Hila Blum Der Besuch

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Inhaltsangabe zu „Der Besuch“ von Hila Blum

Es ist der Sommer der nicht so fernen Katastrophen. Nili und Nataniel haben eine Woche ohne Kinder vor sich, als ein Anruf die empfindliche Balance ihres Lebens stört. Ein französischer Mllionär will sie treffen. Jahre zuvor war er ihnen bei einem unseligen Vorfall in Paris zu Hilfe gekommen. Nie haben sie einander gestanden, was an jenem Abend wirklich geschah ... Hila Blum erzählt von der Liebe, von einem Paar, das seine Geheimnisse gewahrt hat, von einer längst vergessen geglaubten Nacht in Paris. Ein großer Liebes- und Familienroman, dessen reine Intensität zu Herzen geht.

ein Roman, der mehr Zwischenmenschliches als tatsächliche Handlung bietet. Sprachlich sehr schön.

— Marjuvin
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  • Hila Blum - der Besuch

    Der Besuch
    Marjuvin

    Marjuvin

    11. May 2017 um 19:08

    Klappentext: Es ist der Sommer der nicht so fernen Katastrophen. Nili und Nataniel haben eine Woche ohne Kinder vor sich, als ein Anruf die empfindliche Balance ihres Lebens stört. Ein französischer Mllionär will sie treffen. Jahre zuvor war er ihnen bei einem unseligen Vorfall in Paris zu Hilfe gekommen. Nie haben sie einander gestanden, was an jenem Abend wirklich geschah ... Hila Blum erzählt von der Liebe, von einem Paar, das seine Geheimnisse gewahrt hat, von einer längst vergessen geglaubten Nacht in Paris. Ein großer Liebes- und Familienroman, dessen reine Intensität zu Herzen geht.   Rezension: Ich hatte das Buch nach einem Gewinn bereits länger im Regal stehen und habe es kürzlich spontan zur Hand genommen, um es zu lesen. Ich habe zugegebenermaßen nicht sofort hineingefunden, was daran lag, dass ich erwartet hatte, dass Kern des Buches eine schicksalhafte Begegnung in Paris ist und, dass die Handlung darauf aufbauen würde. Ich habe den Irrtum erst nach ca. 100 Seiten wirklich begriffen und ab dann gefiel es mir nicht so schlecht. Es geht viel um Vertrauen, um Patchwork Familien mit ihren spezifischen Problemlagen. Vom Lesefluss ließ ich mich manchmal von zu abrupten Zeitsprüngen irritieren. Insgesamt sind gefühlt zig Probleme aufgeworfen und Spannungsbögen aufgebaut worden, die aber nicht alle auch zu einem Ende geführt wurden.. offene Fragen bleiben: hat Nati tatsächlich eine Affaire? was ist der wahre Hintergrund des Fenstersturzes? Was ist die Wahrheit über Re'umas geistigen Zustand?  Aber trotz allem, ein Lesevergnügen, wenn man sich kein straffes Erzähltempo erwartet und sich auf die Geschichte einlässt.

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  • Hila Blum - Der Besuch

    Der Besuch
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    10. August 2015 um 06:12

    Ausgerechnet in dieser Woche kündigt sich ein Besucher an, den sie schon beinahe vergessen hatten. Nili und Nati sind alleine, die Töchter sind bei Verwandten untergekommen und das Paar könnte die Zweisamkeit genießen. Stattdessen will Duclos sie besuchen, ein französischer Millionär, der ihnen einst in Pais aus der Patsche geholfen hat. Die Ankündigung wirft Nili aus der Bahn, denn die letzten Worte, die sie mit ihm gewechselt hatte, hat sie nie vergessen, seine Zweifel an dieser Beziehung nagen an ihr und so lässt sie während Jerusalem unter der Hitze leidet das Leben mit Nati, dessen Tochter aus erster Ehe und ihrer gemeinsamen Tochter Revue passieren. Die Rahmenhandlung – das Warten auf das Wiedersehen mit dem Franzosen – liefert Anlass und Spannung für den Roman. Weshalb sucht er sie nach all den Jahren auf und was wird er sagen? Hatte er vielleicht doch Recht und konnte schon damals noch während der ersten Verliebtheit erkennen, dass das zwischen Nati und Nili nicht funktioniert und nur der Alltag kaschiert, was eigentlich schon nicht mehr funktioniert? Alle Beziehungen im Roman werden hinterfragt, kurze Episoden, die Risse offenbaren und tiefe Schnitte, die Dysfunktionalitäten offenlegen und Schwächen und Ängste zum Vorschein bringen. Das erlösende Gewitter am Ende, das überraschend verlaufende Zusammentreffen und ein Kinderspiel reinigen schließlich die Luft. Fazit: ein tiefer Roman, der Einblick in die Gedanken- ebenso wie Gefühlswelt einer Frau gibt und alle Facetten spiegelt.

