Hilde K. Kvalvaag

 3 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Prison Island.

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Prison Island

Prison Island

 (6)
Erschienen am 25.06.2012

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Rezension zu "Prison Island" von Hilde K. Kvalvaag

Konnte mich weniger begeistern. Die Charaktere und der Storyverlauf sind eher schlecht.
Yoyomausvor 2 Monaten

Zum Inhalt (Booklet):
Idun ist ehrgeizig und angepasst - bis Mai in ihr Leben tritt, ihre emotionale, immer am Rande des Abgrunds balancierende Cousine. Mai wirft sich jedem Jungen an den Hals und verliebt sich ausgerechnet in den jungen Straftäter Johan, der auf einer Gefängnisinsel im Fjord seine Strafe absitzt. Von Anfang an ahnt der Leser die bevorstehende Katastrophe. Die Lage spitzt sich zu, als Mai Idun dazu überredet, mit ihr zu der Gefängnisinsel zu rudern ..


Cover:
Das Cover zum Buch ist eigentlich recht nichts aussagend. Wir sehen hier scheinbar die Protagonistin Idun, welche auf einem Steg liegt und die Augen geschlossen hat. Denkt sie nach? Träumt sie vor sich hin? Das ist irgendwie nicht zu erkennen und auch ansonsten bietet das Cover keinen wirklichen Rückschluss auf die Geschichte. Wirklich ansprechend finde ich es daher nicht.

Eigener Eindruck:

Idun lebt mit ihrer Mutter allein in einem Haus am Rande einer kleinen Stadt. Der Vater hat sie und ihre Mutter für eine andere Frau verlassen und obwohl er versucht ein gutes Verhältnis zu seiner Teenagertochter zu pflegen, weiss das Mädchen noch immer nicht so recht, was sie von all dem halten soll. Deshalb stürzt sich Idun in ihr Lauftraining, bei dem sie in Wettkämpfen aber immer nur den zweiten Platz erringen kann, denn Ane Mo, das Mädchen mit dem Pferdeschwanz ist immer schneller als sie und dann ist da ja noch die heimliche Schwärmerei von Idun für ihren Trainer. Alles scheint einfach kompliziert. Da passt es Idun gar nicht, dass ihre Cousine Mai plötzlich zu ihnen zieht, denn Mai bedeutet Chaos. Nicht nur, dass das Mädchen immer wieder unvorhersehbare Dinge tut und scheinbar auch Lügen schnell einmal über ihren Mund kommen, in Iduns Augen ist Mai eine Schlampe, denn mit allen Jungen des kleinen Städtchens scheint Mai schon das eine oder andere Stelldichein gehabt zu haben. Doch je länger Mai da ist, desto besser verstehen sich die Mädchen. Nicht zuletzt, weil Mai mit in Iduns Zimmer zieht und jemanden kennen lernt. Am Anfang findet Idun das noch aufregend, doch bald kommen ihr Zweifel. Denn Mais Auserwählter ist einer von der Gefängnisinsel. Ein Verbrecher. Und dann versucht Mai Idun dazu zu überreden, mit ihr auf die Insel zu fahren um dort die Gefangenen zu besuchen…

Puh, das Buch war schon recht heftige Lektüre in meinen Augen. Zuerst einmal war da dieses krasse Einstellung von Idun gegenüber ihrer Cousine Mai. Diese starre Ablehnung und vor allem diese schockierende Direktheit, dass Mai einfach eine Schlampe ist. Ganz ohne Umschweife bekommt der Leser alle dreckigen Details aus Sicht von Idun aufs Brot geschmiert, was erst einmal wirklich befremdlich ist. Ich hab mich ehrlich gesagt kurz gefragt ob das wirklich ein Buch für die jüngere Leserschaft ist. Dann ist da immer wieder die klare Gewissheit, dass Mai wirklich eine Schlampe ist, wenn man lesen muss wie fix sie mit jemanden in die Kiste springt und vor allem, dass es sie nicht einmal stört, wenn sie das neben ihrer Cousine Idun macht. Das war so der zweite Schockmoment, wo ich mir dachte, dass das unmöglich ein Buch für Jugendliche sein kann. Und dann kam noch das absolute Tüpfelchen auf dem i – Achtung ab jetzt kann es zu Spoilern kommen! Idun lässt sich aus den Tiefen der unmöglichen Dämlichkeit ihres eigenen Selbst dazu überreden auf die Gefängnisinsel zu fahren und schläft dort auch noch mit einem der Gefangenen. Man sitzt als Leser da und ist einfach fassungslos. Und das geht so weiter, denn immer mehr verstricken sich die beiden Mädchen in Situationen, bei denen man sich als Normalsterblicher einfach an den Kopf greift. Man muss sich immer wieder fragen, ob es wirklich Menschen gibt, die so dumm sind!
Die Geschichte ist aufwühlend, keine Frage. Und sie beschäftigt lange danach noch immer. Nicht zuletzt, weil man einfach nicht begreifen will, was man da gelesen hat. Die Autorin versteht es durch ihren Schreibstil zu fesseln, aber genauso gut auch durch ihre Ideen rund um die Mädchen zu schockieren. Man ist einfach hin und her gerissen!

