Hermann Parzinger Die Kinder des Prometheus

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Inhaltsangabe zu „Die Kinder des Prometheus“ von Hermann Parzinger

Hermann Parzinger, international renommierter Prähistoriker und Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, bietet erstmals ein weltgeschichtliches Panorama der Frühzeit - einen wahrhaft atemberaubenden Überblick von den Anfängen der Menschwerdung vor 5 Millionen Jahren bis zur Entstehung der frühen Hochkulturen vor wenigen Jahrtausenden. Hermann Parzinger verfolgt in diesem monumentalen, reich mit farbigen Abbildungen und Karten ausgestatteten Werk die Spuren des Menschen vom Australopithecus zum Homo sapiens. Er begleitet ihn auf seinem Weg durch alle Weltteile - von dessen Urheimat Afrika über Europa und Asien bis in die Inselwelt der Südsee und auf den amerikanischen Doppelkontinent. Stets nimmt er sich Zeit, die Einflüsse von Klima und Umwelt auf unsere Vorfahren zu erläutern und ihre bewundernswerten Anpassungsleistungen zu würdigen - der Eiszeitjäger in Europa wie der Reisbauern am Yangtse, der Bisonjäger in den Great Plains Nordamerikas wie der frühen Hirsebauern in der Sahelzone. Er beschreibt die Kunst der Höhlenmaler von Lascaux ebenso wie die Felsbilder der Aborigines oder die ersten Großskulpturen in den Anden. Aber er widmet sich auch den Anfängen von Eigentum und Herrschaft, von Totenkult und Jenseitsglauben in den verschiedenen Kulturräumen der Erde. So ist ein eindrucksvolles Buch entstanden, das angesichts des Entstehens und Vergehens zahlloser Menschheitskulturen helfen könnte, den modernen Menschen Demut zu lehren.

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  • Wissensvermittlung in hervorragender Form

    Die Kinder des Prometheus
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    04. December 2014 um 12:49

    Wissensvermittlung in hervorragender Form „Am Anfang war das Wort….sicher nicht die Schrift“. Kommunikation aber ist jene Möglichkeit, welche die Entwicklung des Menschen entscheidend in langsamer Entwicklung befördert hat. Der Neandertaler war es in diesem Zusammenhang, der sich als erstes zum einen Schritt für Schritt von der Natur emanzipierte und das „Jenseits“ entdeckte. Erste hüttenartige Behausung, der Schutz des Körpers durch Fellbekleidung und die Entwicklung von Werkzeugen steht für diese Emanzipation von der Natur, wie die fortgeschrittene innere Organisation des Neandertalers bei der Jagd samt damit einhergehender Spezialisierung auf einzelne Tierarten. Die Entwicklung von Bestattungsriten zeigt auf die fortschreitende Entwicklung „über die Nahrungsversorgung“ hinaus in Richtung eines „über sich hinaus denkenden“ Wesens. Im Gesamtkontext der Evolution des Gehirns und der kulturellen Folgen geht Parzinger in seinem umfassenden Werk in dieser und vielfach weiterer Weise der Entwicklung des Menschen vor der Erfindung der Schrift nach. Wie der „große Sprung zur kulturellen Modernität“ dem Homo sapiens gelang, die „Eroberung der Welt“, die Ausformung sozialer Strukturen, die Entfaltung kultureller Merkmale wie der Kunst (die „Eiszeitkunst“) und die Entfaltung der „Stadt“ aus dem „Lagerplatz“ heraus (in Vorderasien zunächst) sind dann die nächsten Etappen auf dem Weg in die Moderne, die einhergehen mit dem Umschwung von nomadischer auf die bäuerliche Lebensweise, die Entstehung erster Großsiedlung, denen Städte folgten (Mesepotamien). Ein Prozess, der „sesshaften Lebensweise“, der sich nach Europa hin importierte und für einen Kulturwandel zwischen „Alpen und Ostsee“ sorgte. Sei es das Niltal mit der altägyptischen Zivilisation, sei es die Kulturentwicklung in der Sahara oder das Leben in den Steppen und Waldgebieten Eurasiens, einen globalen Blick wirft Parzinger auf all jene „Brutstätten der Kultur“, die sich einerseits den konkreten Gegebenheiten folgend individuell ausformten, die andererseits aber im Lauf der Zeit jene wichtige „Schnittmenge“ an allen Orten beginnender menschlicher Kultur bereit stellte für die wesentlichen sozialen und kulturellen Entwicklungselemente. Prozesse, die Parzinger sachlich, wissenschaftlich, durchaus aber verständlich beschreibt. Und immer wieder es versteht, die Besonderheiten der jeweiligen Lage vor Augen zu führen, die zu ganz eigenen Entfaltungen je führt in Ozeanien, Nordamerika, Mittelamerika, Europa, Asien und Afrika. „Seit der Mensch existiert, zählt die Sicherung der Ernährung zu den entscheidenden Triebfedern jeglicher menschlicher – kultureller und biologischer – Entwicklung“. So ist es natürlich kein Zufall, dass die ersten Werkzeuge der Zerteilung von Fleisch dienten und „exakt in die Zeit des Übergangs vom Vegetarier zum Aasfresser fiel“. Das problemlösende, zielgerichtete Denken ist jene Kompetenz, die die Menschheit früh entfaltete und die deren Überleben und den Gang an die „Spitze der Nahrungskette“ initiierte. Schritte, die eine „verbesserte Qualität im Planungsvermögen“ voraussetzten und damit die Evolution des Gehirns wesentlich mit anstießen. Fortschritt und Weiterentwicklung des Gehirns gehen somit Hand in Hand und schlagen sich auch in der Kunst erkennbar nieder, wie Parzinger ausführlich darlegt. Hier verortet Parzinger die entscheidenden Entwicklungsschritte zur „Menschwerdung“, in der sich entfaltenden Möglichkeit zu phantasievollen Innovationen, deren Entwicklung über die Zeiten hinweg er im Buch detailliert nachvollzieht. Kein Buch, weder in der Form noch im Inhalt, für nebenbei, aber eine Lektüre von hohem Informationsgewinn und fundierter Darstellung über die Nutzung des Geistes durch die Menschheit, den Erhalt und die Weiterentwicklung ihrer Existenz überaus erfolgreich zu sichern. Und damit auch ein verhalten optimistischer Blick in die Zukunft aus der tiefsten Vergangenheit heraus.

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