Hilde Vandermeeren

 4 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor*in von Fabelhafte Fanny Funke, Cleos Kästchen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Hilde Vandermeeren

Cover des Buches Fabelhafte Fanny Funke (ISBN: 9783825179649)

Fabelhafte Fanny Funke

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Erschienen am 24.02.2016
Cover des Buches Cleos Kästchen (ISBN: 9783794161256)

Cleos Kästchen

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Erschienen am 15.01.2010
Cover des Buches Schemerzone (Dutch Edition) (ISBN: B071FMVQTS)

Schemerzone (Dutch Edition)

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Erschienen am 31.05.2017

Neue Rezensionen zu Hilde Vandermeeren

Cover des Buches Cleos Kästchen (ISBN: 9783794161256)
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Rezension zu "Cleos Kästchen" von Hilde Vandermeeren

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✎ Hilde Vandermeeren - Cleos Kästchen

Ich stöberte neulich in unserer Schulbibliothek und entdeckte „Cleos Kästchen“ von Hilde Vandermeeren - ein Kinderroman, der offenbar seit Jahren unangetastet geblieben war. Das weckte meine Neugier: Warum wird dieses Buch überhaupt nicht ausgeliehen? Ich wollte wissen, ob der Inhalt dem gerecht wird, was sein stilles Dasein nahelegt.

Bereits nach wenigen Kapiteln stellte sich heraus, dass die Geschichte voll ist von Vorurteilen, Stereotypen und Bodyshaming. Anders als oft üblich, kommen die negativen Bemerkungen nicht von den Erwachsenen, sondern vor allem von Kindern - meistens sogar von Cleo selbst. Das macht deutlich, wie tief der Druck sitzt, wenn ein Kind andere Körper bewertet, geprägt von gesellschaftlichen Idealen.

Trotzdem birgt das Buch auch positive Elemente: Armut und Einsamkeit werden sensibel thematisiert, ohne laut zu moralisieren. Vandermeeren lässt erkennen, dass manche Figuren leiden, nicht weil sie böse sind, sondern weil sie keine andere Möglichkeit sehen. Eine Lehrerin spielt eine wichtige Rolle; sie erkennt Cleos Not, bietet Hilfe an - etwas, das man in vielen Kinderbüchern oft vergeblich sucht. Diese nuancierte Behandlung verdient Anerkennung.

Cleo ist Mittelkind - ein Platz, der in Familien oft übersehen wird. Ihre kleine und große Schwester fordern viel von ihr, meist indirekt, doch die Last ist real. Sie übernimmt Verantwortung, sorgt sich - all das, ohne dass es prominent zur Sprache käme. Diese Rolle als „still Verantwortliche“ macht ihre Figur interessant, aber auch belastend.

Was das Erzähltempo betrifft, so bleibt „Cleos Kästchen“ insgesamt ruhig. Große Überraschungen gibt es nicht, der Spannungsbogen schwankt kaum; vieles liegt in den Andeutungen, die Erwachsene anders bzw. schneller (richtig) deuten als Kinder. Wer auf Action oder unerwartete Wendepunkte hofft, wird enttäuscht werden; wer jedoch Wert auf leise Geschichten legt, findet Trost im Feinfühligen.

Ein weiteres Merkmal ist, dass fast alle Kinder in der Geschichte ein Geheimnis hüten. Diese verborgenen Seiten zeigen, wie viel unausgesprochen bleibt - was Sprache, Nähe und Freundschaft bedeutet und wie schwer es manchmal ist, sich selbst zu zeigen.

Insgesamt empfinde ich „Cleos Kästchen“ nicht als geglückt. Zu dominant sind die wiederkehrenden negativen Botschaften - Vorurteile und Körperkritik nehmen Raum ein, ohne dass Gegengewichte stark genug wirken. Das macht es schwer, das Buch unkritisch zu loben, obwohl es gute Absichten und sensible Szenen besitzt.