Idun und Mai sind als Charaktere zwei völlig unterschiedliche Mädchen. Während die Eine Musterschüler zu sein scheint, scheint die andere durch und durch verdorben und scheint ebenfalls auch den roten Faden zu einem geordneten Leben verloren zu haben. Automatisch entwickelt man einfach eine Abneigung zu Mai und Sympathie für Idun. Doch auch die Sympathie für Idun wird im Laufe der Geschichte immer weniger und man muss sich fragen, was in ihrem Teenagerhirn vor sich geht, dass sie schließlich in Hinsicht auf ihren Besuch bei der Gefängnisinsel so aus den Fugen gerät. Wenn das Buch eine abschreckende Wirkung haben soll, dann beglückwünsche ich die Autorin, denn beim Lesen ist man definitiv in einer Schockstarre oder einfach nur angewidert. Das ist so richtig ein Buch, wo den Protagonisten ein Aufkleber auf der Stirn pappt, wo drauf steht: „Bitte nicht nachmachen“.

Was in dem Buch durch die ganzen Schockmomente leider viel zu kurz kommt, sind die Emotionen. Die fehlen einfach teilweise oder sind einfach nicht nachvollziehbar beziehungsweise unglaubwürdig. Auch bei der Logik und den nachvollziehbaren Szenen kommt man als Leser leicht ins Schleudern, da sich Handlungen von Mai oder Idun einfach nicht nachvollziehen lassen.



Fazit:
Kann man mal gelesen haben, muss man aber nicht. Mich konnte das Buch einfach nicht überzeugen.


Idee: 4/5
Details: 4/5
Emotionen: 2/5
Logik: 3/5
Lesespaß: 2/5

Gesamt: 3/5


• Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
• Verlag: Gerstenberg Verlag; Auflage: 1 (25. Juni 2012)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 383695477X
• ISBN-13: 978-3836954778
• Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
• Größe und/oder Gewicht: 14 x 1,6 x 22 cm

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Rezension zu "Prison Island" von Hilde K. Kvalvaag

Gefangen im eigenen Schicksal?
R_Mantheyvor 4 Jahren

Im Original heißt dieses 2010 mit "dem Brage-Preis für das beste Jugendbuch" in Norwegen ausgezeichnete Werk wohl "Gefängnisse". Dass daraus der nichts sagende "deutsche" Titel "Prison Island" wurde, verwirrt im doppelten Sinne, nicht nur, weil damit der deutschen Sprache das Vertrauen entzogen wurde, sondern vor allem, weil die Botschaft des Originaltitels abhanden gekommen ist.

Idun wohnt mit ihrer Mutter in irgendeinem norwegischen Kaff. Iduns Eltern sind geschieden. Ihre Mutter sucht nach einem neuen Mann, und ihren Vater sieht Idun zwar täglich, aber nur kurz, wenn er auf dem Wege in die Fabrik am Haus vorbeiradelt. In der Schule ist Idun nicht schlecht. Nebenbei trainiert sie 800 Meter-Läufe, scheitert aber immer wieder an ihrer Konkurrentin Ane Mo. Auch mit den Jungs läuft es eher mäßig.

Dann plötzlich zieht ihre Cousine Mai bei ihr ein. Bei Mai scheint die familiäre Entwurzlung noch weiter fortgeschritten zu sein. Sie hat sich mit ihrer Mutter verkracht. Die Gründe dafür bleiben im Dunkeln, doch die Trostlosigkeit, mit der all dies geschildert wird, ist bedrückend.

Im Gegensatz zu Idun verhält sich Mai extrovertiert. Sie schläft mit jedem, der ihr irgendwie gefällt. Was nach außen wie Gefühllosigkeit aussieht, demonstriert lediglich hoffnungslose Verzweiflung und die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, die ihr als Kind offenbar verweigert wurden. Im Hintergrund macht sich bei Mai bereits eine latente Todessehnsucht breit, die nach Grenzüberschreitungen sucht.

