Hilal Sezgin

 4.3 Sterne bei 76 Bewertungen
Autorin von Landleben, Wieso? Weshalb? Vegan! und weiteren Büchern.
Hilal Sezgin

Lebenslauf von Hilal Sezgin

Hilal Sezgin wurde 1970 in Frankfurt am Main geboren und lebte einige Zeit in Braunschweig, bevor sie für das Studium nach Frankfurt zurückkehrte. Ihr Philosophie-Studium (Nebenfächer Soziologie, Germanistik, Biologie) schloss sie 1995 mit einem M.A. ab. Nach dem Studium arbeitete sie als Praktikantin und freie Mitarbeiterin beim Hessischen Rundfunk und im Feuilleton der Frankfurter Rundschau. 2007 zog sie in die Lüneburger Heide, wo sie auch heute noch lebt, und arbeitete dort als freiberufliche Autorin mehrerer Bücher und für verschiedene Medien, beispielsweise die taz, Die ZEIT, NDR und WDR. Sezgin wurde mehrfach für ihre Arbeit ausgezeichnet (z.B. war sie 2016 unter den „25 Frauen, die unsere Welt besser machen“) und ist u.a. Mitglied der Jury der Süddeutschen Zeitung für die Sachbuch-Bestenliste. Sezgins Veröffentlichungen sorgen regelmäßig für Aufsehen, etwa wenn beispielsweise ihr kritisches Werk über Tiernutzung und Tierrechte „Artgerecht ist nur die Freiheit“ (2014) von Landwirten und Jägern abgelehnt wird. Hilal Sezgin ist Veganerin, spricht sich gegen Zoos aus und betreibt den Gnadenhof „Lebenshof“.

Alle Bücher von Hilal Sezgin

Sortieren:
Buchformat:
Landleben

Landleben

 (27)
Erschienen am 16.02.2012
Artgerecht ist nur die Freiheit

Artgerecht ist nur die Freiheit

 (18)
Erschienen am 19.10.2015
Wieso? Weshalb? Vegan!

Wieso? Weshalb? Vegan!

 (18)
Erschienen am 25.05.2016
Nichtstun ist keine Lösung

Nichtstun ist keine Lösung

 (7)
Erschienen am 18.07.2017
Manifest der Vielen

Manifest der Vielen

 (3)
Erschienen am 22.02.2011
Typisch Türkin?

Typisch Türkin?

 (1)
Erschienen am 09.09.2010
Mihriban pfeift auf Gott

Mihriban pfeift auf Gott

 (1)
Erschienen am 20.04.2010

Neue Rezensionen zu Hilal Sezgin

Neu
BookfantasyXYs avatar

Rezension zu "Wieso? Weshalb? Vegan!" von Hilal Sezgin

Von E wie Ethik bis T wie Tierrechte bis hin zu V wie vegan leben
BookfantasyXYvor 4 Monaten

Dieses Sachbuch, das speziell für Jugendliche geschrieben wurde, behandelt das Thema Veganismus. Es werden Themen behandelt wie Tierrechte, Massentierhaltung, vegane Lebensweise und Tipps, wie man sich der veganen Lebensweise annähern kann, wenn man sich entscheiden sollte, weniger oder gar nicht mehr  Fleisch zu essen. Man kann entweder direkt zur VeganerIn werden, oder erst einmal seine Lebensgewohnheiten auf eine vegetarische umstellen, um dann später (vielleicht) Schritt für Schritt sich der veganen Lebensweise annähern. Lebensweise bezieht sich hier zunächst einmal auf die Ernährung zunächst. Später kann man sich den Bereichen Kosmetik, Hygiene und Kleidung widmen. Denn vegane Kleidung und Cremes, Duschgele und andere Produkte kann man mittlerweile in Drogerien und Supermärkten kaufen. Und es muss nicht immer teuer sein. Wichtig während des Umstellungsprozesses ist natürlich auch der Umgang mit seinem eigenen Umfeld, das sich von der veganen Lebensweise eher distanziert, es sei denn man hat Freunde und Freundinnen, die sich bereits vegan ernähren.

