Herrad Schenk Am Ende

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Inhaltsangabe zu „Am Ende“ von Herrad Schenk

Ein zeitloser Roman über das Alter»Wenn ich alt, krank und traurig bin, werde ich mich vielleicht an dieses Buch erinnern und es wird mich trösten. Es tröstet mich schon jetzt. Es ist ein wunderbares Buch.« Elke HeidenreichEllis Leben geht zu Ende. Zusammen mit Paul, ihrem durch einen Schlaganfall gelähmten und stummen Mann, hat sie Haus und Garten gegen eine »altersgerechte« Wohnung eintauschen müssen, das Essen wird gebracht, ab und an kommt die Putzfrau. Die pragmatische Fürsorge verspricht Erleichterung. Doch für Elli bedeutet sie den schleichenden Verlust ihrer Würde und des Glaubens an sich selbst.Herrad Schenks Roman beschreibt das Älter- und Altwerden, schildert eine Erfahrung, die wir alle direkt oder indirekt teilen, und porträtiert eine Frau, die nicht aufgibt, die gegen den Verlust von Selbstbestimmung und für ihre Eigenständigkeit kämpft.Mit großem Einfühlungsvermögen dringt Herrad Schenk in die innere terra incognita des alten Menschen vor.

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  • Ein Weg ins Verschwinden

    Am Ende
    dicketilla

    dicketilla

    02. March 2014 um 18:54

    Elli leidet sehr unter den Verlust ihres Hauses, und der Gemeinsamkeit mit ihrem Mann Paul. Paul, der durch einen Schlaganfall in seinen Bewegungen gehemmt, und nur noch undeutliche Laute von sich gibt. Er einst der gefeierte Journalist , selbst eine Zeitung heraus gebracht hatte. Ihre vielen gemeinsamen Stunden, in denen sie sich gegenseitig vorlasen, sie die Bibliothekarin, mit ihrer großen Liebe zu den Büchern, oft mit ihm streitend. Erst spät hatten sie zueinander gefunden, er der Spätheimkehrer, sich ihretwegen von seiner Familie trennte. Eine große, wunderbare Liebe sie verbindet, sie brauchten nicht viel, waren sich einander genug. Doch da ist Ines, die Tochter von Paul, die sie zwang das Haus zu verlassen. Ständig misstrauisch ihr gegenüber ist, ihr Vorhaltungen über den Zustand der Wohnung macht. Einzige Freude sind die Pflanzen, die sie zieht, und sich über ihr Gedeihen erfreut. An einigen Tagen hat sie Hilfe bei Pauls Pflege, und Essen auf Räder war mal eine gute Idee von Ines. Aber sie kämpft um ihre Eigenständigkeit, und um das Recht für Paul da sein zu können. Das Leben ist nicht mehr leicht. Was früher leicht von der Hand ging, fällt jetzt etwas schwerer. Und dennoch will sich Elli nicht reinreden lassen. Merkt nicht, wie die Wohnung so langsam verwahrlost, und ihre Gedanken oft abweichen. Da wird der kochende Wasserkessel schon mal vergessen. Ihre Gedanken schweifen in die Vergangenheit, und man erfährt wie ungeliebt sie einst von der eigenen Mutter, ständig unter deren Vorwürfe lebte. Und dann ist da noch der unendliche Schmerz, den Paul und sie ertragen mussten. Es ist ein Buch, dass unter die Haut geht. Oft war ich den Tränen so nah, wollte Elli nur in den Arm nehmen. Man denkt an die eigenen Eltern, die schon erste Anzeichen der Schwäche zeigen. Und man wird vielleicht durch das Buch geduldiger, behutsamer ihnen gegenüber. Herrad Schenk hat dieses Verschwinden, dass uns im Alter überfällt, mit einer Genauigkeit beschrieben, die dieses Buch zu etwas besonderem macht. Und wir werden besser verstehen, und vielleicht unsere Ungeduld zügeln zu wissen. “ Das wirklich Traurige am Älterwerden ist, dass nur noch wir selber wissen, wer wir waren und sind, und alle anderen um uns her es allmählich vergessen. Vielleicht vergessen wir selbst es irgendwann auch ?” ( S. 25 ) 

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  • Rezension zu "Am Ende" von Herrad Schenk

    Am Ende
    Petruscha

    Petruscha

    30. March 2009 um 12:37

    Herrad Schenk beschreibt zugänglich und einfühlsam was Älter werden bedeuten kann. Die Protagonistin Elli ist körperlich noch recht fit, aber wird geistig immer verwirrter. Pauls Geist hingegen ist gefangen ist einem starren Körper. Aber beide wollen nur zusammen sein. Bloß nicht ins Krankenhaus oder in ein Heim. So wunderlich es erscheinen mag, wenn Alte im Nachthemd vor die Tür gehen, so nachvollziehbar schildert Schenk die Beweggründe. Es fällt Elli schwer einzusehen, dass sie viele Dinge nicht mehr hin bekommt und auch die Gewichtung der Alltagsarbeiten wie Putzen und Kochen sich sehr verschoben haben. Sie empfindet angebotene Hilfe als Bevormundung oder soziale Kontrolle. Schließlich erinnert sie sich noch daran, wie es war als Paul und sie noch Leute waren, die um Rat und Hilfe gefragt wurden. Eine schöne, aber traurige Geschichte übers Alt werden. Geschrieben ohne Schnörkel und Pathos.

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