Herr Ober

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Herr Ober"Die Rechnung, bitte!"
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"Die Rechnung, bitte!"
"Die Rechnung, bitte!"
 (8)
Erschienen am 08.07.2010

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Rezension zu ""Die Rechnung, bitte!"" von Herr Ober

Rezension zu ""Die Rechnung, bitte!"" von Herr Ober
goatvor 8 Jahren

Der Verlag selber ordnet dieses Buch in das Genre Biografien ein. Ich persönlich sehe das etwas anders: Es würde sich um eine Autobiografie handeln, wenn Herr Ober über sein Leben von der Geburt bis jetzt geschrieben hätte. In diesem Buch geht es aber einzig um einen Abschnitt aus seinem Arbeitsleben, den er beschreibt.

Wer das Buch gelesen hat, wird wissen, warum sich Herr Ober nicht namentlich zu erkennen gibt. Einige pikante Details dürften ihm wohl Probleme bereiten, sollte öffentlich werden, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt. Ich habe mir das Buch aufgrund des Klappentextes gekauft, in der Hoffnung, etwas über die Erlebnisse mit den restlichen 20 Prozent seiner Kunden lesen zu können. Ein paar Beispiele waren auch aufgeführt. Einige waren ganz lustig, andere wiederum haben mich traurig den Kopf schütteln lassen. Größtenteils jedoch handelt das Buch eher von der Hierarchie der Angestellten untereinander und wer wen um sein Trinkgeld bringt. Dabei wird immer wieder betont, dass ein Kellner in Amerika von seinem Gehalt allein nicht leben kann. Er ist auf die Trinkgelder angewiesen. Es hätte gereicht, das einmal zu lesen und nicht immer und immer wieder.

Cholerische Chefs, Streit um die besten Schichten und ständige Ermahnungen an den Leser, wie sich ein anständiger Gast zu verhalten hat, bestimmen den größten Teil des Buches. Sogar im Anhang findet der Leser eine Liste mit 40 Tipps, wie man ein guter Gast wird. Und nicht zu vergessen: DAS TRINKGELD!!!!
Unter Tipp 35 (wie auch in mehreren Stellen im Buch): Geben Sie mindestens zwischen 15 und 20 Prozent Trinkgeld. Wenn Sie einen Lieblingskellner haben, geben Sie mindestens 20 Prozent oder sogar 25.
Oder Tipp 36: Zahlen Sie einen Teil Ihrer Rechnung mit einem Geschenkgutschein, dann achten Sie darauf, dass Sie auf die gesamte Summe der Rechnung Trinkgeld geben - nicht auf den Betrag, der übrig bleibt, wenn der Geschenkgutschein eingelöst ist.

Es klingt jetzt zwar wie ein Verriss, soll aber keiner sein. Ich möchte eigentlich damit nur zum Ausdruck bringen, dass Klappentexte leider viel zu oft falsche Erwartungen wecken. In diesem Fall hätte ich mir aufgrund des Klappentextes einfach nur mehr über die Erfahrungen im Umgang mit den Kunden gewünscht. Ich hätte mir mehr zum Schmunzeln gewünscht.

Aber ich gebe zu, das Buch hatte auch so seinen Reiz. Es ist schon interessant zu lesen, wie der Alltag eines Kellners aussieht und mit was für Problemen er zu kämpfen hat. Die Rache der Kellner bei unbeliebten Gästen allerdings, dürfte nicht bei jedem Leser gut ankommen. Obwohl wir uns nichts vormachen sollten - damit rechnen sollte man in jedem Restaurant. Also besser überlegen, bevor man sich mit einem Kellner anlegt, denn in die Küche kann man meistens nicht schauen ...

Herr Ober, der seine Erlebnisse zuerst in einem Blog veröffentlicht hat, war schreibtechnisch so überzeugend, dass seine regelmäßige Leserschaft ihn ermutigt hat, dieses Buch zu schreiben. Und auch wenn ich in diesem Fall mehr kritisiert als gelobt habe, so bekommt das Buch trotzdem eine Empfehlung von mir, denn ich wurde doch gut unterhalten und nur weil meine Erwartungen nicht erfüllt wurden, heißt das noch lange nicht, dass das Buch schlecht ist.

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Lonices avatar

Rezension zu ""Die Rechnung, bitte!"" von Herr Ober

Rezension zu ""Die Rechnung, bitte!"" von Herr Ober
Lonicevor 8 Jahren

Herr Ober möchte nicht erkannt werden. Warum? Nun, er erzählt schonungslos von seinem Leben als Kellner in New York. Und dabei kommen seine Arbeitgeber selten gut weg. Genauso wie seine Gäste. Herr Ober ist zynisch, sarkastisch und hat resigniert.
Einst mit hochfliegenden Plänen ausgestattet, die allesamt schief gingen, blieb ihm nur noch der Job als Kellner, um sich über Wasser zu halten.
Im Gegensatz zu Kellnern in Deutschland sind diese dort nicht angestellt und erhalten kein festes Gehalt, sondern sind tatsächlich auf das Trinkgeld ihrer Kunden angewiesen. Die meisten werden nicht einmal über ihren Arbeitgeber krankenversichert. Hierzulande kann sich niemand so recht vorstellen, was für ein hartes Leben das tatsächlich sein muss.

Trinkgelder in den USA sind im allgemeinen großzügiger als hierzulande, aber reichen sie auch zum Leben? Gerade in einer teuren Stadt wie New York? Oftmals nicht. Besonders dann nicht, wenn man den ganzen Abend vollkommen unter Adrinalin sich um einen Gast kümmern muss, der 1000 Sonderwünsche hat. Und dann mit 50 Dollar abgespeißt wird.

Herr Ober erzählt aus seinem Leben. Leider wiederholen sich die Geschichten recht häufig und der Stil konnte mich nicht wirklich fesseln. Es war ein durchaus interessanter Blick in den Mikrokosmos "Restaurant" in den USA, aber nichts, was ich wiederholen müsste. Ich hatte mir mehr Augenzwinkern erhofft. Leider war das in diesem Buch so gar nicht zu finden.

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Zhunamis avatar

Rezension zu ""Die Rechnung, bitte!"" von Herr Ober

Rezension zu ""Die Rechnung, bitte!"" von Herr Ober
Zhunamivor 8 Jahren

Dieses Buch habe ich dank RoseF und ihrem Gewinnspiel bekommen. Wahrscheinlich hätte ich es normalerweise nie gekauft, weil es mich ja nur geringfügig betrifft (kellnere ja eher seltener). Ich bin aber froh, dass ich die Möglichkeit hatte, es mal zu lesen, denn es ist wirklich ein sehr kurzweiliges und amüsantes Buch, das einem interessante Einblicke hinter die Kulissen der Gastronomie gewährt. Wunderbar zu lesen, besonders wenn man sich in vielen Situationen (nörgelnde, unfreundliche Gäste etc.) wiedererkennt und dem Autor wirklich nur zustimmen kann. Die einzelnen Kapitel sind schlüssig und sinnvoll gegliedert und gewähren eine gute Übersicht über das ganze Geschehen. Auch das Ende finde ich sehr stimmig beschrieben, und als Sahnehäubchen kommt dann am Ende nochmal ein schöner Anhang, über den man wunderbar schmunzeln kann. Sicherlich kann man bei der Thematik "Kellner - Erfahrungsbericht" kein literarisches Meisterwerk erwarten, aber das muss man ja auch nicht. Das Buch ist gut gelungen, und damit hat sich's. 4 Sterne von mir.

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