Herta Müller , Klaus Sander Die Nacht ist aus Tinte gemacht

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Inhaltsangabe zu „Die Nacht ist aus Tinte gemacht“ von Herta Müller

In "Die Nacht ist aus Tinte gemacht" erzählt die Berliner Schriftstellerin Herta Müller ihre Kindheit im rumänischen Banat. Aus dem Gespräch heraus, ohne Manuskriptvorlage, erzeugt ihre behutsam sich vorantastende Stimme eine dichte, spannungsreiche Atmosphäre, in der vor dem Ohr des Hörers eine Welt zum Leben erweckt wird, die nur noch in der Erinnerung existiert.Das Leben der Banater Schwaben in Nitzkydorf ist geprägt von bäuerlichen Bräuchen und harter Arbeit. Die Abgeschlossenheit dieses kleinen Kosmos bekommt durch den Schulbesuch erste Risse: Im ständigen Wechsel zwischen Dialekt, Hochdeutsch und Rumänisch entdeckt das Kind, dass die Sprachen ganz unterschiedliche Augen haben, mit denen je andere Dinge wahrgenommen werden können. Durch die Risse wird aber auch die Gewalt deutlicher erkennbar, die in den Körpern sitzt, derer sich die politischen Regime brutal ermächtigen. Für die 1953 Geborene sind die Folgen von Krieg, Deportation der Mutter in ein stalinistisches Straflager, Alkoholismus des Vaters und Enteignung der Familie alltäglich spürbar. So beschreibt Herta Müller ihre Kindheitsängste im Rückblick - als sie auf die Nachstellungen und Drangsalierungen durch den gefürchteten Geheimdienst Securitate zu sprechen kommt als Einübung in die spätere "Angst aus politischen Gründen". Angst, die in der Diktatur Ceausescus bewusst zum Machterhalt eingesetzt wurde.

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  • Rezension zu "Die Nacht ist aus Tinte gemacht" von Herta Müller

    Die Nacht ist aus Tinte gemacht
    Thaila

    Thaila

    24. November 2010 um 14:22

    In Die Nacht ist aus Tinte gemacht erzählt Herta Müller von ihrer Kindheit im rumänischen Banat. Müller wuchs in einem winzigen Dorf als Kind deutschstämmiger Bauern auf. Sie erzählt ihr Leben in kurzen Episoden unsentimental und mit vielen orgininellen Bildern und Beobachtungen. Ihre Kindheit ist von Gewalt geprägt, körperliche Gewalt ist an der Tagesordnung, aber auch der katholische Glaube mit der Konzentration auf Sündhaftigkeit wird als Gewalterfahrungen beschrieben. Das Leben der bäuerlichen Kinder bestand vor allem aus Arbeit, gespielt wurde selten, wie Müller bemerkt. Angst gehört zu den häufigen Erfahrungen des Kindes Herta Müller, sie hatte Angst vor dem Tod aber auch die Natur erscheint ihr bedrohlich. Sie zieht daraus, den erstaunlichen Schluss, dass ihre kindliche Ängstlichkeit sie perfekt auf den psychischen Terror des sozialistischen Regimes vorbereitet hat. Lange bevor rumänische Geheimdienstler sie bedrohten, kennt sie die Angst. Herta Müller lässt eine Welt wieder auferstehen, die es nicht mehr gibt. Athmosphärisch dicht beschriebt sie das Leben der Barnater Schwaben, eine der deutschen Minderheiten in Rumänien. Müller liest ihre Geschichten nicht vor, sondern erzählt sie. Das gibt diesem Hörbuch eine besondere Intimität. Den manchmal sehr klagenden, schleppenden Tonfall ihrer Stimme nimmt man dafür gerne in Kauf. Für mich war dieses Hörbuch der perfekte Anreiz mich intensiver mit dem Werk von Herta Müller zu beschäftigen.

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