Hermann Hesse Unterm Rad

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Inhaltsangabe zu „Unterm Rad“ von Hermann Hesse

Literarische Hauptwerke in drei Medien:
Als Taschenbuchausgabe in der Suhrkamp BasisBibliothek
Als Audio Book
Als CD-ROM

Die Taschenbücher

enthalten den Originaltext mit Wort- und Sacherläuterungen sowie einen von Fachleuten verfassten Kommentar zum Verständnis des Werkes (Informationen zu Stoff, Entstehungs- und Wirkungsgeschichte und Interpretation).

Die Audio Books

umfassen
2 Hörkassetten,
ein etwa 90-minütigen Feature zu Leben und Gesamtwerk,
eine Hörversion des Werkes: im Wechsel von behutsamer Zusammenfassung und Rezitation von geschulten Sprecher/innen und - wenn möglich - vom Autor oder der Autorin selbst,
oft als Zusatz: originale Tondokumente (z.B. Reden, Interviews) und anderes kulturgeschichtliches Material.

Die CD-ROMs
Der vollständige, seitenidentische Text- und Kommentarteil der Taschenbücher
Eine Lesung von Teilen des Werks
Eine audiovisuelle Guided Tour durch Leben und Werk
Einen ausführlichen, mit dem Text vernetzten Kommentar sowie Interpretationshilfen
Such- und Bearbeitungsfunktionen und ein im- und exportierbares Notizbuch für Anmerkungen und ganze Referate (Quelle:'Audio-Kassette/01.01.2003')

anfangs zu umfassendes später sehr interessantesBuch sollte jeder mal gelesen haben

— lisath99

Eine zeitlose Geschichte. die sich auch auf heutige Verhältnisse fabelhaft übertragen lässt.

— DieseAnja

Auch mehr als 100 Jahre später trifft Hesse mit dieser Kritik an Lehrern, Erziehern, Ausbildern und Eltern ins Schwarze.

— daydreamin

Ein Buch das wohl nie an Aktualität verlieren wird.

— steffilam

Hesses Klassiker - gut mal wieder zwischendurch zu lesen ...

— knacks1965

Es nimmt einen mit.

— Maria0001

Hermann Hesse "Unterm Rad" 176 Seiten Immer und immer wieder erschütternd. "Jedes gesunde Leben muss einen Inhalt und ein Ziel haben..."

— Azcura

Aufwühlende Anklage mit niederschmetternder Kraft, darüber wie man jungen Menschen durch den Leistungswahn ihre Lebensfreude nehmen kann.

— loveisfriendship

Wie Leistungsdruck einen jungen Menschen brechen kann ...

— Gedankennomade

Ich sag mal so, kann man lesen, aber wenn nicht verpasst man auch nichts :D vor allem nichts für Leute die leichte Lektüre bevorzugen

— jackiherzi

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  • Rezensionen
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  • Unterm Rad

    Unterm Rad

    DieseAnja

    21. September 2017 um 19:24

    Mein Bruder musste dieses Buch für die Schule lesen und interpretieren, normalerweise ist er absolut kein Leser, aber dieses Buch hat er förmlich verschlungen. Da er schon sehr begeistert war, wurde ich auch neugierig und er hat es mir in höchsten Tönen empfohlen.Nun, ich habe angefangen, das Buch zu lesen, mehr oder weniger zwischen Tür und Angel und ungefähr die ersten zwei Drittel sind sehr langatmig, bis auf wenige Stellen nicht sonderlich fesselnd, erst das letzte Drittel fand ich wirklich interessant, das Ende hat mich sehr schockiert, obwohl ich es mir fast schon denken konnte.Das Buch lässt sehr viel Platz für Interpretation und Fantasie, man muss auch viel zwischen den Zeilen lesen. (Im Folgenden liste ich meine Auffassung des Inhaltes auf, evtl. Spoiler.)Ich finde die Thematik, mit dem sich die Geschichte befasst, unglaublich wichtig - um es kurz zu fassen, es handelt sich um einen Jungen, der von Lehrern, Pfarrer und dem Vater sehr unter Druck gesetzt wird, da er sehr intelligent und talentiert ist. Im Verlauf des Buches lernt er einen Jungen kennen, der ihm zeigt, dass das Leben nicht nur aus Lernen besteht - Der schulische Druck wird ihm zu viel, seine Leistungen sinken und taucht in Depressionen ein. Lernen ist wichtig, aber sich unter Druck zu setzen ist weder gut für die Leistung noch für das Gemüt und natürlich wird auch sehr verschleiert das Thema Homosexualität angesprochen, was mich für ein Buch des Jahres 1915 sehr überrascht hat. Mein Fazit ist, dass es sich lohnt, die langatmigen Stellen durchzuziehen, um die Message mitzubekommen.