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  • Das Leben einer Familie

    Der Besuch
    Wortwelten

    Wortwelten

    23. December 2014 um 20:50

    Familien sind zerbrechliche Konstrukte aus Vergangenheit, geteilten Momenten und gegenseitigen Verletzungen. Liebe und Hass liegen mitunter sehr nah beieinander und manchmal sind es nur Sekunden, die die Stimmung kippen lassen. All diese Feinheiten des Zusammenlebens, der Missverständnisse und des Zuhörens innerhalb eines Familienkonstruktes bilden das Zentrum von Hila Blums Roman. Mit präziser Beobachtungsgabe entfaltet sie das Leben von Nili und Nati, einem Paar, deren Geschichte neun Jahr zuvor begann, in einer Woche in Paris, als ihre Liebe noch jung und frisch war. Viel ist geschehen in diesen neun Jahren und in der Zeit davor, Dinge, die die Menschen formen, die besonders Nili geformt haben, die Protagonistin der Geschichte. Da ist ihre Tochter Asia, die Nili beinahe verloren hätte. Oder Dida, Natis Tochter aus erster Ehe, ein sehr kluges Mädchen mit einem feinen Gespür für die Details, die ebenfalls bei ihnen lebt. Oder Uma, Nilis etwas merkwürdige Schwester. Sie alle und ein paar weitere Nebenfiguren umschwirren die nicht gradlinig erzählte Handlung, jede Szene zeigt nur einen Splitter von dem, was die Familie ausmacht. Die selektive Geschichte von Familien, denkt Nili. Was fotografiert wird, woran man sich erinnert, was man überarbeitet. Wer kontrolliert das alles? So viele Illusionen saugen der Familie das Blut aus, und bei Familien ihrer Art sind die Knochen dünn und brüchig. (S. 346) Alles beginnt mit einem Anruf. Ein alter Bekannter aus jener Woche in Paris wird sich für kurze Zeit in Jerusalem aufhalten und würde Nati und Nili nach all den Jahren gern wiedersehen. Die beiden Mädchen sind in dieser Woche nicht da, es sind Ferien, Nati und Nili sind allein. Ausgehend davon beginnt der Erinnerungsfilm, nach und nach in nicht-chronologischer Reihenfolge werden die Fragmente, die vor allem Nilis Leben bilden, zusammengesetzt. Die Dramen, die schönen Tage, die Verletzungen, die Geheimnisse. Aus diesen Beobachtungen entwickelt sich die Geschichte eines Liebespaares, das zu einer Familie wird. Vieles wird zunächst nur angedeutet, es gibt keinen wirklichen Anfang und kein wirkliches Ende und auch keinen eindeutigen Handlungsfaden, so wie das Leben in einer Familie nach keinem erkennbaren Spannungsbogen verläuft. Die sehr klugen Beobachtungen des Alltags und der Wirkungskräfte zwischen den Figuren sind jedoch in eine sehr klare, kraftvolle Sprache gekleidet, die mal poetisch ist, mal direkt und nicht selten verfeinert mit einer gesunden Prise Humor. Lediglich die Dialoge wirken an einigen Stellen künstlich und repetitiv. Die Mädchen nehmen offenbar die dichte Einsamkeit nicht wahr, die Uma umgibt, sie merken nicht, dass es ein Problem mit ihr gibt. Während Nati – Nati hat keine Geschwister, es ist, als würde ihm ein ganz bestimmter Sinn einfach fehlen. (S. 37) Interessante, vielschichtige Betrachtung einer Familie und der Mechanismen der Liebe. Sensibel, präzise und durchaus humorvoll in Fragmenten erzählt, die nach und nach ein Gesamtbild ergeben.

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  • Buchverlosung zu "Der Besuch" von Hila Blum

    Der Besuch
    Berlin_Verlag

    Berlin_Verlag

    01. December 2014 um 16:02

    Diesmal lediglich ein Hinweis auf einen Buchgewinn – wer dem Link folgt kann schon morgen früh Hila Blums DER BESUCH gewinnen...
    http://bit.ly/adventskalender-01

    Gerne weitersagen!

