Der Steppenwolf

von Hermann Hesse 
4,2 Sterne bei1,122 Bewertungen
Der Steppenwolf
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Positiv (890):
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Literarisches Meisterwerk über den Platz des einzelnen Menschen in der Gesellschaft

Kritisch (63):
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pamphletischer Pathos, bedeutungsheischende Behauptung, eitles Ejakulat. Mir unverständlich erfolgreich.

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Inhaltsangabe zu "Der Steppenwolf"

'Der Steppenwolf' ist die Geschichte von Harry Haller, der sich im Zustand völliger Entfremdung von seiner bürgerlichen Welt 'eine geniale, eine unbegrenzte furchtbare Leidensfähigkeit herangebildet' hat. Die innere Zerrissenheit Hallers spiegelt die Erscheinungen der modernen Massen- und Industriegesellschaft wider und reflektiert kultur- und zivilisationskritische Strömungen des 20. Jahrhunderts.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518463550
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:421 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:18.06.2012
Das aktuelle Hörbuch ist bei Deutsche Grammophon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Orishas avatar
    Orishavor 5 Monaten
    Die Zerrissenheit der Seele

    „Der  Steppenwolf  hat mich seit langem zum erstenmal wieder gelehrt, was Lesen heißt.“ (Thomas Mann, 1928)

    Harry Haller leidet an der Zerissenheit seiner Seele. Ein Steppenwolf lebt in ihm, macht ihn zum Tier und reizt seine Triebe. Harry selbst sieht sich als kultivierten, gebildeten Menschen, der den Künsten fröhnt: selbst schreibt, liest, Theater und Konzerte besucht. Beide Seelen bekämpfen sich, wollen den jeweils anderen um seine Existenz bringen. Erst als Harry Hermine kennenlernt, beginnt er eine andere Seite des Lebens zu sehen und versucht beide Seiten mit Humor und Freude zu einen.

    Hesses "Steppenwolf" ist ein Klassiker, um den man keinen Bogen machen kann. Klug und tiefsinnig, zeigt Hesse dem Leser die Facetten menschlichen Seins auf. Er zeichnet das Bild eines Mannes, der zerrissen ist, von seinen unterschiedlichen Ichs überrannt wird und diese scheinbaren Gegenpole nicht aussöhnen kann. Doch Menschen bestehen aus mehrere Facetten, die selten im Dualismus auftreten, sondern vielmehr einen ganze Palette an Eigenschaften und Eigenheiten mit sich bringen. Ein Mensch ist weder so oder so, sondern viel mehr. 

    Dabei bedient sich Hesse einer Sprache, der man zurecht Größe zugestehen kann. Eine Sprache die fasziniert, die Freude und Leid gekonnt transferiert und mich als Leserin hat mitleiden, lieben und melancholisch sein lassen. Das können nur wenige Autoren und drum kann ich mich Thomas Manns Aussage nur anschließen: Hesse lehrt einen das Lesen.

    Fazit: Eines der besten Bücher Hesses und überhaupt. Geliebt oder verschmäht, ich tat ersteres. Wirklich lesenswert.




    Kommentare: 2
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    TinaLivias avatar
    TinaLiviavor 9 Monaten
    Der Steppenwolf

    Inhalt

    Der Protagonist Harry Haller fühlt sich nicht immer wie ein normaler Mensch. Er nennt sich selbst Steppenwolf, weil das für ihn den best passenden Charakter hat, der dem Lesen im Verlauf des Romans nähergebracht wird. Und trotzdem ist es nicht leicht, seine wahren Gefühle zu verstehen, weil gleichzeitig verändert er sich im Verlauf der Geschichte. Er wird von einer viel jüngeren Frau, Hermine, dazu verleitet, sich zu verändern, oder doch sein wahres Ich zu finden?