Hilal Sezgin schrieb dieses  Sachbuch mit vielen Hintergrundinformationen und recherchierte einige Themen nach, die ihr selbst noch unbekannt waren. Sie sprach zum Beispiel mit einem australischen Tierrechtler, der sich intensiv mit Fischen, Fischzucht (z.B. Aquakulturen) und deren Entwicklung auseinandersetzt. Denn häufig wird unter Tierschützern über Tiere in Zoos, Zirkusse, in der Landwirtschaft und in den industriellen Laboren geredet. Den TierrechtlerInnen geht es um den Tierschutz und Tierrechte. Am Beispiel Fische erläutert Hilal Sezgin, dass diese in der Regel mehr im Hintergrund der Diskussionen stehen. Der Autorin geht es einerseits um die Aufklärung, warum es wichtig ist, dass zu viel Fleischkonsum für die Tiere, für die Menschen und für das Klima schädlich ist. Und andererseits gibt sie Diskussionshilfen für junge Menschen, die erst am Anfang ihres Prozesses stehen, wenn sie sich mit der veganen Lebensweise auseinander setzen (wollen). Im Anhang des Buches kann man anhand von Links, Videos und Fachtexten sich über das Buch hinaus informieren. Der Leserschaft wird somit viel Material gereicht, mit dem man sich auseinandersetzen kann, um auch den Recherchen der Autorin folgen zu können. Denn die Autorin war nicht von Geburt an Veganerin.

Mir persönlich hat das Buch als ebenso geholfen, sich mit der veganen Lebensweise auseinander zu setzen, weil mir alle Aspekte noch nicht bewusst waren. Vor gut zwei Jahren habe ich für mich entschlossen, vegan zu leben, allerdings kann ich es noch nicht hundertprozentig umsetzen. Denn manches Mal muss man sich Kompromissen anschließen – für sich oder für die Tiere. Es ist ein langer Weg, aber man sollte nichts über das Knie brechen.

Kommentieren0
4
Teilen
J

Rezension zu "Nichtstun ist keine Lösung" von Hilal Sezgin

Die psychologischen Untiefen des Helfens
jamal_tuschickvor einem Jahr

In der Flüchtlingsdebatte stärkten eine Reihe von Ereignissen, angefangen bei der „Kölner Silvesternacht“ über die Ermordung der Freiburger Studentin Maria L. bis zu dem LKW-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt, die Positionen der Willkommenskulturgegner. Diesem Bollwerk der Ablehnung stemmt sich die Philosophin Hilal Sezgin in aktivistischen Szenarien entgegen. Zuerst rehabilitiert sie den „Gutmensch“. Ihm spricht sie Mut zu. Was anderen gut tut, ist gut, auch wenn es dir selbst guttut und dich das misstrauisch macht. Das Nichtgelingen des Richtigen darf aber der Resignation nicht Vorschub leisten.

Wie konnte es dahin kommen, fragt Sezgin, dass schieres Mitgefühl und moralische Integrität in Verruf geraten - und im Sturm des gesellschaftlichen Hohns einknicken konnten? Sezgin erklärt das psychologisch. Großzügig verteilt sie Gold und Silber aus dem eigenen Erfahrungsschatz.

Menschen, die von ihrem Verantwortungsbewusstsein bestimmt werden, sind nicht zwangsläufig empfindsamer als andere. Auch Hilfsbereitschaft kann zu einer Haltungsfrage erklärt werden. Hilal Sezgin widmet sich in einer Mischung aus Erlebnisbericht und Streitpapier der Wohlfahrtsprärie am Rande gesetzlicher Regelungen. Sie plädiert und appelliert. Sie verbessert die Artikulationsfitness hilfsbereiter Macher. Vor allem erzählt sie. Die Tierschützerin lebt umgeben von Hochständen tief in Niedersachsen. Ihre aktivistische Position findet sogar da Unterstützung, wo die Rechtsprechung in den Händen von Jägern liegt. Einmal fährt sie mit einer Freundin „nach Ostdeutschland, wo irgendwer drei Kaninchen vorm Schlachten gerettet hatte und sie uns übergegen wollte.“ Es regnet „in durchgehenden Schnüren“, die Gegend erscheint zunächst entvölkert wie nach einem Atomschlag. Plötzlich schälen sich Fußgänger aus Dunst und Nebel. Die Freundinnen bringen in Erfahrung, dass es sich um - von einem verantwortungslosen Busfahrer - ausgesetzte Flüchtlinge handelt, die im Nirgendwo den Bahnhof suchen.

