandlungen, dessen grobe Kenntnis bereits weiterhilft.

    Wie immer sind zahlreiche Parallelen zu Hesses Leben zu erkennen. Er selbst war Rebell, lehnte sich gegen das Diktat des Elternhauses auf, brach das Studium der Theologie ab und hatte zeitlebens ein eigenwilliges Verhältnis zur Theologie, die er jedoch nie ganz ablehnte. Wer Hesses Werk ein bisschen kennt, findet immer wieder zwischen den einzelnen Romanen Verknüpfungen und Ideologien, die sich durchziehen. Vor allem die Rebellion, die oben schon angesprochen wurde, findet sich immer wieder. Ein bisschen fühlt man sich an Narziß und Goldmund erinnert, wobei man Knecht in beide Rollen pressen kann, das rebellische, suchende Herz jedoch ist eindeutig Goldmund zuzuschreiben. Auch Emil Sinclair kann in die Erinnerung rücken, das Suchende bleibt halt doch immer in den Romanen übrig.

    Je mehr ich versuche, das Glasperlenspiel in eine Rezension zu quetschen, desto mehr fällt mir auf, dass es nicht geht. Das Buch ist lesenswert in meinen Augen, verlangt dem Lesenden einiges ab und regt ihn zu eigenen Nachforschungen an, wenn er nicht purer Konsument ist, sondern gerne in die Tiefe geht. Andererseits kann man Hermann Hesse nicht rezensieren, ohne einen Blick auf sein Leben und auf seine Werke zu lenken, ohne Verbindungen zu suchen und immer wieder zu finden. Man kommt nicht an philosophischen Lehren vorbei und springt gleichzeitig immer wieder zu anderen, jüngeren Autoren, bei denen Parallelen zu finden sind. Von daher muss auch ich lernen, mich kurz zu fassen und mich nicht in Details zu verlieren.

    Das Glasperlenspiel. Ein wundervolles Buch, eine spannende Geschichte, die tiefer geht und weiterführt. Kratzt man an der Oberfläche, so kann man sich fragen, ob es wirklich realistisch und möglich ist, alle Wissenschaften miteinander zu verbinden, Musik als mathematische Formel darzustellen, Sprache oder Thesen im Glasperlenspiel (sei es der Einfachheit halber einmal als eine Art Abakus gedacht) zu veranschaulichen. Oder bleibt dies eine phantastische Welt, die erschaffen wurde, um den Leser zu fesseln - oder um ihn auf eine ganz andere Spur zu bringen, ihm selbst die Augen zu öffnen und ihn sehen zu lassen? Hesse schreibt: "Die Wahrheit wird gelebt, nicht doziert" - und wenn es nur dies ist, das man aus dem Buch mitnimmt, so kann man bereits hier hinterfragen, was der Nobelpreisträger damit gemeint hat oder ob er gar den biblischen Büchern gleich sein eigenes Evangelium verfasst hat, mit Wahrheiten, mit Lehrsätzen, mit Anfechtungen und der Hoffnung auf das Gute?

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    luckyups avatar
    luckyupvor 7 Jahren
    Rezension zu "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse

    Eine so realistische wie unwahrscheinliche Geschichte mit einem Ende nach Wunsch. Eine Welt so real wie irreal.
    Für alle, die genug Fantasie für eine eigene Welt haben.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse

    Hermann Hesse entwirft in diesem seinem Alterswerk eine Gegenwelt zum nazionalsozialistischen Staatsapparat, zur kriegsaffinen Ideologie des dritten Reiches. Er beschreibt dieses Kastalien, das, gebildet aus der geistigen Elite Deutschlands, ein utopisches Reich innerhalb deutscher Grenzen darstellt. Kastalien sei ein Teilstaat, in dem in einer Art Epistokratie eine Hierarchie der intelligenten Menschen für Regierungsgeschäfte, Planung, Bewahrung von Traditionen und auch Diplomatie zuständig ist und Verantwortung zu übernehmen hat. Dabei geht diese Gesellschaft auch mit ziemlich unzimperlichen Methoden vor, wenn jemand zu wenig oder die falschen Talente für einen Posten mitbringt. Hesse erklärt uns diese notabene rein männliche Lebens- und Glaubensgemeinschaft anhand einer fiktiven Biographie eines ihrer verdienstvollsten Mitglieder, das es in der Hierarchie zuoberst hinauf gebracht haben soll. Bis zum Magister Ludi des Glasperlenspiels, eine den Kastaliern eigene, für diese Gesellschaft als zentralen Lebensnerv zu bezeichnende Beschäftigung. Josef Knecht verliert früh die Eltern und wächst in einem Internat auf, wo seine musikalischen Fähigkeiten und seine besondere Intelligenz früh auffallen. Schliesslich wird er versetzt in eine Grundschule in Kastalien, wo er extrem gefördert wird, und schliesslich zum Glasperlenspiel-Meister heranwächst. Die Idee dreht sich dabei aber immer am Ort und bereits vor der Hälfte des Buches weiss ich, dass es das Beste ist, dieses wegzulegen und Hesse für den Rest meines Lebens nie mehr auf meine Leseliste zu nehmen. Andere Zeiten waren das, aber das ist keine Entschuldigung… wahrscheinlich hätte ich auch damals dieses Buch nur mit Mühe ertragen, genauso wie ‚Unterm Rad’. Die Idee stimmt irgendwie nicht. Diese pausenlose Mission für eine bessere Gesellschaft, die aber schon im Ansatz nicht annähernd menschliche oder angenehme Züge zeigt, sondern nur verstaubte, witzlose, freudlose Kopfmenschen hervorbringt und erträgt ist einfach zum Kotzen.
    Das Leben ist zu kurz, schlechte Bücher zu lesen...