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  • Auch mehr als 100 Jahre später noch brandaktuell

    Unterm Rad

    daydreamin

    21. September 2017 um 16:32

    Hans Giebenrath ist ein Musterschüler und qualifiziert sich mit seinen vorbildlichen Leistungen in der Dorfschule für das Landexamen. Bei erfolgreichem Bestehen stünde einem Stipendium für die Klosterschule und die hohe geistliche Laufbahn nichts mehr im Wege. Von Vater, Lehrern, Rektor und Pfarrer wird Hans unter Druck gesetzt, lernt wochenlang für die Prüfung und tut die Nächte vorher kaum ein Auge zu. Mit Bravour besteht er schließlich das Landexamen, doch der Druck im Seminar wird nicht geringer und nach und nach gelangt der kleine Hans – wie der Titel es verrät – unter's Rad. Hermann Hesse schrieb dieses Werk vermutlich zur Verarbeitung seiner persönlichen Erfahrungen im evangelisch-theologischen Seminar im Kloster Maulbronn, welches er mit 14 Jahren besuchte und schließlich abbrach. Zu Beginn der Erzählung ist Hans noch neugierig und aus eigenem Antrieb ehrgeizig, im Verlaufe seiner Ausbildung saugen ihn die Erwachsenen jedoch gnadenlos aus, bis eine gebrochene Seele zurückbleibt. Hans darf nicht einmal mehr seinem großen Hobby, dem Angeln, nachgehen und auch die geliebten Haustiere werden ihm genommen. In den Ferien wird wiederholt und vorgearbeitet, damit Hans auch ja mit den anderen Jungen mithalten kann. Was dieser Druck auf Dauer in Hans auslöst, erfährt der/die LeserIn hautnah. "Hans wusste nicht, warum er gerade heute an jenen Abend denken musste, nicht, warum diese Erinnerung so schön und mächtig war, noch warum sie ihn so elend und traurig machte. Er wusste nicht, dass im Kleide dieser Erinnerung seine Kindheit und sein Kabentum noch einmal fröhlich und lachend vor ihm aufstand, um Abschied zu nehmen und den Stachel eines gewesenen und nie wiederkehrenden großen Glückes zurückzulassen." (S. 141) Ständig ist Arbeiten und Lernen angesagt und sollte Hans sich doch einmal eine freie Minute nehmen, hat er selbst schon ein schlechtes Gewissen und wünscht sich sofort an den Schreibtisch zurück. Einen großen Anteil an diesem Verhalten tragen genau diejenigen, die Hans eigentlich vor Gefahren beschützen sollten: Sein Vater und seine Lehrer. Letzteren ist in der Erzählung nur daran gelegen, die Schüler zu unauffälligen Mitläufern zu erziehen, welche sich möglichst still und gefügig benehmen. Auf die Bedürfnisse und Besonderheiten eines einzelnen Kindes wird keine Rücksicht genommen, im Gegenteil, diese werden durch den Lehrer sogar noch glatt gebügelt. "Wie schön hatte sich der kleine Giebenrath entwickelt! Das Strolchen und Spielen hatte er fast von selber abgelegt, das dumme Lachen in den Lektionen kam bei ihm längst nimmer vor, auch die Gärtnerei, das Kaninchenhalten und das leidige Angeln hatte er sich abgewöhnen lassen." (S. 47) Auch wenn diese Erzählung bereits über 100 Jahre alt ist, erkannte ich doch erschreckend viele Parallelen zur heutigen Zeit. Hesses Kritik an Lehrern und Erziehern hat kaum an Aktualität verloren und mich gerade dadurch sehr beeindruckt. "Ein Schulmeister hat lieber einige Esel als ein Genie in seiner Klasse, und genau betrachtet hat er ja recht, denn seine Aufgabe ist es nicht, extravagante Geister heranzubilden, sondern gute Lateiner, Rechner und Biedermänner." (S. 90) Allerdings muss ich anmerken, dass mir der Einstieg dank des anspruchsvollen Schreibstils nicht besonders leicht gefallen ist. In Sachen Klassikern bin ich auch eher eine Einsteigerin, trotzdem konnte ich manch ältere Bücher flüssiger lesen. Ab und an verliert sich Hesse in meinen Augen außerdem in Nebensächlichkeiten. Fazit Hermann Hesse hat mit dieser an seine eigene Jugend angelehnten Erzählung eine Schulkritik verfasst, die auch über 100 Jahre später erschreckend aktuell ist. Die Verwandlung des begabten Hans zu einem erschöpften, gebrochenen und daher für die Lehrer und den Vater nicht weiter interessanten Protagonisten bewegt und stellt eine Warnung dar, die sich jeder, der mit Kindern zu tun hat, zu Herzen nehmen sollte. 

