Das Buch über die Reise des "riesigen O´Brien" von Irland in die damalige Kultur- und Handelshauptstadt London entwickelt sich anders, als der Protagonist anfangs intendierte. Mit seine Gruppe von Schaustellern erzielt er nur mäßigen Erfolg bei der Londoner Gesellschaft. Die Handlung baut sich etwas schleppend auf, neben dem eigentlich historisch faszinierenden Schreibstil von Hilary Mantel. Mit Eintritt von Hunter, der einzigen geheimnisvollen Kreatur in dem Roman, nimm die Story an Fahrt auf, flacht dann jedoch wieder stark ab. Ein insgesamt überschaubares Werk, dass das Potential der historisch spannenden und kontroversen Umgang mit damaligen Schaustellern verschwendet.
Hilary Mantel

Lebenslauf
Alle Bücher von Hilary Mantel
Brüder
Wölfe & Falken
Jeder Tag ist Muttertag
Die Ermordung Margaret Thatchers
Spiegel und Licht
Von Geist und Geistern
Sprechen lernen
Im Vollbesitz des eigenen Wahns
Neue Rezensionen zu Hilary Mantel
Vier Sterne für "Wolf Hall": In "Wolf Hall" geht Hilary Mantel mit literarischer Ambition an die Abspaltung Englands von Rom heran. Ihr Protagonist ist Thomas Cromwell, und bei seinem Aufstieg wirft Mantel meisterlich den Blick auf ihn, seine Familie, den königlichen Hof. Cromwells Interaktionen mit Kaufleuten und Adligen sind mitreißend, die kleinen Szenen, oft ohne scheinbaren Zusammenhang erzählt, vortrefflich gezeichnet. Die Nebenfiguren wie Kardinal Wolsey oder Botschafter Chapuys - herrlich. Besonders gekonnt die Reflexionen, manchmal nur in ein oder zwei Sätzen, von denen man nie weiß, ob sie Cromwell oder die Autorin denken. Nicht gefallen hat mir die manchmal übertriebene personale Erzählweise in "Wolf Hall"; ich musste mich erst mal dran gewöhnen, dass "he" immer Cromwell ist, auch wenn im Satz davor ein anderer Mann agierte, den ich dann fälschlicherweise als das "he" des nächsten Satzes las.
Einen Stern für "Bring Up the Bodies": Die Fortsetzung "Bring Up the Bodies" hat mich hingegen enttäuscht. Im ersten Band herrschte eine herrliche Vielschichtigkeit in der Beziehung zwischen Cromwell und Henry, und die Sprache hat brillant geschillert. Im zweiten Band arbeitet sich die Handlung an Anne Boleyn ab. Nichts schillert mehr in der Sprache und in der Erzählweise. Die Vorhersehbarkeit und Uninspiriertheit des Erzählens riefen bei mir so viel Langeweile hervor, dass ich schließlich aufgegeben habe. Philippa Gregory, die sprachlich Mantel nicht das Wasser reichen kann, hat spannendere Romane zu Henry und Anne Boleyn geschrieben. Schade.
Ich sage noch einmal, dass ich "Wölfe" faszinierend fand. Bei "Falken" ging es dann schon deutlich abwärts, aber ja: Ich quälte mich durch, auch wenn das Buch zäh und nicht spannend war.
"Spiegel und Licht" konnte ich nicht mehr beenden.
Das Buch beginnt im Jahr 1536, direkt nach Anne Boleyns Hinrichtung (seltsamerweise nicht da, wo "Falken" endete, es scheint mehr oder weniger ein alternatives Ende für "Falken" zu schreiben; den Sinn dahinter muss man nicht verstehen). Danach geht es um - ja, was? Thomas Cromwells Gedankenleben. Am Rande werden dann auch die geschichtlichen Ereignisse der damaligen Zeit geschildert, die durchaus etwas zu bieten hätten, wenn man sie in anschaulicher, epischer Form geboten kriegen würde. Aber nein: Wir Leser befinden uns immer nur in Cromwells Kopf - der am Ende des Buches vermutlich abgeschlagen wird, denn eine weitere Fortsetzung gibt es nicht.
