Hila Blum

 3.6 Sterne bei 43 Bewertungen
Autor von Der Besuch und Der Besuch.

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Der Besuch

Der Besuch

 (42)
Erschienen am 14.01.2016
Der Besuch

Der Besuch

 (1)
Erschienen am 11.08.2014

Neue Rezensionen zu Hila Blum

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Rezension zu "Der Besuch" von Hila Blum

Hila Blum - der Besuch
Marjuvinvor 2 Jahren

Klappentext:

Es ist der Sommer der nicht so fernen Katastrophen. Nili und Nataniel haben eine Woche ohne Kinder vor sich, als ein Anruf die empfindliche Balance ihres Lebens stört. Ein französischer Mllionär will sie treffen. Jahre zuvor war er ihnen bei einem unseligen Vorfall in Paris zu Hilfe gekommen. Nie haben sie einander gestanden, was an jenem Abend wirklich geschah ... Hila Blum erzählt von der Liebe, von einem Paar, das seine Geheimnisse gewahrt hat, von einer längst vergessen geglaubten Nacht in Paris. Ein großer Liebes- und Familienroman, dessen reine Intensität zu Herzen geht.

 

Rezension:

Ich hatte das Buch nach einem Gewinn bereits länger im Regal stehen und habe es kürzlich spontan zur Hand genommen, um es zu lesen. Ich habe zugegebenermaßen nicht sofort hineingefunden, was daran lag, dass ich erwartet hatte, dass Kern des Buches eine schicksalhafte Begegnung in Paris ist und, dass die Handlung darauf aufbauen würde. Ich habe den Irrtum erst nach ca. 100 Seiten wirklich begriffen und ab dann gefiel es mir nicht so schlecht. Es geht viel um Vertrauen, um Patchwork Familien mit ihren spezifischen Problemlagen.

Vom Lesefluss ließ ich mich manchmal von zu abrupten Zeitsprüngen irritieren. Insgesamt sind gefühlt zig Probleme aufgeworfen und Spannungsbögen aufgebaut worden, die aber nicht alle auch zu einem Ende geführt wurden.. offene Fragen bleiben: hat Nati tatsächlich eine Affaire? was ist der wahre Hintergrund des Fenstersturzes? Was ist die Wahrheit über Re'umas geistigen Zustand? 

Aber trotz allem, ein Lesevergnügen, wenn man sich kein straffes Erzähltempo erwartet und sich auf die Geschichte einlässt.

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Rezension zu "Der Besuch" von Hila Blum

Hila Blum - Der Besuch
miss_mesmerizedvor 3 Jahren

Ausgerechnet in dieser Woche kündigt sich ein Besucher an, den sie schon beinahe vergessen hatten. Nili und Nati sind alleine, die Töchter sind bei Verwandten untergekommen und das Paar könnte die Zweisamkeit genießen. Stattdessen will Duclos sie besuchen, ein französischer Millionär, der ihnen einst in Pais aus der Patsche geholfen hat. Die Ankündigung wirft Nili aus der Bahn, denn die letzten Worte, die sie mit ihm gewechselt hatte, hat sie nie vergessen, seine Zweifel an dieser Beziehung nagen an ihr und so lässt sie während Jerusalem unter der Hitze leidet das Leben mit Nati, dessen Tochter aus erster Ehe und ihrer gemeinsamen Tochter Revue passieren.

Die Rahmenhandlung – das Warten auf das Wiedersehen mit dem Franzosen – liefert Anlass und Spannung für den Roman. Weshalb sucht er sie nach all den Jahren auf und was wird er sagen? Hatte er vielleicht doch Recht und konnte schon damals noch während der ersten Verliebtheit erkennen, dass das zwischen Nati und Nili nicht funktioniert und nur der Alltag kaschiert, was eigentlich schon nicht mehr funktioniert? Alle Beziehungen im Roman werden hinterfragt, kurze Episoden, die Risse offenbaren und tiefe Schnitte, die Dysfunktionalitäten offenlegen und Schwächen und Ängste zum Vorschein bringen. Das erlösende Gewitter am Ende, das überraschend verlaufende Zusammentreffen und ein Kinderspiel reinigen schließlich die Luft.

Fazit: ein tiefer Roman, der Einblick in die Gedanken- ebenso wie Gefühlswelt einer Frau gibt und alle Facetten spiegelt.

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Rezension zu "Der Besuch" von Hila Blum

Das Leben einer Familie
Wortweltenvor 4 Jahren


Familien sind zerbrechliche Konstrukte aus Vergangenheit, geteilten Momenten und gegenseitigen Verletzungen. Liebe und Hass liegen mitunter sehr nah beieinander und manchmal sind es nur Sekunden, die die Stimmung kippen lassen. All diese Feinheiten des Zusammenlebens, der Missverständnisse und des Zuhörens innerhalb eines Familienkonstruktes bilden das Zentrum von Hila Blums Roman. Mit präziser Beobachtungsgabe entfaltet sie das Leben von Nili und Nati, einem Paar, deren Geschichte neun Jahr zuvor begann, in einer Woche in Paris, als ihre Liebe noch jung und frisch war. Viel ist geschehen in diesen neun Jahren und in der Zeit davor, Dinge, die die Menschen formen, die besonders Nili geformt haben, die Protagonistin der Geschichte. Da ist ihre Tochter Asia, die Nili beinahe verloren hätte. Oder Dida, Natis Tochter aus erster Ehe, ein sehr kluges Mädchen mit einem feinen Gespür für die Details, die ebenfalls bei ihnen lebt. Oder Uma, Nilis etwas merkwürdige Schwester. Sie alle und ein paar weitere Nebenfiguren umschwirren die nicht gradlinig erzählte Handlung, jede Szene zeigt nur einen Splitter von dem, was die Familie ausmacht.

Die selektive Geschichte von Familien, denkt Nili. Was fotografiert wird, woran man sich erinnert, was man überarbeitet. Wer kontrolliert das alles? So viele Illusionen saugen der Familie das Blut aus, und bei Familien ihrer Art sind die Knochen dünn und brüchig. (S. 346)

Alles beginnt mit einem Anruf. Ein alter Bekannter aus jener Woche in Paris wird sich für kurze Zeit in Jerusalem aufhalten und würde Nati und Nili nach all den Jahren gern wiedersehen. Die beiden Mädchen sind in dieser Woche nicht da, es sind Ferien, Nati und Nili sind allein. Ausgehend davon beginnt der Erinnerungsfilm, nach und nach in nicht-chronologischer Reihenfolge werden die Fragmente, die vor allem Nilis Leben bilden, zusammengesetzt. Die Dramen, die schönen Tage, die Verletzungen, die Geheimnisse. Aus diesen Beobachtungen entwickelt sich die Geschichte eines Liebespaares, das zu einer Familie wird. Vieles wird zunächst nur angedeutet, es gibt keinen wirklichen Anfang und kein wirkliches Ende und auch keinen eindeutigen Handlungsfaden, so wie das Leben in einer Familie nach keinem erkennbaren Spannungsbogen verläuft. Die sehr klugen Beobachtungen des Alltags und der Wirkungskräfte zwischen den Figuren sind jedoch in eine sehr klare, kraftvolle Sprache gekleidet, die mal poetisch ist, mal direkt und nicht selten verfeinert mit einer gesunden Prise Humor. Lediglich die Dialoge wirken an einigen Stellen künstlich und repetitiv.

Die Mädchen nehmen offenbar die dichte Einsamkeit nicht wahr, die Uma umgibt, sie merken nicht, dass es ein Problem mit ihr gibt. Während Nati – Nati hat keine Geschwister, es ist, als würde ihm ein ganz bestimmter Sinn einfach fehlen. (S. 37)

Interessante, vielschichtige Betrachtung einer Familie und der Mechanismen der Liebe. Sensibel, präzise und durchaus humorvoll in Fragmenten erzählt, die nach und nach ein Gesamtbild ergeben.

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Gespräche aus der Community

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Diesmal lediglich ein Hinweis auf einen Buchgewinn – wer dem Link folgt kann schon morgen früh Hila Blums DER BESUCH gewinnen...
http://bit.ly/adventskalender-01

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Berlin_Verlags avatar

»Licht und dunkel, bitter und komisch. Ein ergreifender Roman!« 
Zeruya Shalev


Es ist der Sommer der nicht so fernen Katastrophen. Eine ungewöhnlich hartnäckige Hitze liegt über Jerusalem, ein Wohnhaus stürzt ein, ein Junge verschwindet. Nili und Nataniel haben eine Woche ohne Kinder vor sich, als ein Anruf aus Paris die empfindliche Balance ihres Lebens stört. Duclos, ein französischer Millionär, kommt nach Israel und will sie treffen. Jahre zuvor war er ihnen bei einem unseligen Vorfall in einem Pariser Sternerestaurant zu Hilfe gekommen. Nie haben sie einander eingestanden, was an jenem Abend wirklich geschah.

Hila Blums Debüt erzählt nicht nur die Geschichte dieses Paares, Nili und Nataniel, ihrer verborgenen Seiten, Sehnsüchte und nie offenbarten Geheimnisse; es ist ein Roman, der das Porträt einer modernen Familie zeichnet. Blum spürt die Risse in der Fassade auf, Momente der Unsicherheit, die man vielleicht zu schnell kaschiert, Gefühle, die man zu rasch unterdrückt hat. Ein großer Familienroman aus Israel, eine Autorin, deren Stilgefühl und klarer, kluger Blick verblüffen.

Leseprobe

Wer dabei sein will, sollte zunächst folgende Frage beantworten: 

Der reiche (Erb?!)Onkel aus der Provinz, die Ex-Freundin des Ehemanns, ein Schulfreund, den ihr Jahre nicht gesehen habt: Welcher Besucher würde euren Alltag ganz gehörig auf den Kopf stellen? 