Im Fjord vor dem Dorf liegt eine Insel, auf der sich jugendliche Gefangene nach guter Führung auf ihre baldige Entlassung vorbereiten sollen. Nachdem sich Mai für einen von ihnen zu interessieren beginnt, gewinnt die Handlung an Geschwindigkeit und Tragik, denn nun tut sich eine Gelegenheit auf, um weitere Linien zu überschreiten.

Man kann sicher darüber streiten, ob man ein solch trauriges Buch mit einem Preis auszeichnen sollte. Allein die Tatsache jedoch, dass dies geschehen ist, erzählt viel über den Zustand der westlichen Gesellschaften. Von jugendlichem Optimismus und Aufbruchstimmung fehlt in diesem Buch eigentlich jede Spur. Stattdessen vermitteln die Figuren und Ereignisse eine gewisse Trostlosigkeit des Gefangenseins im eigenen, eher traurigen Schicksal, zu dem es keine Alternative zu geben scheint.

Mit Idun und Mai stehen sich zwei unterschiedliche Mädchen mit einem ähnlichen Hintergrund gegenüber. Bereits mit 16 scheint sich das Leben bei ihnen festgefahren zu haben. Während Idun eher den üblichen Weg des Mittelmaßes beschreitet, reagiert Mai aggressiver, weil sie hungriger nach Liebe und sehnsüchtiger nach Erfüllung zu sein scheint. Doch stellt sich so die Alternative da? Bietet das Leben keine Überraschungen mehr?

Die Geschichte wird in diesem Buch von Idun spröde erzählt. Vom literarischen Standpunkt aus kann man kaum etwas an diesem Buch kritisieren. Ich würde allerdings lebensfrohere und optimistische Geschichten für Heranwachsende solchen Büchern vorziehen.

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Rezension zu "Prison Island" von Hilde K. Kvalvaag

Rezension zu "Prison Island" von Hilde Kvalvaag
Cadizvor 7 Jahren

„Weißt du, wo wir wohnen?“, fragte er.
„Nein“, sagte Mai.
„Wir wohnen auf der Insel." Er sah sie an, als wollte er sehen, ob sie jetzt schockiert war.
„Ist es schön da?“, fragte Mai.
„Da ist eine Anstalt für schlimme Jungs.“ (Seite 33)

Inhalt: Die fünfzehnjährige Idun ist ein ruhiges Mädchen. Ihre Leidenschaft ist das Laufen, sie ist talentiert und ehrgeizig. Als Mai, Iduns Cousine, bei ihr und ihrer Mutter einzieht, bricht das Chaos aus. Mai ist temperamentvoll und launisch. Und sie verliebt sich in den viel älteren Johan, der auf der Gefängnisinsel lebt, die sich in der Nähe von Iduns Heimatort befindet. Mai hat sich in den Kopf gesetzt, mit Johan zusammen zu sein und will Idun dazu überreden, mit ihr auf die Insel zu fahren…

Zum Buch: Ich habe etwas anderes bekommen, als ich eigentlich erwartet habe, doch was ich bekam, war gar nicht schlecht.
Die Geschichte um die beiden Mädchen Idun und Mai, die sich irgendwie lieben und hassen, beides gleichzeitig und mit gleicher Intensität, wird durch eine knapp gehaltene Sprache und ganz nett lesbaren Dialogen zum kleinen, aber feinen Lesespaß. Die Autorin erzählt oft in doch recht kurzen Sätzen, woran man sich aber bald gewöhnt und was mich auch im Lesefluss nicht störte.

Das Buch lässt sich gut lesen, wird durch eine sympathische Protagonistin lebendig, die man sogleich ins Herz schließt und bei der man ein wenig Entwicklung verfolgt. Idun bekommt nämlich eine ganz Hand voll Gelegenheiten, sich neuen Dingen zu stellen.
Dass sie nämlich mal die „schlimmen Jungs“ auf der Gefängnisinsel besuchen würde und sogar in einen von ihnen so etwas wie einen „Vertrauten“ findet, hätte sie nämlich niemals gedacht. Mai fand ich zwischendurch etwas nervig, aber auch interessant. Leider bekommt der Leser nur die wenigen wichtigen Figuren deutlicher zu Gesicht, Charaktere wie Iduns Mutter usw. bleiben dagegen eher blasser. Eine größere Rolle für Idun spielt etwa auch der Trainer, an den sie immer wieder denkt, der allerdings ebenso wenig Farbe bekommt.

Im Grunde passiert nicht viel. Man sollte nicht das absolute Abenteuerbuch voller Action erwarten, denn das ist „Prison Island“ nicht. Vom Ende hätte ich mir mehr versprochen, war aber okay.

Ich würde das Buch eher als ruhig, besonnen, nachdenklich und leise beschreiben. Lässt sich prima zwischendurch lesen.
Lesenswert.

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