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Huschdegutzel

vor 2 Jahren

(19)

Amsterdam, im Frühsommer 2009. Henning Landes, ein 68-jähriger lebensfroher Niederländer, erhält die Diagnose Alzheimer. Er hat wahnsinnige Angst seine Würde zu verlieren und als entseelter Mensch zu Tode gepflegt zu werden. Trotz liebevoller Zusicherung seiner Familie, sich um ihn zu kümmern und nicht in ein Heim abgeschoben zu werden, will er die Krankheit nicht akzeptieren. Selbstbestimmt im Leben will er auch selbstbe-stimmt sterben und versucht, eine vom Hausarzt begleitete Sterbehilfe zu erwirken. Diese muss jedoch, nach einer Sondergenehmigung der niederländischen Euthanasie-Kontroll-Kommission, sehr bald erfolgen. In Rückblicken auf sein Leben und getragen von den Erinnerungen, versucht er sich zu entscheiden – für oder gegen einen Freitod.


Es gibt Bücher, bei denen ich lache.
Es gibt Bücher, bei denen ich mich fürchterlich aufrege.
Es gibt Bücher, bei denen ich weine.
Es gibt Bücher, die mir Mut und Zuversicht geben.
Und es gibt Bücher, über die ich mich mit meinen Freunden austauschen will.

Und es gibt "Hennin flieht vor dem Vergessen" - ein Buch, bei dem wunderbarerweise all dies zu trifft und noch viel mehr.

Durch die derzeitige Debatte über Sterbehilfe in Deutschland ist das Thema dieses Werkes jedem geläufig  und jeder hat eine Meinung dazu.Und diese Meinung darf sich der Leser hier auch selbst bilden - das Buch drängt weder in die eine noch die andre Richtung, jeder darf selbst entscheiden, wie er sich zu diesem Thema und zu Henning stellt.

Denn Henning erzählt uns von seiner Familie, seinem Leben und warum es für ihn so wichtig ist, in Würde und selbstbestimmt gehen zu dürfen, wenn das Leben für ihn unerträglich wird.

Wie wir das empfinden, ist allein unsre Entscheidung und das habe ich beim Lesen dieses Buches sehr geschätzt - denn indem "einfach" Hennings Leben erzählt wird, ist es weder ein Plädoyer für noch gegen die Euthanasie.

Autorin Hilda Röder erzählt uns  in unglaublich einfühlsamer und liebevoller Weise von einem Mann, der sein Leben lang stark ist, humorvoll trotz aller Schicksalsschläge und mit einer Familie gesegnet, in der Zusammenhalt groß geschrieben wird.

Manches Erlebte brachte mich auch an meine Grenzen, denn einiges kenne ich aus meiner eigenen Familie und es ging mir entsetzlich unter die Haut - und hat mich dennoch getröstet.


Ich möchte Frau Röder sehr herzlich danken - für dieses Buch, dass für mich persönlich unglaublich wichtig und richtig ist!


"Henning flieht vor dem Vergessen" ist das erste Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte - und allen voran den Menschen, die in den nächsten Wochen über Sterbehilfe in Deutschland entscheiden.
Es kann die Blickwinkel verschieben - unbedingte Leseempfehlung!!

Autor: Hilda Röder
Buch: Henning flieht vor dem Vergessen

gst

vor 2 Jahren

Deine Rezension ist gelungen! Man spürt, wie Dich das Buch angesprochen hat. Möge der Austausch mit Deinen Freunden gelingen!

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