Herwig Wolfram Die Goten und ihre Geschichte

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Inhaltsangabe zu „Die Goten und ihre Geschichte“ von Herwig Wolfram

<p>Nicht allein dank August Graf von Platen (1796–1835), der den Tod des Königs Alarich (410 n.&#160;Chr.) in seiner Ballade über Das Grab im Busento besungen hat, übt das mythen- und geheimnisumwitterte, aber auch geschichtsmächtige Volk der Goten seine Faszination auf uns aus. Die Goten und ihre Geschichte verdienen aus vielerlei Gründen unser Interesse – sind sie es doch nicht zuletzt, unter deren Bewegungen in der Völkerwanderungszeit das römische Westreich zu wanken beginnt, ehe es 476 n.&#160;Chr. zusammenbricht und damit eine ganze Ära zu Ende geht. Aber die Goten stehen nicht als Synonym für Verwüstung und Untergang; sie selbst bringen Reiche hervor, deren letztes erst im 8.&#160;Jahrhundert n.&#160;Chr. erlischt, und sie bringen Persönlichkeiten wie Wulfila, Theoderich und Totila hervor, deren Wirken von einem weitreichenden politischen und religiösen Gestaltungswillen geprägt ist. In dem vorliegenden Band wird die Geschichte dieses Volkes ebenso knapp und informativ wie anschaulich und anregend erzählt.</p>

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  • Rezension zu "Die Goten und ihre Geschichte" von Herwig Wolfram

    Die Goten und ihre Geschichte
    Sokrates

    Sokrates

    19. November 2011 um 11:46

    Herwig Wolfram - der Verfasser - schreibt gleich zu Beginn, dass es ihm nicht leicht gefallen wäre, über ein Thema kurz und bündig schreiben zu müssen, für das er sonst eine über 600 Seiten starke Monographie geschrieben hätte. - Es gelingt ihm trotz dieser Bedenken doch sehr gut. Thema dieses Beck'sche Wissen's-Band sind die Goten, die im Zuge der Völkerwanderung (Ethnogenese) aus dem Osten Europas aufbrechen, sich später in Ost- und Westgoten teilen und schließlich zum Teil auf dem Gebiet es ehemaligen Römischen Reiches neue Teilreiche eigener Herrschaftsstruktur bilden. Bis nach Nordafrika schaffen sie es schließlich; Westrom fällt 476 durch ihren Einfall in die Stadt. - Die Goten haben somit einen massiven Einfluss in der Spätantike und werden auch für das sich bald formierende frühmittelalterliche Staatsgefüge von tragender Funktion. Herwig Wolfram will zumindest zu allen wesentlichen Punkten etwas sagen: das sieht man an seiner Kapitelwahl. So findet sich im Buch zunächst ein eigener Punkt über die ethnische und geographische Herkunft der Goten; danach geht er ausführlich auf die sich im 3. und 4. Jh. bildenden Gotenreiche in Europa ein. Im Weiteren sind das Tolosanische Reich, Theodoerich der Große mit den schließlich eintretenden Untergang des italischen Gotenreiches sowie der Untergang der Gotenherrschaft in Spanien durch den Einfall der Mauren. Man sieht, er versucht wenigstens politisch-geographisch einen Rund-um-Schlag zu schaffen, die kulturgeschichtlichen Aspekte treten hier leider etwas in den Hintergrund. Wer zur gotischen Kultur Informationen sucht, wird in den kleinen Buch daher wenig finden und sei lieber auf andere Bücher verwiesen, als auf diese Einführungsliteratur. Insgesamt - berücksichtigt man den Charakter als "Einführung" - wird man für einen groben Überblick mit diesem Buch bestens zufrieden sein; für alle weiter darüberhinaus Interessierten sei auf die im Anhang aufgeführte Fachliteratur verwiesen.

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  • Rezension zu "Die Goten und ihre Geschichte" von Herwig Wolfram

    Die Goten und ihre Geschichte
    Scarecrow

    Scarecrow

    14. March 2007 um 19:29

    Aufstieg und Untergang auf knapp 130 Seiten Das Buch "Die Goten und ihre Geschichte" von Herwig Wolfram folgt dem Konzept der C.H. Beck Wissen-Reihe: das Buch ist kein Populärwissenschaftliches Werk, sondern stellt ein stark komprimiertes Mini-Fachbuch, geschrieben von einem Experten auf dem jeweiligen Gebiet dar. In diesem Fall ist das Herwig Wolfram, emeritierter Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Wien und Verfasser des Standardwerkes zur Geschichte der Goten, schlicht "Die Goten" betitelt. Für alle, die weder Zeit noch Geld haben, sich jenes Werk zuzulegen, interessierte Laien oder jene, die "nur" einen Überblick über die gotische Geschichte gewinnen wollen, ist das von mir hier vorgestellte Buch die erste Adresse. Wolfram beginnt sein Werk mit einer Einleitung unter dem Titel "Gotisches in aller Welt", in der er über die Rezeption des "Gotischen" bis heute berichtet, die von Verurteilung und Herabwertung bis zu Verherrlichung und Verklärung reicht. Im ersten "echten" Kapitel "Herkunft und Herkunftsgeschichte versucht Wolfram dann, eben diese zu beleuchten. Zunächst einmal ist Quellenkritik angesagt: der Leser wird mit der Hauptquelle für die gotische Frühgeschichte, der "Getica" des Cassiodor/Jordanes, bekannt gemacht, die Frage des tatsächlichen Nutzens dieses Textes wird diskutiert; einige der darin enthaltenen Passagen, wie eine gotische Herkunft Alexanders des Großen oder die Identifizierung der Goten mit den mythischen Amazonen, die kurzerhand eine Geschlechtsumwandlung erhalten, aber auch weniger spektakuläre Dinge wie die skandinavische Herkunft der Goten, sind einfach nicht oder nicht mehr haltbar. Im folgenden versucht der Autor dann, dieBedeutung des Gotennamens (der Name leitet sich von einem Wort ab, das soviel wie "Ausgießer" bedeutet und zweierlei meinen könnte: entweder ein Volk, das an einer Flussmündung, also einem "Ausgießer" ins Meer lebt, oder aber ein Volk von "Ausgießern", im Sinne von "Samenergießern", oder - auf die Spitze getrieben - "Hengsten") sowie die Herkunft des Gotenvolkes zu klären. Einen Vorgänger sieht er in den germanischen Gutonen, die ihre Heimat an der Ostsee verließen und im Schwarzmeergebiet mit Sarmaten und anderen Volksgruppen ein neues Volk, nämlich die Goten, bildete. Zuletzt geht es noch um das Thema der (konstruierten) skandinavischen Herkunft der Goten - warum verlegten die Goten, und später in ihrer Nachahmung andere Völker, ihre Herkunft nach Skandinavien? Wolfram versucht dieses Problem zu lösen, indem er eine skandinavische Herkunft zumindest für die amalische Königssippe annimmt. Im nächsten Kapitel geht es dann um den ersten Kontakt von Römern und Goten: "Die Goten und das Reich im 3. und 4. Jahrhundert". Neben der reinen Politikgeschichte, die von anfänglichen Plünderungen und Angriffen auf das Römische Reich und dem Tod des Soldatenkaisers Decius über die Stabilisierung der Lage unter Claudius II. Gothicus bis zum Einbruch durch den Hunnensturm bedrohter terwingischer Goten ins Reich, deren Ansiedlung als Föderaten und zur Plünderung Roms reicht, werden auch andere Themen angerissen. So beschäftigt sich der Autor beispielsweise mit den Namen der beiden Gotenvölker, die nun im entstehen begriffen waren, aber auch mit deren Gesellschaft, Verfassung und Religion. Der Leser wird ebenfalls von den Anfängen des gotischen Christentums im Zusammenhang mit ihrem Bischof Wulfila (der die Bibel ins Gotische übersetzte) unterrichtet und hört zudem von Saba, einer gotischen Märtyrerin. Die folgenden vier Kapitel widmen sich dann abwechselnd den neuentstandenen Reichen der West- und Ostgoten. Die Westgotische Geschichte wird hierbei in die Tolosianische (von König Athaulf bis zur Niederlage gegen die Franken 507) und die Spanische Phase (bis zur muslimischen Eroberung Spaniens durch die Berber 711-725) eingeteilt; bei der Geschichte der Ostgoten setzt Wolfram eine Zäsur nach dem Tod Theoderichs des Großen, das zweite Kapitel behandelt dann den Untergang des Ostgotenreiches durch die Byzantinische Rückeroberung. Am Ende des Buches findet man - natürlich- ein Quellenverzeichnis sowie ein Personenregister, auf der ersten Seitefindet sich eine (nur leidlich nützliche) Europakarte. Ich kann dieses Buch allen, die sich für die Geschichte der Völkerwanderungszeit und speziell für die der Goten interessieren, nur wärmstens empfehlen. Der Leser erfährt in stark komprimierter Form alles, was man über die Goten wissen muss, dabei liest sich der Band durchaus überaus spannend. Ein großes Lob gibt es für den Autor auch deshalb, weil er auch dem Laien keine sprachlichen Stolpersteine in den Weg legt - er drückt sich stets klar und verständlich aus und verzichtet darauf, den Leser mit unnötigen Fachtermini zu bombardieren. Wie eigentlich immer bei dieser Reihe gilt: sowohl für Laien, wie auch für Geschichtsstudenten überaus lohnend; ich selbst habe es neben einem Seminar zum Thema Migration im Frühen Mittelalter gelesen, in dem unter anderem die Wanderung der Goten Thema war - geschadet hat es sicher nicht. Klare Kaufempfehlung!

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