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  • Muss man gelesen haben!

    Unterm Rad

    Maria0001

    29. May 2017 um 20:52

    Die Zeit im evangelischen Stift in Tübingen ging nicht spurlos an Hesse vorbei...

  • Unterm Rad: Hesse, wie leibte, lebte und litt

    Unterm Rad

    diesteppenwoelfin

    06. May 2017 um 17:27

    Kurz zum Inhalt:Hans Giebenrath ist ein begabter Junge, der aufgrund seines zu erwartenden Potentials schon früh mehr intellektuelle Förderung erhält als seine Mitschüler. Er besteht das Landesexamen, was ihm erlaubt, einen höheren Bildungsweg in der Klosterschule in Maulbronn einzuschlagen. Doch gehen die gestohlenen Kindheitsjahre und der tägliche Leistungsdruck nicht spurlos an Hans vorbei.Der Schreibstil:Ich würde ihn als sehr „Hesse-typisch“ beschreiben. Wortschatzreich und über einige Passagen emotional sehr tiefgehend. Er verlangt ein konzentriertes Lesen ab, aber man wird hierdurch mit literarischem Genuss belohnt.Warum ich diesem Werk 5 Sterne geben habe:Hermann Hesse und seine Biographie berühren mich sehr. In „Unterm Rad“ verarbeitet er seine eigenen Kindheits- und Jugenderfahrungen. Mich brachten seine Worte tatsächlich zum Weinen, so bewegt war ich von seiner Sensibilität und so sehr wünschte ich mir, Hans Giebenrath (oder nun eben Hermann Hesse) beistehen zu können, ihn in seiner emotional bedürftigen Seite zu bestätigen und aus dem endlosschweren Leistungsdruck zu erlösen.Für wen empfehle ich das Buch?Pädagogik-Kritiker, im Speziellen solche, denen es wichtig ist, einem Kind eine individuelle Förderung zu geben, Träumern ihre Träume zu lassen, keinen Einheitsbrei zu kochen.Menschen, die sich für psychische Krankheiten interessieren. Hier werden etwa „Burnout/ Depression“ und „Suizidalität“ thematisiert.Hesse-Liebhaber, denn man erfährt einiges über seine eigene Kindheit und Jugend.Fazit:Wen jene oben genannten Themen (Pädagogik, psychische Krankheiten, Hermann Hesse) nicht interessieren, der wird wohl weniger emotionale Leseerlebnisse haben. Dennoch bleibt seine ästhetische Ausdrucksweise, die mir oft sehr imponierte.Für mich gilt: Bisher konnte mich noch kein Buch zum Weinen bringen, aber dieses schaffte es, meine Seele zu berühren. Wohl auch, weil ich im Lesen eigene vergangene Erfahrungen hochholen und sogar ein Stück weit verarbeiten konnte. 5 Sterne und ein Dank an diesen wunderbaren Autoren!

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  • Nur zwei Sterne weil ...

    Unterm Rad

    Gedankennomade

    11. April 2017 um 14:12

    ... dieser Roman zwar gut ist aber meiner Meinung nach weit unter einigen anderen von Hesses Werken rangiert.

    Warum?
    Darüber habe ich mir vor kurzem Gedanken gemacht:
    http://www.gedankennomade.net/5-romane-von-hermann-hesse/

  • Hermann Hesse: Unterm Rad

    Unterm Rad

    Julino

    "Und so wiederholt sich von Schule zu Schule das Schauspiel des Kampfes zwischen Gesetz und Geist, und immer wieder sehen wir Staat und Schule atemlos bemüht, die alljährlich auftauchenden paar tieferen und wertvolleren Geister an der Wurzel zu knicken. Und immer wieder sind es vor allem die von den Schulmeistern Gehaßten, die Oftbestraften, Entlaufenen, Davongejagten, die nachher den Schatz unseres Volkes bereichern. Manche aber ­­– und wer weiß wie viele? — verzehren sich in stillem Trotz und gehen unter." Hans Giebenrath ist ein kluges Köpfchen, er stellt sich gut an in der Schule und wird deshalb ausgewählt, sich für das durchaus begehrte Landexamen zu bewerben. Dort würde er eine ausgezeichnete Ausbildung erhalten und könnte eine hoch angesehene, geistliche Berufslaufbahn einschlagen. Vom Ehrgeiz gepackt, von seinem Vater, den Lehrern im Dorf und dem Pfarrer angetrieben und unterstützt, gibt Hans alles, um die Aufnahmeprüfung in Stuttgart zu bestehen. Neben seinem Streben vergisst er jedoch, seine kindliche Freiheit zu genießen. Freunde hat er schon lang nicht mehr, auch geht er kaum noch in die Natur, die Bücher und Extrastunden bei Lehrern und dem Pfarrer bestimmen seinen Alltag. Glücklich ist er mit dieser Situation nicht, aber er will nicht versagen. Er will es den Menschen, die eigentlich wissen sollten, was für Hans das Beste ist, recht machen. "Alle diese ihrer Pflicht beflissenen Lenker der Jugend, vom Ephorus bis auf den Papa Giebenrath, Professoren und Repetenten sahen in Hans ein Hindernis ihrer Wünsche, etwas Verstocktes und Träges, das man zwingen und mit Gewalt auf gute Wege zurückbringen müsse. Keiner […] sah hinter dem hilflosen Lächeln des schmalen Knabengesichts eine untergehende Seele leiden und im Ertrinken angstvoll und verzweifelnd um sich blicken." Ein unheimlicher Druck lastet auf dem jungen Menschen, als er merkt, dass er womöglich einige Aufgaben im Examen falsch beantwortet habe. Letztendlich wird Hans aber aufgenommen, die Erwachsenen sind stolz auf ihn. Im Internat selbst kann er zunächst seinen Ehrgeiz noch halten, doch nach und nach schleicht sich die Pubertät in seinen Kopf und Körper, bis er schließlich wegen mangelnder Leistungen die Lehranstalt verlassen muss. Zurück in der Heimat bleibt ihm nun nicht mehr viel. Seine Kindheit ist verstrichen, ohne dass er sie je ausgelebt hat, mit Erschrecken stellt Hans fest, dass er langsam erwachsen wird und doch fehlt ihm ein Stück seines Heranwachsens. Es wurde geraubt, von den Erwachsenen um ihn herum, die in ihm nur den Leistungsschüler sahen und ihn nun fallen lassen. "[…] eigentlich ging Hans sie nichts mehr an. Er war kein Gefäß mehr, in das man allerlei hineinstopfen konnte, kein Acker für vielerlei Samen mehr; es lohnte sich nicht mehr, Zeit und Sorgfalt an ihn zu wenden." Wie eine leere, ausgesaugte Seele trottet Hans fortan durch sein Heimatdorf. Einziger Lichtblick ist eine amouröse Anwandlung mit Emma: "Sie streckte ihm ihre Hand über den Zaun weg hin. Er nahm sie schüchtern und zärtlich und drückte sie ein wenig, da merkte er, daß sie nicht zurückgezogen wurde, faßte Mut und streichelte die warme Mädchenhand fein und vorsichtig." Doch auch diese verschwindet so schnell aus seinem Leben wie sie gekommen war und stürzt Hans nur noch tiefer in seine Depressionen. Hermann Hesse war 29 Jahre alt, als er 1906 Unterm Rad schrieb. Er selbst wurde in seiner Kindheit gezwungen, ein Landexamen abzulegen und den beruflichen Weg des Pfarrers einzuschlagen. Auch er wollte dies irgendwann nicht mehr, rebellierte, flüchtete sich wenig später in Suizidgedanken. Nach einem missglückten Selbstmordversuch wurde er schließlich in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Der spätere Literaturnobelpreisträger hat in erster Linie seine Eltern für diese misslungene Jugend verantwortlich gemacht und seine Geschichte schließlich in Unterm Radverarbeitet. Dieses Buch zeigt einerseits, wie konservativ und prestigesüchtig die Gesellschaft in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts noch war. Andererseits konnte ich auch einige Parallelen zu heutigen Erziehungsmethoden und zu unserem Schulsystem, jedenfalls so, wie ich es erlebt habe, erkennen. Leistungen in der Schule werden gesellschaftlich hoch angesetzt. Eine Note sagt allerdings rein gar nichts über einen Menschen aus. Immer wieder wurde uns von Lehrern und Eltern eingebläut, wie wichtig es sei, gut in der Schule zu sein. Im Nachhinein interessieren unsere Schulnoten doch nun wirklich niemanden mehr, weil, meiner Meinung nach, doch jeder seine oder ihre Nische in diesem Land finden kann. Beim Lesen machte es mich unendlich traurig, wie sehr die formal Mündigen einen jungen Menschen so zerstören können. Nicht umsonst gehören Hesses Werke zu den Klassikern der deutschen Literatur. Unterm Rad ist zeitlose Lektüre und so aktuell wie jeher. Menschen, die an der Erziehung eines Kindes beteiligt sind, sollten dieses Buch als Pflichtlektüre auf ihrem Nachtisch liegen haben.

