Dass "Die Germanen" von Herwig Wolfram mir so gut gefallen hat, besitzt vermutlich einen zeitlich bedingten Grund. Nicht alle Werke aus der C.H. Beck Wissen Reihe sind für mich ein Match - Wolframs "Germanen" dafür aber umso mehr. Das mag insbesondere darin begründet liegen, dass der Autor das Buch verfasste als ich mich selbst im sozial- und geisteswissenschaftlichen Studium befand und mir insofern Tonalität, Struktur und Wissenschaftszugang intuitiv einleuchtend waren. Zudem muss betont werden, dass Wolfram gut die Balance versteht, zwischen instrumentalisierten Mythen um die Germanen aufzuräumen, ohne zugleich die moralische Oberkeule zu schwingen.
Zum Inhalt: Dieses Buch entführt den Leser auf eine kleine Reise in die Welt der Germanen. Herwig Wolfram erläutert darin deren Herkunft und Mythen, Leben und Wirken, er beschreibt ihre Stämme und porträtiert auch die Zeit der "Völkerwanderung". Was man über die Geschichte der Germanen wissen sollte - hier ist es einprägsam zusammengefasst.
Was für mich ein Pluspunkt bei der Lektüre der Germanen gewesen sein mag, nämlich dass es weitgehend der paradigmatischen Art und Weise meines eigener Studienzeit entsprach, mögen andere kritischer beurteilen. Dennoch habe ich den Eindruck, dass, obwohl etwas in die Jahre gekommen, die von Wolfram präsentierten Forschungsergebnisse auch heute noch weitgehend Bestand haben. So kann ich dieses kleine Bändchen jedem empfehlen, der sich an die große, weite Welt der Germanen herantasten möchte. Eindeutige Leseempfehlung.