    Meine Meinung

    Beim Inhalt habe ich bewusst den letzten Satz mit einem Fragezeichen beendet. Denn die Geschichte wird von Person zu Person unterschiedlich aufgenommen. Es gibt viele verschiedene Meinungen, eine richtige Lösung gibt es nicht. Das haben wir in der Schule lange genug besprochen. Wir haben viele Rezensionen analysiert und niemand war ganz derselben Meinung. Der Roman wird von den einen als Bildungsroman angesehen, von anderen wieder als gerade das Gegenteil: antibildend. Und diese verschiedenen Ansichten wurden auch bei uns in der Klasse auffällig. Die einen waren am Ende völlig verwirrt, andere dachten über das Leben und die Welt nach und wiederum andere fanden den Roman "absolut klasse, und endlich hat jemand mal die Wahrheit gesagt".  Ich selbst, das muss ich gestehen, gehörte zu den verwirrten Menschen. Noch jetzt weiss ich nicht so ganz, was ich von der Geschichte halten soll. Ich kam nie auf einen grünen Zweig, konnte auch nicht voll drauf los schreiben, bei einer Erörterung, die wir dazu machen sollten. Es herrscht so ein komisches Gefühl in mir, wenn ich an den Roman denke, eines, was ich nicht so ganz beschreiben kann. 
    Über den Steppenwolf denkt jeder unterschiedlich und ich kann jetzt hier nicht einfach sagen, ich empfehle den Roman oder nicht. Wenn ihr Lust auf eine nachdenkende, vielleicht verwirrende Geschichte habt, dürft ihr gerne danach greiffen.

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    Hofmann-Js avatar
    Hofmann-Jvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der Spiegel, der die 'Fratze' der Wahrheit zeigt, wird von den Dummen gehasst.
    Gelungene Kritik an der Gesellschaft

    Die Figur Harry Haller versinnbildlicht hier nicht nur das eigene Hin- und Hergerissen-sein des Autors, sondern auch das der damaligen Gesellschaft. Die Hauptfigur des Romans sieht sich in seiner künstlerischen Entwicklung gehemmt, so dass er sich letztendlich einbildet, seine beiden widersprüchlichen Naturen Eins werden lassen zu müssen.

    Erzählt wird das Ganze in drei unterschiedlichen Perspektiven, was Hesse meines Erachtens sehr gut gelungen ist.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wieder ein gelungenes Werk mit tiefer Einsicht in die Gesellschaft.
    Zerrissenheit eines großen Autoren.

    Der Autor beschreibt im Steppenwolf nicht nur die Zerrissenheit der eigenen Gedanken, welche sich personifizieren in der Hauptfigur des Harry Haller, sondern ebenso die Zerrissenheit der damaligen Gesellschaft, welche die Vorstufe unserer eigenen, heutigen haltlosen Zeit verdeutlicht.

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    jobahars avatar
    jobaharvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Einfühlsam beschrieben: Die Seele zerrissen zwischen Wolf und Hase.
    Einsamkeit gegen bürgerloiche Behaglichkeit.

    Hermann Hesse eifert hier gegen das Bürgertum, das sich seiner Ansicht allzu gemütlich eingerichtet hat und keinerlei Engagement für gesellschaftliche Werte entwickeln mag. Hesse sieht den nächsten Krieg kommen und erkennt niedere Beweggründe als Auslöser.

    Die Fragen in diesem Roman sind zeitlos und können auf das Heute übertagen werden.

    Hier geht es um das menschliche Zerrissensein zwischen Bequemlichkeit des Spießbürgers und natürlichem Trieb des Wolfes, deer gnadenlos unterdrückt scheint.

    Wie üblich, schaut Hesse tief in die menschliche Seele und suchtz nach Wegen zu deren Rettung.

    Absolute Leseempfehlung!

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    Gedankennomades avatar
    Gedankennomadevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Für mich der beste Roman Hesses!!!
    Hesses beeindruckendstes Werk

    Fünf Romane habe ich bisher von Hesse gelesen. Jeder einzelne davon gefiel mir, der "Steppenwolf" jedoch mit Abstand am besten.

    Der Konflikt der zwei Seelen des Protagonisten ist genial beschrieben. Darüber hinaus bekam ich an vielen Stellen des Buches Gänsehaut weil Hesse Gedanken zu Papier bringt, die ich selbst bereits oft angedacht habe ...

    Auch auf www.gedankennomade.net/5-romane-von-hermann-hesse/ habe ich über den Steppenwolf und vier weitere Romane Hesses reflektiert.

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    diesteppenwoelfins avatar
    diesteppenwoelfinvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: In der Gegenwart von Harry Haller konnte ich mich unsagbar heimisch fühlen. Der Steppenwolf war ein meiner Seele wohltuendes Buch.
    Kein Werk über psychische Störungen konnte mich bisher so berühren und anregen - 5 Sterne

    Kurz zum Inhalt:
    Der Protagonist Harry Haller, das Alter Ego von Hermann Hesse, sieht sich im inneren Konflikt zwischen seinem Dasein als der Gesellschaft angepasster Bürger und dem vereinsamten Steppenwolf, der sich gegen jenes bürgerliche Leben sträubt. Über lange Passagen und unterschiedliche Perspektiven wird dieser Konflikt beschrieben und findet am Ende seine Auflösung, die Spielraum für eigene Interpretationen lässt.

    Warum mir der Schreibstil gefiel:
    Der Steppenwolf ist sprachlich keine besonders schwere Kost. Und dennoch empfand ich die Sprache als äußerst ästhetisch, was vor allem seinen langen Sätzen, deren Rhythmik und den eindringenden, tiefen Beschreibungen von kühlen Emotionen zu verdanken ist.

    Warum ich diesem Werk 5 Sterne gebe:
    Hermann Hesse beschreibt Harry Hallers Kampf mit dem Leben und seine depressiven Züge in einer solchen Tiefe, dass für mich kein Zweifel daran bestand, dass Herr Hesse hier sein eigenes Erleben beschreibt. Eine psychisch gesunde Seele wäre nicht in der Lage, so authentisch die Innenwelt eines Depressiven zu beschreiben. Seine Worte regen zum eigenen Nachdenken und Reflektieren an.
    Auch nach Beendigung des Buches nehme ich es mir immer mal wieder zu Hand: In Zeiten, in denen ich selbst in eine das Leben anzweifelnde Lage gerate, lese ich mir beispielsweise die Passage zum Selbstmördertum aus dem Tractat vom Steppenwolf (S. 54 – 86) durch und finde darin meine Lage erklärt.

    Für wen empfehle ich das Buch?
    „Nur für Verrückte“, schreibt Hesse und ich möchte ihm zu einem Teil zustimmen.
    „Für Verrückte“ – ja. Wer selbst Erfahrungen mit Depressionen, Gefühlen der Hoffnungslosigkeit und Zweifeln am Lebenssinn gemacht hat, wird sich mit Harry Haller gut identifizieren können.
    „Nur“ – nein. Auch wer sich intensiv mit den Themen Lebenssinn und Anpassung an die Gesellschaft beschäftigt und gerne über sich und das Leben reflektiert, wird seine Erkenntnisse aus dem Steppenwolf ziehen können.

    Fazit:
    Bisher konnte mich kein Buch über psychischen Krankheiten emotional wie intellektuell so sehr berühren und anregen. Den Steppenwolf werde ich sicherlich noch öfter in den Händen halten.

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    janett_marposnels avatar
    janett_marposnelvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Auch dieses Buch von Hermann Hesse beinhaltet autobiografische Züge. Es ist speuiell und schön zugleich.
    Nur für Verrückte

    Der introvertierte Intellektuelle Harry Haller raucht und trinkt zu viel und tanzt und lacht zu wenig. Mit seinen 48 Jahren ist er auf der Suche nach sich selbst und findet in seinem Inneren einen Steppenwolf. Er fasst den Entschluss, sich und den Steppenwolf umzubringen. Doch dann lernt er Hermine kennen und es beginnt eine turbulente Reise in einem magischen Theater.

    Harry Haller forscht nach dem Sinn des Lebens und prallt dabei immer wieder auf sein Ego angestachelt von seinem rastlosen Geist. Es ist eine kunterbunte Achterbahnfahrt der Gefühle und am Ende ist alles und nichts wie vorher. Nicht umsonst warnt Hermann Hesse alias Harry Haller im Laufe der Geschichte in einigen Überschriften davor, dass dieses Buch „Nur für Verrückte“ ist.

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    PaulaAbigails avatar
    PaulaAbigailvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Schockierend gut. Trifft den Zeitgeist wie kaum ein anderes Buch.
    "Nur für Verrückte"

    Erzählt wird die Geschichte des Harry Hallers, der sehr unter der Zerrissenheit seiner Zeit leidet; ausgerechnet er, der sich nach starken Gefühlen sehnt, wie er sie beispielsweise beim Studieren von Literatur oder während eines klassischen Konzerts empfindet, soll sich in dieser stumpfen Gesellschaft zurecht finden. Er mietet sich im Zürich der 20er Jahre in einem Mansardenzimmer ein und hinterlässt der Vermieterin und deren Neffe seine Aufzeichnungen.