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse

    Die sprachliche Präzision Hesses fordert die volle Aufmerksamkeit, man wird dafür mit der elektrisierenden Nüchternheit einer (schein-utopischen) Intellektuellenwelt belohnt, die ihresgleichen sucht. Empfehlenswert!

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    Cams avatar
    Camvor 9 Jahren
    Rezension zu "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse

    Was ist das Glasperlenspiel? Wenn man das nur in Worte fassen könnte. Und selbst bei ihnen gibt es eine Hackordnung. Warum bricht ein Glasperlenspielmeister aus? Weil er in seinem Dasein erfahren hat, dass das Spiel gar nicht das wirkliche Leben ist. Er hat sich auf die Suche gemacht. Auf die Suche nach dem wahren Leben. Dem wahren Sinn. Er bekommt nicht immer Antworten, aber er entwickelt sich durch Erfahrungen stetig. Das Glasperlenspiel" ist das wahrste Meisterwerk von Hesse. Es beinhaltet eine wunderschöne und absolut stimmige Lebensphilosophie. Auch wenn die Geschichte in Form eines dicken Wälzers in Erscheinung tritt - man mag ihn kaum aus der Hand legen. So sehr fesselt einen die Geschichte. Und vor allem: Beim Lesen wird es still um einen herum. Das ist immer ein Zeichen dafür, dass einem das bedruckte Papier etwas Wichtiges zu sagen hat.

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    ChaosQueen13s avatar
    ChaosQueen13vor 9 Jahren
    Rezension zu "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse

    „Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse ein unbeschreibliches hervorragendes großes Meisterwerk! Denn das Glasperlenspiel ist ein undurchdringliches, kluges Werk über die Verbindung von Geist und Gesellschaft. Ich würde gerne dieses Glasperlenspiel beherrschen. Es lohnt sich immer wieder Hesse zu lesen, ein wunderschöner Roman! Hesse einfach überragend genial!

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    slykers avatar
    slykervor 10 Jahren
    Rezension zu "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse

    Das Glasperlenspiel ist eines der besten mir bekannten Bücher. Mir gefällt an diesem Buch gerade seine Komplexität und die poetische Erzählweise Hermann Hesses. Es ist ein Meisterwerk, das ich allen empfehle, auch wenn sie zu Beginn ratlos vor dem für Hesse untypisch umfangreichen Werk stehen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren
    Rezension zu "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse

    Dass ich das Buch in gänze lesen würde, hätte ich nach den ersten Kapiteln nicht gedacht. Und normalerweise habe ich auch keine Skrupel. einen Roman, der
    nicht in Gang kommt, unbeendet der Blindenschrift-Bücherei zurückzusenden. Aber nun hieß der Autor des Glasperlenspiels Hermann Hesse. Und bisher hatte mich der Meister der romantisch-psychologischen Moderne nie enttäuscht. somit hielt ich durch. Und darüber bin ich sehr froh. Denn das Glasperlenspiel ist ein dichtes, kluges Werk über das verhältnis von Geist und Gesellschaft. Es proklamiert das Ideal der freien Wissenschaft,
    was in Zeiten von Leistungsdruck, Studiengebühren und einer ausschließlichen Ausrichtung der Studiengänge auf den Beruf topaktuell ist. Und Hesse entwirft
    eine Utopie des Austauschs zwischen den wissenschaftlichen disziplinen. Diesen Austausch wünscht man sich in Zeiten immer komplexerer globaler Problemlagen.
    Aber der Autor verarbeitet in seinem letzten großen Werk auch die Gefahren, die in einer Separierung der Wissenschaft vom Rest der Gesellschaft und vom
    Transzendentalen liegt. Und wenn man schließlich bedenkt, dass das Glasperlenspiel 1943 erschien, inmitten des zweiten Weltkriegs und des Holocausts, dann ist dieser etwas skurile und schwierige Roman ein grandioser Ausdruck von Hesses Humanismus. Hesse lohnt sich immer.

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