  • Von der Schwierigkeit, zu vertrauen

    Der Besuch
    serendipity3012

    serendipity3012

    Von der Schwierigkeit, zu vertrauen Ohne Vertrauen funktioniert keine Beziehung. Wurde es einmal enttäuscht, ist es schwierig, es wieder herzustellen. Was aber, wenn das Misstrauen keinen konkreten Anhaltspunkt hat? Wenn es aus den Gedanken kommt, denn man weiß, dass schlechte Gefühle aus schlechten Gedanken resultieren. Wenn das Misstrauen nur eine Möglichkeit beschreibt? Das Vertrauen zwischen Mann und Frau, in diesem Fall das Vertrauen einer Frau zu ihrem Mann, ist eines der Hauptthemen in Hila Blums großartigem Debütroman „Der Besuch“. Nili erzählt uns die Geschichte ihrer Ehe mit Nati. Beide haben eine gemeinsame Tochter, Asia, die als kleines Kind einen schlimmen Unfall hatte und fast gestorben wäre. Nili kämpft seitdem mit – unangemessenen? – Ängsten um ihre Tochter und fürchtet stets, dass ihr etwas zustoßen könnte. Nati hat aus seiner ersten Ehe eine weitere Tochter, Dida, die bei Nili und Nati lebt und ihre Mutter nur ab und zu besucht. Seinen Ausgang nimmt der Roman mit dem Anruf eines Franzosen namens Duclos, den Nili und Nati ganz zu Beginn ihrer Beziehung auf einer Reise nach Paris kennenlernten, und der ihnen aus einer Notlage verhalf. Über eine kurze Unterhaltung während dieser Begegnung mit Duclos hat Nili ihrem Mann nicht alles erzählt, sie lässt sie aber gedanklich nicht los. Nun möchte Duclos sich mit Nili und Nati treffen, als eine seiner Reisen ihn nach Israel führt. Diese Begegnung, vielmehr die beiden Begegnungen mit dem Franzosen Duclos sind wichtige Schlüsselszenen des Romans, aber auf den vielen, vielen Seiten dazwischen lesen wir über Nilis Leben, darüber, was sie denkt, was sie fühlt. Sie reflektiert über sich und ihre Beziehungen, auch über die zu ihrer Mutter, Schwester, zu ihrer Tochter und Stieftochter. Ja, sie ist unsicher, sich ihrer selbst nicht sicher, sie hat Ängste, ist wohl eher nicht der Typ „starke Frau“. Aber mit dieser Nili hat Hila Blum eine überzeugende Figur geschaffen, in der sich viele – vermutlich weibliche – Leser wieder finden werden. Eine Figur, die zaudert, die bangt, die am Ende vielleicht einfach nur nach Liebe sucht. Und wer tut das nicht, tief drinnen? Hila Blum schreibt in einer klaren Sprache, sie bringt die kleinen Weisheiten des alltäglichen Lebens auf den Punkt, so dass man beim Lesen ihres Romans ständig mit dem Kopf nicken möchte, weil sie das Leben so genau, so echt abbildet, eben so, wie es ist. Weil sie seine Vielschichtigkeit so gekonnt einfängt und aufzeigt: die Banalitäten genauso wie die großen Momente. Ja, zunächst präsentiert sie uns die Puzzleteile nur sehr zögerlich, springt hin und her, und man muss die Zusammenhänge erst herstellen. Sie erzählt ihre Geschichte nicht linear, aber trotzdem nimmt sie den Leser an die Hand und führt ihn durch Nilis Leben, durch ihre Gefühle und Gedanken, regt zum Nachdenken an. „Der Besuch“ ist ein großer, kluger Roman um eine Frau mit Schwächen. Schwächen, die sie menschlich machen. Ein Lesehighlight. Meine absolute Leseempfehlung für alle, die diese Art des Schreibens mögen und sich auf das innere Erleben dieser Frau einlassen möchten.

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    • 4
    serendipity3012

    serendipity3012

    22. November 2014 um 19:01
    Wortwelten schreibt Das scheint eines dieser Bücher zu sein, das jeder vollkommen anders liest. Bin schon sehr gespannt darauf!

    Für mich eins der besten bzw. liebsten dieses Jahr. Bin gespannt, wie Du es sehen wirst. Die Meinungen gehen sehr auseinander, das habe ich auch gelesen.

  • Eine Familie in Israel...

    Der Besuch
    Orisha

    Orisha

    Ich habe es versucht – immer wieder. Habe das Buch liegen lassen, habe weiter gelesen, habe es noch einmal liegen lassen, ein paar andere Bücher gelesen und bin nun letztlich zu dem Schluss gekommen, das Buch nicht zu Ende zu lesen. Es kommt selten vor, aber es kommt vor. Es ist die Geschichte von Nati und Nili, wie sich kennenlernten, wie sich ein Besuch, aus einer längst vergangenen Zeit ankündigt. Duclos. Duclos, der ihnen damals in Paris aus der Misere half, als Nati sein Portemonai liegen liess. Wir begleiten Nati und Nili in ihr gemeinsames Leben, lernen ihre Kinder und ihre Familie sowie ihren Alltag kennen. Die Geschichte von Nati und Nili hat mich einfach nicht gepackt. Zu viele Zeitsprünge, Vor- und Rückblenden, zu viele Personen – die ich nicht einordnen kann. Viele kleine Beschreibungen – die mich einfach nicht in die Geschichte kommen lassen haben, da sie die Aufmerksamkeit des Leser auf Nichtigkeiten ablenken: auf eine Jugendgruppe, die Nili beobachtet; auf einen Frisörbesuch, auf eine kurze Erinnerung an einen Exfreund. Das mag der eine bezaubernd finden, ich fand es für das Eintauchen in die Geschichte hinderlich. Auch sprachlich ist mir der Roman zu konstruiert, zu sehr gewollt und irgendwie nicht gekonnt. Ich sage nur Schachtelsätze, die sich ins unendliche verlaufen. Auch ist mir letztlich nicht klar, was mir die Autorin mit dem Buch sagen will. Es ist einfach zu viel nur angedeutet, nicht ausgeführt - was durchaus nett sein kann, aber mich hier eher zu Weißglut getrieben hat. Fazit: Ein Buch, dem ich sehr zwiegespalten gegenüber stehe. Meinen Geschmack hat es leider nicht getroffen.

