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KruemelGizmo

vor 2 Jahren

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Amsterdam - der 68 jährige lebensfrohe Henning Landes erhält im Frühsommer 2009 die Diagnose Alzheimer. Er hat wahnsinnige Angst davor seine Würde zu verlieren und zu Tode gepflegt zu werden. Seine Familie will sich um ihn kümmern und ihn keinesfalls in ein Heim abschieben. Aber Henning will die Krankheit nicht akzeptieren, er hat immer ein selbstbestimmtes Leben geführt und nun will er auch selbstbestimmt sterben. Er versucht eine vom Hausarzt begleitete Sterbehilfe zu erwirken, doch diese muß, nach einer Sondergenehmigung der niederländischen Euthanasie-Kontroll-Kommission sehr bald erfolgen. In Rückblicken auf sein Leben versucht er sich für oder gegen einen Freitod zu entscheiden. 

"Meine Würde und Persönlichkeit zu verlieren, obwohl ich noch lebe, ist für mich schlimmer als der Tod" Seite 24


Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. 

In den Niederlanden ist Sterbehilfe und begleitender Freitod unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Eine davon lautet das man im vollem Besitz seiner geistigen Kräfte sein muss, wenn dies passieren soll. Somit muss man sich entscheiden,  bevor die Erkrankung voll ausgebrochen ist aus dem Leben zu scheiden. 

In diesem Buch begleitet man vor allem Henning durch die Geschichte. Auf die Diagnose Alzheimer reagiert er erstmal mit Unglauben und Ablehnung, doch bald muß er diese Diagnose akzeptieren. In Rückblicken auf sein Leben erfährt man, das er dieses Schicksal mit seinem Opa teilt und ihm wird schnell klar, so will er auf keinen Fall enden. Auch wird dadurch aufgezeigt, was Alzheimer für den betroffenen Menschen und auch den Familien bedeutet. 
Durch die Rückblenden wird auch deutlich wie wichtig Henning seine Familie ist und erfahren so auch von Angehörigen,  die auch mit schweren Erkrankungen zu kämpfen hatten, hierbei wurden alternative Wege in die Geschichte eingeflochten, wie häusliche Betreuung,  Pflegeeinrichtungen oder auch die Patientenverfügung. 

Auch wenn man meist Henning in dieser Geschichte folgt, erfährt man doch die verschiedenen Einstellungen der Familienangehörigen. Jeder geht mit diesem Thema anders um und muß einen Weg finden damit klar zu kommen. Die Nähe diese Familie zueinander ist eindrucksvoll beschrieben und zeigt auf wie stark eine Familie sein kann. Dies macht es Henning in seiner Entscheidungsfindung nicht leichter, denn es betrifft ja nicht nur ihn, sondern auch seine Frau und Kinder. 

Ein wirklich schwieriges und komplexes Thema wurde in dieser berührenden Geschichte wunderbar erzählt. Die unterschiedlichsten Ansichten erhalten ihren Raum, so kann der Leser ganz für sich allein entscheiden,  wie er zu diesem Thema steht.

Mein Fazit:
Ein berührendes und einfühlsames Buch über Würde,  Alzheimer und Sterbehilfe, das sich wirklich gut und flüssig lesen lässt und dem Leser keine Meinung zu diesem Thema aufdrängt, sondern viel Raum lässt für seine eigenen Empfindungen und Meinungen.
Klare Leseempfehlung für jeden der sich mit dieser Thematik auseinander setzen möchte.

Autor: Hilda Röder
Buch: Henning flieht vor dem Vergessen

parden

vor 2 Jahren

Scheint ein beeindruckendes Buch zu sein - ich lese nur Empfehlungen...

buchjunkie

vor 2 Jahren

Da kann ich . Dir voll und ganz beipflichten. Mich hat dieses Buch auch berührt und zum Nachdenken angeregt.

clary999

vor 2 Jahren

Das Buch muss richtig gut sein! Ich habe bisher nur positive Meinungen dazu gelesen. Tolle Rezi :)

Meteorit

vor 2 Jahren

Und wieder eine postive Rezension zu diesem Buch.

_Sahara_

vor 2 Jahren

Tolle Rezi! Muss unbedingt auf meine WL.

Floh

vor 2 Jahren

ich habe sehr große Lobeshymnen zum Buch und zu der tollen Begleitung durch die Autorin vernommen. Schön, dass es dich auch sehr bewegen konnte.

Babscha

vor 2 Jahren

Kann Dir zum gleichen Thema auch ein Buch empfehlen: Tanner geht von Wolfgang Prosinger. Auch sehr beeindruckend.

Cridilla

vor 2 Jahren

Das Thema reizt mich zwar momentan nicht, aber beindruckende Rezi!

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LimaKatze

vor 2 Jahren

Ein wichtiges und sehr berührendes Buch, das mich auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat. Sehr schöne Rezension!

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