Sezgin verbindet Persönliches mit Fernsehbildern und Facebook News. Kinder irren durch das zerbombte Aleppo, strecken Arme durch Stacheldraht, ertrinken im Mittelmeer und verdursten in der Sahara.

„Eine Menschheit, die sich von Kindergesichtern nicht anrühren lässt, ist keinen Pfifferling wert.“

Sezgins Sehnsucht nach einem großen, moralisch starken, weltweit lokal handelnden „Wir“ will wieder ein Anfang sein und zugleich Beitrag einer fortgeschrittenen Debatte über richtige und falsche Welt- und Menschenbilder. Uns ruft die Autorin zu: Seid gut(en Mutes). Auch wenn das für andere so aussehen kann, als sollten sie moralisch ausgestochen werden.

Kommentieren0
0
Teilen
DieBuchkolumnistins avatar

Rezension zu "Nichtstun ist keine Lösung" von Hilal Sezgin

Eine intellektuelle Ermutigung zum Aufstand der Gutmenschen!
DieBuchkolumnistinvor einem Jahr

Wie und weshalb sollte man in Zeiten von Shitstorms, Trollen und Hatespeech gegen Diskriminierung, Hass, Rassismus und für die eigenen Überzeugungen eintreten? Warum aufstehen für das, was heute wichtiger ist denn je, für ein soziales Miteinander, für gesellschaftliche Werte und gelebte Demokratie? Die Philosophin Hilal Sezgin geht diesen Fragen in ihrem Buch, einem 150 Seiten langen Essay, auf den Grund.

„Liebe Menschen, die Welt, wie wir sie kannten, ist für immer verloren“, so schrieb Sibylle Berg neulich in ihrer Spiegel Kolumne und Sezgin befürchtet Ähnliches – vieles ist für immer zerstört, wir haben Raubbau betrieben an unserem Planeten, an der Flora und Fauna, an uns selbst, immer noch - jeden Tag. Zu spät sei es jedoch nie, auch wenn dies mit Anstrengung, Überwindung und Verzicht einhergehe – die Belohnung, so die Autorin, könne aber der Zugewinn dessen sein, auf das zuliebe man verzichtet. Die Lösung ist ihrer Meinung nach die sofortige Verhaltensänderung, der Wechsel auf die gute Seite. Die überzeugte Veganerin fordert und erklärt dies anhand aktueller gesellschaftlicher Beispiele in den Bereichen Kommunikation/Sozialverhalten sowie persönliche Lebensweise/Ernährung und nimmt dabei sich selbst stets mit in die Pflicht. Sie prüft kritisch, zieht andere Philosophen zu Rate, hinterfragt und spielt beständig mit den Gedanken des Lesers, die möglicherweise währenddessen bereits Ausreden suchen, innerlich Widerstand leisten wollen, denen sie im nächsten Satz argumentativ Vorschub leistet.
Erstaunlicherweise schafft sie es trotz des ernsten Stoffes Leichtigkeit zu transportieren und auf jeder Seite, in jedem Themenbereich neu zu motivieren. Auch dies macht das Buch derart lesenswert – es unterhält, informiert und fordert. Es ist ähnlich, als ob man sich bei einer Flasche Wein mit Freunden über die aktuelle Weltlage unterhalten würde und am Ende des Abends sicher ist: morgen, ja, dann packen wir es an, zusammen retten wir die Welt. Ob man am nächsten Tag noch etwas davon weiß, ob etwas übrig ist vom Tatendrang?
Für Gutmenschentum gibt es keinen Wettbewerb, so Sezgin. Fangen wir an und leisten, was leistbar ist, im Großen wie im Kleinen. Gründe gibt es genug: „… mit allem, was wir für uns und andere tun, ist etwas in die Welt gekommen, was es wert ist, dass man dafür morgens aufsteht. Nichts ist verloren. Jede Freude, die wir jemandem gemacht haben, hat diese Welt bereichert; jeder Trost, den uns jemand gespendet, und jedes Eintreten für die Gerechtigkeit hat unsere Verbundenheit gestärkt.“ 

Kommentieren0
16
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Zusätzliche Informationen

Hilal Sezgin wurde am 29. Mai 1970 in Frankfurt am Main (Deutschland) geboren.

Hilal Sezgin im Netz:

Community-Statistik

in 127 Bibliotheken

auf 38 Wunschlisten

von 4 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks