Hermann Stiehl

 3,9 Sterne bei 742 Bewertungen

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Cover des Buches Was vom Tage übrig blieb (ISBN: 9783896677037)
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Rezension zu "Was vom Tage übrig blieb" von Kazuo Ishiguro

William_Stuhlwei_enburg
Gelungen

Ein sehr gelungenes Buch. Die Ausdrucksweise des Butlers bzw. Schreibweise, wahr anfangs für mich sehr irritierend und unangenehm zu lesen, doch mit dem Laufe der Geschichte, gewann sie immer mehr meinen Gefallen.

Der Autor hat viel Arbeit reingesteckt Mr. Stevens (Die Hauptfigur) als schon fast Roboter ähnliche Figur darzustellen. Ein durchaus schlauer und tief reflektierender Butler, der seine Menschlichkeit und Gefühle unter sein Pflichtbewusstsein stellt und so in kleinen aber nicht unbedeutsamen Konfrontationen das Offensichtliche übersieht, brachte mich als Leser oft zum nachdenken.

(Spoiler)Eine erst langsame und persönliche Erzählung verlief sich mit der Zeit langsam und nachhaltig in eine Liebesgeschichte, die wir Leser , vor dem Butler erkennen sollen. Mir zeigt dieses Buch, wie ein Was-hätte-sein-können Gedanke uns vergiftet und wir weder das unbekannte Neue noch die Gegenwart meiden sollten.

Auf jeden fall eine Leseempfehlung.

Cover des Buches Was vom Tage übrig blieb (ISBN: 9783896677037)
Leseratte_09s avatar

Rezension zu "Was vom Tage übrig blieb" von Kazuo Ishiguro

Leseratte_09
Aus dem Leben eines Butlers

Kazuo Ishiguro, Literaturnobelpreisträger, schafft – so das Nobelpreiskommittee – Romane von starker emotionaler Kraft. Sein dritter Roman ist „Was vom Tage übrig blieb“ und ist vielleicht das bekannteste seiner Werke. Der Roman wurde mit dem Booker Prize(1989)  ausgezeichnet und 1993 mit Anthony Hopkins und Emma Thompson in den Hauptrollen verfilmt.

Ishiguro erzählt die Geschichte von Stevens, Butler in Darlington Hall und dies mit Leib und Seele – ohne die herrschenden Strukturen zu hinterfragen oder merkwürdige Verhaltensweisen seiner Lordschaft sowie Vorgänge im Herrenhaus in Frage zu stellen. Private Gefühle und Wünsche verdrängt er, so dass er über Jahrzehnte in seiner eigenen Welt lebt und gar nicht merkt – oder sich eingestehen möchte – dass er sich verliebt. Jahre später, auf einer Autofahrt über Land, überdenkt er sein Leben, beginnt zu hinterfragen, die verpassten Chancen zu erkennen und sich auch über den schwindenden Einfluss des britischen Empire, den faschistischen Tendenzen vor dem 2. Weltkrieg seine Gedanken zu machen. War sein Idealismus, mit dem er sich seinem Leben als Butler gewidmet hat, wirklich so ultimativ richtig, wie er es gelernt und immer gedacht hat?

Die leise, fast zarte und doch kraftvolle Erzählweise von Ishiguro hat mich berührt. Szenen voll Situationskomik wechseln sich mit ironischen, fast satirischen Betrachtungen ab und werden immer wieder von tragischen, hochemotionalen Passagen abgelöst. Es ist ein Buch, welches zum Nachdenken anregt über die eigenen verpassten Chancen und darüber, was im eigenen Leben wirklich wichtig ist und wo Idealismus einen durchs Leben tragen kann und sollte.

Für mich ein großartiger Gesellschaftsroman und in jedem Fall ein moderner Klassiker, den es lohnt zu lesen.

Cover des Buches Was vom Tage übrig blieb (ISBN: 9783896677037)
P

Rezension zu "Was vom Tage übrig blieb" von Kazuo Ishiguro

Primrose24
Ein Butler auf Reisen

Stevens dient seit Jahrzehnten als Butler in Darlington Hall. Unter Lord Darlington hat Stevens schon die größten Persönlichkeiten empfangen, stets einen tadellosen Haushalt geführt und auch die Geheimnisse seiner Herrschaft gehütet. Nach so vielen Jahren des Dienstes begibt er sich das erste Mal auf eine Reise in die Welt außerhalb seines Zuhauses, um eine alte Freundin zu besuchen und ein neues Großbritannien zu erkunden. Dabei überdenkt er die Entscheidungen, die ihn auf seinen Weg geführt haben und die Entbehrungen, die er aufgrund seines Gehorsam in Kauf genommen hat. 

Stevens Persönlichkeit ist so, wie man sich einen typischen englischen Butler vorstellt. Immer höflich und zuvorkommend. Er stellt seine eigenen Bedürfnisse und Ansichten zurück, um seiner Herrschaft zu Diensten zu sein, hält sich dabei jedoch immer im Hintergrund. Auch sein Umgang mit Miss Kenton ist von dieser Zurückhaltung geprägt. Seine Anstellung und seine Herrschaft stehen über allem, sodass er sich selbst vieles versagt insbesondere tiefere Beziehungen. Erst die Reise mit dem Auto durch Großbritannien bietet ihm Gelegenheit seine Handlungen in der Vergangenheit zu überdenken und auch die Chancen, die ihm dadurch entgangen sind. Trotz der eher nüchternen Erzählung hat mich die Geschichte von Stevens sehr berühren konnte. Vor allem das Treffen mit Miss Kenton am Ende empfand ich als sehr emotional. Auch wenn die Geschichten nicht voller spannender Wendungen ist und ich einige Passagen sogar etwas langweilig nennen muss, konnte mich der Roman trotzdem gut unterhalten. 

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