    Das Buch ist in drei Teile gegliedert; zum einen ist da das Vorwort des Neffen, der - wie er erzählt - zehn Monate lang "Wand an Wand" mit dem Steppenwolf gelebt hat; der zweite Teil sind die Aufzeichnungen von Harry Haller. Nachdem er Ehe, Job und alles, was ihm lieb war, verloren hat, entschliesst er sich zum Selbstmord. — Als er eines Nachts durch die Strassen streift, fällt ihm eine Leuchtreklame auf, die lautet:
    Magisches Theater. Eintritt nicht für jedermann. Nur für Verrückte.

    Kurz darauf bekommt er in den Strassen von einem fremden Mann das Tractat des Steppenwolfs geschenkt und fühlt sich angesprochen, ja sogar verstanden.
    Der Steppenwolf hat zwei Wesen; das menschliche und das wölfische, der Körper ist also eins, die Seele aber besteht aus vielen Teilen - im Alltag schwer zu vereinbaren. Und nun erkennt auch Harry Haller: Entweder muss er sterben oder sich nun mehr ändern, ein Anderer werden.

    Nachdem ich Demian gelesen und lieben gelernt hatte, wollte ich unbedingt mehr von Hesse lesen - und was würde sich da besser eignen als Der Steppenwolf, von dem mir schon so oft erzählt wurde und scheinbar auch das Lieblingsbuch des The Doors-Sängers Jim Morrison war? Was mich an diesem Buch besonders fasziniert hat, war seine Aktualität. Wieder einmal übt Hesse heftige Kritik an jeglichsten gesellschaftlichen Themen, sei es an der Beziehung zwischen Mann und Frau, am Alltagsleben, an der Kirche.

    Das Buch hat mich ziemlich zum Nachdenken gebracht, auch jetzt kommen mir immer mal wieder Passagen und Situationen aus dem Buch in den Sinn. Während der Lektüre fühlte ich mich des Öfteren an Freunde erinnert, erkannte auch mich selbst zwischen den Zeilen und Gedankengängen des Steppenwolfs.
    Ein Buch, das ich auf jeden Fall gerne weiterempfehlen werde, wenn's eine Lektüre mit Inhalt sein soll.

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    E
    elysianvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Roman, der besser als die übliche Schullektüre ist, sich jedoch an manchen Stellen sehr zieht.
    "Der Steppenwolf" als Schullektüre

    Ich musste das Buch „Der Steppenwolf“ von Hesse das erste Mal in der letztes Jahr für die Schule lesen, also nicht ganz freiwillig – jedoch muss ich zugeben, dass ich mir das Buch ausgesucht hatte, da eine Freundin von mir sehr von diesem Buch geschwärmt hatte. Leider kann ich ihre Begeisterung nicht ganz teilen.



    Der Roman erschein erstmals 1927, also kurz nach dem 1. Weltkrieg. Die Entstehungszeit des Romans fällt in die „Goldenen Zwanziger“, ein Jahrzehnt in dem sich die Gesellschaft technisierte und motorisierte, was von vielen Zeitgenossen als ebenso radikaler Umbruch wahrgenommen wurde wie das Aufkommen der modernen Massenkultur (z. B. Jazzmusik). Dies wird im Buch sehr deutlich herausgestellt.



    Der Protagonist ist Harry Haller, der das Buch aus der 1. Person erzählt; das Buch sind seine eigenen Erfahrungen, die er aufschrieb. Er ist ein ambivalenter (von Gegensätzen bestimmter) Charakter: die menschliche, zivilisierte Natur in ihm steht im Gegensatz zu der wölfischen Natur; seinen Depressionen steht die Lebenssehenssucht entgegen.

    Ein weiterer wichtiger Charakter ist Hermine, eine lebenslustige Gelegenheitsprostituierte, die ihr Leben glücklich vor sich hin lebt und keine intelektuelle ist. Auch Maria, eine andere Prostituerte, spielt in Hallers Leben eine große Rolle, wird jedoch nicht weiter charakterisiert,

    Auch Pablo, ein Jazzmusiker, spielt eine große Rolle. In kann man mit diesem Zitat am besten beschreiben: "Ich hatte Pablo in meinem Gedächtnis als eine hübsche Null verzeichnet, einen kleinen, etwas eitlen Beau, ein vergnügtes und problemloses Kind, das mit Freude in seine Jahrmarktstrompete faucht und mit Lob und Schokolade leicht zu regieren ist. Aber Pablo fragte nicht nach meinen Urteilen, sie waren ihm ebenso gleichgültig wie meine musikalischen Theorien. Höflich und freundlich hörte er mich an, immerzu lächelnd, gab jedoch nie eine wirkliche Antwort."




    Das Buch ist in drei Teile geteilt: Vorwort des Herausgebers, Harry Hallers Aufzeichungen mit dem Untertitel „Nur für Verrückte“ und dem „Traktat vom Steppenwolf“, das Harry Hallers Aufzeichnungen unterbricht.

    Im Vorwort erzählt der Herausgeber“ von seiner Zeit mit Harry Haller, der sich in dem Haus des „Herausgebers“ ein Zimmer mietet und sich selbst der „Steppenwolf“ nennt; die beiden lernen sich kennen. Als der Steppenwolf später verschwindet, findet der Herausgeber das Manuskript – den „Steppenwolf“ - und bringt diesen heraus. Nun beginnen Harry Hallers Aufzeichnungen. In diesen berictet Haller, wie er einsam vor sich hinlebt; eines Tages stößt er in einer Stadt auf ein Theater und kauft einem Mann auf der Straße ein Büchlein – das „Taktrat vom Steppenwolf“ - ab. Dieses unterbricht die Aufzeichnungen.

    Im Taktrat vom Steppenwolf wird das Wesen Hallers genau beschrieben: es ist das Wesen eines Steppenwolfes und Selbstmörders. Diese sind Außenseiter dser Gesellschaft, und haben mehrere Selelen, weshalb sich die Integration in die Gesselschaft als sehr erschwerlich herausstellt.

    Danach werden Hallers Aufzeichnungen weiter geführt. Haller zieht aus dem Traktat die Erkenntnis, dass er entweder sterben oder sich ändern und neu werden muss. Er entschließt sich für den Selbstmord, setzt jedoch erst sein normales Leben fort. Als eine Abendeinladung bei einem jungen Professor im Streit endet, beschließt Haller sich zu Hause umzubringen. Aus Angst vor dem Tod irrt Haller durch die Stadt, und trifft in einem Wirtshaus auf eine Gelegenheitsprostituierte(sie verrät ihm ihren Namen nicht). Sie behandelt Harry wie einen kleinen Jungen und hält ihm vor, akademisch gebildet zu sein, jedoch einfache Dinge wie Tanzen nicht zu beherrschen. Harry fühlt sich von ihr verstanden. Sie verabreden sich zum Essen, und da sie seinem Jugendfreund Hermann ähnelt, errät er ihren Namen: Hermine.

    Hermine behauptet, ein Spiegel für Harry zu sein, in dem er Antworten auf seine Fragen finde. Er müsse deswegen ihre Befehle befolgen, und der letzte werde sein, sie zu töten.

    In den nächsten Tagen lehrt Hermine Harry das Tanzen und besucht mit Hermine Tanzlokale, die Harry bisher verhasst waren. ermine bringt Harry mit der Prostituierten Maria zusammen und macht ihn mit dem Saxofonisten Pablo bekannt. Haller verliebt sich in Marie und beginnt eine Beziehung zu ihr.

    Haller schafft es, sich zu verändern: durch Pablo kommt wieder Leichtigkeit in sein Leben, und durch Maria und Hermine lernt er ein schönes Leben kennen.

    Hermine unterrichtet ihn weiterhin im Tanzen mit dem Ziel, an einem großen Maskenball teilzunehmen. Auf dem Maskenball fühlt Harry sich so lange fremd und nicht dazugehörig, bis er Hermine begegnet. Diese hat sich als Harrys Jugendfreund Hermann verkleidet und versteht es, Harry zu bezaubern. Er genießt Musik und Rhythmus und ist Teil der Gemeinschaft, etwas, das ihm nie zuvor geschehen ist. Pablo lädt Harry und Hermine zum Konsum von zu Haller unbekannten Mitteln (wahrscheinlich Drogen) ein und verschafft ihnen so Zutritt ins »Magische Theater«, wo

    Harry das Lachen lernen und so den Steppenwolf töten soll.