Wie Mrs. Mantel Cromwells Sturz umsetzt, werde ich wohl nie erfahren. Und das muss ich auch gar nicht. Ich weiß, dass der gute Mann 1540 durch ein Intrigenspiel gestürzt und von einem sehr unerfahrenen Henker enthauptet wurde, die Szene kriegte ich in der "Henry VIII"-Verfilmung aus dem Jahr 2003 (meiner Meinung nach noch immer eine der besten Verfilmungen) schon sehr blutig in visueller Form und in Rebecca Gablés "Der dunkle Thron" in schriftlicher Form geboten. Ich kenne die Szene - wozu mir da noch mehr von diesem Geschreibsel antun?
Ich bin ehrlich verwirrt. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich Hilary Mantels Schreibstil über die Bücher hinweg großartig geändert hat und weiß, dass ich ihn in "Wölfe" noch anspruchsvoll und gut fand, aber jetzt ging er mir so auf den Zeiger, abgehackt und wirr, dazu die fehlende Handlung, das Ausufern in sinnfreie Banalitäten und immer wieder, immer wieder das Innenleben Cromwells.
Eigentlich mag ich es, etwas über die Gedanken und Gefühle des Protagonisten zu wissen, denn das erzeugt Nähe und Identifikationsmöglichkeiten ... allerdings sind die Gedankenspiele Cromwells nur selten nachvollziehbar.
Das Erzählen im Präsens nervte mich. Die Nicht-Handlung. Der Protagonist. Dieses Buch ist ein unbeschreibliches Ärgernis.
1 Stern für alles bis Seite 317. Ich höre auf!
Empfehlen kann ich die Reihe - trotz gutem Start, wie ich damals empfand - leider nicht mehr. Wer "Wölfe" lesen möchte, dem rate ich nicht ab. Aber danach: Lasst es gut sein. Teil 2 und Teil 3 sind der absolute Flop!
Wer diese Epoche in anschaulicher Weise nahe gebracht kriegen will, dem empfehle ich "Der dunkle Thron" von Rebecca Gablé (Teil 4 der Waringham-Saga, kann aber durchaus separat gelesen werden). Ich selbst werde mich erstmal anderen Büchern und zum Thema der englischen Renaissance dann den Büchern von C.J. Sansom zuwenden, die mir empfohlen wurden.
Gespräche aus der Community
»Wenn du bei einer Hinrichtung nicht die Wahrheit sagen kannst, wann wirst du sie jemals sagen können?«
Endlich ist der lang erwartete dritte Band der Tudor-Trilogie von Hilary Mantel da! Nach „Wölfe“ und „Falken““ bringt die zweifache Booker-Preisträgerin ihre Reihe mit „Spiegel und Licht“ grandios zum Abschluss.
Wir verlosen 30 Hörbucher und garantieren euch ein einzigartiges Hörerlebnis!
Ganz herzlichen Dank, dass ich mithören durfte. Es war trotz allem eine interessante Erfahrung für mich....
Leider hat mich das Hörbuch nach knapp zehnstündigem aufmerksamen Hören immer noch nicht gepackt. Daher muss ich an dieser Stelle leider abbrechen☹️.
Ich glaube, dass Hilary Mantel eine wichtige, talentierte Autorin ist, die viel zu sagen hat. „Spiegel und Licht“ hat sicherlich großes Potential. Momentan kann ich das aber nicht richtig schätzen...
Hier meine vorläufige Rezension:
https://www.lovelybooks.de/autor/Hilary-Mantel/Spiegel-und-Licht-2327072376-w/rezension/2631505207/
Ich möchte dem Hörbuch irgendwann einmal noch eine zweite Chance geben und vorher die Vorgänger dazu lesen. Vielleicht fällt dann meine Bewertung anders aus.
Wir beginnen am 01.02.2017
Das Buch sollte bis zum 28.02.2017 beendet und rezensiert werden.
Rezensieren ist keine Pflicht für die Leserunde, aber für die Challenge notwenig, um Lose zu bekommen. Kann also jeder selbst entscheiden.
Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen!
Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.
Bei den Abschnitten gebe ich Seitenzahlen und Kapitelnamen (Danke hier an hexepanki!) an, weil ich das e-Book lese. :)
Viel Spaß uns allen :)
Zusätzliche Informationen
Hilary Mantel wurde am 01. Januar 1952 in Glossop (Großbritannien) geboren.
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