Hilary Mantel

 4.2 Sterne bei 276 Bewertungen
Autorin von Wölfe, Falken und weiteren Büchern.
Hilary Mantel

Lebenslauf von Hilary Mantel

Hilary Mantel wurde 1952 in Glossop, England, geboren. Nach dem Jura-Studium in London war sie als Sozialarbeiterin tätig. Sie lebte fünf Jahre lang in Botswana und vier Jahre in Saudi-Arabien. Für den Roman ›Wölfe‹ (DuMont 2010) wurde sie 2009 mit dem Booker-Preis, dem wichtigsten britischen Literaturpreis, ausgezeichnet. Mit ›Falken‹, dem zweiten Band der Tudor-Trilogie, gewann Hilary Mantel 2012 den Booker bereits zum zweiten Mal.

Neue Bücher

Brüder

Neu erschienen am 21.09.2018 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Wölfe

 (111)
Neu erschienen am 19.09.2018 als Taschenbuch bei DuMont Buchverlag. Es ist der 1. Band der Reihe "Thomas Cromwell".

Der Hilfsprediger

 (4)
Neu erschienen am 13.09.2018 als Taschenbuch bei DuMont Buchverlag.

Alle Bücher von Hilary Mantel

Sortieren:
Buchformat:
Wölfe

Wölfe

 (111)
Erschienen am 19.09.2018
Falken

Falken

 (55)
Erschienen am 06.03.2014
Brüder

Brüder

 (21)
Erschienen am 01.03.2016
Die Ermordung Margaret Thatchers

Die Ermordung Margaret Thatchers

 (10)
Erschienen am 16.11.2015
Von Geist und Geistern

Von Geist und Geistern

 (10)
Erschienen am 15.08.2016
Jeder Tag ist Muttertag

Jeder Tag ist Muttertag

 (9)
Erschienen am 18.05.2017
Im Vollbesitz des eigenen Wahns

Im Vollbesitz des eigenen Wahns

 (7)
Erschienen am 12.10.2017

Neue Rezensionen zu Hilary Mantel

Neu
R_Mantheys avatar

Rezension zu "Der Hilfsprediger" von Hilary Mantel

"Es gibt Dinge in einem selbst, die man töten muss"
R_Mantheyvor 2 Monaten

Als Schwester Philomena diesen Satz von Vater Fludd hört, denkt sie gleich an fleischliche Genüsse. Doch Fludd wollte auf etwas anderes hinweisen: "Ich meine, dass es Zeiten im Leben gibt, da man die Vergangenheit töten muss. Mit einer Axt auf das losgehen muss, was man einmal war, die vertraute Welt niederstrecken muss. Das ist schwer und schmerzvoll, aber besser, als die Seele in Umständen gefangen zu halten, die sie nicht länger erträgt."

Das bringt die Essenz dieses Buches gut zum Ausdruck. Allerdings erschien es bereits vor etwa 30 Jahren und war damals schon etwas aus der Zeit gefallen. Warum man es heute erstmals ins Deutsche übertragen hat, bleibt ein Rätsel. Man merkt an den ganz unterschiedlichen Reaktionen von Kulturmedien und einfachen Lesern, dass dieses Buch am Nerv unserer Zeit völlig vorbeischrammt. Der einfache Leser begreift nicht, worum es geht, und der Experte sieht die kulturgeschichtliche und literarische Bedeutung dieses Werkes. Auf der Rückseite wird Deutschlandfunk Kultur zitiert: "Eine böse Komödie der Hartherzigkeit". Ja, irgendwie kommen aus heutiger Sicht komische Vögel in ihm vor. Und es geht auch um Hartherzigkeit. Und zwar um die in der katholischen Kirche so um 1956 vorherrschende Brutalität, die sich so gar nicht mit der frohen Botschaft Jesu zusammenfügen will.

In dieser Zeit wurden die Messen noch in Latein gelesen, die Kirche hatte sich über die Jahrhunderte in Machtpolitik und Gier festgefahren und ihren spirituellen Glanz schon lange verloren. In der Erkenntnis dieser Lage wurde das Zweite Vatikanische Konzil von Johannes XXIII. einberufen. Es führte ab 1965 zu einschneidenden Veränderungen im Stil und der Herangehensweise der katholischen Kirche. Wer die Lage davor nicht kennt und von diesem Konzil noch nie etwas gehört hat, wird mit diesem Buch nicht viel anfangen können. Ein Lesevergnügen wird es jedoch selbst dann nicht, wenn man diese Bildungslücken nicht beklagen muss.