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    • 2
  • Dämonen auf Papier gebannt?

    Unterm Rad

    NicolasDierks

    Ein früher Entwicklungsroman, den Hesse 1903/1904 mit 26 Jahren schrieb. Es war für Hesse eine turbulente Zeit, denn im Jahr zuvor war seine Mutter gestorben, er heiratete 1904 Maria Bernoulli und führte in dieser Phase erstmalig die Existenz eines freien Schriftstellers. Der Roman hat starke autobiographische Züge: So wie der junge Hans Giebenrath besuchte auch Hesse eine Lateinschule, bestand das Landexamen und war dann Seminarist am Klosterstift Maulbronn. So wie Giebenraths Freund im Klosterstift Hermann Heilner floh Hesse nach einigen Monaten und unternahm kurze Zeit später einen Selbstmordversuch. Seinem Protagonisten Giebenrath lässt Hesse diesen glücken. Das Buch weist schon einige der typischen Figuren und Stilmerkmale Hesses auf – allerdings ist es eine Spur blumiger geschrieben, die Sätze einen Grad vertrackter. Es ist einfühlsam und psychologisch tiefgehend – allerdings treibt Hesse hier den Text noch nicht ins ewigmenschlich-symbolische, wie er es später unter dem Einfluss von C. G. Jung tat (z. B. im Demian). Wer den Hesse des "Siddharta", des "Steppenwolf", des "Demian" und des "Glasperlenspiels" kennt und schätzt, der wird bei diesem Buch etwas überrascht sein. Es ist sprachlich weniger glatt und gleichzeitig voller persönlichem Schmerz und Enttäuschung, dazu mit einem bitteren Ausgang. Es ist ein (für eines von Hesse) trauriges Buch, doch eines, das gleichzeitig die Hoffnung ausspricht, es im Leben auch anders machen zu können, Fehler nicht wiederholen zu müssen. Vielleicht musste Hesse es sich selbst zur dauernden Warnung von der Seele schreiben - und so seine Dämonen auf Papier bannen.