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    • 2
  • Zusammenhangloses Rätselspiel

    Der Besuch
    alasca

    alasca

    Zusammenhangloses Rätselspiel Bei Nili und Nati kündigt sich ein Besucher an, der sie in Paris, am Anfang ihrer Beziehung, einmal aus einer sehr unangenehmen Situation gerettet hat. Beide sind über die bevorstehende Begegnung auf eine Art beunruhigt, die Dramatisches vermuten lässt. Ihre kleine Patchwork-Familie ist derzeit getrennt: Natis 10jährige Tochter Dida besucht ihre Mutter in Amsterdam, und Nati und Nilis gemeinsame Tochter Asia befindet sich mit Nilis Schwester Uma auf Ferienreise. Zudem verfolgen die Protagonisten die Zeitungsmeldungen über einen verschwundenen russischen Jungen, der mit dem Geschehen nur insofern zu tun hat, als dieses Ereignis Nilis tiefste Ängste abbildet. Mit Nili hat Blum eine Protagonistin geschaffen, die so paranoid ist, wie man es den Israelis allgemein nachsagt. Stets kann das Schlimmste geschehen; sie misstraut jedem und sieht überall Verrat. Ist dies das Lebensgefühl Israels? Labil und extrem beeinflussbar, schwanken ihre Stimmungen und vor allem die Sicht auf ihre Ehe mit Nati von Moment zu Moment, was oft nur schwer nachvollziehbar war. Jede der Beziehungen im Roman ist auf subtile Art gestört; in einer schönen, klaren Sprache liefert die Autorin uns illusionslos-nüchterne Beobachtungen des Beziehungsalltags eines Paares mit seinen ebenso banalen wie bedeutungsvollen kleinen Dissonanzen. Sehr gelungen auch die Darstellung kindlicher Wahrnehmung und der Art von Kindern, einen durch ihre altklugen Äußerungen zu verblüffen. Insofern eine kluge und lohnende Lektüre. Struktur und Plot des Romans konnten mich leider nicht gleichermaßen überzeugen. Zwar baut sich Spannung auf dadurch, dass die gravierenden Ereignisse im Leben der Figuren durchgängig nur angedeutet und auch in den ständigen Rückblenden mit vor allem anfangs permanent wechselnder Perspektive weder explizit geschildert noch erklärt werden. Leider sind die Auflösungen, die uns sukzessive geliefert werden (meist nicht ohne neue Rätsel aufzuwerfen), nie so spektakulär, dass der Roman eine Zuspitzung erfährt, sondern laufen auf eine Reihe enttäuschender Antiklimaxe hinaus. So findet nach langem Anlauf das Zusammentreffen des Besuchers mit Nati und Nili erst im letzten Kapitel des Buches statt; man erwartet eine saftige Pointe. Aber auch die wird nicht geliefert; der Roman zerfasert vollends. Am Ende ist gar nichts klar: Ist Nati wirklich ein Fremdgänger? Hat Dida Nili absichtlich belogen? Hat der Besucher die Wahrheit gesagt? Die Klimax des Romans ist mithin nicht der namensgebende Besuch, sondern ein schockierendes Geständnis Nilis danach. Dies jedoch ist so unverbunden mit dem Rest des Romans, dass ich nur verwirrt war; obendrein bricht der Roman danach ziemlich unvermittelt ab. Nicht einmal Natis Reaktion liefert uns die Autorin. Wohin – und was – will dieser Roman? Das habe ich mich während der gesamten Lektüre gefragt - und frage ich mich immer noch. Insgesamt hat mich, trotz einiger Stärken, „Der Besuch“ ratlos und ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Leider keine Leseempfehlung.

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    • 4
  • Philosophie des Vorbehalts

    Der Besuch
    wandablue

    wandablue

    Philosophie des Vorbehalts Aus Israel habe ich einen tagesaktuellen Roman erwartet. Oder zumindest einen politischen. Oder einen vielschichtigen, gesellschaftskritischen. Niemals einen philosophischen! Doch Hila Blum hat genau das getan, sie hat einen philosophischen Roman geschrieben, nämlich einen über die Unsicherheiten und Unwägbarkeiten des Lebens, die sie anhand von nur wenigen Tagen im Leben der Nili Schoenfeler aufblättert. Dass der Roman in Jerusalem spielt, in der mörderischen Hitze eines Sommertages, ist ein wenig zufällig und wohl der Herkunft der israelischen Autorin geschuldet, doch es verstärkt natürlich unterschwellig die Unsicherheit des Lebens schlechthin, obwohl das Leben in Israel sonst kaum vorkommt: „Eine Reihe von Terroranschlägen haben die Stadt auf die lebensnotwendigen Funktionen reduziert, sie atmet wie ein Körper mit nur einer Lunge.“ „Ihr Haus gerät sehr leicht aus den Fugen“. Dies ist der Schlüsselsatz, der Zugang zu Nili Schoenfeler bietet, von daher erschliesst sich auch der ganze Roman. Schon in der Kindheit gab es eine Reihe von Erschütterungen. Als der Vater die Mutter betrog und die Familie häufig umgezogen ist, wurde die Kontinuität sozialer Beziehungen unmöglich, „ein Freundeskreis ... es war klar, dass diese Möglichkeit für ihr Leben nicht mehr bestand, vom Glauben an lebenslange Freundschaften hörte man nur gerüchteweise.“ Die innige Beziehung zu Nilis kleiner Schwester wird durch eine unheimliche Entführung zerstört, die zwar nur einen Nachmittag lang gedauert hat, aber dennoch ein Trauma hinterließ und in einem Streit lässt Mutter Hanna heraus, dass sie der grossen Tochter Nili dafür die Schuld gibt: „du hast sie allein gelassen, du hast sie im Stich gelassen,“ statt ihr beizustehen in den Schuldgefühlen, die sie vermutlich quälen. So sind weder Vater noch Mutter emotionale Stützen und es gibt keine Freunde, die Schwester ist ein zerbrechliches Geschöpf, das an einem Trauma leidet, womöglich von ihr verursacht? Kein Wunder, dass Nili später auch mit Männern nicht klar kommt. „Bis sie Nati traf, hatte Nili andere Männer. Die meisten rangen sich nicht zu einer Art von Verbindlichkeit durch.“ Sind Nati und das gemeinsame Kind Asia endlich der sichere Hafen? Die Liebe sollte meßbar sein, so dass Nili Sicherheit darüber hat, doch „sie ist aalglatt die Liebe.“ Nati macht auch gleich am Anfang ihrer Beziehung einen Riesenfehler, einen albtraumhaften Fehler, einen in der Art wie in dem Traum, man stünde plötzlich nackt in der Ubahn und alle glotzen. Überdies bringt Nati Altlasten mit in die Ehe, nämlich Dida, seine Tochter mit Miep. Mit Dida, die zu ihnen zieht und sie zu einer Patchworkfamilie macht, wird Nili nie richtig warm, denn sie glaubt, der Schlüssel zu Didas Innenleben sei bei deren Mutter Miep geblieben. Und ebenfalls gleich zu Anfang gibt es die mysteriöse Warnung eines Fremden vor ihrer Ehe. Darum traut sich Nili nicht, sich fallen zu lassen, weder in die Beziehung noch in das Leben. Sie ist immer auf der Hut. Und ihre Erfahrungen scheinen ihr auch recht zu geben. Asia ist entzückend, doch als Eltern hat man niemals frei, ewig ist man an seine Ängste um das Wohlergehen des eigenen Fleisch und Bluts gebunden und auch Nati hat seine Geheimnisse und Unzuverlässigkeiten. Was soll man tun. Wegschauen? Die Sprache, die Hila Blum verwendet, beinhaltet viele kluge Beobachtungen, sie regen den Leser an, eigene Gedanken über das Leben zu entwickeln. Ist das Leben wirklich so? Soll man allem misstrauen? Wohin führt das? Schliesslich stellt sich heraus, dass der gefürchtete Besucher (Der Besuch) eine Entlastung bezüglich des albtraumhaften Erlebens von damals bringt und Nilis innere Reserviertheit Nati gegenüber unbegründet war. Doch es ist zu spät, die Saat des Vorbehalts ist aufgegangen und hat seine zerstörerische Arbeit bereits getan. Es sei denn, Nili reisst noch einmal alles herum: sie bietet Nati eine Nacht des Verzeihens an. Fazit: Hila Blums Debütroman ist eine sich im Zeitlupentempo entfaltende Erzählung von Zerrissenheit, Vorbehalt und Schuld, für die man sicherlich einen langen Atem aufbringen muss. Die vielen Bonmots im Text und das versöhnliche Ende mit offenem Schluß entschädigen dafür. Kategorie: gehobene Literatur Berlin Verlag, 2014

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    • 5
  • Beziehungsdrama einer jüdischen Familie

    Der Besuch
    sommerlese

    sommerlese

    Autorin "*Hila Blum*" schrieb den Familienroman "*Der Besuch*", der 2011 veröffentlicht wurde. Die deutsche Ausgabe ist 2014 im "*Berlin Verlag*" erschienen. "*Die meisten Katastrophen passieren nachts, aber die kleinen, unerträglichen Fehler drängen sich tagsüber zusammen.*" Zitat Seite 339 In dieser Geschichte geht es um Nati und seine Frau Nili, ihr Kennenlernen, eine Reise nach Paris und ihr Alltagsleben mit ihren beiden Kindern in Jerusalem. Hier wird die Entwicklung ihrer Ehebeziehung gezeigt und wie Probleme im Alltag ihre Schatten werfen. Dieser Roman hat mich nicht sehr beeindruckt. Ich habe lange nach einem roten Faden gesucht und das hat folgende Gründe. Es gibt viele Zeitsprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, ebenso wechseln die Handlungsebenen häufig und die erwähnten Personen lernt man erst im Laufe der Lektüre richtig einzuordnen. Manche Inhalte werden nur angerissen, Gründe oder Folgen werden aber nicht erklärt. Das Erzählte wirkt ziemlich wirr und konfus. Auch werden viele alltägliche Dinge bis ins kleinste Detail erzählt, die bei mir ihre Wirkung verfehlen. Diese Banalitäten zeigen aber auch die Unsicherheit der Protagonistin, die in diesem Roman ihr Leben reflektiert und ihre Beziehungen zu ihrem Mann und ihrer Familie überdenkt und sich an Begebenheiten in ihrem Leben erinnert. Die Darstellung Nilis ist sehr deutlich und aussagekräftig. Ich erkenne eine unsichere Frau, die Angst hat vor Entscheidungen. Eine Mutter, die ihre Stieftochter nicht versteht, aber auch mit ihrer leiblichen Tochter umgeht, als wäre sie für sie fremd. Eine Frau, die voll ist von Selbstzweifeln an der Liebe zu ihrem Mann und statt Vertrauen in ihre Beziehung immer mehr Misstrauen an seiner Ehrlichkeit aufbaut. Nili ist mir in diesem Roman nicht ans Herz gewachsen und erscheint mir teilweise regelrecht unreif. Das sie mit ihrem Misstrauen ohne einen konkreten Grund die Beziehung eher schädigt, darüber denkt sie nicht nach. Auch ihre Dauerangst um ihre Tochter Asia schafft Unsicherheit. Ein klärendes Gespräch mit ihrem Mann wäre da sicher gut. Aber sie gehen der Sache aus dem Weg und verlieren sich in "Fragespielchen". Doch die genaue Personencharakterisierung reicht mir nicht als Buchinhalt. Hier wird mir zu viel angedeutet und nicht in einem Zug erzählt. Man verliert sich in alltäglichen Dingen, die für die Handlung keine Bedeutung haben. Dieses Buch über eine klassische Patchworkfamilie wirft Fragen auf, erklärt aber nicht die Ursachen und Gründe. Es gibt lediglich viele Banalitäten, Kinderquengeln und Gedanken über die Beziehung.

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    • 8
  • Der Besuch

    Der Besuch
    AgnesM

    AgnesM

    Eine Rezension zu dem Buch „Der Besuch“ zu schreiben fällt mir leider schwer, denn dieses Buch hat mich mehr als ratlos und verwirrt zurückgelassen. Anfangs, nach kleinen Schwierigkeiten in die Story zu finden, erschien mir die Geschichte rund um die Protagonisten Nili und Nati gut strukturiert und ich konnte dem Geschehen folgen. Gespannt verfolgte ich die Entwicklung ihrer Beziehung, ihrer Liebe und der gemeinsamen Reise nach Paris, die am letzten Abend fast in einer peinlichen Katastrophe geendet hätte. Allmählich warfen jedoch die Gedankengänge beider Protagonisten Fragen in mir auf, ihre Taten warfen Fragen auf, die Zusammenhänge zwischen Nili und Nati und allen anderen beteiligten Personen waren in mir Fragen auf und ich wusste lange Zeit nicht, wo und wie ich wen einordnen soll.  Die Sprache empfand ich zusehends als gewöhnungsbedürftig und verlor leider nach und nach das Interesse an dem Buch. Natürlich sind einige Absätze wunderbar geschrieben und laden zum Nachdenken ein, auch das Zusammenspiel zwischen der Mutter (Nili) und den beiden Kindern habe ich gerne verfolgt und es interessant gefunden wie die drei ihren Lebensalltag ohne den Vater meistern, da dieser beruflich für einige Zeit verreisen musste. Doch trotz allem habe ich vieles in dieser Patchworkfamilie als seltsam empfunden und mich über das Verhalten von Nili teilweise aufgeregt oder nicht nachvollziehen können. Viele bewundern die Sprache und den Schreibstil der Autorin, denn die Sprache ist anders und die Sätze sind manchmal verschachtelt. Vieles muss sich der Leser dazu denken, da er nur mit Andeutungen versorgt wird. Mir war das alles leider nicht genug. Obwohl ich gerne während des Lesens philosophiere und mir meinen Teil zu den Kapiteln denke, lässt das Buch meiner Ansicht nach zu viele Fragen offen und verliert stückweise an Spannung. Ich weiß leider nicht was mir die Autorin mit ihrem Werk sagen will, somit kann ich auch die Lobeshymnen der Presse nicht nachvollziehen.

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    • 4
  • Große Verlosung zum Leserpreis 2014: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Die Seiten der Welt
    Daniliesing

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2014? Bestimmt hat es der ein oder andere von euch schon entdeckt: Seit gestern suchen wir beim Leserpreis 2014 wieder eure Lieblingsbücher des Jahres. In insgesamt 16 Kategorien könnt ihr die Bücher und Autoren nominieren, die euch 2014 am meisten begeistert haben, ganz egal, ob euch das Buch vor Spannung bis mitten in die Nacht wachgehalten hat, ihr Tränen gelacht oder aber mitgefühlt und -gefiebert habt. Nominiert ab sofort eure persönlichen Lieblingsbücher & -autoren und ermöglicht es ihnen so, es auf unsere Shortlists für die Abstimmungsphase zu schaffen, die am 20. November beginnt. Die Bücher und Autoren, die dann wiederum die meisten Stimmen erhalten, bekommen den Leserpreis in Gold, Silber und Bronze, der am 28.11. vergeben wird! Also schnell nominieren / abstimmen / Gewinner anschauen! ---- Unsere große Verlosung für euch! Da der Leserpreis für uns jedes Jahr wieder etwas ganz Besonderes ist, möchten wir unsere Freude daran mit euch teilen. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und wer kann nicht schöne neue Bücher gebrauchen? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier in einem Kommentar mit (wer mir schon eine E-Mail mit dem Link geschickt hat, muss dies nicht doppelt tun). http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafiken zum Einbinden in den Blog findet ihr hier. 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + usw. auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt in eurem Kommentar hier direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns hier in einem Kommentar das beste Buch, das ihr in diesem Jahr gelesen habt. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Wir wünschen euch ganz viel Spaß & bitte vergesst nicht, eure Lieblingsbücher zu nominieren & später abzustimmen! PS: Die angehängten Bücher und die auf dem Foto sind ein Beispiel, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen :)

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    • 1298
  • Zwischen den Zeilen lesen

    Der Besuch
    Legeia

    Legeia

    Klappentext: Von Zeruya Shalev bejubelt, von der Presse gefeiert: Hila Blum erzählt von der Liebe, von einem Paar, das seine Geheimnisse gewahrt hat, von einer längst vergessen geglaubten Nacht in Paris. Ein großer Liebes- und Familienroman aus Israel, dessen reine Intensität zu Herzen geht. Die Autorin: Hila Blum, 1969 in Jerusalem geboren, lebte auf Hawaii, in Paris und New York. Sie war als Journalistin tätig und arbeitet seit vielen Jahren als Lektorin. »Der Besuch« ist ihr erster Roman. Hila Blum lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Jerusalem. Meine Meinung: Nili und Nati bekommen unerwarteten Besuch, der ihr Leben aus der Bahn wirft. Vor neun Jahren hatten sie in Paris ein Erlebnis, das sie nie vergessen hatten - und nun holt sie die Vergangenheit mit diesem Gast wieder ein. Doch dies kann auch einen Neuanfang bedeuten, denn beide haben das Erlebte niemals vergessen. Warum plötzlich nach all den Jahren? "Der Besuch" erzählt von Sehnsüchten, Geheimnissen und dem Wirrwarr an Gefühlen, die das Paar durchlebt. Oftmals verbergen sie voreinander, was in ihnen vorgeht und das Reden, das wirklich Wichtige, wird vergessen oder einfach übergangen. Dabei ließe sich viel klären, wenn man das öfter tun würde. Nili war für mich nicht greifbar. Manchmal sollte man im Leben, wenn man unzufrieden ist, lieber handeln als ständig darüber zu grübeln, was alles nicht stimmt und somit ständig unzufrieden zu sein. Der Schreibstil war anfangs gewöhnungsbedürftig, nahm mich aber immer mehr gefangen. Was ich durchaus anstrengend fand, waren die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Am Ende blieb für mich zu viel offen. Vor allem, weil sich die Geschichte um immer die gleichen Fragen drehte, jedoch am Schluss nicht gänzlich erzählt wurde. Das heißt nicht, dass es auf alles eine Antwort geben muss, aber man sollte als Leser nicht gar unbefriedigt zurückbleiben. "Der Besuch" ist kein einfacher Roman, aber ein besonderer, der an ungewöhnlichen Schauplätzen spielt. 3 Sterne.

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    • 2
  • Die Flucht aus einer Beziehung

    Der Besuch
    kassandra1010

    kassandra1010

    Hila Blums Roman über die Beziehung zwischen Nili und Nati berichtet über eine Beziehung, an der gearbeitet werden muss. In der Gegenwart in Israel befindet sich das Paar in einer scheinbaren Krise, die es sich selbst regelmäßig verordnet, damit die Beziehung nicht langweilig wird.   Beide lieben sich selbst scheinbar mehr als den Partner und die Kinder Dida und Asia sind irgenwie im Weg….   Ein Beziehungsroman, bei dem keine Lösung gefunden wird.

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    • 3
  • Leserunde zu "Der Besuch" von Hila Blum

    Der Besuch
    Berlin_Verlag

    Berlin_Verlag

    »Licht und dunkel, bitter und komisch. Ein ergreifender Roman!«  Zeruya Shalev Es ist der Sommer der nicht so fernen Katastrophen. Eine ungewöhnlich hartnäckige Hitze liegt über Jerusalem, ein Wohnhaus stürzt ein, ein Junge verschwindet. Nili und Nataniel haben eine Woche ohne Kinder vor sich, als ein Anruf aus Paris die empfindliche Balance ihres Lebens stört. Duclos, ein französischer Millionär, kommt nach Israel und will sie treffen. Jahre zuvor war er ihnen bei einem unseligen Vorfall in einem Pariser Sternerestaurant zu Hilfe gekommen. Nie haben sie einander eingestanden, was an jenem Abend wirklich geschah. Hila Blums Debüt erzählt nicht nur die Geschichte dieses Paares, Nili und Nataniel, ihrer verborgenen Seiten, Sehnsüchte und nie offenbarten Geheimnisse; es ist ein Roman, der das Porträt einer modernen Familie zeichnet. Blum spürt die Risse in der Fassade auf, Momente der Unsicherheit, die man vielleicht zu schnell kaschiert, Gefühle, die man zu rasch unterdrückt hat. Ein großer Familienroman aus Israel, eine Autorin, deren Stilgefühl und klarer, kluger Blick verblüffen. Leseprobe Wer dabei sein will, sollte zunächst folgende Frage beantworten:  Der reiche (Erb?!)Onkel aus der Provinz, die Ex-Freundin des Ehemanns, ein Schulfreund, den ihr Jahre nicht gesehen habt: Welcher Besucher würde euren Alltag ganz gehörig auf den Kopf stellen?  Und nun freuen wir uns, ein wenig von eurem (Alp)(Traum)Besuch zu erfahren und wünschen euch viel Glück bei der Auslosung! Euer Berlin Verlag