Gewiss schreibt Hilary Mantel originell. Und vielleicht kann man sich am Anfang sogar gelegentlich über ihre Schilderungen des Milieus amüsieren. Aber dann zieht sich die Geschichte etwas in die Länge und wird den Ankündigungen auf dem Klappentext nicht gerecht. Schon deshalb nicht, weil man ohne Kenntnis der historischen Zusammenhänge eine falsche Erwartungshaltung aus diesen Ankündigungen aufbauen wird. Im Grunde handelt es sich bei diesem Roman auch um eine Abrechnung Mantels mit ihrer eigenen Vergangenheit, die jedoch kaum jemand ohne Vorkenntnisse wirklich verstehen kann.

Wie man dieses Buch bewerten soll, ist mir ein Rätsel. Ich fand es zugleich langweilig und interessant. Immerhin schildert diese Geschichte auch historische Zustände. Mantels Schreibkunst verdient einen zusätzlichen Sympathiepunkt.

Kommentieren0
1
Teilen
Duffys avatar

Rezension zu "Die Ermordung Margaret Thatchers" von Hilary Mantel

Eine ungewöhnliche Erzählerin
Duffyvor 4 Monaten

Eigentlich ist die zweifache Booker Preisträgerin als Verfasserin von historischen Romanen bekannt geworden. Doch auch die Kurzform beherrscht sie meisterlich. Ihre Geschichten beschäftigeh sich mit nicht gewöhnlichen Figuren, die auch in gewöhnlichen Situationen nicht so reagieren, wie man es vielleicht erwartet. Dadurch lässt sich keine der Storys im Vorfeld von der Handlung her erahnen, immer nehmen sie einen überraschenden Verlauf oder haben eine nicht zu kalkulierende Pointe, die Mantel gerne in den letzten Sätzen wie beiläufig setzt.
Großartig ist ihr Schreibstil, der zwar etwas distinguiert und distanziert erscheint, aber dennoch prallvoll mit bildhaften Sätzen und genau durchstrukturierten Sätzen glänzt. Man kann diese filigrane Arbeit mit dem Feinschliff von Marmor vergleichen, kunstvoll und vorsichtig führt uns die Autorin durch ihre Erzählungen, die an allen Ecken und Enden wie Edelsteine zu funkeln scheinen. Eine großartige Entdeckung auf dem Short-Story Segment und für jeden empfehlenswert, der den sorgfältigen Umgang mit Worten und Sätzen schätzt.

Kommentieren0
34
Teilen
Jetztkochtsies avatar

Rezension zu "Der Hilfsprediger" von Hilary Mantel

Eine Nase aus Knetgummi
Jetztkochtsievor einem Jahr

Nahezu 30 Jahre nach seinem Erscheinen auf Englisch wurde Hilary Mantels Geschichte über den Glauben in Fetherhoughton nun auch ins Deutsche übertragen und zwar gekonnt, wie ich direkt anmerken möchte. Der Hilfsprediger erschien im Dumont Buchverlag.

Ich störe mich ja häufig an Übersetzungen bei älteren Büchern oder sprachlich anspruchsvolleren, hier ist alles stimmig, alles paßt. Werner Löcher-Lawrence hat als Übersetzer wirklich sehr gute Arbeit gemacht. Mantel und er finden die richtigen Worte, die Dorfatmosphäre der 50er einzufangen und den Leser direkt ins Geschehen in diesem kleinen Nest in den Mooren zu versetzen. Der Hilfsprediger schafft es, mich zu begeistern.