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    • 4

    naddooch

    02. May 2016 um 19:43
  • Durschnittliches Buch!

    Unterm Rad

    Anne11997

    15. February 2016 um 15:16

    Cover: Das Cover passt sehr gut zum Inhalt der Geschichte. Man erkennt ein Schreibtisch mit einem Tintenglas und einer Feder. Der Hintergrund ist weiß und dadurch ist das ganze Bild sehr schlicht aufgebaut. Insgesamt ist das Cover sehr gut gelungen. Meine Meinung: Dieses Buch lese aktuell in der Schule, da mich ein paar gefragt haben ob ich wieder eine Rezi schreiben, meinte ich kann dies gerne tun. Die Handlung: Die Handlung war jetzt nicht gerade der Brüller, aber war schon sehr lebendig und es gabe Abwechslung. Richtung Ende des Buch war es dann doch sehr zählflüßig und langwierig. Zudem waren die Kapitel an sich sehr lange gehalten. Insgesamt ist die Geschichte sehr langanhalten und nicht wirklich spannend. Die Charaktere: Die Charaktere wurden sehr gut beschrieben und man konnte sich recht gut in Hans Gefühlswelt denken. Trotzem waren sie sehr stereotypisch und nicht immer lebendig. Es war eher sehr trostlos und nicht wirklich einfühlsam. Der Stil: Der Stil war auf jeden Fall nicht meine Art. Er war sehr altmodisch und für mich nicht gut zu lesen. Er war sehr zähflüssig und sehr schleppend. Mir hat er nicht gut gefallen. Das Ergebnis: Dieses Buch fand ich als Schullektüre nicht besonders, da der Stil altmodisch ist und sich die Geschichte sehr zieht. Man hätte ein paar "Flashbacks" auslassen könne und die Geschichte am Schluss nicht so lange weiterziehen. Insgesamt ist dieses Buch durchschnittlich.

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  • Unterm Rad

    Unterm Rad

    Angel10

    05. October 2015 um 08:47

    -  Adoleszenz
    - begabter Junge scheitert


  • Unterm Rad

    Unterm Rad

    Fabula

    02. August 2015 um 16:31

    Die Erwartungen an Hesse waren hoch, nachdem ich "der Steppenwolf" gelesen habe. Dennoch hat mich "Unterm Rad" auf keinste Weise enttäuscht. Thematik, Schreibstil & Sprache, wie auch die Geschichte selbst waren sehr ansprechend und zum Denken anregend. Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie viele hier so negativ über dieses Buch schreiben, denn für mich ist es durch und durch gelungen. Die Geschichte des armen, durch sein Umfeld so sehr in eine unpassende Rolle gezwungenen Hans Giebenrath ist sehr bewegend. Man verspürt Mitleid mit dem armen Jungen und wünscht ihm nichts mehr als, dass er die Jugend entsprechend erleben dürte. Trotz seiner Intelligenz scheitert er am Druck und den Erwartungen der Erwachsenen. Hätte man ihm doch nur seine Jugend gelassen... Auf jeden Fall bin ich begeistert von diesem Buch. Ich denke ich werde Hesse-Fan. :)

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  • Rezension zu "Unterm Rad" von Hermann Hesse

