Hikaru Okuizumi Das Gedächtnis der Steine

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Inhaltsangabe zu „Das Gedächtnis der Steine“ von Hikaru Okuizumi

Ein gelungenes Buch, das kaum Spannungsmomente mit sich bringt, aber dennoch nie langweilig wird.

— Zen-Cola
Zen-Cola
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  • Kriegstraumata, Geologie und Entfremdung

    Das Gedächtnis der Steine
    Zen-Cola

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    07. October 2014 um 00:47

    In den letzten Tages des Krieges erhält der Protagonist Tsuyoshi Manase das erste Mal Einblick in die Philosophie der Steine. In einer Höhle im Philippinischen Dschungel finden verschlagene, größtenteils dem Tod geweihte japanische Soldaten Zuflucht. Zu schwach zum aktiven Kampf, verharren sie dort und warten, dass sie vom Feind gefunden werden - das Warten auf die letzte Schlacht. Unter der Anweisung des kommandierenden Leutnants werden zu schwer Verwundete exekutiert. Hier erklärt ein Sterbender dem Protagonisten, was es mit dem Zauber der Steine auf sich habe, dass jedem einzelnen Flusskiesel die ganze Geschichte des Kosmos innewohne. Jahre später leidet Manase noch immer unter dem Trauma des Krieges, Ruhe und Ausgleich verschafft ihm seine Leidenschaft zu den Steinen. Er sucht sie, bearbeitet sie, katalogisiert sie – und vergisst darüber seine Frau und einen seiner Söhne. Nur in seinem ältesten Kind wurde dieselbe umfassende geologische Leidenschaft erweckt. Als dieser eines Tages in einer nahe gelegenen Höhle tot aufgefunden wird, gerät Manases Leben vollkommen aus den Fugen. Bevor ich mit der Lektüre anfing, freute es mich zu lesen, dass dieser knappe Roman von Ursula Gräfe und Kimiko Nakayama-Ziegler übersetzt wurde - beide bekannt durch meines Erachtens sehr gelungene Übersetzungen von Haruki Murakami, Yoko Ogawa oder Banana Yoshimoto. Nachdem die Kriegsszenen in der Höhle kurzzeitig ein bisschen eklig waren, nimmt sich der Roman danach lange Zeit, ohne dass besonders viel passiert. Manase geht ganz in seiner Leidenschaft auf. Über Seiten hinweg wird die Beschaffenheit einzelner Gesteinsarten geschildert, deren Bearbeitungsweise und Entstehungsprozess. Nur in wenigen Sätzen wird seine Familie erwähnt – sie nimmt, wie sich der Protagonist eingestehen muss, eine Nischenrolle in seinem Leben ein. Obwohl ich so gar kein Geologe bin und kein besonders hohes Interesse für Steine aufbringen kann, war der Roman dennoch auf keiner Seite langweilig. Vielmehr liegt der Erzählweise diese ruhige, verzaubernde Atmosphäre zugrunde, die man in ähnlich genialer Weise auch in den Werken Murakamis, Ogawas und Tsujis findet. Anschließend wird es entweder leicht surreal oder das Geschehen übersteigt einfach mein Leseverständnis. Beides soll mir recht sein, denn »Das Gedächtnis der Steine« überzeugt bis zur letzten Seite.

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