Und nun freuen wir uns, ein wenig von eurem (Alp)(Traum)Besuch zu erfahren und wünschen euch viel Glück bei der Auslosung!

Euer Berlin Verlag
Zur Leserunde
Berlin_Verlags avatar
Nachdem die Plätze für die Leserunde leider alle bereits vergeben sind, wollen wir euch weitere 10 Exemplare unseres derzeitigen Lieblingsbuchs schenken: Hila Blums DER BESUCH. 

Und das müsst ihr tun: Schreibt uns eine Geschichte! 

Thema: 

Ein traumhafter Abend, der dich teuer zu stehen kam.

Egal ob erfunden oder wahr, ungeschminkt oder über die Maßen geschönt: Wir freuen uns auf eure Erzählungen, der Form sind keine Grenzen gesetzt! 

Unsere fünf Favoriten veröffentlichen wir in unserem Magazin. Die Urheber erhalten ein schickes Buchpaket, natürlich ist DER BESUCH inklusive. Wir verlinken auch gern auf euren Blog, auf eure Autorenseite oder euer Facebookprofil, da richten wir uns nach euren Wünschen. 

Weitere fünf Exemplare werden unter allen Teilnehmern verlost. 

Und alle Gewinner sind natürlich herzlich eingeladen, an unserer Leserunde zu Hila Blums Debütroman teilzunehmen.

Und so stellen wir uns das vor :-)  

Nati und Nili am letzten Abend ihrer Paris-Reise: Nach einem Opernbesuch leisten sie sich ein Diner im »La Soupière d’Or, dem angesagtesten Lokal der Stadt, einem Königreich aus Licht und Marmor« – es ist kurz vor Mitternacht ...

»

Paris entschleunigt sich vor der Nacht. Sie sind nicht traurig, nicht erschrocken; mehr noch, es kommt ihnen vor, als wäre es übertrieben, wenn sie noch einen Tag länger in der Stadt blieben. So war es genau richtig. Sie diskutieren erneut ohne Angst: Warum hat Nili gestichelt – sie gibt zu, dass sie es getan hat. Warum hat Nati übertriebene Empfindlichkeit demonstriert – auch er gibt das zu. Vielleicht hat Miep tatsächlich mal so etwas zu ihm gesagt, etwas, was all die Jahre in ihm geschlummert hat, obwohl er sich nicht an einen bestimmten Vorfall erinnern kann. Sie analysieren die Tatsache, dass sie analysieren, und sie segnen sich selbst für die Fähigkeit, zu streiten und sich wieder zu versöhnen, und sie bekennen, dass sie beide nicht einfach sind. Um kurz vor zwölf schaut Nati auf die Uhr und sagt: »He, fünf Minuten vor Mitternacht.«

»Wirklich?« 

»Gehen wir?« 

»Ja gern.« 

Beide denken an den langen Weg zum Hotel, sieben Stationen mit der Metro, ein langer Weg, eine lange Zeit unter der Erde – obwohl Nili die Widerspiegelung ihrer Gesichter auf einer Außen- welt aus Glas und Beton liebt: ohne Pickel, ohne Poren, etwas, was der Vollkommenheit von Schatten am nächsten kommt. Wie schön wäre es, wenn sie jetzt schon in ihrem Hotelzimmer wären, nackt im Bett, eine Wange ins Kissen geschmiegt, ein Auge platt gedrückt, so würden sie sich anschauen, einander streicheln, vielleicht mitei- nander schlafen, vielleicht über ihre Kindheit reden, deren Wunder, deren Sünden, eine Papiergirlande von Geschichten. Vielleicht wer- den sie keine Liebe machen, vielleicht werden sie Nase an Nase ein- schlafen und um vier Uhr morgens wird einer von ihnen aufwachen und das Licht ausmachen.

Nati winkt dem Kellner – eine kleine Zeichnung seiner Finger in der Luft – und der Kellner kommt den ganzen Weg zu ihnen, nur um zu sagen: »Ja, mein Herr? Die Rechnung, mein Herr? Selbstverständlich.«

Und jetzt warten sie.

Nati zündet sich eine letzte Zigarette an und leert sein Weinglas bis auf den letzten Tropfen. Sie sind satt, weich vom Alkohol, warm, müde. Nili gähnt wieder. Sie sieht ein bisschen krank aus, sie braucht frische Luft.

»Monsieur«, der Kellner verneigt sich wieder vor ihnen und stellt ein kleines, vergoldetes Tablett vor sie hin. Nati beeilt sich, die Ziga- rette abzulegen, und greift in seine Tasche. Er richtet sich auf und wühlt auch in den hinterenTaschen.

»Was?«, fragt Nili gähnend.

»Mein Portemonnaie«, sagt er. »Ich finde es nicht.«

«

(Hila Blum: Der Besuch, S. 94 f.)


Und jetzt seid ihr dran. Und wir sind gespannt...


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