    Unterm Rad

    Luchsn

    Hermann Hesses "Unterm Rad" von 1906 beschreibt die kurze Phase in der Jugend des Schülers Hans Giebenrath, in der dieser große Entwicklungen in seiner Persönlickeit auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen macht. Er ist ein intelligentes Kind, das in einer baden-württembergischen Kleinstadt aufwächst, im Spannungsfeld zwischen Religiösität und Industrialisierung. Aufgrund seiner schulischen Leistungen und seiner Ambitionen soll er das Priesterseminar besuchen und dort eine höhere Bildung erhalten. Das Augenmerk der zu großen Teilen autobiografischen Erzählung liegt zum einen auf den Erziehungsmethoden der Eltern und Lehrer, die individuelle Bedürfnisse des Schülers vollkommen misachten und stattdessen dem Kind ein Leistungsdenken überstülpen, das seinem Selbstentfaltungswunsch immer mehr widerspricht. Zum anderen wird das Seelenleben des Hans Giebenrath und dessen Entwicklung an der Schwelle vom Kind zum selbstständig denkenden und eigene Pläne fassenden Jugendlichen ausgeleuchtet. Dazu kommt eine detailreiche Beschreibung der Verhältnisse im dörfischen/kleinstädtischen Süddeutschland zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Hesse verwendet in seinem kurzen Werk eine außerordentlich bild- und detailreiche Sprache, die viel Freude macht. Trotzdem wird die Erzählung nicht langatmig, da er in vier Stationen die Wandlung Giebenraths beschreibt ohne unwichtige Passagen einzufügen. Die Sprache ist natürlich die des frühen 20. Jahrhunderts, doch wer vielleicht die bekannten Abenteuergeschichten für Kinder aus dieser Zeit gelesen hat, der wird keine Verständnisschwierigkeiten haben und darüber hinaus mit weiteren Entdeckungen belohnt, wie beispielsweise der Gegensätzlichkeit der kindlich-unschuldigen Angelbeschreibung wie sie aus einem Abenteuerroman stammen könnte und den Schilderungen von Hans' depressiven Gedanken. Während die erwähnte bildhaft beschreibende Sprache vorherrscht, wählt Hesse an den Punkten der Erzählung, die den negativen Einfluss der Erwachsenen auf die Entwicklung des Kindes verdeutlichen, einen sehr ironischen, bitteren Erzählton, der an einigen Stellen deutlich sarkastisch ist und damit seinen Standpunkt eines selbstbestimmten Aufwachsens herausstellt. Im Ganzen bin ich sehr begeistert von diesem Werk. Insbesondere der schöne Sprachstil, die detailreichen Beschreibungen und die differenzierte Darstellung von Hans' Innenleben und Charakter sind sehr lesenswert. Auch wenn der Einfluss von Kirche und starren dörfischen Strukturen auf die Erziehung heutzutage wesentlich geringere Rollen spielen und die schulischen Erziehungsmethoden andere sind, hat das Werk doch auch heute noch Relevanz im Hinblick auf das zerbrechliche Selbstbewusstsein und die große Beeinflussbarkeit von Heranwachsenden sowie das immer wieder vorkommende Überstülpen eigener Ansichten seitens der Erwachsenen. Ich konnte mich hier wiederfinden.

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    • 2
  • Wer der Klügste ist, muss leiden

    Unterm Rad

    notthatkindofagirl

    22. June 2015 um 15:23

    Der Bub Hans Giebenrath ist in seinem Dorf der Klügste. Daher wird er auch vom einfachen Dorf verehrt und man will, dass etwas aus ihm wird. Der Musterknabe hat nur einen Vater, der sehr stolz auf ihn ist.Er besteht natürlich die Landesexame und darf an einem Seminar in Maulbronn teilnehmen. Hier lernt er anderen kluge Buben kennen und auch den Hermann Heilner, mit dem er eine Freundschaft eingeht. Doch als Hans nicht hinter ihm steht, ist dieser wütend und sie haben keinen Kontakt mehr. Ab hier geht es Hans immer schlechter. Auch nach dem Tod eines Schulkollegen sieht es mit dem klugen Bub schlecht aus. Nachdem er sich mit Heilner wieder versteht, geht es ihm wieder gut. Doch diese Freundschaft ist vielen ein Dorn im Auge. Denn Heilner ist ein schlechter Umgang für Hans, da er faul und frech ist. Daher vernachlässigt Hans auch die Schule. Er bekommt ein Nervenleiden. Er muss die Schule verlassen. In den Ferien geht es ihm auch nicht besser, da er Hermann vermisst. Auch das liebe Mädchen Emma, das er kennengelernt hatte, hat ihn verlassen. Ab hier beginnen seinen Selbstmordgedanken. Der gescheite Junge beginnt trotz Klugheit einen einfachen  Job, Mechaniker. Nach einer Trinktnacht ertrinkt er im Fluss.  Man merkt von Anfang an, dass Hans nicht glücklich ist. Er wird als besonders dargestellt, in den höchsten Tönen gelobt und am Ende ist er doch wieder alleine. Vor allem, als man ihm verbot, sich mit Heilner zu treffen, hat man Mitgefühl. Ich fand den Roman sehr bewegend und ich habe ihn gern gelesen.  Der Roman zeigt, egal wie klug man ist, wenn man sich nicht wohl fühlt, wird man nie glücklich sein. Denn Klugheit macht nicht glücklich!