    Beim Blick in einen Spiegel erkennt Harry zunächst unzählige verschiedene Figuren, die sämtlich Facetten seiner selbst darstellen. Hinter geschlossenen Türen erwarten Harry Fantasiewelten: Mit seinem verschollenen Jugendfreund Gustav macht er in einem Krieg der Menschen gegen die Technik Jagd auf Autos. Harry trifft einen Schachspieler, der ihm zeigt, dass sich die verschiedenen Seelenteile wie Figuren auf dem Schachbrett zu immer wieder neuen Persönlichkeiten ordnen lassen. Noch einmal erscheinen ihm vergangene Lieben und Gelegenheiten, die er versäumt hat. Er begreift, wie reich an Liebe sein Leben gewesen ist.

    Als Harry in seine alte Zerrissenheit zurückfällt, findet er Hermine nackt neben Pablo liegen und ersticht sie.

    Als Mozart, modern gekleidet, den Raum betritt, ein Radio anstellt, und Händels Musik verzerrt erklingt, ist Harry entsetzt. Mozart dagegen behauptet, dass der Geist großer Musik von der unzulänglichen Technik des Radios nicht zerstört werden könne und vergleicht dies mit der ebenfalls unzerstörbaren Idee vom Leben. Mozart wird zu Pablo, der Hermine in eine kleine Figur verwandelt. Harry erkennt, dass er das Lachen Lernen muss. Damit endtet der Roman.



    Der Charakter Harry Hallers entwickelt sich über das Buch hinweg weiter: von einem einsamen, depressiven Mann, der seine Gefühle nicht unter Kontrolle bekommt, zu einem (fast) glücklichen Mann, der denn Sinn des Lebens endlich versteht. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass es möglich ist, seinen eigenen Lebensstil zu verändern.


    Spiegelmotiv:

    Im "Steppenwolf" symbolische und tatsächliche Spiegel. Zum einen wird die Person Hallers aus dem Blickwinkel des Bürgertums (Vorwort) und von einem höheren Punkt (Traktat) aus beschrieben, dann spiegelt sich Hallers Person in dem Magischen Theater. So sagt Hermine, deren Name eine weibliche Variante des Autorenvornamen ist: "Begreifst du das nicht, du gelehrter Herr: daß ich dir darum gefalle und für dich wichtig bin, weil ich wie eine Art Spiegel für dich bin, weil in mir innen etwas ist, was dir Antwort gibt und dich versteht? Eigentlich sollten alle Menschen füreinander solche Spiegel sein und einander so antworten und entsprechen ..." (S. 119). Im Magischen Theater wird dann Haller auch mit seinem "wirklichen" Spiegelbild konfrontiert (S. 191, 192-95).


    Realität und Traum vermischen sich oft in dem Roman. Die Grenzen zwischen den Unsterblichen, dem Magischen Theater und den wirklichen Erlebnissen Harry Hallers verwischen sehr, man kann die einzelnen Teile nicht wirklich abgrenzen.

    Auch wissen Hermine und der Verfasser des Traktates zu gut über Haller bescheid und lassen vermuten, dass das Treffen von Haller und Hermine kein Zufall gewesen ist.

    Daraus folgt, dass man den Plot auf verschiedene Weise interpretieren kann:

    - alles real, am Ende ist der Protagonist auf Drogen

    - Magie existiert, und das magisches Theate istr real

    - Pablo, Hermine, Hermann, Maria sind Teil einer Organisation, die für „Steppenwölfe“ das magische Theater veranstaltet

    - es ist egal, ob es real ist oder nicht, alles ist metaphorisch gemeint


    Ich bin mir nicht sicher, wie ich den Plot interpretieren soll – es ist jedem sich selbst überlassen.


    Interessant zu untersuchen wäre auch die Rolle des Humors, sowie Harrys midlife-crisis gewesen.


    Eigene Meinung:

    „Der Steppenwolf“ ist einmal etwas anderes zu lesen, da es hauptsächlich umd die Charakterisierung des Protagonisten geht. Jedoch macht die dauernde Charakterisierung des Protagonisten das Buch teilweise etwas langatmig und langweilig.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Madame Swanns avatar
    Im März lesen wir im Rahmen der Klassiker-Leserunde "Der Steppenwolf" von Hermann Hesse aus dem Jahr 1927. Dieses Werk trug entscheidend zum Welterfolg Hesses und der Verleihung des Nobelpreises an ihn bei. Ich bin schon sehr gespannt darauf, das Buch gemeinsam mit euch zu entdecken!
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