©2025 adlatb

Cover des Buches Fabelhafte Fanny Funke (ISBN: 9783825179649)

Rezension zu "Fabelhafte Fanny Funke" von Hilde Vandermeeren

Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein Buch, in dem Kinder und Eltern etwas über sich lernen können

Aufmachung des Buches
Es handelt sich bei dem Buch um ein Hardcover. Das Titelbild zeigt eine Szene des Buches, in der Fanny ein Schaaf erschreckt, damit es aus seinem Gatter flieht und außerhalb neues und frisches Gras findet. Fanny ist schön getroffen, sie ist ein aufgewecktes und neugieriges Mädchen und genau das drückt das Bild aus.

Inhalt
Fannys Mutter ist vor Jahren gestorben, ihr Vater redet fast nie über sie. Eines Abends aber erzählt er Fanny, dass ihre Mutter sie außergewöhnlich fand. Was kann an mir außergewöhnlich sein? Mit dieser Frage beschäftigt sich Fanny fortan und versucht herauszufinden, was sie besonders gut kann. Hierbei tritt sie in das ein oder andere Fettnäpfchen. Vaters neuer Freundin versucht sie aus dem Weg zu gehen.
Fannys bester Freund ist J.T. Er interessiert sich für Dinosaurier und das Weltall und liest Unmengen Bücher zu diesen Themen. Er ist ganz anders als seine Eltern. Seine Mutter möchte ihn zu Schönheitswettbewerben schicken und sein Vater ist Rocker in einer Band. Da es keine Fotos aus seiner Kindheit gibt, glaubt er adoptiert worden zu sein. Die Erklärung seiner Eltern, dass ein Brand die Bilder zerstört hat, will er nicht wahrhaben. Und so sucht er nach seinen richtigen Eltern.

Umsetzung
Das Buch ist mit s/w Bildern illustriert. Mir persönlich gefällt der Stil des Illustratoren Peter-Paul Rauwerda. Besonders bei Gesichtern kommen die Emotionen der gezeichneten gut zur Geltung. Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben. Im ersten Moment etwas Gewöhnungsbedürftig, da Bücher in der Regel in der 3. Person geschrieben werden. Allerdings findet man sich schnell in die Figur Fanny ein und erlebt die Welt aus ihrer Sicht. Der Alltag von Kindern wird darin lebensnah wiedergegeben. Kinder werden sich schnell in Fannys Alltag einlesen und selbst ich als Erwachsener erinnerte mich an so manche Momente in Freizeit und Schule, die wohl jeder mitgemacht hat. So manches ist dabei zum Schmunzeln:
Fannys Gedanken zur neuen Referendarin in ihrer Klasse: „Hinten im Klassenzimmer saß ein grantiger Herr, der alles aufschrieb, was sie sagte und tat. […] Bestimmt schrieb er: Hibbelt die ganze Zeit rum. Hat knallrote Fingernägel und genauso rote Wangen. Stellt megablöde Fragen.“ (S.7 Z.15ff.)
Oder der Hausarrest geht zu Ende: „Jetzt ist es Mittwochnachmittag, und der Hausarrest ist vorbei. Ausgerechnet heute regnet es. War ja klar.“ (S.42 Z.4f.)
Fanny lässt sich einiges einfallen, um herauszufinden, was sie besonders macht und einige Aktionen gehen schief. Trotzdem gibt sie nicht auf und am Ende erfährt sie neue, schöne Details über sich und ihre Mutter.
Die Spannung verebbt in der Geschichte nicht. Manches ist zum Schmunzeln, anderes macht eher nachdenklich oder sogar traurig. Das Leben ist ein auf und ab und genau diese Mischung macht das Buch interessant zu lesen.

Fazit
Das Buch traut Kindern schwierige Situationen zu. Hilde Vandermeeren behält dabei das richtige Augenmaß. Fannys Auseinandersetzung mit dem Tod ihrer Mutter und die Erfahrungen mit der Freundin ihres Vaters, die ihren Platz einnehmen will, ebenso wie die Geschichte des Brandes in J.T.s Kindheit sind ernste Themen. Doch anstatt schockierend zu wirken, werden sie einfühlsam behandelt.
Die Geschichte löst sich positiv auf, indem Eltern und Kinder miteinander reden und auch über Dinge sprechen, die ihnen auf dem Herzen liegen. Über die Geschichte hinaus wirkt die Botschaft, dass miteinander zu reden viele Missverständnisse und Schwierigkeiten lösen kann.

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