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  • Rezension zu "Unterm Rad" von Hermann Hesse

    Unterm Rad

    HolgerKoeln

    24. June 2012 um 20:32

    Ist Rädern wirkich schlimmer als dieses Buch " Unterm Rad " ?

  • Rezension zu "Unterm Rad" von Hermann Hesse

    Unterm Rad

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. January 2012 um 19:13

    Inhalt: Ein Schulmeister hat lieber zehn notorische Esel als ein Genie in seiner Klasse, und genau betrachtet hat er ja recht, denn seine Aufgabe ist es nicht, extravagante Geister heranzubilden, sondern gute Lateiner, Rechner und Biedermänner. Wer aber mehr und Schwereres vom anderen leidet, der Lehrer vom Knaben oder umgekehrt, wer von beiden mehr Tyrann, mehr Quälgeist ist, und wer von beiden es ist, der dem anderen Teile seiner Seele und seines Lebens verdirbt und schändet, das kann man nicht untersuchen, ohne bitter zu werden. Meine Meinung: Das Cover ist selbst für einen Klassiker langweilig und einfallslos. Leider nicht so gut gelungen. Die Handlung des Buches ist auch nicht überzeugend. Wer die obige Inhaltsangabe nicht verstanden hat: Keine Panik, die versteht fast kein Mensch! Zusammenfassend geht es in dem Buch um das Leben des jungen Hans Giebenrath, der durch seine auffallende Intelligenz in frühen Jahren zu verschiedenen Schulprüfungen geschickt wird und immer mehr unter der Last des Leistungsdrucks zerbricht, bis er schließlich ganz unten endet. Eigentlich ja ein sehr gutes Thema, aber auch hier scheitert das ganze Buch meiner Meinung nach am Autor und dessen Schreibstil. Dieser ist nämlich grauenhaft. Selbst wenn man sich anstrengt um noch ein bisschen was von der Handlung mitzubekommen, fließt diese träge dahin, als wäre sie ein Fluss aus Stein. Auf vielen Seiten passiert wenig, obwohl das Buch sehr kurz ist. Nach einiger Zeit hat mich der Inhalt auch gar nicht mehr interessiert, man schaltet einfach ab. Ich finde sowas immer schade. Es gibt viele gute Bücher, die noch älter sind, wie Bücher von Jane Austen, Edgar Allan Poe und Alexandre Dumas, aber trotzdem nicht so langweilig, leer und trostlos geschrieben sind. Schade. Hauptcharakter Hans Giebenrath war für mich eine Person wie jede andere im Buch. Durch den schlechten Schreibstil bekommt man praktisch fast keine Gefühle von ihm übermittelt und kann sich somit auch nicht mit ihm anfreunden bzw. -feinden. Man kann sich schwer in ihn hineinversetzten, trotz dieses Themas, das heutzutage alle Schüler etwas angeht. Kurzschluss: „Unterm Rad“ ist eine große Enttäuschung für mich. Ich habe das Buch zwar nicht freiwillig gelesen, sondern als Deutschlektüre, jedoch habe ich doch einiges mehr von diesem Thema erwartet. Schlussendlich finde ich das gesamte Buch unnötig, da man es in einer einzigen Aussage zusammenfassen könnte: Leistungsdruck ist nicht gut. FAZIT: Leider nicht lesenswert. 1 von 5 ☺

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  • Rezension zu "Unterm Rad" von Hermann Hesse

    Unterm Rad

    Dubhe

    30. October 2011 um 18:00

    Mein erster und mein letzter Hesse. Ich verstehe nicht, warum ihn so viele Hochloben. All diese Dichter sind oft einfach nur veraltert. Und nur weil diese Dichter oft irgendwelche großen Köpfe mögen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch wirklich so gut sind. Denn jeder hat seine eigene Meinung. Ich mag ja auch nicht die gleichen Bücher wie eine Freundin von mir, aber das heißt noch lange nicht, dass die Bücher, die diese Freundin liest, schlecht sind. Einfach nur Geschmackssache. Und ich mag diesen alten Schreibstil und die alten Vorstellungen einfach nicht.

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