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    • 308
  • Buchverlosung zu "Der Besuch" von Hila Blum

    Der Besuch
    Berlin_Verlag

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    Nachdem die Plätze für die Leserunde leider alle bereits vergeben sind, wollen wir euch weitere 10 Exemplare unseres derzeitigen Lieblingsbuchs schenken: Hila Blums DER BESUCH.  Und das müsst ihr tun: Schreibt uns eine Geschichte!  Thema:  Ein traumhafter Abend, der dich teuer zu stehen kam. Egal ob erfunden oder wahr, ungeschminkt oder über die Maßen geschönt: Wir freuen uns auf eure Erzählungen, der Form sind keine Grenzen gesetzt!  Unsere fünf Favoriten veröffentlichen wir in unserem Magazin. Die Urheber erhalten ein schickes Buchpaket, natürlich ist DER BESUCH inklusive. Wir verlinken auch gern auf euren Blog, auf eure Autorenseite oder euer Facebookprofil, da richten wir uns nach euren Wünschen.  Weitere fünf Exemplare werden unter allen Teilnehmern verlost.  Und alle Gewinner sind natürlich herzlich eingeladen, an unserer Leserunde zu Hila Blums Debütroman teilzunehmen. Und so stellen wir uns das vor :-)   Nati und Nili am letzten Abend ihrer Paris-Reise: Nach einem Opernbesuch leisten sie sich ein Diner im »La Soupière d’Or, dem angesagtesten Lokal der Stadt, einem Königreich aus Licht und Marmor« – es ist kurz vor Mitternacht ... » Paris entschleunigt sich vor der Nacht. Sie sind nicht traurig, nicht erschrocken; mehr noch, es kommt ihnen vor, als wäre es übertrieben, wenn sie noch einen Tag länger in der Stadt blieben. So war es genau richtig. Sie diskutieren erneut ohne Angst: Warum hat Nili gestichelt – sie gibt zu, dass sie es getan hat. Warum hat Nati übertriebene Empfindlichkeit demonstriert – auch er gibt das zu. Vielleicht hat Miep tatsächlich mal so etwas zu ihm gesagt, etwas, was all die Jahre in ihm geschlummert hat, obwohl er sich nicht an einen bestimmten Vorfall erinnern kann. Sie analysieren die Tatsache, dass sie analysieren, und sie segnen sich selbst für die Fähigkeit, zu streiten und sich wieder zu versöhnen, und sie bekennen, dass sie beide nicht einfach sind. Um kurz vor zwölf schaut Nati auf die Uhr und sagt: »He, fünf Minuten vor Mitternacht.« »Wirklich?«  »Gehen wir?«  »Ja gern.«  Beide denken an den langen Weg zum Hotel, sieben Stationen mit der Metro, ein langer Weg, eine lange Zeit unter der Erde – obwohl Nili die Widerspiegelung ihrer Gesichter auf einer Außen- welt aus Glas und Beton liebt: ohne Pickel, ohne Poren, etwas, was der Vollkommenheit von Schatten am nächsten kommt. Wie schön wäre es, wenn sie jetzt schon in ihrem Hotelzimmer wären, nackt im Bett, eine Wange ins Kissen geschmiegt, ein Auge platt gedrückt, so würden sie sich anschauen, einander streicheln, vielleicht mitei- nander schlafen, vielleicht über ihre Kindheit reden, deren Wunder, deren Sünden, eine Papiergirlande von Geschichten. Vielleicht wer- den sie keine Liebe machen, vielleicht werden sie Nase an Nase ein- schlafen und um vier Uhr morgens wird einer von ihnen aufwachen und das Licht ausmachen. Nati winkt dem Kellner – eine kleine Zeichnung seiner Finger in der Luft – und der Kellner kommt den ganzen Weg zu ihnen, nur um zu sagen: »Ja, mein Herr? Die Rechnung, mein Herr? Selbstverständlich.« Und jetzt warten sie. Nati zündet sich eine letzte Zigarette an und leert sein Weinglas bis auf den letzten Tropfen. Sie sind satt, weich vom Alkohol, warm, müde. Nili gähnt wieder. Sie sieht ein bisschen krank aus, sie braucht frische Luft. »Monsieur«, der Kellner verneigt sich wieder vor ihnen und stellt ein kleines, vergoldetes Tablett vor sie hin. Nati beeilt sich, die Ziga- rette abzulegen, und greift in seine Tasche. Er richtet sich auf und wühlt auch in den hinterenTaschen. »Was?«, fragt Nili gähnend. »Mein Portemonnaie«, sagt er. »Ich finde es nicht.« « (Hila Blum: Der Besuch, S. 94 f.) Und jetzt seid ihr dran. Und wir sind gespannt...

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