Der Gemeindepfarrer Angwin hat seinen Glauben ein wenig verloren oder auch verlagert, der Aberglaube hielt Einzug in seine Gemeinde und das findet der modern ausgerichtete Bischof eher weniger witzig. Daher taucht als Hilfe für Angwin Fludd auf, ob diese Figur "Spion" oder "Engel" ist, das sieht jede der Figuren ein wenig anders. Jedes Gemeindemitglied, auch die eher heidnisch erzogenen der umliegenden Dörfer, hat Charakter und wird trotz der Kürze des Buches sehr eindrücklich eingeführt und vorgestellt. Mantel hat hier einfach ihre ganz eigene Art zu beschreiben und zwischen den Zeilen erahnen zu lassen. Bereits nach wenigen Worten hat man ein sehr genaues Bild der jungen Nonne Philomena, der Klostervorsteherin und auch der Kinder der "Heiden".

Mich hat vorallem die singende und Tee und Kakao kochende Haushälterin begeistert. Die an Türen lauscht und ihre ganz eigene Meinung zu den verbuddelten Kirchenheiligen hat, die der gebeutelte Pfarrer Angwin einfach mal ruckzuck auf dem Friedhof hat bestatten lassen, um der Modernität, die der Bischof fordert, gerecht zu werden.

Fludd schafft es die Dorfgemeinschaft zu bezaubern, zu faszinieren oder zumindest aufzuwühlen. Besonders hat mir hier die Szene gefallen, in der er gemeinsam mit einer jungen Nonne einer der Statuen eine Nase aus Knetgummi anheften möchte oder in der er mit der Klostervorsteherin in den Kleidern der Nonnen, die diese bei ihrem Eintritt ins Kloster mitbrachten, wühlt. Fludd ist schlecht zu durchschauen, seine Absichten unklar und dennoch begeistert diese Figur alle anderen. Mit viel bissigem Witz und religiöser Kritik schreibt Mantel sich hier eine Welt zusammen, die skuriler und charmanter nicht sein könnte, die aber trotzdem bei genauem Hinsehen der Realität dieser Zeit auf einem solchen Dorf recht nahe kommen dürfte. Ein wenig bigott, ein wenig frömmelnd, absurd und widersprüchlich, kämpfen und hadern die Figuren mit ihrem eigenen und dem Glauben der anderen.

Mich hat das Buch wirklich sehr begeistert und das ganz klar vorallem, weil mir Dank der Erziehung auf einem klösterlichen Gymnasium so manche Handlungsweise der Nonnen und des Pfarrers nicht unbekannt sind. Mantel setzt sich in ihrem Buch mit Gut und Böse auseinander und zeigt auf, wie nah bei einander und wie leicht zu vermischen hier die Grenzen sind. Das Dorf sehnt sich nach Regeln, darf man an Fastentagen getoastetes Brot essen und wird das Brot beim Toasten leichter, so dass man sogar zwei Scheiben nehmen dürfte? Ist Marmelade an Fastentagen in Ordnung? Straffe Regeln sind gewünscht und Pfarrer Angwin und Mutter Perpetua stellen sie mit eher unsicherer Hand auf. Ob Fludd der Gemeinde nun wieder auf den rechten Weg zurück hilft oder sie in noch größeres Chaos stürzt, würde zu weit führen, aber ich möchte sagen, ich hatte großen Spaß beim Lesen und sein Alter merkt man dem Buch zu keinem Zeitpunkt an.

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Insider2199s avatar
Wir haben beschlossen in der  INSIDER-Voting-Challenge  zusammen "Wölfe" von Hilary Mantel zu lesen.

Wir beginnen am  01.02.2017 

Das Buch sollte bis zum 28.02.2017 beendet und rezensiert werden.
Rezensieren ist keine Pflicht für die Leserunde, aber für die Challenge notwenig, um Lose zu bekommen. Kann also jeder selbst entscheiden.

Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen!


Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist. 

Bei den Abschnitten gebe ich Seitenzahlen und Kapitelnamen (Danke hier an hexepanki!) an, weil ich das e-Book lese. :)

Viel Spaß uns allen :)
hexepankis avatar
Letzter Beitrag von  hexepankivor 2 Jahren
Kein Problem, hatte ich ja schon gedacht. :-)
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Hilary Mantel wurde am 01. Januar 1952 in Glossop (Großbritannien) geboren.

Community-Statistik

in 404 Bibliotheken

auf 83 Wunschlisten

von 28 Lesern aktuell gelesen

von 2 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks